SOZIALES SCHAUFENSTER

Die Frage nach dem Wert von Kunst

Germanistentheater zeigt Goethes Klassiker „Torquato Tasso“ 

Vom 9. bis zum 13. Februar 2016 geht beim Germanistentheater der Universität Regensburg wieder der Vorhang auf. Die Theatergruppe unter der Leitung von Dr. Simone Merk zeigt jeweils um 19.30 Uhr im Theater an der Universität (Studentenhaus) das Schauspiel „Torquato Tasso“ von Johann Wolfgang von Goethe. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der beschränkten Anzahl an Plätzen (freie Platzwahl) wird aber um verbindliche Kartenreservierungen bis 14 Uhr am Vortag des Vorstellungsbesuchs (unter ur-musical@gmx.de) gebeten. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Das „theaterscheue“ Stück, wie Goethe sein Schauspiel „Torquato Tasso“ selbst bezeichnete, ist über die Jahrhunderte hinweg seinem Ruf treu geblieben: Nur selten findet sich das Künstlerdrama auf den Spielplänen der deutschsprachigen Theater. Das Germanistentheater der Universität Regensburg widersetzt sich diesem Trend und bringt Goethes Klassiker in der Inszenierung von Dr. Simone Merk auf die Bühne des Theaters an der Universität.

„Torquato Tasso“ erscheint erstmals im Jahr 1790. In der Forschung wird das Schauspiel als „Achse“ in Goethes künstlerischem Leben angesehen, um die sich in vielerlei Hinsicht sein literarisches Schaffen dreht. Mit dem Stück zieht Goethe eine Zwischenbilanz seines künstlerischen Daseins, das unter dem Dienst am Hof des Herzogs von Weimar leidet und nahezu vollkommen zum Erliegen kommt. Die zentrale Frage, die Goethe in seinem Schauspiel verhandelt, lautet: Welchen Wert und welche Funktion hat die Kunst und mit ihr der Künstler?

Als Zwischenbilanz in Goethes Leben gedacht, erscheint das Schauspiel heutzutage wie eine Abrechnung mit der Kulturpolitik der Gegenwart: Wenn Kunst nur auf ihren augenscheinlichen Nutzen im Hinblick auf die ökonomische Dimension, die öffentliche Profilierung, den ornamentalen Schmuck, die pädagogische Komponente oder die moralisch-erzieherische Funktion reduziert würde, dann wäre sie in letzter Konsequenz nutzlos, da sie unter diesen Bedingungen nicht überleben kann.

Zur Handlung:

Im Herzogtum Ferrara bricht der Frühling an: In Belriguardo, dem Lustschloss Alfons´ des Zweiten, kehrt das neuerwachte Leben zurück. Idyllischer und hoffnungsfroher kann eine Szenerie zu Beginn eines Stückes wohl kaum gemalt werden. Alle Anzeichen stehen auf Harmonie. Der Hofdichter Tasso bringt sein Epos „Das befreite Jerusalem“ zum Abschluss und übergibt es feierlich seinem Mäzen Alfons, der schon sehnsüchtig auf die Fertigstellung des Auftragswerkes wartet. Antonio, Staatssekretär im Dienst des Herzogs, kehrt mit einem triumphalen diplomatischen Erfolg aus Rom zurück. Der drohende Krieg ist abgewandt und die Streitigkeiten mit Papst Gregor um ein Stück Land sind friedlich beigelegt. Auf Belriguardo könnten nun paradiesische Zeiten anbrechen, doch die „Goldene Zeit“ der Dichtkunst ist längst vorbei. Das Ringen der Kontrahenten Tasso und Antonio um Anerkennung, Wertschätzung und Liebe schlägt um in einen unerbittlichen Kampf voller Intrigen, Neid und Hass. Die Idylle verwandelt sich in ein Schlachtfeld absoluten Vernichtungswillens. Was so hoffnungsvoll begann, endet in der größtmöglichen Katastrophe…

Die Daten der Aufführungen auf einen Blick im Internet unter: www.uni-regensburg.de/kalender/eintrag/582092.html

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