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Um Minus zu drücken

Universitätsklinikum Regensburg streicht bis zu 64 Arztstellen – Minister Blume: „dringend erforderlich“

Das Universitätsklinikum Regensburg soll „dringend“ Personal abbauen, um das erwartete Minus für 2026 zu drücken. Das geht aus einer Antwort von Wissenschaftsminister Markus Blume hervor.

Noch im November reagierten das Bayerische Wissenschaftsministerium und das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) auf eine Anfrage unserer Redaktion zu möglichen Personalkürzungen empfindlich. Über eine Hamburger Anwaltskanzlei drohte man unserer Redaktion mit rechtlichen Schritten und beantworteten zentrale Fragen nicht.

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Nun bestätigt sich: Das UKR muss auf Druck von oben Dutzende Arztstellen streichen, um das erwartete hohe Defizit zu senken. So steht es in der Antwort von Wissenschaftsminister Markus Blume auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Waldmann.

„Reduzierung des Personals dringend erforderlich.“

Begründet wird der Personalabbau mit dem dicken Minus, das das UKR in diesem Jahr erwartet. Das UKR sei „angehalten, alle Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, um dieses negative Ergebnis so weit wie möglich zu reduzieren und in Zukunft wieder ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen“, so Wissenschaftsminister Blume. „Aus diesem Grund ist eine Reduzierung des Personals dringend erforderlich.“

Folgt man der Antwort des Ministers, könnten bis zu 64 Vollzeitstellen wegfallen. Fast zehn Prozent der rund 680 Ärztinnen und Ärzte am UKR.

Der Aufbau dieser Stellen sei seit 2019 erfolgt, könne „aufgrund von ausgebliebenen Leistungsausweitungen jedoch nicht refinanziert werden und trägt daher erheblich zu dem negativen Jahresergebnis des UKR bei“, so Blume. Der Personalabbau soll durch die Nichtverlängerung auslaufender befristeter Verträge erfolgen.

Personalabbau – Konsequenz aus „Horrorszenario“ 2023?

Der nun öffentlich eingeräumte Stellenabbau wurzelt nach Recherchen von regensburg-digital in einer internen Vorstands- und Direktorenklausur vom 12. November 2023. Damals präsentierte die Kaufmännische Direktorin Sabine Lange ein „Horrorszenario“. Demnach prognostizierte sie bereits für das Jahr 2024 ein Defizit für das UKR von 45,68 Millionen Euro (unser damaliger Bericht).

„Nach diesen Prognosen entgeht das UKR nur aufgrund der Gewährträgerschaft des Freistaats Bayern einer Anmeldung zur Insolvenz“, heißt es im Protokoll der gut dreistündigen Klausur, an der 37 Personen teilnahmen und das unserer Redaktion vorliegt.

Eine vom Aufsichtsrat des UKR unter Vorsitz von Wissenschaftsminister Blume eingesetzte Finanzarbeitsgruppe hatte zuvor „dringenden Handlungsbedarf“ angemahnt. Eine Konsequenz, die Direktorin Lange den Anwesenden damals präsentierte: eine Reduzierung der Vollzeitkräfte in der Krankenversorgung „auf das Niveau des Jahres 2019“. Bereits hier ist von den 64 Vollzeitstellen die Rede, die wegfallen sollen.

Kommunikation des UKR-Vorstands in der Kritik

Bemerkenswert: Noch letzten November hatte eine vom UKR beauftragte Anwaltskanzlei ausdrücklich betont, dass das UKR „nach mehreren Jahren positiver Jahresergebnisse auch in 2025 trotz der herausfordernden Lage der Rahmenbedingungen für alle Universitätsklinika wirtschaftlich gut aufgestellt“ sei. Doch offenbar nicht gut genug, um seinen Stamm an Ärzten zu halten.

Unsere Redaktion hatte letzten November über den geplanten Personalabbau berichtet und mit mehreren Personen aus der Ärzteschaft gesprochen. Ein Problem, das dabei mehrfach angesprochen wurde: die mangelhafte oder komplett ausbleibende Kommunikation des UKR-Vorstands mit den Betroffenen.

„Niemand weiß so recht, wo und was genau eingespart werden soll“, so eine Quelle damals. Offen kommuniziert werde nicht – weder bei Personalversammlungen noch durch Rundschreiben. Vieles erfahre man über den „Flurfunk“. „Und dann bekommt man wieder einmal mit, dass die Stelle eines jüngeren Kollegen nicht verlängert wurde. “ Das alles scheine „ohne Plan und Konzept“ zu geschehen.

Zwischenzeitlich führe dies zu Misstrauen untereinander. „Es geht die Angst um, dass einem die Abteilung kaputt gemacht wird, die man über Jahre aufgebaut hat. Da soll es dann lieber die anderen erwischen.“

Trotz Stellenabbau: Ministerium sieht keine Probleme bei der Patientenversorgung

Aus Details der Stellenstreichungen hält sich das Ministerium heraus. Zumindest, wenn man der Antwort von Markus Blume auf die Anfrage der SPD-Abgeordneten Waldmann folgt. Dort heißt es: Das Ministerium „hat keine Kenntnis davon, welche befristeten Verträge seitens des UKR nicht verlängert werden“.

Auch scheint Minister Blume davon auszugehen, dass der Personalabbau keinerlei Folgen hat: „Das UKR wird auch weiterhin seine Patientinnen und Patienten mit höchster medizinischer Qualität und ohne eine Verlängerung der Wartezeiten unter der Berücksichtigung der Belange seiner Beschäftigten behandeln.“

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