„Alarmierend“ nennt die Regensburger Bundestagsabgeordnete Carolin Wagner die Ergebnisse der Umfrage des Marburger Bundes am Universitätsklinikum Regensburg. Sie und ihre Kolleginnen aus dem Landtag fordern, zusammen mit den Beschäftigten eine Betriebsvereinbarung zu erarbeiten.
Carolin Wagner zur Wiederbesetzungsssperre: „Dieses Instrument ist ohnehin Unsinn, wirkt sich jedoch bei Ausbildungskrankenhäusern wie dem UKR aufgrund der erhöhten Personalfluktuation besonders verheerend aus.“ Foto: Archiv/as
Die Umfrage des Marburger Bundes unter der Ärzteschaft des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) hat die politische Ebene erreicht. Während Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) die Ärztegewerkschaft scharf attackiert, fordern Abgeordnete der SPD angesichts der Umfrageergebnisse einen Maßnahmenkatalog für das UKR.
Wie berichtet, sehen fast 99 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte bei einem weiteren Personalabbau die Patientensicherheit gefährdet. 72 Prozent von ihnen haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine gefährliche Situation erlebt, 83 Prozent berichten von einem Beinahefehler. Angesichts des derzeit laufenden Personalabbaus ist das Vertrauen der Ärzteschaft in die verantwortlichen Gremien – Vorstand und Aufsichtsrat – auf einem Tiefpunkt angelangt.
Die Ergebnisse sind repräsentativ. Laut einer Umfrage des Marburger Bundes fühlen sich über 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte am Uniklinikum Regensburg chronisch überlastet. Sie berichten von Gefährung der Patientensicherheit und Beinahe-Fehlern. Vertrauen in den Vorstand hat fast kein Mediziner.
Wegen des geplanten Abbaus von Arztstelllen schlagen nun Medizinistudentinnen und -studenten Alarm. Das werde auf Kosten von Lehre und Patienten gehen. Im kommenden Semster müssen am Uniklinikum 50 Prozent mehr Studierende betreut werden.
Das Experiment ist vorbei: die Partnerschaft zwischen Caritas und Landkreis am Krankenhaus Kelheim wird nach vier Jahren beendet. Profitiert hat davon wohl nur eine Beratungsfirma.
Die Debatte um die Streichung von bis zu 64 Arztstellen am Universitätsklinikum Regensburg verschärft sich weiter. Das Bündnis „Schluss mit dem Kliniksterben in Bayern“ sieht darin erste Auswirkungen der geplanten Krankenhausreform.
Das Universitätsklinikum Regensburg soll „dringend“ Personal abbauen, um das erwartete Minus für 2026 zu drücken. Das geht aus einer Antwort von Wissenschaftsminister Markus Blume hervor.
Unter dem Motto „Krankenhäuser finanzieren – Arbeitsbedingungen sichern – Versorgung gewährleisten“ trafen sich am 12. Mai Beschäftigte von Uniklinikum und medbo zur aktiven Mittagspause. Sie protestierten gegen die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung.
Das Universitätsklinikum Regensburg hat eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. Das Wissenschaftsministerium hält sich bedeckt. Doch aus der Ärzteschaft mehren sich Klagen über steigenden Druck.
Es scheint eine äußerst kurzfristige Entscheidung gewesen zu sein. Am Mittwoch wurde die Belegschaft des Caritas-Krankenhauses St. Lukas darüber informiert, dass die Geschäftsführung „neu aufgestellt“ wird. Sabine Hehn, die von dem Bayereuther Beratungsunternehmen Oberender nach Kelheim kam, ist weg. Eine Nachfolge gibt es noch nicht.
Es ist eine schwer zu fassende und vergleichsweise unbekannte Krankheit: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, kurz: ME/CFS. Seit ihre Tochter darunter leidet, engagiert sich die die Regensburger Hotelbetreiberin und Stadträtin Kathrin Fuchshuber dafür, diese Krankheit bekannter zu machen. Und auch wenn es zynisch klingen mag: Corona brachte hier ein wenig Bewegung.
Seit die Caritas bzw. die Berater der Oberender AG im Krankenhaus Kelheim übernommen haben, mussten mehrere Führungspersonen gehen. Ein langjähriger Chefarzt wurde nach seiner Kündigung zum Herbst nun vorzeitig freigestellt – trotz personeller Probleme. Gleichzeitig hat ein weiterer Oberender-Berater eine Führungsposition übernommen und man leistet sich eine Frankfurter Agentur für Krisenkommunikation. Der Landkreis, der das alles zahlt, schweigt.
Profitstreben auf dem Rücken der Patienten wirft Professor Joachim Grifka, Leiter der in Bad Abbach angesiedelten Universitätsklinik für Orthopädie, dem Klinikkonzern Asklepios vor. Im Gegenzug erhoben mehrere Führungskräfte in einem Offenen Brief Betrugsvorwürfe gegen den renommierten Mediziner. Während Universität und Asklepios sich dazu nicht wirklich verhalten, hat eine Strafanzeige nun die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.
Es war die erste Amtshandlung des neuen Aufsichtsrats am Krankenhaus Kelheim: Die langjährige Geschäftsführerin wurde abgelöst und durch eine Mitarbeiterin der Oberender AG ersetzt. Mit dem umstrittenen Beratungsunternehmen wurde ein Managementvertrag für das neue Caritas-Krankenhaus St. Lukas geschlossen.
Nach scharfer Kritik und der Androhung juristischer Schritte haben sich Betriebsrat und Gewerkschaft beim Streit um die Rechte von Beschäftigten im Zuge der kirchlichen Übernahme der Goldbergklinik Kelheim durchgesetzt. Bei Einigungsgesprächen gaben Caritas und Landkreis in allen Punkten nach.
Die Goldberg-Klinik in Kelheim war das letzte Krankenhaus in der Region, wo ungewollt Schwangere bei Lebensgefahr oder der Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes, einen Abbruch durchführen lassen konnten. Mit der bevorstehenden Übernahme durch die Caritas Regensburg ist es damit vorbei.
Enttäuschende Gespräche, nicht gehaltene Versprechen zum Kündigungsschutz und die Frage, warum der Steuerzahler alle Risiken für ein Krankenhaus tragen soll, bei dem allein die Caritas Regensburg das Sagen hat und das Kirchenarbeitsrecht gilt, mit weniger Mitbestimmungsrechten, haben den Betriebsrat der Kelheimer Goldberg-Klinik und die Gewerkschaft ver.di dazu veranlasst, juristische Schritte zu prüfen.
Ist das ein guter Deal? Für einen symbolischen Euro gibt der Landkreis Kelheim die wesentlichenEntscheidungsbefugnisse für sein Krankenhaus an den Caritas-Verband des Bistums Regensburg ab. Im Gegenzug steht die Gebietskörperschaft für sämtliche finanziellen Risiken gerade – ein dreistelliger Millionenbetrag allein in den nächsten zehn Jahren. Und am Ende bleibt die Frage, wie viel Caritas tatsächlich im künftigen Caritas-Krankenhaus steckt. Denn im Hintergrund agiert ein umstrittenes Beratungsunternehmen.