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Dickere Lohntüten in Bäckereien: 640 Beschäftigte in Regensburg profitieren

Einigung im Bäckerhandwerk – Tarifverträge wieder in Kraft

 

Die Hängepartie im bayerischen Bäckerhandwerk ist vorbei: In Regensburg profitieren rund 640 Bäcker und Verkäuferinnen von neuen Tarifverträgen. Diese sehen ein Lohn-Plus, gesicherte Urlaubsregelungen und eine höhere tarifliche Altersvorsorge vor. Damit ist ein monatelanger tarifloser Zustand beendet, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt.

Ab sofort erhalten Bäckerei-Beschäftigte in Vollzeit 50 Euro mehr pro Monat. Im April gibt es zusätzlich eine Einmalzahlung von 640 Euro. Ein Manteltarifvertrag garantiert bis zu vollen sechs Wochen Urlaub, gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit. Außerdem steigt der jährliche Arbeitgeber-Beitrag zur tariflichen Altersvorsorge auf 440 Euro – 60 Euro mehr als bisher.

Rainer Reißfelder von der NGG Oberpfalz spricht von einem „Erfolg für die Beschäftigten in Regensburg“: „Von der Verkäuferin an der Theke bis zum Gesellen in der Backstube – die Mitarbeiter in den heimischen Bäckereien bekommen echte Verbesserungen“, so der Gewerkschafter.

Dem Ergebnis war ein monatelanger Konflikt in der Branche vorausgegangen. Zusammen mit dem Präsidenten des Arbeitsgerichts München, Manfred Müller, als Schlichter einigten sich die NGG und der Landes-Innungsverband für das Bayerische Bäckerhandwerk (LIV) auf die neuen Regelungen. „Damit ist ein langes Tauziehen beendet. Die Arbeitsbedingungen von landesweit 48.000 Beschäftigten sind endlich wieder gesichert“, sagt NGG-Verhandlungsführer Mustafa Öz. Altersvorsorge- und Manteltarifvertrag sollen dabei für alle gelten. Hierfür haben NGG und LIV vereinbart, die Allgemeinverbindlichkeit zu beantragen.

Zum Hintergrund: Im vergangenen Sommer hatte der Landesinnungsverband den bestehenden Manteltarifvertrag gekündigt und drastische Einschnitte für die Beschäftigten in Bayern gefordert – darunter Ausweitung der Sonntagsarbeit, bis zu zehn Tage weniger Urlaub und sogar Kürzung des Urlaubs bei Krankheit. „Dieser ,Horror-Katalog‘ war eine pure Zumutung für die gesamte Branche. In einer harten Tarifrunde konnte die NGG das abwehren“, sagt Mustafa Öz.

Die erreichten Tarifstandards garantierten außerdem „gute Arbeitsbedingungen für fleißige Hände“ und sicherten Qualität und Nachwuchs im Bäcker-Handwerk. Öz ist überzeugt: „Damit ist NGG und Arbeitgebern zusammen ein großer Wurf gelungen.“

Die NGG Oberpfalz rät den Beschäftigten nun, ihre nächste Lohn-Abrechnung zu prüfen. Rainer Reißfelder: „Im April müssen insgesamt 130 Euro mehr auf dem Lohnzettel stehen. Anspruch darauf haben alle Gewerkschaftsmitglieder.“ Wer das Geld nicht auf dem Konto habe, solle sich an die NGG in Regensburg wenden. Auch bei Fragen zu den Neuregelungen lohne ein Anruf bei der Gewerkschaft, so Reißfelder.

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