Baumfällungen an der Donau

Der Unmut bleibt

Die Bäume sind weg, aber der Streit noch nicht vorbei: Die Arbeitsgemeinschaft „Fest im Fluss“ hat laut eigener Aussage eine „hochbrisante Nachinformation“ zur mittlerweile abgeschlossenen Baumfällaktion an der Schillerwiese. In einer Pressemitteilung zweifeln sie ein Gutachten des Ingenieurbüros „Baugrund Dresden“ an, das die Baumfällungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) rechtfertigt. Grüne und ÖDP  hätten gerne einen „Runden Tisch“ ins Leben gerufen, um über Fragen des Hochwasserschutzes (Antrag der Grünen) und über Baumfällungen im Stadtgebiet (Antrag der ÖDP) zu diskutieren. Die schwarz-rote Stadtratsmehrheit erteilte diesen Ansinnen am Mittwoch im Planungsausschuss jedoch eine Absage.
Ein neues Bepflanzungskonzept soll das aktuelle "Stoppelfeld" wieder attraktiv machen. (Foto: hb)

Ein neues Bepflanzungskonzept soll das aktuelle „Stoppelfeld“ wieder attraktiv machen. (Foto: hb)

Was ist ein Naherholungsgebiet wert? Das ist für Günther Riepl, Freie-Wähler-Stadtrat und Mitglied der AG „Fest im Fluss“ die zentrale Frage. Man hätte vorher andere Möglichkeiten diskutieren müssen, wie man den Damm verstärken kann. Außerdem zweifelt er daran, dass sich an den betreffenden Stellen tatsächlich ein Damm befindet. Eine Schlitzwand hätte den Damm (sofern es sich um einen handelt) verstärken können. Oder man hätte den Damm (sofern es sich um einen handelt) mit weiteren Aufschüttungen verstärken können. Beide Varianten lehnt Ingrid Warm ab: Bei einer Schlitzwand könne es sein, dass sich die Wurzeln der Bäume Bahn brechen. Insofern bringe diese Lösung nicht den gewünschten Effekt. Aufschüttungen wären ebenso ein tödlich für die Bäume, sagt Warm. Gräbt man Bäume zu weit ein, sterben sie; auch diese Variante wäre also keine Lösung gewesen, um die Baumlandschaft zu erhalten.

Wachsweiches Gefälligkeitsgutachten?

Außerdem zweifelt Riepl an der Glaubwürdigkeit des Gutachtens von „Baugrund Dresden“. Das Gutachten sei „wachsweich“ und „fachlich inkonsistent“, schreibt die AG „Fest im Fluss“ in ihrer Mitteilung; Riepl teilt diese Ansicht. Am Ende kommt das Gutachten zwar zu dem Schluss, dass die Fällungen in Ordnung gewesen sein sollen, doch die vorausgehenden Ausführungen seien dafür keine Grundlage, so der Stadtrat. Es handle sich um ein Gefälligkeitsgutachten, außerdem sei der Zeitpunkt fragwürdig. Das Gutachten stammt vom 18. Februar. Da waren die Fällungen bereits abgeschlossen. Ingrid Warm erklärt, dass das Gutachten vom WSA nachträglich in Auftrag gegeben wurde, nachdem man festgestellt hat, dass die Stimmung in Regensburg so hochgekocht sei. Das WSA wollte sich seiner Sache ganz sicher sein und in dieser Situation Unterstützung für die eigenen Berechnungen haben.

Wann ist ein Damm ein Damm?

Doch offenbar überzeugt auch dieses Gutachten die Gegner der Baumfällungen nicht. Ihr Hauptkritikpunkt ist die Annahme, dass es sich an den betreffenden Stellen gar nicht um einen Damm handelt. Wie in der Stellungnahme zu lesen und von Riepl zu hören ist, zeige ein Blick auf das Querprofil in dem Gutachten, dass es sich um keinen Damm handle. Darüber, wann es ein Damm und wann es ein Deich ist und wann es sich um eine Vorlandaufschüttung handelt, könnte man jetzt allerlei detailverliebte technische Erklärungen ins Feld führen. Die Wasserführung insgesamt, der Schutz vor Hochwasser, die Form des Bauwerks, der Wasserspiegel bei Mittelwasser und bei Hochwasser und der höchste schiffbare Wasserspiegel spielen eine Rolle. Doch letztlich ist wohl entscheidend, was der Rechtsreferent Wolfang Schörnig in der Stadtratsdebatte zum Thema gesagt hat: „Der Damm ist planfestgestellt.“ Im Klartext: Juristisch ist der Damm bzw. der Deich als solcher anerkannt, da kann man jetzt noch so viele Querprofile und Anfechtungen heranziehen, es wird nix bringen. Die Berechtigung des WSA, dort Bäume zu fällen, wo der planfestgestellte Damm/Deich steht, scheint unanfechtbar. Das WSA bezieht sich auf entsprechende DIN-Vorschriften und Weisungen aus dem Bundesverkehrsministerium.
    Laut WSA wurden wasserseitig nur an Dammabschnitten Bäume gefällt. (Foto: hb)

Laut WSA wurden wasserseitig nur an Dammabschnitten Bäume gefällt. (Foto: hb)

Das Eingreifen des WSA scheint laut Schaidinger auch insofern berechtigt gewesen zu sein, als die Planungshoheit des Bundes auf Bundeswasserstraßen und ihren Betriebswegen über die kommunale Planungshoheit gehe. Auch außerhalb eigener Gebiete, also auf Grundstücken anderer Eigentümer, dürfe der Bund zum Zwecke des Hochwasserschutzes Maßnahmen ergreifen, ohne vorher großartig fragen zu müssen. Deshalb sei es auch gerechtfertigt gewesen, die Bäume auf der Landseite zu fällen, die ja teilweise auf städtischem Grund standen. Immerhin sei das die einzige Maßnahme in Regensburg gewesen. Das WSA habe dem Rechtsreferat klar und deutlich mitgeteilt, dass keine vergleichbaren Maßnahmen mehr geplant seien.

WSA erfüllt Forderungen der Stadt nur teilweise

Schörnigs Fazit: „Zufrieden können wir nicht sein. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können die Zukunft gestalten.“ Jetzt geht es also um das Bepflanzungskonzept an den rasierten Stellen. Das wäre zumindest ein Punkt, an dem das WSA dem Forderungskatalog der Stadt nachkommen könnte. Das Rechts- und Umweltreferat hatte, so schildert Schörnig im Stadtrat, der Behörde einen Forderungskatalog zukommen lassen, nachdem diese die Stadtverwaltung über die Fällungen informiert hatte. Darauf standen neben geeigneten Arten- und Landschaftsschutzmaßnahmen auch ein Bepflanzungskonzept und eine gute Pressearbeit. Dass Letzteres nicht funktioniert hat, ist bekannt. Dabei hatte die Stadt mit der Informationspolitik des WSA in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht. Als die Allee in der Badstraße weichen musste, habe das geklapt, deshalb habe die Stadt in diesem Fall auf eine Wiederholung gehofft.

Die Legende von einem mysteriösen Gegengutachten

Und weil das alles noch nicht genug Verwirrung gestiftet hat, geistert zusätzlich noch das Gerücht eines weiteren Gutachtens durch die Gegend, dessen Existenz bislang weder bestätigt noch dementiert werden konnte. Warm erhielt von einem Regensburger Bürger eine E-Mail. Dieser schrieb, dass durch einen „neutralen Gutachter“ festgestellt worden sei, dass „keinerlei Anlass, die Bäume am Donauufer zu fällen“ bestanden hätte. Doch weder das Gutachten selbst noch der oder die Ersteller dieses Gegengutachtens werden dem WSA bekannt gegeben. Gegenüber Regensburg Digital sagt Günther Riepl, Stadtrat der Freien Wähler und Mitglied bei „Fest im Fluss“, dass er von einem Gegengutachten nichts wisse. Es gebe nur die Stellungnahme von „Fest im Fluss“ und eine weitere Stellungnahme des Bund Naturschutzes, in denen einzelne Punkte des Dresdner Gutachtens kritisiert werden. Doch angesichts der Tatsache, dass die Bäume nun gefallen sind, geht es hauptsächlich darum, wie der kahlgeschlagene Bereich nun gestaltet wird. Zum „Runden Tisch“ wird es nicht kommen. CSU und SPD folgten der Linie von Schaidinger, der einen „Runden Tisch“ sinnlos findet, wenn dort nichts entschieden werden kann. Entschieden wird im Naturschutzbeirat am 13. März. Der in Regensburg ansässige Landschaftsarchitekt Richard Weidmüller ist beauftragt, ein Bepflanzungskonzept zu entwickeln. Darüber hinaus plant das WSA, auch andere Gruppierungen an der Diskussion zu  beteiligen.

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Kommentare (30)

  • Christine Dowy

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    Ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, wie viel Geld Holz zur Zeit bringt. Die Abholzungen mögen Geld gekostet haben, aber die Hackschnitzel – und Pelletwerke zahlen ja für das Holz. Nicht nur entlang unserer Donau, nein entlang aller Autobahnen, Bundes- Kreis- und Landstrassen, ja sogar an Waldrändern wird abgeholzt auf Teufel-komm-raus. Die Häcksler stehen schon bereit, dann werden die Hackschnitzel auf LKW`s verladen. Unsere Holzvorräte schrumpfen und in absehbarer Zeit wird es in unserem Land ziemlich kahl aussehen, die Wälder mit einbezogen.
    Ja woher kommt wohl der Mangel an Bienen, der Rückgang vieler Vogelarten (z.B.Feldlerche), wenn es keine Hecken, Blumen und Bäume mehr gibt. Wenn unsere Bäume nur noch als gewinnbringendes Holz gesehen werden, sind wir arm dran.

  • norbert e. wirner

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    @Christine Dowy:

    nein, wald haben wir in hülle und fülle und er wächst in bayern seit 30 jahren stetig weiter. unsere holzvorräte schrumpfen also mitnichten!

    wo aufgeforstet wird, sieht man, dass auch die sture politik der monokulturen endlich nicht mehr verfolgt wird.

    und immer mehr landwirtschaftlich genutze flächen werden aufeggeben und renaturiert.

    und natürlich ist die forstwirtschaft gewinnorientiert. was auch sonst?

    das ist doch genial, wenn wir die hackschnitzel für die heizungen mit der unbedenklichen co2-bilanz nicht über tausende von km importieren müssen, sondern den klimaunschädlichen rohstoff vor der tür anbauen und abernten können.

    hecken und buschwerk als lebensraum für bedrohte arten gibt es aber auch langsam wieder mehr. ist allerdings noch verbesserungswürdig.

    fahren sie mal im landkreis und darüber hinaus herum!

    da ist weit und breit keine kahlheit zu befürchten.

  • jochen

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    ‚Wir haben Arbeitsplätzen Vorrang vor Naturschutz eingeräumt‘ OB Schaidinger lt. MZ 2.3.2013.

    Soviel zum Gedöns der SPD-Stadträtin und MdL Margit Wild (RD 19.2.) , bekanntlich haben die CSU und SPD die Mehrheit im Rathaus

  • Oje...

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    Also mein lieber Herr Wirner,
    Ihre Aussagen zum Thema „Heizen mit Holz“ sind, mit Verlaub, nicht stichhaltig.

    Wenn Sie z.B. jubeln:

    „die hackschnitzel für die heizungen mit der unbedenklichen co2-bilanz “

    so ist dies nicht richtig. Eine Holzheizung hat keineswegs eine „unbedenkliche CO2-Bilanz“. Sowohl dieser Fehlschluss als auch die allgemein von Interessenverbänden verbreitete Meinung, mit Holz zu heizen sei ja so „natürlich und gesund“, ist grober Unsinn.

    Informieren Sie sich doch mal abseits der von Holzheizungsverkäufern betriebenen Webseiten, etwa hier:

    http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=5477810/tumjj5/index.html

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/fischblog/klima-und-umwelt/2012-02-08/untersch-tzte-gesundheitsgefahr-durch-holzrauch

    http://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/141615/index.html

    http://www.kaminholzratgeber.de/oekobilanz-von-brennholz/index.html

    Ganz grundsätzlich: Haben Sie sich schon mal überlegt, wie viele Jahre der Ast, den Sie in ihrem kuscheligen Wohnzimmer binnen weniger Stunden verbrennen, zum Heranwachsen benötigte? Und wie schnell die der von Ihnen propagierte Wald „in Hülle und Fülle“ kahlgeschlagen ist, wenn nur genug Bürger wie Sie und ich sich eine Holzheizung ins Wohnzimmer stellen?

    Nur zwei Sätze, die eigentlich alles sagen, was zu sagen ist:

    1. „Weltweit geht der Anteil von Waldflächen an der gesamten Landfläche immer noch zurück.“
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Rodung#Geschichte)

    2. „Zum Ende des 18. Jahrhunderts waren in Deutschland kaum noch Wälder vorhanden. Holz wurde schließlich so knapp, dass zur Winterzeit Zaunpfähle, Treppen und alle möglichen kurzfristig entbehrlichen Gegenstände aus Holz verbrannt wurden.“
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Waldes_in_Mitteleuropa#Waldfl.C3.A4chenanteil)

    Die Bevölkerung Ende des 18. Jhts. betrug in D übrigens nur ca. 50 Mio. Menschen – heute haben wir 82 Mio. Ist also nicht so toll, wenn der Trend neuerdings wieder in Richtung Holzheizung geht. Dann sind Ihre „Holzvorräte in Hülle und Fülle“ schnell passé, Herr Wirner.

  • norbert e. wirner

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    nagut, oje. dann heizen wir wieder mit öl oder mit dem waldunschädlichen strom aus akws und sparen dafür das gute holz.

    lassen wir den wald mal stehen und verwenden der einfachheit halber den begriff biomasse.

    ein ausgewogener mix von stroh bis holz, kombiniert mit guter dämmung, technisch ausgereiften brennern und speichern, sowie blockheizkraftwerken, ergänzt durch pv und pt sind der königsweg.

    der ast sollte in der regel auch nicht im kuscheligen wohnzimmer im offenen kamin seine energie verpulvern, sondern im brenner der zentralheizung.

    was haben sie eigentlich für ein bild von mir?? sitze fett im burgfried, auf tennisplatzlänge vor dem 4-m breiten kamin, in dem das jahrhunderte gereifte eichenholz knistert und darüber dreht sich der ochs am spiess, während ich dem volk maßregeln und segen künde?

    es ist jedenfalls keine hexerei, die bilanz von bedarf und wachstumsrate (der heimischen arten) durchzurechnen.

    alles andere – und das muss an dann eben auch mal laut sagen – bedeutet: per gesetz hat der bürger im winter mit maximal 10 grad in der wohnung zu leben, sich gefälligst entsprechend zu kleiden und ab 22:00 ist es draussen finster auf der strasse.

    schaufensterbeleuchtung wird unter strafe gestellt und fernsehen, waschmaschine, lampe, herd und föhn sind per bedarfsdiktierten bezugsberechtigungen im betrieb zu rationieren.

    dann klappts auch mit der tanne im park.

  • Oje...

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    Hätte nicht gedacht, dass Sie die „Sollen-wir-wieder-zurück-in- die-Steinzeit?!“-Plattitüde bemühen müssen, Herr Wirner. Sonst fällt Ihnen echt nichts ein als Gegenargument? Irgendwie schwach. Mit Biomasse als Energieträger jedenfalls sind Sie der Dinosaurier, nur haben Sie’s anscheinend noch nicht bemerkt – an diesen unsinnigen Irrweg glauben nicht mal mehr die Grünen (z.B. Fraktionsbeschluss vom 20.9.2011: „Vorrang bei der Nutzung von Biomasse hat die direkte Lebensmittelproduktion.“).

    Zum Glück für uns alle ist dies so – alle Nachteile der energetischen Biomassenutzung aufzulisten würde den Server von RD zum Glühen bringen (Zerstörung von Ökosystemen; Gefährdung der Biodiversität; Flächenkonkurrenz gegenüber der Nahrungsmittelproduktion; übermäßiger Düngemittel-Einsatz mit daraus resultierenden Treibhausgasemissionen/Nitrat-Einträgen; Verbrauch lebensnotwendiger Trinkwasserressourcen, um Pflanzen zur Biospritproduktion zu bewässern; höhere Schadstoffemissionen bei Verbrennung massiver Biomasse als bei Verbrennung von Öl oder Gas; etc. etc.)

    Bringen Sie sich doch mal auf den aktuellen energietechnischen Stand – dann brauchen Sie ihre Mitdiskutanten auch nicht mehr mit Mottenkistenargumenten und Atomkraft-Unterstellungen zu behelligen.

    Als Burgfried-Bewohner und untersetzten Ochs-am-Spieß-Bruzzler habe ich Sie allerdings bisher nicht verdächtigt – obwohl ich das jetzt, wo Sie’s sagen, irgendwie auch ganz apart fände, Sie mir als solchen vorzustellen.

  • norbert e. wirner

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    naja und nö.

    sie bringen mich vom heizen mit hackschnitzeln, prügeln und pellets nicht ab. immer in kombi mit pt/pv.

    ich habe ausreichend und aktuellste ahnung von energietechnik. etwas mehr praktische als theoretische. und mir macht es spass, mich mit der materie zu befassen. (alles begann einst mit einem schlauch, den wir zur hälfte unter einem zeltlagerfeuer eingruben und zur hälfte in schwarze folie gewickelt tags in der sonne liegen liessen und dann per solarzelle mit einer scheibenwischerpumpe eine zelt-fussbodenheizung „erfanden“) da staunt der laie und lernt die welt zu schauen.

    was ist denn dann ihre geniale lösung, die mich neandertaler in den schatten stellt?

    verraten sie sie mir, ich bin manchmal erschreckend lernfähig!

  • Oje...

    |

    Ach, Herr Wirner, dass die geniale, umweltverträgliche und zukunftsweisende Lösung noch ein paar Jahre dauern wird, das wissen Sie doch so gut wie ich, nicht wahr? Wird wohl auf irgendwas mit PV/ST plus Wind-/Wasserkraft hinauslaufen, aber eben erst in 25 oder 50 Jahren. Auf ein taugliches Perpetuum Mobile erster Art werden wir jedenfalls noch lange warten müssen… und auch auf Fusionstechnologien und ähnliche Zukunftsmusiken – oder wissen Sie da womöglich mehr als ich und die Jungs in Saint-Paul-lès-Durance?

    Bis es soweit ist, würde ich allerdings ungern unseren Kindern eine kahlgeschlagene Wüstenei hinterlassen. Daher wäre weniger Holzverbrennerei und mehr Raumtemperatur-Absenkung (man nennt dies schlicht „Energiesparen“) wohl der bessere Weg. Also vielleicht öfters mal das schicke Yuppie-Jackett mit dem Wollpulli tauschen, Herr Wirner, zumindest am Wochenende zuhause, wenn’s eh keiner sieht – und mal mit dem Radl in die Arbeit fahren. Ihre Kinder danken es Ihnen, sofern Sie welche haben.

    Bloß weil Sie allerdings im Immogeschäft tätig sind und dazu – was ich mangels Bekanntschaft mit Ihnen gar nicht erst anzweifeln möchte – ein „Profi in Energietechnik“ sind , müssen Sie jetzt aber nicht unbedingt Ahnung von Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit haben. Jeder Klempner ist heutzutage „Experte in Energietechnik“, aber deswegen noch lange nicht automatisch auch ein fantastischer Umweltschützer.

    Abgesehen davon: Was mir sogenannte „Energietechnik-Profis“, „Hausinstallations-Experten“, „PV-Sachverständige“ und sonstige Koryphäen schon alles weismachen wollten… oje oje.

    Der eine meinte einst, ich solle mein (nicht denkmalgeschütztes!) Haus doch am „einfachsten und billigsten“ per Styropor-Innenwanddämmung „schützen“, der nächste empfahl mir dringend eine Stromheizung (die sei so „umweltfreundlich“) – der bisher skurrilste Fall war aber ein vom TÜV Rheinland geprüfter und zertifizierter „baubiologischer Gesundheitsberater“, der mir allen Ernstes was über „geopathische Erdstrahlen“ weismachen wollte und dass die „ständigen Erdbewegungen“ unter deutschen Häusern „starke energetische Effekte“ und dadurch langfristig Schlaflosigkeit, Allergien und Krebs erzeugen würden.

    Da glaube ich sogar noch eher einem burgfriedbewohnenden Holzverheizer.

  • Karl, der Käfer

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    Also ich liebe es meinen Ofen anzuschmeissen und dem Feuer zu zuschauen…, meine Kinder übrigens auch!

    Oje, Sie sind mit Sicherheit kein fantastischer, sondern ein fanatischer Umweltschützer, der mit seinen Kommentaren hier sich komplett disqualifiziert hat…

    Wissen Sie eigentlich wieviel Primärenenergie die HH in D für Heizen und Warmwasser ausgeben, und wieviel für Strom und Kraftstoff? Wenn ja, dann würden Sie nicht so einen Käse schreiben…

    Übrigens, ich heize meinen Ofen nicht weil ich es schön warm haben möchte, sondern weil es einfach nur schön ist…
    Stellen Sie sich vor, ich habe dabei kein schlechtes Gewissen…

  • Oje...

    |

    Na klar haben Sie das nicht. Weil Sie ja anscheinend stolz darauf sind. Wollen Sie jetzt einen Orden dafür?

  • Karl, der Käfer

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    Nei ich will keinen Orden, sondern ich will, dass jeder dies für sich selbst entscheiden kann, ohne dass er dann von so ahnungslosen Fanatikern angepflaumt wird…

    Nur zu Ihrer Info, ich produziere ein vielfaches mehr an sauberer Energie, als ich Energie insgesamt verbrauche.

    Können Sie das auch von sich behaupten? Wieviel Energie brauchen Sie denn pro Jahrund m²?

    Wieviel saubere Energie produzieren Sie?

    Wissen Sie jetzt schon wieviel Primärenergie zum Heizen verwendet wird in D?

    Wahrscheinlich wissen Sie nicht mal, was Primärenergie ist…

  • Oje...

    |

    Oje, mein lieber Käfer,

    erstens: Hab ich Sie angepflaumt? Tatsächlich? Mir kommt’s grade andersrum vor, aber na gut…

    Zweitens: Ja, ich weiß es. Na und? Bin ich jetzt deswegen auch ein Experte, so wie Sie offenbar?

    PS: Wenn wir schon beim schlau daherreden sind: Man kann keine Energie „produzieren“. Sollten Sie eigentlich wissen als jemand, der sich so weit wie Sie aus dem Fenster hängt, ohne wirklich was zu sagen. Oder sollte sich hier tatsächlich ein künftiger Physik-Nobelpreisträger im RD-Forum herumtreiben? Na dann: Herzliche Gratulation!

  • norbert e. wirner

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    es ist doch klar, was gemeint ist.

  • Oje...

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    Na und? Tolles Argument – weil ich auf der einen Seite mehr Energie „produziere“ als ich „verbrauche“, darf ich auf der anderen Seite viel Dreck in die Luft jagen. Das nenne ich mal ne echt umweltfreundliche, ressourcenschonende Einstellung.

    Vielleicht könnten wir ja aber auch endlich mal wieder zum Thema zurückkommen, anstatt hier einen auf dicke Hose und Energieexperten zu machen.

    Zur Erinnerung: das Thema war „Heizen mit Holz = angeblich umweltfreundlich“.

    Bisher konnten Sie und Käfer Karl dazu nicht viel Substanzielles beitragen. Also zurück zu meinem Beitrag vom 3. März und erst mal darauf geantwortet – vielleicht mal mit Argumenten und nicht nur mit Nebelkerzen? Wie wär’s? Danach können wir meinetwegen gerne mit Karl Käfer gemeinsame Quizspielchen veranstalten und raten, was der seltsame Satz „wieviel Primärenenergie geben die HH in D für Heizen und Warmwasser aus“ bedeuten soll.

    Wer’s weiß, wird zum Oberenergieexperten ernannt und darf ein Jahr lang mit einem vergoldeten Solarmodul auf der Mütze herumlaufen, wenn er mit seinen Kindern den Holzofen füttert.

  • norbert e. wirner

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    ts, ts…

    dass sie immer so um sich beissen müssen!

    eigentlich sind wir bei vielen themen nicht weit auseinander und ich habe den schreckllichen verdacht, dass man mit ihnen ganz gut nächtelang diskutieren kann, aber wenn sie ausserhalb des internets ihrem gegenüber auch dauernd den mund so mit seife waschen wollen, dann müssten wir vor der diskussionsnacht die gesprächskultur irgendwie definieren.

    seins doch ned so bös!

  • Oje...

    |

    Sehe ich genauso.

  • Dugout

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    Das romantische Bild des gemütlichen Kaminfeuerchens das hier von vonnorbert e. wirner und karl der Käfer propagiert wird ist leider nicht das Problem. Von ihren Kaminfeuer wird die Welt kaum untergehen.
    Wer allerdings das flächendeckende Heizen mit Pellets fordert muss auch sagen wo denn das benötigte Holz herkommen soll.
    Im Jahr 2010 wurden in Deutschland bereits 2,5mil Tonnen Holz zu Pellets verarbeitet.
    Mehr als das doppelte der in Deutschland benötigten Menge.
    Bei gleichbleibender Entwicklung rechnet die Europäische Union mit einem Bedarf von 60mil. Tonnen bis zum Jahr 2020 !
    Sie sagt auch gleich wo das Holz dazu herkommt: aus Nordeuropa, Kanada und den baltischen Staaten.
    Es ist zu befürchten das dieselben Effekte eintreten wie bei der Einführung
    Von E10 an den Tankstellen auch. Woanders wird der Wald abgeholzt damit wir es warm haben.
    Holzheizungen sind eine vorübergehende Modeerscheinung, eine ziemlich dumme noch dazu.

  • Oje...

    |

    Schön, dass noch jemand anderes ausspricht, was ich bereits vor Tagen hier gepostet habe… ich dachte ja schon, dass hier nur holzheizende Egoisten mit „Nach-mir-die-Sintflut“-Gesinnung unterwegs sind.

    Und ehe die, die sich angesprochen fühlen, jetzt wieder empört aufjaulen – ich habe auch jahrzehntelang – sporadisch, aber auch nicht selten – ein „nettes Kaminfeuerchen“ betrieben. Und bin gelegentlich am Lagerfeuer gesessen. Na und? Wieso sollte man mit den Jahren nicht dennoch dazulernen können?

    Zu propagieren, Holzheizung sei ja sooo umweltfreundlich – aber nur, wenn’s nicht zuviele machen, sonst droht Kahlschlag – ist eben leider schlicht egoistisch.

  • Waldemar F.

    |

    Feinstaub im Hirn.
    Giftstoffe aus Holzfeuerungen gefährden nicht nur Lunge und Herzkreislauf. Sie schaden auch dem Gehirn.
    http://www.zeit.de/2009/09/Feinstaeube

  • norbert e. wirner

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    ja lest ihr denn das nicht, was ich schreibe?

    verlange ich ja auch nicht, aber wenn man was von mir / an mir kritisiert, sollte das auch tatsächlich von mir gesagt worden sein.

    „immer in kombi mit pt/pv.“

    „ein ausgewogener mix von stroh bis holz, kombiniert mit guter dämmung, technisch ausgereiften brennern und speichern, sowie blockheizkraftwerken, ergänzt durch pv und pt sind der königsweg.“

    „der ast sollte in der regel auch nicht im kuscheligen wohnzimmer im offenen kamin seine energie verpulvern, sondern im brenner der zentralheizung.“

    usw.

    wo bitteschön schrieb ich vom gemütlichen kaminfeuerchen, das vorzuziehen sei?

    grummel….

  • Oje...

    |

    Naja, Herr Wirner,

    es mag sein, dass das „kuschelige Kaminfeuerchen“ (er schreibt „ich heize meinen Ofen nicht weil ich es schön warm haben möchte, sondern weil es einfach nur schön ist“) von Ihrem empörten Vorredner Karl Käfer stammt, der vorgebliche Umwelttheoretiker wie mich gar nicht leiden mag.

    Aber was hindert Sie denn eigentlich daran, ausschließlich auf die von Ihnen favorisierte „pt/pv-Kombi“ zu setzen, indem Sie sich ein Passiv- oder gar Plusenergiehaus hinstellen? Dann brauchen Sie kein einziges Scheitchen der kostbaren Ressource Holz mehr zu verheizen, egal ob es nun aus Ostbayern hergekarrt oder aus Kanada herbeigeschippert wurde.

    Wenn Sie dann weiter von einer „unbedenklichen co2-bilanz“ schreiben und dass die „politik der monokulturen endlich nicht mehr verfolgt“ würde, so ist dies eben nicht richtig – ebensowenig als dass wir „wald in hülle und fülle“ hätten. Von wegen – wenn ausgerechnet Sie als Bayer so etwas vermuten, erschreckt mich das.

    Allein die Forst“reform“ der Bay. Landesregierung vor 7 Jahren hat unendlich viel Schaden angerichtet:
    http://www.bund-naturschutz.de/wald-forstreform-korrektur.html

    (Zitate daraus, falls Sie dem Link nicht folgen wollen: „die Holznutzungsreserven sind ausgeschöpft“; „Schon jetzt wird mehr Holz eingeschlagen und werden mehr alte Bäume gefällt als aus Sicht des Klimaschutzes und der Artenvielfalt zu verantworten“; „geplante Rodungen z.B. im Nürnberger Reichswald“; „opferte sie mit einem Federstrich 7.000 Hektar Bergwald“; usw)

    Es steht jedem frei, sich daheim vor dem Holzfeuerchen zu kuscheln und zu glauben, dies sei ja sooo umweltfreundlich. Aber wenigstens sollte man dann hier nicht mit grob verzerrten Scheinwahrheiten argumentieren.

  • dugout

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    Jaja :)
    Jetzt rede sich der Herr mal nicht raus.
    Das haben wir Neandertaler schon richtig verstanden.

  • dugout

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    Und noch was :
    Selbst wenn!
    Jedes einzelne Pelletchen nur aus Stroh, Bruchholz oder Kamelkacke gebacken würde: Es wer trotzdem eine elende Dreckschleuder .

  • dugout

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    WÄR

  • norbert e. wirner

    |

    der link zum bn beinhaltet vieles, was ich ähnlich kritisch sehe, allerdings führt der folgende link der bayer. staatsregierung zu der info, dass erhalt und mehrung erfolgreich praktiziert werden.

    http://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2011/003876/index.php

    also was nun?

    zu bedenken ist, dass eine vor 10 jahren aufgeforstete fläche heute natürlich nicht schon aus alten, grossen bäumen besteht und die bilanz nur arg zeitverzögert aufgestellt werden kann.

    fälle ich rechts 10ha alten wald und pflanze links 20ha neu, dann habe ich natürlich erstmal „weniger holz“ als vorher. jedenfalls solange, bis meine 20ha einigermaßen ebenso alt sind.

    und was wissen sie, lieber oje, eigentlich, wie ich so lebe und stoffwechsele und vor allem: was tut es hier zur sache?

    das ist eigentlich das einzige, was mich in den kommentaren auf rd nervt: keine wirkliche diskussion auf augenhöhe möglich.

    entweder fliegt sofort die nazikeule, oder es geht mit oder ohne wissen über eine person sofort gegen diese und deren privates verhalten usw.

    das thema ist dann futsch.

    und es ist einfach unhöflich. auge in auge spricht man sich doch auch nicht so an, oder bohrt in den leuten herum.

    da sind sie aber nicht der einzige…

  • norbert e. wirner

    |

    nachtrag, bevor ich wieder auf den deckel bekomme: ich habe auch sehr wohl registriert, dass in meinem link von einem weltweiten abwärtstrend die rede ist.

    und der muss natürlich gestoppt werden, was bei vernüftigem umgang mit der sache auch zu bewerkstelligen wäre.

    selbst, wenn holz einen anteil an der gewinnung von heizenergie behält.

    jaja: energie wird nicht gewonnen – nur umgewandelt.

  • dugout

    |

    Das mit der “ Nazikeule“ hab ich jetzt mal überhört obwohl genau jetzt in „frontal21“ mal wieder jeder der sehen will auch sehen konnte wie es ausschaut im Land !!

  • Oje...

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    Ich wüsste nicht, wo ich Sie persönlich angegriffen oder über Ihre Lebensumstände spekuliert hätte. Schon in meinem ersten Posting steht ganz oben „Ihre AUSSAGEN sind nicht stichhaltig“ – mag so sein oder nicht, aber ich habe nicht Sie als Person kritisiert, sondern ihren Standpunkt). Da sollten Sie schon ein wenig differenzieren zwischen den einzelnen Mitdiskutanten, Herr Wirner (die Vorlage mit dem „Ochsen-am-Spieß-bratenden-Burgfriedbewohner“ kam übrigens von Ihnen – ich fand dieses absurde Bild schlicht witzig, etwas Spaß sei doch erlaubt!).

    Der „holzheizende Egoist mit “Nach-mir-die-Sintflut”-Gesinnung“ allerdings war nicht nett, dafür bitte ich um Verzeihung. Der wurde bemüht, weil ich anfangs nicht den eindruck hatte, dass Sie auf Argumente überhaupt eingehen und mir etwas der Geduldsfaden gerissen ist. Mal ehrlich: ich hab ich niemals als h.E.m.N.m.d.S.G. gesehen.

  • Dugout

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    Nachtrag zu Pelletsheizung:
    Ein Kollege hat sich vor kurzem einen Pelletsofen für das Wohnzimmer gekauft und jetzt bekommt er seinen ersten LKW (!) voll mit Pellets geliefert…. Aus Odessa !
    Das sind 1800km LKW Anfahrt.
    Wer mir da was von Umweltfreundlich erzählen will den kann ich nur noch bemitleiden.
    Und lieber „norbert e. wirner“ und „Karl, der Käfer“
    kommen sie mir nicht mit so Sachen wie:“ da kann ja die tolle Technik nix für das die Menschen so Geldgeil sind und einfach die billigen Pellets kaufen“
    Das ist die Realität!

  • norbert e. wirner

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    das ist allerdings schade!

    es gibt genügend pelletfabriken in der umgebung.

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