Abholzung am Donau-Ufer

Abschied von den Ufer-Bäumen

Mein Freund, der Baum, ist tot. Ob er im frühen Morgenrot fiel, wissen wir nicht. Und vor allem: Es ist nicht nur einer. Es ist eine ganze Galerie an Bäumen, die am Ufer der Donau umgesäbelt wurden. Kurz vor der Schleuse an der Pfaffensteiner Brücke sollen insgesamt 30 Bäume fallen, einige sind schon der Säge zum Opfer gefallen. Aktivisten wollen die verbleibenden Bäume nun schützen und erwägen radikale Maßnahmen. Dass diese von Erfolg gekrönt sein werden, erscheint zweifelhaft.
Ein "Stoppelfeld" an Baumstümpfen entlang des Donau-Ufers. (Foto: hb)

Ein „Stoppelfeld“ an Baumstümpfen entlang des Donau-Ufers. (Foto: hb)

Der Anblick der Baumstümpfe rund um die Schillerwiese macht aus dem gewöhnlichen Jogger einen Wutbürger: Eine Protestwelle überrollt Stadtverwaltung und Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), stadtbekannte Größen wie Klaus Caspers ergreifen das Wort und beklagen das „Abrasieren eines Menschotops“ (Caspers zur MZ).

WSA will sich Staatsanwalt vom Leib halten

Was genau die Regensburger jetzt in Angst und Schrecken versetzt, ist schwierig zu sagen. Die Argumentation des Wasser- und Schifffahrtamtes (WSA) klingt nämlich nachvollziehbar: Die Bäume sind eine Gefahr bei Hochwasser. Nicht bei einem leicht gestiegenen Pegel, sondern bei reißenden Fluten, wenn das Wasser den Damm/Deich (es handelt sich dabei um einen Hybrid, der beide Funktionen erfüllt) übersteigt. Dann könnte es nämlich sein, dass die Wassermassen den Stadtwesten überfluten und bis in die Altstadt laufen, erklärt Rolf Diesler vom WSA. Das, so Diesler, möge dem einen oder anderen Bürger, der gerne am Donau-Ufer joggt, egal sein; „aber der Staatsanwalt kommt nur zu mir.“ Der Grund für die sicherheitstechnische Notwendigkeit liegt im Wurzelwerk. Die Wurzeln schwächen den Boden, und wenn sie gar irgendwann verrotten, bilden sich Sickerkanäle für das Wasser, der Damm/Deich bricht möglicherweise.

Der Baum im Wandel der Zeit

Falls sich jemand fragt, warum dann überhaupt Bäume dort standen, wenn sie schon so gefährlich sind: Die Ansichten über Sinn und Unsinn von Bäumen an Dämmen und Deichen haben sich in den letzten Jahrzehnten auch in Fachkreisen geändert, sagt Ingrid Warm von der Projektgruppe Dammnachsorge. Früher habe man geglaubt, durch das Wurzelwerk verfestige sich der Boden, mittlerweile wisse man es besser. Deshalb reicht es auch nicht, die Bäume abzusägen. Das Hauptproblem, das Wurzelwerk, muss noch entfernt werden. Dafür wird es aus dem Boden herausgefräst und der Boden wird wieder abgedichtet. Dass sich die Baumschützer vor den Sicherheitsbedenken verschließen, scheint unwahrscheinlich. Auch wenn Oberbürgermeister Hans Schaidinger konzidiert, dass das Erinnerungsvermögen der Menschen mit dem Abstand ans letzte Hochwasser nachlässt und es deshalb sein könnte, dass die Sicherheit tatsächlich nicht im Vordergrund stehe.

185 neue Baum-Opfer bis 1. März

Also konzentriert man sich auf die fehlerhafte Informationspolitik. Warum denn nicht früher jemand was gesagt hätte. Tja, weil… äh… Das weiß irgendwie auch niemand so recht. Hätte man, sollte man, könnte man, werde man beim nächsten Mal… Die Konjunktive häufen sich auf Seiten der Stadt und auf Seiten des WSA. Und deshalb schickt zumindest die Stadt am Montagnachmittag artig eine Pressemitteilung raus, in der angekündigt wird, dass in den Tagen bis zum 1. März noch 185 Bäume im Stadtgebiet dran glauben müssen. Vielleicht will man auch nur einer Paranoia in der Bevölkerung vorgreifen, denn hört man den anderen Medienvertretern auf der Pressekonferenz am vergangenen Freitag so zu, werden die Redaktionen offenbar von Anrufern, die markierte Bäume irgendwo im Stadtgebiet gesichtet haben, regelrecht drangsaliert. Ein neongelbes H, ein pinker und ein grüner Punkt, rote Stämme – alles Geheimzeichen der behördlichen Baumfäll-Mafia?
Jede Markierung wird momentan von der Bevölkerung aufmerksam beobachtet. (Foto: hb)

Jede Markierung wird momentan von der Bevölkerung aufmerksam beobachtet. (Foto: hb)

Diesler beruhigt die Journalisten, die die Fragen der besorgten Bürger vorbringen: Manches seien auch ganz einfach Markierungen des Stadtgartenamts, die anzeigen, dass ein Baum gepflegt werden soll. Damit kein hölzerner Freund umgesägt wird, der es nicht verdient hat, gibt es schon Pläne der Gegenbewegung. Reinhard Kellner, engagierter Bürger an vielen Fronten (Strohhalm, Soziale Initiativen, diverse Bürgerbegehren in der Vergangenheit, ehemals Grünen-Stadtrat), leistet über seinen E-Mailverteiler den Baumbewahrern Schützenhilfe. Diese denken mittlerweile offenbar darüber nach, zivilen Widerstand zu leisten und sich sogar anzuketten.

Diskutieren statt anketten

Andere versuchen es mit Diskussionen. So ist in einer E-Mail von FDP-Stadtrat und MdB Horst Meierhofer an den Rechtsreferenten Wolfgang Schörnig zu lesen, was die Ergebnisse einer Ortsbegehung an der Schillerwiese in der letzten Woche sind. Zusammengefasst: Die Bäume sollen möglichst stehen bleiben, mindestens so lang, bis die offenen Fragen geklärt sind. Ein „fundiertes Pflegekonzept“, vor allem für die Neubepflanzung der abgeholzten Abschnitte, soll zusammen mit den Naturschutzverbänden entwickelt werden. Am 13. März ist das Donau-Ufer ohnehin Thema im Naturschutzbeirat. Vermutet werden außerdem Verfahrensfehler. Die Stadtverwaltung möge das prüfen, schreibt Meierhofer. Dabei ist die Stadtverwaltung in dieser Frage vergleichsweise unbeteiligt. Einige der Bäume stehen auf städtischem Grund, ansonsten ist das WSA als Bundesbehörde in eigener Zuständigkeit verantwortlich, zumal der Weg am Ufer entlang auch der Betriebsweg des WSA ist. Die Order zum Fällen kommt aus dem Bundesverkehrsministerium, erklärt Diesler. Dort seien nach den verheerenden Hochwässern beispielsweise an der Elbe 2002 auf politischen Druck hin die Regeln für den Hochwasserschutz verschärft worden. Sukzessive arbeite man sich nun durch die gefährdeten Gebiete. Regensburg ist also kein Einzelfall. Andere Orte haben ihre Baumbestände an Dämmen und Deichen schon längst drangegeben. Die Reaktionen waren überall ähnlich, wie beispielsweise ein Blick nach Dingolfing zeigt.

Präzedenzfälle andernorts sind ähnlich verlaufen

Am Ufer des dortigen Isar-Stausees fielen die Bäume im Winter 2005. Die Gründe waren die gleichen wie in Regensburg: Die Bäume gefährden die Sicherheit des Deichs, die Bepflanzung widerspricht den DIN-Vorschriften. Christian Orschler, der Pressesprecher von EON Wasserkraft Landshut, argumentiert ähnlich wie Rolf Diesler: Als privatrechtliches Unternehmen wolle sich EON auf gar keinen Fall Schludrigkeit nachsagen lassen und Verantwortung für Unglücke übernehmen müssen. EON betreibt das dortige Wasserkraftwerk und ist in dem Gebiet für die Dammsicherheit und die Verkehrswege zuständig.

Nordseeflair in Niederbayern

Die Dingolfinger zettelten damals diverse Protestaktionen an: Mahnwache vorm Landratsamt (das ebenso wie die Regensburger Stadtverwaltung nicht viel zu melden hatte), Schleifen um schützenswerte Bäume, und irgendwann – so berichtet die Lokalzeitung „Dingolfinger Anzeiger“ – stand auch hier das Anketten im Raum. Auch sie fürchteten um die Qualität ihres Naherholungsgebietes und (noch mehr als die Regensburger) um die Tierwelt. Trotzdem ist der Dingolfinger Stausee jetzt baumfreie Zone und mutet vom Ufer aus seltsam nordseemäßig für Niederbayern an. EON-Pressesprecher Orschler verriet auch das Geheimnis, wie man künftige Proteste im Zaum zu halten gedenkt: Abholzungsmaßnahmen würden nicht mehr hauruckartig durchgeführt, sondern man werde immer wieder nachschneiden.
stumpf

Von den Bäumen wird nicht viel bleiben. Die Stümpfe werden demnächst ausgefräst. (Foto: hb)

  Apropos Nordsee: Während die Protestwelle anrollte, weilte Oberbürgermeister Hans Schaidinger in Bremen. Dort, so erzählt er, habe man ihn mit großen Augen angeschaut, als er nach Bäumen auf Deichen und Dämmen fragte. Immer wieder betont er, welch dramatische Hochwassersituationen sich schon unter seiner Oberbürgermeister-Ägide zugetragen haben, und weil ihm – im Gegensatz zur Bevölkerung – diese Ereignisse noch gut in Erinnerung sind, unterstütze er die Fäll-Aktion selbstverständlich. Im Prinzip scheint es also unvermeidlich, dass die Bäume fallen müssen. 30 Stück sollen es insgesamt werden. Die Behauptung Kellners, es seien 50 Bäume, bestreitet Diesler.

Nicht demokratisch entscheidungsfähig

Auch einer weiteren Diskussion würde der hiesige Leiter des WSA wohl am liebsten aus dem Weg gehen. „Das sind technische Fragen, darüber kann man nicht demokratisch entscheiden.“ Protestaktionen sieht er dennoch gelassen entgegen. Zwar findet er die Drohung, dass sich Aktivisten an den Bäumen anketten könnten, offenbar etwas abwegig („Wir sind hier nicht beim Castor-Transport“), doch die Sicherheit der Bürger gehe vor. Träfe man auf einen angeketteten Aktivisten, würde man halt wieder abziehen. Mit Blick auf die entschlossene Haltung des WSA, die auf die tatkräftige Unterstützung durch die Stadtverwaltung zählen darf, und auch im Hinblick auf das Wetter müssen sich bindungswillige Baumschützer in den kommenden Tagen jedenfalls warm anziehen. Die Fäll-Arbeiten müssen bis 1. März abgeschlossen sein, denn dann beginnt die Vogelschutzzeit, in der man die Bäume stehen lassen muss.

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Kommentare (19)

  • Jakob Tiefenthaler

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    Nicht macht aber mal halblang, ihr unwissenden Großstädter. Nicht hören möchte ich euer Geheule, wenn der Hochwassserschutzdamm bricht, weil große Bäume den Deich löchrig gemacht haben. Deich und Baumwurzeln passen nunmal nicht zusammen. Im landkreis hat der Landschaftspflegeverband den nach dem verheerenden Hochwaasser 1988 erbauten Deich entbaumt, um unser Leben zu schützen. Trotzdem nimmt die Zahl der Bäume in bayern zu.

  • Oje...

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    In der betreffenden Pressemitteilung der Stadtverwaltung steht sehr viel von Straßenbaumaßnahmen und Verkehrssicherung und recht wenig von den Damm schwächenden Bäumen:

    http://www.regensburg-digital.de/185-baume-werden-gefallt/11022013/

    Aber vielleicht hab ich’s ja auch überlesen.

    @Tiefenthaler: „entbaumt, um unser Leben zu schützen“? – Also ertrunken sind im Regensburger Hochwasser erst ziemlich wenige, mein lieber Jakob… (womit ich den grundsätzlichen Sinn des Damm-Stabilhaltens gar nicht in Frage stellen möchte) – ein bisschen weniger Dramatik wäre wohl auch bei Dir angebracht!

  • Twix Raider

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    „Trotzdem nimmt die Zahl der Bäume in bayern zu.“ klingt dramatisch, müssen sich Gewässeranwohner und Autofahrer Sorgen machen? Auch an Lech und Wertach wird die Politik der vollendeten Astsachen praktiziert, sicherheitshalber sogar in gebührendem Abstand, bis in die Innenstadt. Argumente zum Nachreichen finden sich immer. Die Axt im Rathaus erspart den Sauerstoff.

  • Matthias Süß

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    Es stimmt aber wirklich, dass es in Bayern noch nie so viel Wald gab wie heute. Ein paar verstohlene Blicke auf alte Ansichtskarten, Fotos und Zeichnungen genügen. Für Regensburger am einfachsten zu erkennen am Beispiel des „Walhalla-Berges“.

  • Eleonore

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    Hallo Herr Süß, die Gesamtanzahl der Bäume bayernweit mag ja gestiegen sein; in Regensburg sind alleine hier in Kumpfmühl, im Dörnbergpark und entlang der Friedensstraße seit ich hier wohne mindestens 50 sehr große Bäume abgeholzt worden___Das ist eine Minderung an Lebensqualität hier in der Stadt, wo wir tagtäglich leben und ATMEN !!!! Hier brauche ich und brauchen wir alle die Bäume!___Nicht in Hinterhuglhapfing oder Oberunterammersberg .

  • Franz Schuhwerk

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    Die Debatte ist in vielfacher Hinsicht unsäglich.
    Speziell gegenüber Regensburg kann man die Politik des WSA mit „über den Tisch ziehen“ nur sehr euphemistisch bezeichnen, man denke an die Schadensregulierung bei der Schleuse, oder die zugunsten einer Betriebsfähigkeit vom 1. 1. 00:00 Uhr bis 31.12. 24:00 Uhr [http://www.elwis.de/mvc/main.php?modul=schleuseninfo&choice=1&specialcontacts=37&specialfts=164#s_164] gestrichene Übergangsmöglickeit in Steinweg/Stadtamhof.
    Auch jetzt werden die Hiesigen einfach über den Tisch gezogen. Diesler vom WSA erklärt, „im Bundesverkehrsministerium seien nach den verheerenden Hochwässern beispielsweise an der Elbe 2002 auf politischen Druck hin die Regeln für den Hochwasserschutz verschärft worden.“ Behördenarbeit pur: klar, an der Elbe sind Deiche gebrochen; aber wann und wo war der letzte Deichbruch an der Donau? Wenn mir der zwingend als auf Bäume und ihre Wurzelkanäle zurückgehend nachgewiesen wird, kann ich die Fällaktionen versuchen zu akzeptieren. Sehr seltsam bei diesen gefährlichen Bäumen und ihren subversiven Wurzelkanälen, dass viele Bilder französicher Flüsse und Kanäle von begleitenden Baumreihen nur so strotzen.

    Für die lokale Situation im Westen erklärt Rolf Diesler vom WSA, „bei reißenden Fluten, wenn das Wasser den Damm/Deich (es handelt sich dabei um einen Hybrid, der beide Funktionen erfüllt) übersteigt, … könnte es nämlich sein, dass die Wassermassen den Stadtwesten überfluten und bis in die Altstadt laufen“ – das ist natürlich eine schreckenerregende Vorstellung.
    Schaut man aber auf die Seite für den Hochwasserschutz Regensburg [http://www.hochwasserschutz-regensburg.de/abschnitte/abschnitt-n] sieht das Bild anders aus: Abschnitt N – Innerer Westen [Bereich Von der Eisenbahnbrücke Mariaort bis zur Autobahnbrücke] Wettbewerbsplanung Kosten ca. 1,3 Mio € (nach Wettbewerb) geplante Schutzmaßnahmen: Deich. Die Interpretation ist wohl nicht ganz falsch, dass dieser durch die Bäume so bedrohte Deich erst gebaut werden muss!
    Konsequenzen: Baumfällungen stoppen und WSA auflösen – verscheissert uns eh‘ nur.

  • peter sturm

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    das wasserwirtschaftsamt hat vollkommen recht. hier sollte man sich tunlichst nicht nach dem freizeitbedürfnis arrivierter bohemiens richten.

  • dugout

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    Wasser und Schifffahrtsamt ! Es war das Wasser und Schifffahrtsamt.
    Das Wasserwirtschaftsamt hat damit nichts zu tun.

  • schorsch

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    was, ein wirtschaftsamt?

  • Matthias Süß

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    @Eleonore

    Ich könnte es mir einfach machen und sagen: Dann müssen Sie eben aufs Land ziehen, wenn Sie saubere Luft haben möchten. Dieser Wohnort hat jedoch andere Nachteile und man kann nicht alles haben.

    Aber so einfach mache ich es mir und Ihnen nicht.

    Schauen Sie mal den Lappersdorfer Berg an. Da gab es eine Maulbeerplantage, war also völlig baumfrei. Und glauben Sie mir, das sind deutlich mehr als die „50 alten Bäume“, die Sie aufzählen.

  • Matthias Süß

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    Eine ganz verwegene Idee:

    Die Bäume dürfen stehen bleiben, wenn die Baumschützer mit ihren Privatvermögen für dadurch entstehende Hochwasserschäden, inklusive Entschädigung für die Unannehmlichkeiten betroffener, gerade stehen. Allerdings wird die Millionensumme so nicht aufgetrieben werden können.

    Ein nicht ganz so verwegener Gedanke:

    Die „Baumschützer“ sind einfach nur egoistisch.

  • Dugout

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    „@Eleonore

    Ich könnte es mir einfach machen und sagen: Dann müssen Sie eben aufs Land ziehen, wenn Sie saubere Luft haben möchten. Dieser Wohnort hat jedoch andere Nachteile und man kann nicht alles haben.

    Aber so einfach mache ich es mir und Ihnen nicht “

    Puuh, da sind wir aber froh das der Süß sich das nicht so leicht macht !
    Der könnt ja sonst noch auf die Idee kommen wer sauberes Wasser will der soll hald nach Kanada ziehen, oder wer „saubere“ Lebenmittel will der soll hald einen Biobauern heiraten.

    Aber nein, nein, soo einer ist der Süß nicht.

  • Matthias Süß

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    @Dugout

    Ich habe zwar 32 alte Eichen in meinem Garten, aber kein Sushi-Restaurant im Umkreis von 50km. Güterabwägung.

  • Hans Schleiminger

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    Dem aufmerksamen Bürger sollte nicht entgangen sein, dass im Uferbereich zwischen Mariaort und Pfaffenstein auf beiden Seiten der Donau der Biber in den letzten Jahren massiv seinen Drang nach Baumrinde ausgelebt hat und wohl weit mehr als 30 oder 50 Bäumen den Garaus gemacht hat.
    Ich vermisse hier angekettete Bürger und dem Biber nachstellende Baumfreunde.
    Die nun sehr aggressiv zur Schau gestellte Empörung über leider nötige Baumfällungen kann sich nur ein abgehobenes Stadtvolk wie die Regensburger erlauben.
    Dämme und Deiche, die gerade in Regensburg große Schäden vermeiden, sollten doch von diesen Auswüchsen der Empörung ausgenommen sein. Es sind nun mal Bauwerke und keine Naturzonen für verwöhnte Stadtbürger.
    In den letzten Jahren (seit dem Hochwasser 1999) ist wohl unbemerkt von der Bevölkerung Regensburgs in ganz Bayern an staatlichen Dämmen und Deichen Zug um Zug der Bewuchs zurück geschnitten worden.
    Leider ist in unserem Land die Angst vor juristischen Folgen sehr oft der Grund Bäume vorsorglich abzuholzen.
    Dies ist leider auch sehr oft an Straßen und Wegen zu beobachten.
    Für Regensburg dürfte aber die Empörung zu diesem Thema leider auch politisch ausgenutzt werden.
    Nun wird in der schon angebrochenen Vorwahlzeit alles rausgekramt, was als Keule dienen kann.
    Nicht falsch verstehen, bin sicher kein Freund der Stadtverwaltung.
    Möchte nur so nebenbei an die Goethe Turnhalle erinnern.
    Liebe Empörte, damals ging es um die Gesundheit unserer Kinder und nicht um ein paar Bruchweiden.

    Viel Spaß bei euren Spielchen ihr Regensburger.
    Euer Hans Schleiminger

  • Luchs

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    Was bei der ganzen Diskussion zu kurz kommt, ist die Meinung der eigentlich Betroffenen. Die ein oder andere bewusstseinserweiternde Substanz eingeworfen und schon kann man sich mit Bäumen prima unterhalten. Vielleicht haben die Regensburger Uferbäume gar keinen Bock mehr, permanent von degenerierten Großstadtkötern angepisst zu werden und das ständige, schwatzhafte Stöckchenklappern pseudosportelnder Hausfrauen ist auch schwer zu ertragen, wenn man nicht weg laufen kann. Von angeketteten, enthirnten Baumstreichlern mal ganz abgesehen. Vielleicht ist der sägeschwingende Deichgraf „Hauke“ Diesler auf seinem WSA- Amtsschimmel das kleinere Übel.

  • Radlertölpel

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    Der Biber ist in Burgweinting bei jeder Bürgerversammlung das Haupthema der Altburgweintinger (Die Neuburgweintinger sind die schweigende 95% Mehrheit.), das von den nicht zuständigen Politikern natürlich gerne aufgegriffen wird: Zuständig dafür, dass man ihm nicht auflauern und abknallen darf ist die obere Naturschutzbehörde. Somit ist bei jeder Gelegenheit der erstbeste Bundestagsabgeordnete verantwortlich zu machen. Nur: Da wo sich der Biber wohlfühlt ist es ja auch weiterhin schön, würden nicht immer im weitem Umkreis alle Bäume abgesägt, damit der Biber nichts mehr zu beißen hat. ( „Da war der Biber!“) Nur der Biber ist schlimmer als der Maulwurf*, den kann man nur mit Felsbrocken! (z.B.Stahlmatten mit Bruchsteinen) Das stimmt jedoch nicht, den bei Hochwasser schwemmt es ihn einfach weg! Was natürlich von Politikern, die dem „Volk“ gerne aus der Seele reden, ignoriert wird.
    Also in etwa so: „Wir hauen im Zuge des HW 100 alle Bäume um und ersetzen das Wurzelgeflecht des Uferböschung durch Bruchsteinmatten, daran beißt er sich die Zähne aus, und kann keinen Schaden mehr anrichten!“

    *Maulwurfpfahl der selbst ständig denkt:
    http://jakob-friedl.de/?p=47
    *Temporäre Großskulptur „Maulwurfrasen“
    http://jakob-friedl.de/?p=41

    Am Aubach wird der HW 100 Ausbau ganz zuletzt auch im Dorf umgesetzt. Es geht dabei ausschließlich um die Sicherheit der Anlieger, bzw. ihrer Häuser.
    Seit den 60er Jahren enstanden zahlreiche Häuser mit undichten Kellern (anstatt eines Brunnens) direkt am Bach; fließt der Bach etwas langsamer und 20cm höher, weil z.B.Laub hineinfällt oder der Biber einen Minidamm baut gibt es ein Probleme, z.B. im aufgeschütteten Aubachweg ( einstmals Reibergassl und Sumpf ).
    Das ist jedoch kein HW 100 Problem, sondern Selbstverschulden: Betonierts euch eure Keller aber bitte nicht den Bach! Oder schüttet sie zu und grabt daneben 30cm tiefer einen Brunnen! ..Bis zum HW 100 Scenario (alles ist eine Frage der Zeit) sind die Bausündenhäuserl wahrscheinlich schon von alleine zusammengefallen.

    Das HW 100 Scenario (denkbar ist auch ein HW 800 Scenario…), hat wie üblich, die selbe Firma errechnet, die auch die „Aubachertüchtigung“ durchführen wird. Verlässliche Pegelwerte gibt es nicht.
    Bei der Begehung mit dem Planungsausschuß (in Person von dem einzigen anwesenden Stadtrat Jürgen Huber) waren ausser der Feuerwehr nur 3 Burgweintinger da, denn der angekündigte Termin wurde geändert ohne den Anwohnern Bescheid zu sagen. Das hat Prinzip. Tja und die Verantwortlichen in der Verwaltung müssen sich die Sache auch schön reden und an Bilder glauben, die es nie geben wird. Es wird eine Betonrinne keine Böschung.
    Ausgleichsflächen für den geschützten Landschaftsbereich der Aubachböschung sind rar. Für jeden Baumrießen wird ein Baum gepflanzt…

    Ein Paradebeispiel für Bürgerbeteiligung war das wiedereinmal, das ist jetzt schon klar. Die Verwaltung will die Maßnahme natürlich ungestört durchziehen und da nutzt eine Nicht-Bürgerbeteiligung (eine! Informationsveranstaltung für die Anwohner!), die man dann als umfassende Bürgerbeteiligung deklariert. Irgendwie ist das ja schon immer geplant und muß eben sein.Von Anfang an ist sowieso schon alles zu spät, und jeder Skeptiker steht angeblich alleine da.

    Es fallen nach Plan ca: 180 Bäume am Bachufer, die paar Bäume die als erhaltenswert eingezeichnet ist müssen wohl realistische Weise auch fallen. Der Tief eingeschnittene Aubach wird dabei Streckenweise zu einer mit Natursteinimmitat ausgekleideten Betonrinne.

    Es wäre auch durchaus möglich gewesen eine Versicherung für HW 100 Schäden abzuschließen, andere Kommunen haben sich so entschieden.
    Das Hochwasserrückhaltebecken hinter dem Aubachpark darf auch nur im HW 100 Fall stauen und läuft dann in ca. 4 Stunden voll.

    Hier ein paar Filme vom Bach:
    Aubachsurfen; Spontanes Gespräch mit einem Nachwuchsurfer: Die erste Brücke im Film wird auf 6-7m Spannweite ausgebaut und 1,5m angehoben.

    Die erste Strecke mit dem Surfbrett, Zuerst der 4qm Durchlass. Nach der Straßenbrücke (schaut aus wie die Steinerne) bis zur Reibergasslbrücke fallen dann ausnahmslos ALLE Bäume, es entsteht eine Betonrinne mit senkrechten Wänden in der der Bach mändern darf. (ein erster Versuch filmtechnisch bescheiden):

    Am nächten Tag war nicht mehr genug Wasser, es geht weiter mit der AUBACHSCHÜSSEL:

    …und die dreht sich in den folgenden Filmen noch stundenlang weiter unter Burgweintinger Brücken hindurch, durch den Bahntunnel und den Sumpf, an Tanke vorbei…und wird irgendwann unweit des Aubachtalhauptsammlerd, der ind Klärwerk fließt, die Donau erreichen.

  • Das böse Wasser

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    Früher war es normal, dass die Keplerstrasse überflutet war. Es war allen klar, dass die Donau alle zwei drei Jahre zu Besuch kommt.

    Man darf halt im Flutgebiet, keine Wohnungen ins Erdgeschoss bauen.

    Früher hat man nicht probiert den Fluss dort einzusperren wo er ist, sondern hat die Häuser in der Nähe so gebaut, dass es nicht schlimm ist (und keine Millionen kostet), wenn das Wasser mal vorbei kommt.

    In dem Haus in dem ich wohne, fangen deswegen die ersten Wohnungen auch erst 1,5m über der Strasse am.

    Aber das wäre natürlich eine Grundsätzlich andere Herangehensweise an das Thema Hochwasser. Und dann könnte man gleich behaupten, das die Menschen selber dran schuld sind, wenn sie immer mehr Flutungsgebiete besiedeln. Böse Zungen das.

  • Oje...

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    Ist gar nicht so verkehrt, was Sie da schreiben. Wenn ich mein Haus im Wald baue, brauche ich auch nicht hinterher daherkommen und zu verlangen, dass der Wald wegen akuter Baumschlag (Waldbrand-)gefahr abgeholzt wird.

  • Durchstarter

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    Na, wenigstens die damaligen Aktivisten waren in den letzten Tagen ruhig. Das Rumgecasperse werden jetzt noch weniger verstehen.

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