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Minister in der Kritik

„Bankrotterklärung“: Marburger Bund verurteilt Stellenabbau am Uniklinikum Regensburg

Der Plan, bis zu 64 Arztstellen am Universitätsklinikum Regensburg abzubauen, sorgt für Entsetzen bei der Ärztegewerkschaft. Im Fokus der Kritik: Wissenschaftsminister Markus Blume.

Stellenabbau und keine Kommunikation: Bei den Beschäftigten des Universitätsklinikums ist die Stimmung derzeit gedrückt. Foto: UKR/Klaus Völcker

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund Bayern prangert den Plan an, bis zu 64 ärztliche Vollzeitstellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) zu streichen. Fast zehn Prozent der gesamten Ärzteschaft. regensburg-digital hatte am Dienstag zunächst exklusiv darüber berichtet.

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Als „inakzeptabel“ bezeichnet der Marburger Bund die Haltung von Wissenschaftsminister Markus Blume. Er hatte die Kürzungen in der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Ruth Waldmann mit Verweis auf das Defizit als „dringend erforderlich“ bezeichnet.Das sei eine „Bankrotterklärung“.

Damit gefährde Blume die Patientenversorgung und untergrabe den Anspruch der Universitätsklinika, Exzellenz in Medizin, Forschung und Lehre zu bieten, so der Marburger Bund.

Stellenkürzung „ohne Plan und Konzept“

Nach Recherchen von regensburg-digital gehen die Pläne zurück auf eine interne Vorstands- und Direktorenklausur am 12. November 2023. Damals präsentierte die Kaufmännische Direktorin den Abbau der 64 Stellen als „Fazit“, um das Defizit am UKR in den Griff zu bekommen.

Seit geraumer Zeit verlängert das UKR befristete Stellen nicht mehr. In den Abteilungen geht laut Berichten aus der Ärzteschaft die Angst um. Vom Vorstand kommt so gut wie keine Kommunikation. Der Abbau erfolge „ohne Plan und Konzept“.

„Auf Kosten der Patientenversorgung.“

Dr. Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Bayern, richtet seine Kritik vor allem an Wissenschaftsminister Blume. „Das ist Sparpolitik mit der Rasenmäher-Methode – planlos und kurzsichtig. So agiert ein Krämer, kein zukunftsorientierter Wissenschaftsminister.“

Schon jetzt klagen Ärztinnen und Ärzte über Arbeitsverdichtung, wachsende Bürokratie und Personalmangel, heißt es in einer Erklärung des Marburger Bundes. „Am UKR schaffen viele ihre Aufgaben nur durch tägliche Mehrarbeit.“

Die Streichungen erhöhen den Druck auf die, die bleiben. „Auf Kosten der Patientenversorgung, der Forschung, der Lehre und der Weiterbildung.“

Extensive Befristungen als Grundproblem

Als Grundproblem sieht die Ärztegewerkschaft, dass Fachärztinnen und Fachärzte an bayerischen Universitätsklinika über das Wissenschaftszeitvertragsgesetz oft nur befristet arbeiten. Dieses Gesetz werde „extensiv ausgenutzt“.

Spitzenleistungen in Medizin, Forschung und Lehre vertrügen aber keine dauerhafte berufliche Unsicherheit. „Die angekündigten Nichtverlängerungen am UKR bestätigen die schlimmsten Befürchtungen der Beschäftigten, die diese Praxis seit Jahren kritisieren.“

„Stellenabbau schwächt Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Bayern.“

Blume begründete die Kürzungen auch damit, dass die betroffenen Stellen seit 2019 aufgebaut wurden, sich aber ohne Leistungsausweitung nicht refinanzieren ließen. Dazu der Marburger Bund: „Wenn diese Stellen über Jahre hinweg unverzichtbar waren, stellt sich die Frage, warum ihre Finanzierung nie dauerhaft gesichert wurde.“

Universitätskliniken tragen die medizinische Versorgung, die Forschung und die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses. „Der Stellenabbau am UKR schwächt nicht nur Regensburg, sondern schadet dem Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Bayern insgesamt.“

Wissenschaftsminister Blume dürfe die Kürzungen nicht hinnehmen, geschweige denn politisch legitimieren. „Wer die Universitätsmedizin stärken will, muss in ihre Beschäftigten investieren.“

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Kommentare (26)

  • Bernhard Rocksloh

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    Eine alternde Gesellschaft braucht mehr statt weniger Ärzte!

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  • Günther Herzig

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    Der Marburger Bund ist die fachgewerkschaftliche Vertretung angestellter und verbeamteter Ärzte in Deutschland, während der Hartmannbund eine breitere standespolitische und gesundheitspolitische Interessenvertretung für alle Arztgruppen ist.
    Als Lobbyorganisation der nichtselbständigen Ärzte war dieser Protest zu erwarten.

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  • Barbara

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    Die Nichtverlängerung befristeter Stellen ist auch ein Stellenabbau @Günther Herzig

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  • Dr. Murks

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    Gruselig!
    Alle beobachten die Healthcare Kürzungen unter Trump und hier passiert schleichend das Gleiche. Früher hatte ja jeder gepflegte Haushalt eine Zyankali-Kapsel im Apothekerschrank!
    Es geht uns aber immer “noch” gut! Schade um die aussortieren Ärzte, die ihr ganzes Leben auf so eine Stellung geschuftet haben! die sich in Regensburg auf ein gutes Leben eingestellt haben, mit Familien und womöglichen aktiven Bauvorhaben. das sind dann grob überschlagen 200 kreuzunglückliche Regensburger mit betroffenen Verwandten, Freunden und Nachbarn.
    Gruselig!

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  • Richard

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    da wird immer von Fachkräftemangel geredet, vor allem auch in den Kliniken, dann so etwas. Das ist die verlogenste Politik aller Zeiten. Und wo ist Söder und der bayerische Wirtschaftsminister von den freien Wähler?

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  • Lilith

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    An der Uniklinik brennt es seit Jahren lichterloh.

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  • Charlotte

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    Also wenn der Marburger Bund protestiert, sind wir vermutlich auf dem richtigen Weg.

    Natürlich gefährdet das NICHT die Patientenversorgung,
    Ich empfehle den Weg nach Dänemark, Italien, Frankreich oder Spanien. Dort kann sich Ärzteschaft und Klinikleitung Tipps holen, wie man effizient priorisiert und gleichzeitig die Lebenserwartung der deutschen wieder erhöht. So mancher Politiker kann gleich mitfahren, denn dafür müssen Alkohol, Drogen und Nikotin deutlichst teurer und nur in Ausnahmefällen erhältlich sein.

    Übrigens findet jeder Arzt eine Beschäftigung in den vielen Praxen auf dem Land, in Hausarztpraxen oder er übernimmt einfach eine der vielen Praxen, die altersbedingt einen Nachfolger suchen.

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  • Katharina

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    @günther Herzig. Verstehe den Beitrag nicht – der Marburger Bund ist als Gewerkschaft und ärztliche Interessenvertretung ist der Verband mit den meisten Mitgliedern in Deutschland. Er verhandelt Tarifverträge und Arbeitsbedingungen an Unikliniken. Der Hartmannbund, der eher niedergelassene Ärzte vertritt, hat nicht mal halb so viele Mitglieder und engagiert sich in komplett anderen Bereichen und ist auch kein Tarifpartner. Wieso wird dieser hier ins Spiel gebracht? Hat mit dem Thema recht wenig zu tun und könnte Leser, die die Verbände nicht kennen, verwirren.

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  • Günther Herzig

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    In diesem Land kann nicht alles, was die Gesellschaft sich wünscht umgesetzt werden, außer es wird davon ausgegangen, eine leistungsbereite Bevölkerung könne unendlich weiter belastet werden. Was notwendig ist muss getan werden, wenn alle Möglichkeiten zu Ersparnissen zu kommen, nicht zu einem vorzuziehenden Ergebnis führten. Und dass es Ausgaben gibt, die im Interesse aller vermeidbar sind, ist doch bekannt und nicht bestritten.
    @Barbara
    12. Juni 2026 um 18:58 | #
    Wie soll das verstanden werden, dass die Nichtverlängerung befristeter Stellen einen Stellenabbau darstellt?
    Ich kenne keinen Arzt, der des Lesens und Schreibens nicht fähig wäre.
    ´Dann haben diese Ärzte auch gewusst, dass die Befristung eines befristeten Vertrages enden wird. Die Ausgestaltung dieser Verträge folgt übrigens den zwischen dem Bundesland und dem Marburger Bund ausgehandelten tariflichen Regeln. Der Marburger Bund mag bedauern, dass diese Situation besteht. Jetzt lauten Protest zu erheben ist verlogen. Haben die etwas vereinbart, um überhaupt zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen, das sie dann öffentlich beklagen? Das läge bereits im Bereich der vorsätzlichen Täuschung des Verhandlungspartners. Barbara sollte nachlesen, was Charlotte feststellt. Das bedarf keiner Ergänzung.
    @Charlotte
    12. Juni 2026 um 23:48 | #
    “Übrigens findet jeder Arzt eine Beschäftigung in den vielen Praxen auf dem Land, in Hausarztpraxen oder er übernimmt einfach eine der vielen Praxen, die altersbedingt einen Nachfolger suchen. Natürlich gefährdet das NICHT die Patientenversorgung.”
    Dem ist nichts hinzuzufügen! Dafür lass ich mich gerne kollektiv kritisieren von Dr. Murks, bei dessen Worten mir die Tränen kommen, aber vor Lachen:
    „Schade um die aussortieren Ärzte, die ihr ganzes Leben auf so eine Stellung geschuftet haben! die sich in Regensburg auf ein gutes Leben eingestellt haben, mit Familien und wo möglichen aktiven Bauvorhaben. das sind dann grob überschlagen 200 kreuzunglückliche Regensburger mit betroffenen Verwandten, Freunden und Nachbarn.“
    Was heißt „ihr ganzes Leben, …..auf ein gutes Leben eingestellt…200 kreuzunglückliche…..?“
    Ist das Realsatire? Ich glaube schon, wenn doch der Rest der Bevölkerung, Krankenschwestern, Pflegerinnen und viele in anderen sozialen Berufen eigene Häuser haben und glücklicher als relativ junge Ärzte sind, die den Weg des geringsten Widerstands gehen wollten, weil das Sozialprestige eines Landarztes nicht zum Angeben taugt?!
    Warum werden Verträge befristet? Weil, was jeder abhängig Beschäftigte weiß, unbefristete Verträge nicht nach Belieben beendet werden können. (Kündigungsschutzgesetz) Der Staat, das Bundesland muss handlungsfähig bleiben in einem Bereich, der fast ausschließlich abhängig ist, von vorhandenen Steuergeldern. Es kann nicht jeder Arzt Prof. mit eigenem Lehrstuhl werden, mit der vertraglich zugesicherten Möglichkeit privat zu liquidieren, um sich ein Ferienhaus an der Costa Smeralda zu gönnen.
    Medizinstudenten in den klinischen Semestern sind dem Stand der Wissenschaft sehr nahe. Sie sollten in der Lage bleiben besondere Fachkenntnisse auch an die Bevölkerung weiterzugeben, wenn sie nicht mehr dem Staat als Dienstherrn auf der Tasche liegen.
    Neben allen klugen Beiträgen dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Gesundheitsvorsorge teurer ist als in vergleichbaren Ländern, dafür längst nicht so effektiv!

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  • St.Flo

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    Der Abbau ist ohne jede Frage richtig. Das UKR ist ein Fass ohne Boden. Ich bin nicht bei denjenigen, die Profit fordern. Aber dieses Minus ist einfach nur inakzeptabel. Man darf ja nie vergessen, dass der Beitragszahler dieses Minus über Steuern auch noch zahlt. das ist nicht nur ungerecht, sondern eben schlicht inakzeptabel.

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  • Wurstkopf

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    Herr Herzig, es ist schön, wie sie immer so polemisch mit Unwissenheit prahlen. Aber nicht jeder Wald- und Wissenhausarzt auf dem Land verfügt überhaupt über die Instrumente für alle Untersuchungen und Therapien, die hier geleistet werden. Ein forschendes Uni-Klinikum hat ein viel weiteres Aufgabefeld.
    Und dieses mikroökonomische Verständnis der Steuerverwendung kann ich auch nicht mehr lesen. Die Uni bzw. das Land hat in Kürze der Zeit ca. 10 IT- und KI-Lehrstühle aus dem Boden gestampft, weil das gerade Trendthema ist. Es ist eine Frage des Wollens. Bayern ist kein wirtschaftsschwaches Bundesland…

    Mal abgesehen davon, dass die Arbeitsverdichtung sich erheblich auf die Qualität der Behandlungen niederschlägt. Aber dann sind wohl auch wieder andere Schuld, wie bei der Deutschen Bahn. Wer gute Ärzte will, muss halt bezahlen. Meckern ist so schön einfach…

    Hauptsache zu jedem Artikel eine Meinung haben, stetiges Wiederholen macht sie aber nicht fundierter oder wahrer.

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  • Charlotte

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    @ Dr. Murks

    Wenn bei akademisch ausgebildeten Ärzten bei einer Nicht-Verlängerung eines befristeten Arbeitsvertrages schon die Existenzangst und eine Lebenskrise ausbricht, frage ich mich, wie er oder Sie den Beruf des Arztes oder der Ärztin ausüben kann. Das ist grundsätzlich Teil des Arbeitslebens und im Arztberuf erwarte ich mental stabile Mitarbeiter, die mit Veränderungen umgehen können. Falls sich das zu ihnen allen noch nicht herumgesprochen hat: ein völlig normaler zum Arbeitsleben dazugehöriger Vorgang. Ärzte sind inzwischen nur maximal daran gewöhnt, dass die „dummen“ Beitragszahler bzw. Vater Staat alle auch absurden Ausgaben übernimmt. Und wie schon erwähnt, es hat dazu geführt, dass wir die höchsten Ausgaben im Gesundheitssystem und im speziellen in den Krankenhäusern haben und gleichzeitig eine deutlich schlechtere Lebenserwartung haben als in unseren europäischen Nachbarländern. Es ist dringend und sofort notwendig, die Gelder anderweitig zu priorisieren. Diesen Anspruch und das Verständnis müsste eigentlich bei der Ärzteschaft nach intensiver Ausbildung vorhanden sein.

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  • Manfred van Hove

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    Weitgehend einig ist man, dass die Sozialkosten gedeckelt werden müssen, um Bürger und Wirtschaft nicht noch mehr zu belasten. Doch jede Gruppe, bei der eingespart werden soll, sieht sich plötzlich systemrelevant und meint, gerade bei ihr ist es deshalb nicht sinnvoll.
    Die Ausbildung zum Arzt kostet dem Steuerzahler ca. 200,000 Euro. Zudem gibt es mehr als genug berufliche Möglichkeiten für eine Beschäftigung. Ich kann dieses Gejammere einer privilgierten Gruppe nicht mehr hören, die keinerlei Porbleme hat, einen neuen Arbeitsplazu zu finden.

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  • nixda

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    @charlotte:
    wohin denn priorisieren?
    in ihre peer-group?
    panzer?
    zum weiteren aufblähen der verwaltung?
    pflanzenkübel in der altstadt?

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  • Hans

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    man kann einen Betrieb nicht aus dem Defizit in die Gewinnzone führen, indem man seine wichtigsten Leistungsträger entfernt.

    Alle sehr teuren Kosten für OPs, Technik, Geräte werden weiter laufen. Aber weniger operiert. Heißt: weniger Einnahmen.

    Die Folge wird sein:
    – noch mehr Defizit und hochqualifiziertes Personal ergreift die Flucht.
    – noch längere Wartezeiten auf lebenswichtige Operation (also versterben auf der Warteliste von 1 Jahr und länger)

    Und das in einem Haus der obersten Versorgungsstufe.

    Das ist schlicht Verantwortungslos.

    Man müßte endlich wirksam dem Pflegenotstand entgegenwirken, statt jetzt zusätzlich Ärzte zu entlassen. (die wegen dieses Pflegenotstandes tatsächlich in ihrer Wirkungsmöglichkeit stark eingeschränkt sind)

    Hausleitung und Politik scheinen sich einig zu sein, eine Abwärtsspirale fortzusetzen.

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  • Charlotte

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    @Hans

    Für das Defizit sind die Ärzte selbst verantwortlich: maßlos wurden diese Gehälter seit 2024 um 20 % erhöht! Die Jahre vorher natürlich auch regelmäßig. Ganz ehrlich, das ist sittenwidrig und schlichtweg nicht finanzierbar.

    Abgesehen von der Unsinnigkeit, die Stellen zu retten, gibt es eine einfache Lösung:

    Um ein Defizit abzubauen, müssen Ausgaben und Kosten gekürzt werden. Klappt schnell mit einer Maßnahme, die sie sicher nicht hören wollen. Gehaltskürzungen für alle um 15-20 %. Wenn es ihr Geld wäre, würden sie es vermutlich und hoffentlich so machen.

    Ich stelle nicht die Leistung eines Einzelnen in Frage, aber grundsätzlich das aufgeblähte System in unserer Gesundheitsversorgung und die falsche Priorisierung. .

    Grundsätzlich wird uns regelmäßig zum Beispiel von der OECD attestiert, dass in Deutschland das Gesundheitssystem sehr teuer ist und gleichzeitig die Lebenserwartung kürzer als anderswo. Fakten, die doch vor allem die Ärzte ansprechen müssen:

    Ich zitiere:

    Zahlen der OECD-Studie “Health at a Glance 2025” zeigen, dass Deutschland mit 7,7 Krankenhaus- und Reha-Betten auf 1.000 Einwohner im europäischen Vergleich überversorgt ist.

    In Frankreich zum Beispiel liegt die Quote bei 5,4 Betten, in Italien und Spanien bei jeweils drei Betten. Die Niederländer und Dänen kommen sogar nur mit 2,3 Betten pro 1.000 Einwohner aus.“

    „ Eine weitere negative Folge der hohen Bettendichte in Deutschland ist, dass hier viel häufiger operiert wird als in anderen Ländern. Ein Beispiel sind Hüft-OPs: In Deutschland erfolgt diese 351 Mal pro 100.000 Einwohner, im internationalen Vergleich nur etwa 172 Mal. In Deutschland werden also im Verhältnis zur Bevölkerung doppelt so viele Hüftgelenke eingesetzt wie im Durchschnitt der OECD-Länder“

    „ Viel Geld im Gesundheitswesen führt nicht automatisch zu einer höheren Lebenserwartung. Das zeigen folgende Zahlen: Obwohl Deutschland teilweise doppelt so viel pro Kopf ausgibt, ist die Lebenserwartung mit etwa 81 Jahren geringer als in Frankreich, Italien und Spanien. Die Spanier werden sogar drei Jahre älter, obwohl sie im Vergleich zu Deutschland ungefähr die Hälfte für Gesundheit ausgeben, im Vergleich zu Deutschland.“

    Ganz offensichtlich läuft hier einiges schief.

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  • Studi

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    @Charlotte
    13. Juni 2026 um 13:07
    @Günther Herzig
    13. Juni 2026 um 08:13

    Ich fürchte Sie haben nicht verstanden was die Probleme mit den Kürzungen bzw die Folgen sind. Ich versuche das mal möglichst strukturiert darzulegen.

    Zunächst einmal muss man beachten, dass das Uniklinikum nicht ein beliebiger alteur im Gesundheitswesen ist sondern sonderaufgaben übernimmt und übernehmen muss. Diese sind Lehre, Forschung und Weiterbildung von Assistenzärzten.

    Es gibt einige Fachärzte wo die Weiterbildung zumindest zum Teil nur am Uniklinikum stattfinden kann, zum Beispiel weil bestimmte Behandlungsmethoden nur am Uniklinikum angeboten werden (können) oder andere Krankenhäuser gar keine echte Station in dem Fachbereich haben. Das führt dazu dass viele Absolventen den Weg über das Uniklinikum gehen MÜSSEN. Die meisten Assistenzärzte würden auch lieber an einem anderen (kleineren) Klinikum oder in der Praxis arbeiten. Der Absprung innerhalb der Assistenzarztzeit ist, wenn auch theoretisch möglich, mit bürokratischen Hürden verbunden, z.b. ist nicht gesagt dass man in den ersten Jahren der Weiterbildung genau diejenigen Teile absolviert, die exklusiv am Klinikum gemacht werden können. Das führt dazu, dass in der Regel die komplette Assistenzarztzeit am Klinikum absolviert werden muss. Es liegt auf der Hand, dass für diese Gruppe Stellenstreichungen hart wären. Sie müssten dann zu einem anderen Uniklinikum wechseln (was insgesamt ein Nullsummenspiel wäre) oder es wird ihnen Bescheinigt die notwendigen Weiterbildungsteile absolviert zu haben, obwohl diese eventuell noch nicht abgeschlossen sind. Oberärzte oder fertig ausgebildete Fachärzte sind jetzt schon mangelware am Klinikum, da man in der Praxis in der Regel mehr verdient und bessere Arbeitszeiten hat. Außerdem sind die fertig ausgebildeten Ärzte ja finanziell am wertvollsten für das Klinikum. Genau dort zu sparen macht wirtschaftlich also sowieso keinen Sinn.

    Jetzt das finanzielle Thema. Die Ärzte am Uniklinikum arbeiten in der Regel schon heite Überstunden die nicht durch freizeit ausgeglichen werden (können). Wenn Stellen wegfallen werden die verbleibenden Ärzte das irgendwie kompensieren müssen, die zusätzlichen Überstunden werden ausgezahlt, was wieder eine Mehrbelastung für das Klinikum ist. Der großteil der potentiellen Kosteneinsparungen durch Stellenabbau wird damit zunichte gemacht. Die finanzielle Schieflage der Kliniken und insbesondere des Uniklinikums besteht eher darin, dass profitable Behandlungen privatisiert werden, und bevorzugt von praxen angeboten werden. Die teuren unprofitablen Fälle werden dann ans Klinikum geschickt. Hinzu kommen natürlich auch vorhaltekosten für spezialbehandlungen, die nicht rund um die Uhr durchgeführt werden. Ein privater Unternehmer würde diese Behandlung dann einfach nicht anbieten. Ein klinikum kann das nicht machen. Insgesamt kann man sagen: Gewinne werden privatisiert und Verluste verstaatlicht in unserem Gesundheitssystem.

    Nun zu den Folgen der Kürzungen. Am Uniklinikum würde das auf jeden Fall zu einer Verschlechterung in allen Dimensionen führen. Forschung wird schon heute in vielen Fachbereichen de facto nicht betrieben. Eigentlich sollten Assistenzärzte neben der Patientenversorgung wissenschaftlich mitarbeiten. Wegen der hohen Belastung passiert das quasi nicht, außer in gesondert dafür geschaffenen stellen (in der regel für fachärzte), die dann aber nicht mehr als Ärzte in der Patientenversorgung tätig sind. Der Stidentenunterricht wird heute schon nur rudimentär nebenher her gemacht. Da kann es dann passieren, dass der Assistenzarzt mit 2Monaten Erfahrung unvorbereitet den Studentenunterricht machen muss weil er aus der not spontan dort eingeteilt wurde. Auch hier ist sofort klar dass diese Fälle nicht wünschenswert sind. Zuletzt noch die Patientenversorgung. Hier liegt es direkt auf der Hand wie sich eine Kürzung beim Arztpersonal auswirken würde. Die Patientenzahlen sind seit Jahren steigend, diesen Trend würde man schon lange gerne entgegenwirken wenn das so einfach wäre (zum Beispiel auf praxen verteilen oder andere kliniken), unabhängig von Stellenkürzungen. Hier spielen auch die Patienten eine Rolle. Es ist schwer Patienten abzuweisen, die sich (implizit) weigern sich außerhalb des Klinikums behandeln zu lassen. Woe oben schon beschrieben schicken praxen ja auch unliebsame Patienten regelmäßig ans Klinikum.

    Ironischerweise wäre folgendes sinnvoll. Wenn man zusätzliche Ärzte einstellt, könnte man überstunden bei bestehenden ärzten reduzieren. Da die Produktivität von Überstunden normalerweise kleiner ist als der ersten 8stunden am Tag, wäre das theoretisch sogar eine Einsparung. Einziges Problem dabei: Dann könnte es passierern dass nicht aufgeschriebene Überstunden ab dann aufgeschrieben werden, was eigentlich nur aufzeigt wie grotesk die ganze Situation ist.

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  • Charlotte

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    @Studi
    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung. Ich glaube allerdings, dass wir über zwei unterschiedliche Themen sprechen.

    Ich bestreite keineswegs, dass ein Uniklinikum besondere Aufgaben in Forschung, Lehre und Weiterbildung erfüllt und dass pauschale Stellenkürzungen dort problematische Folgen haben können. Auch ist nachvollziehbar, dass sich die Arbeitsbelastung vieler Ärzte bereits heute auf einem sehr hohen Niveau befindet. Das trifft allerdings auf alle Akademiker in verantwortlichen Berufen zu, auf selbstständige Unternehmer sowieso.

    Mein eigentlicher Punkt zielt jedoch auf das Gesundheitssystem insgesamt ab. Deutschland gehört seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben in Europa und verfügt über eine außergewöhnlich hohe Zahl an Krankenhausbetten und Krankenhausstandorten.

    Gleichzeitig liegt unsere Lebenserwartung nicht auf dem Niveau vieler vergleichbarer europäischer Länder. Das wirft zumindest die Frage auf, ob die vorhandenen Ressourcen richtig und effizient eingesetzt werden.

    Viele der von Ihnen beschriebenen Probleme erscheinen mir sogar als Hinweise auf strukturelle Fehlanreize. Wenn wirtschaftlich attraktive Leistungen zunehmend ambulant oder privat erbracht werden, während die komplexen und kostenintensiven Fälle bei den Universitätskliniken verbleiben, dann ist das in erster Linie ein Problem der Systemarchitektur. Dass Unikliniken dadurch unter Druck geraten, bestreite ich nicht. Die Ursache liegt aber nicht zwangsläufig darin, dass insgesamt zu wenig Geld im System vorhanden ist.

    Hinzu kommt, dass die Personalkosten im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen sind. Die Ärztegehälter wurden in den letzten Tarifrunden deutlich angehoben, teilweise um rund 15 Prozent oder mehr innerhalb kurzer Zeiträume. Das ist angesichts der Verantwortung des Berufs nachvollziehbar. Gleichzeitig befindet sich Deutschland seit Jahren in einer wirtschaftlich schwierigen Phase mit schwachem Wachstum und steigenden Belastungen für Beitragszahler und Steuerzahler. Die Frage, wieviel oder ob überhaupt zusätzliche Finanzierung dauerhaft möglich ist, muss daher ebenfalls gestellt werden.

    Deshalb sehe ich die Lösung nicht automatisch darin, immer mehr Geld und immer mehr Personal in bestehende Strukturen zu geben. Wenn Deutschland trotz sehr hoher Ausgaben, sehr vieler Krankenhausbetten und einer hohen Krankenhausdichte keine entsprechend besseren Ergebnisse erzielt, dann sollte man auch die Strukturen selbst hinterfragen.

    Aus meiner Sicht schließen sich daher zwei Dinge nicht aus: Universitätskliniken können aufgrund ihrer besonderen Aufgaben eine angemessene Finanzierung benötigen, während gleichzeitig das Krankenhauswesen insgesamt effizienter organisiert werden muss. Die entscheidende Frage ist für mich nicht, ob einzelne Ärzte oder Kliniken heute schon am Limit arbeiten – das bezweifle ich nicht –, sondern warum eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas trotz dieses enormen Ressourceneinsatzes nur durchschnittliche Ergebnisse erzielt.

    Genau darüber sollte die Diskussion geführt werden.

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  • Martin G.

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    Es ist schon sehr seltsam, dass bei einem staatlichen Krankenhaus Stellen gekürzt werden und gleichzeitig ein kirchliches Krankenhaus Zuschüsse für Investitionen und Sanierung erhält. Wenn kirchliche Einrichtungen Krankenhäuser betreiben wollen, so sollten sie es auch selbst finanzieren.

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  • Wolfgang Theine

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    “Die Ärzte am Uniklinikum arbeiten bereits jetzt am Limit”. Mag im Einzelfall ja sein, aber hier möchte ich doch eher der Argumentation von Charlotte folgen: Viel oder sehr viel zu arbeiten ist ein Merkmal nicht nur von Ärzten, sondern von jedem, der Verantwortung trägt, von Selbstständigen ganz zu schweigen. Die Klage, “alle arbeiten am Limit” schreibt meiner Beobachtung nach jeder ungeprüft vom anderen ab: Wenn über die Arbeitszeit von Lehrern diskutiert wird, arbeiten die natürlich alle “am Limit”. Wenn die Gewerkschaft für die Lokomotivführer, die Busfahrer, die Verkäufer, und und und, höhere Löhne erstreiten will, arbeiten die natürlich alle “am Limit”. Und wenn der Beamtenbund Besoldungserhöhungen fordert, arbeiten die Beamten auch “am Limit”.
    Ich kann natürlich im Gegensatz zu den vielen klugen Schreibern hier nicht seriös beurteilen, wie die Personallage im UKR wirklich ist. Ich würde aber auch hier Charlotte und auch Herrn Herzig zustimmen: dass befristete Verträge u. U. nicht verlängert werden, ist normal. Und keiner der freigestellten Ärzte wird in die Sozialhilfe rutschen. Die Krokodiltränen von “Dr. Murks”, dass sich die freigestellten Ärzte nun “kein Haus mehr in Regensburg bauen können” sind so bizarr wie lächerlich.
    Unser Gesundheitssystem ist krank, ohne Zweifel. Aber warum wir offensichtlich keine vernünftige Versorgung mehr hinbekommen, liegt wohl weniger am Geld und auch nicht an der angeblich zu geringen Anzahl der Ärzte: Warum andere Länder mit weniger Kliniken und weniger Ärzten im Verhältnis zur Bevölkerung bessere Ergebnisse erzielen, ist wohl eher ein strukturelles Problem und Jammern auf hohem Niveau.

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  • Mr. T.

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    Es geht nicht um die Versorgung der Ärztinnen und Ärzte, es geht um die Versorgung der Patienten. Wer medizinisches Personal an der Uniklinik oder auch anderen Häusern kennt, kann sich jederzeit erzählen lassen, wie deren Arbeitssituation ist. Ich kenne genug, die darüber schimpfen, niemand davon über zu wenig Geld oder seine eigene Situation. Sie können natürlich alle Wechseln, aber das würde es nicht viel ändern.

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  • Studi

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    @Wolfgang Theine
    14. Juni 2026 um 18:05

    Ich sollte vielleicht präzisieren, dass ich mit “am Limit” nicht die gefühlte Belastung meine. Bekanntermaßen darf man ja nur 10Stunden am Tag arbeiten, so auch Ärzte. Dass die Ärzte am Uniklinikum diese 10Stunden regelmäßig überschreiten, sollte allgemein bekannt sein. Das kann ich auch selbst bestätigen auf den Stundenzetteln von Bekannten zum Beispiel. Da wird dann kurz vor Ablauf der 10-Stunden frist schnell ausgestempelt um keinen ärger zu kriegen, und danach arbeiten gemacht ohne patientenkontakt. Ausgestempelt darf der arzt nicht weiter Patienten behandeln, da er nicht versichert wäre. Wenn ich also sage am Limit, dann ist das buchstäblich die rechtlich maximal ausgereizte Grenze wo gearbeitet werden kann. Der Vergleich mit Lehrern, selbstständigen oder Lokführern, hinkt hier doch schon stark.

    “Ich würde aber auch hier Charlotte und auch Herrn Herzig zustimmen: dass befristete Verträge u. U. nicht verlängert werden, ist normal.” –> Das ist natürlich rein rechtlich klar, aber darum geht es ja meiner Einschätzung nach nicht.

    @Charlotte
    14. Juni 2026 um 12:34

    “Auch ist nachvollziehbar, dass sich die Arbeitsbelastung vieler Ärzte bereits heute auf einem sehr hohen Niveau befindet. Das trifft allerdings auf alle Akademiker in verantwortlichen Berufen zu, auf selbstständige Unternehmer sowieso.” –> Das würde ich so nicht unterschreiben. Für akademiker winken oft zumindest die option auf gut bezahlte bürojobs mit homeoffice und 35h. Wer selbstständig oder unternehmerisch tätig wird macht das freiwillig und ist sich der Belastung bewusst. Ärzte haben hingegen keine Wahl.

    “Die Ärztegehälter wurden in den letzten Tarifrunden deutlich angehoben, teilweise um rund 15 Prozent oder mehr innerhalb kurzer Zeiträume.” –> So wie alle anderen Gehälter auch. Der Tarifvertrag der Ärzte hat gegenüber dem Tvöd zum beispiel nicht sichtbar besser abgeschlossen über die letzten jahre (prozentual).

    “Wenn wirtschaftlich attraktive Leistungen zunehmend ambulant oder privat erbracht werden, während die komplexen und kostenintensiven Fälle bei den Universitätskliniken verbleiben, dann ist das in erster Linie ein Problem der Systemarchitektur.” –> Das ist leider ein Grundprinzip des Kapitalismus. Praxen werden nur dann betrieben wenn sie genug gewinne erwirtschaften. Es wird immer die Metrik Gewinn maximiert. Sollte man das System ändern, werden eben andere Behandlungen attraktiver relativ.

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  • Lenerl

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    Mit Verlaub, @Charliotte (und Ihre OECD- Studienergebnisse in allen Ehren): Ich denke, es wäre ganz in Ihrem Sinne, diese Arztstellen nicht abzubauen. Studi hat sehr schön beschrieben warum.
    Von “Systemarchitektur” kann man m.E.n. hier sowieso nicht sprechen, weil das impliziert, dass da irgendein Mastermind irgendwann einmal ein Gesundheitssystem mit Plan und Ziel erdacht hätte. Dies ist nicht der Fall. Es ist historisch gewachsen- Gottseidank und mit allen Konsequenzen- natürlich auch mit Pfusch am Bau.
    Was Studi beschreibt, ist eine Abnahme der Qualität in Forschung, Lehre und medizinischer Versorgung. Das zeichnet sich schon lange ab und strahlt letztendlich in das ganze “System” aus. Man könnte auch sagen: “Keine Qualität hat ihren Preis”. Und wenn wir von “Aufgabenverdichtung” sprechen bedeutet das in der Realität ja genau das: Fehlbehandlung, Komplikationen, Dopplung von Aufgaben durch mangelhafte Kommunikation, überhaupt Fehler durch mangelhafte Kommunikation, fehlender Wissenstransfer durch mangelhafte Einarbeitung, Überlastung der Mitarbeiter durch Personalmangel, Ausfallkosten aufgrund von Krankheit, Fluktuationskosten, Kosten für Personalakquise, etc.pp….. Da kommt ganz schön was zam., wenn man da mal des rechnen anfängt. Und das hat nichts mit Medizin oder Pflege an sich zu tun, das sind klassische Managementdefizite über die niemand spricht und für die einfach keine Ärztin oder keine Pflegerin, die den Laden und seine eigentliche Aufgabe am Laufen halten, was kann. Universitätskliniken retten Leben, auch in komplizierten Fällen. Das ist keine Banalität und auch kein Produkt oder Konsumgut. Über was verhandeln wir hier eigentlich?
    Neben Defiziten im Management kommen natürlich politische Fehlentscheidungen dazu. Damit will ich jetzt gar nicht anfangen, ich gebe Ihnen aber zu 100% Recht, wenn Sie sagen, dass es nicht hilft immer mehr Geld und immer mehr Personal in bestehende Strukturen zu geben. Aber es ist auch extrem wichtig, dass man nicht an den falschen Stellen dieser Struktur spart, wie bisher geschehen.
    Liebe Charlotte: Wenn Sie wollen, dass die Lebenserwartung nicht stagniert oder weiter abnimmt, dann sollten Sie auf keinen Fall an Ärztinnen in Universitätskliniken sparen. Vor allem nicht nach dem Prinzip: Es geht halt der, dessen Vertrag zufällig grad ausläuft. Und wenn Sie darüber hinaus unter Berücksichtigung aller Kennzahlen und Einflussgrößen einen smarten Plan haben, wie Sie uns alle aus der Krise des Gesundheitssystems führen, ohne dass Menschen unnötigerweise Schaden nehmen, dann lassen Sie es uns gerne wissen.

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  • ToBe

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    Ein hippokratischer Eid und ein erfolgreiches Geschäft haben eine relativ überschaubare, relevante Schnittmenge. Jeder darf und muss sich selber fragen, ob eine Inflation der westliche Profitmedizin gut oder schlecht für seine Gesundheit ist.

    Vielleicht sollte man diese Ärzte als die Krankheit selbst meiden oder man sollte, wie der Eröffnungskommentar vorschlägt, mit nur noch mehr Ärzten auf die Gerontogesellschaft draufhauen? Aber Vorsicht! Ärzte neigen dazu, sich ihren eigenen Bedarf zu erschaffen. Wenn es mehr Ärzte gibt, gibt es auch mehr Krankheit. Ursache und Wirkung? Aktio und Reaktio? Henne und Ei?

    Die persönliche Verantwortung darüber nachzudenken und die persönliche Verantwortung für die eigene Gesundheit nimmt einem niemand ab.

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  • Charlotte

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    @Lehnerl,

    Ihre Argumente haben hier vermutlich die halbe Uniklinik Mannschaft nebst Gewerkschaften bereits zigfach und gebetsmühlenartig wiederholt. Ohne darauf einzugehen, dass das Problem 15-20 % Gehaltserhöhungen beim Personal seit 2024 sind und dass jahrelange Defizite nun mal zu Restrukturierungen führen müssen.

    Man hat sich einen satten Schluck aus dem Topf der Steuerzahler gegönnt für überproportionale Gehaltserhöhungen und aufgeblähte Verwaltungen und ist jetzt empört, wenn das Geld nicht mehr reicht und j
    restrukturiert werden muss.

    Man kann übrigens auch nach Leistungsvermögen und strategischer Ausrichtung kündigen, Bereiche schließen oder Aufgabenbereiche einstellen. Und vielleicht gehen ja auch ein paar freiwillig. Alles ist möglich, wenn man nur will und nicht störrisch auf Bestandsschutz pocht. Die eigene Mannschaft dabei zu fragen ist natürlich sinnlos. Die werden immer nur reflexhaft ihre Themen und Existenz verteidigen.

    Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind auf jeden Fall nicht mehr bereit, noch mehr Krankenkassenbeiträge zu zahlen.

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  • Studi

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    @Charlotte
    17. Juni 2026 um 19:29

    Die Tabellenentgelte des Tarifvertrages für Ärzte an universitäten sind seit 2020 um etwa 20 prozent gestiegen. Das entspricht ziemlich genau dem zuwachs anderer Tarifverträge wie dem Tvöd (wenn dann etwas weniger sogar). Von überproportional kann da keine rede sein. Auch die Durchschnittsgehälter und Renten sind im gleichen Zeitraum stärker gestiegen als die Arztgehälter. Die unverhältnismäßigen Personalkosten kommen also nicht von der Ärzteschaft. Übrigens haben sich die patientenzahlen und ops in den letzten jahren tendenziell verdoppelt, beigleichbleibender anzahl ärzte. Wie man da auf die Idee kommt arztstellen streichen zu müssen erschließt sich mir nicht.

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