SOZIALES SCHAUFENSTER

Dieser Titel könnte hier auch auf Japanisch stehen

Mitteilung der Fachschaft Sprache, Literatur, Kultur Uni Regensburg und der Bunten Liste

Regensburg, 12 November 2015: Seit dem Sommersemester 2015 werden an der Universität Regensburg Gebühren für die Sprachkurse der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung am Zentrum für Sprache und Kommunikation erhoben. Diese werden euphemistisch als Auslagenersatz bezeichnet. Jetzt hat die Fachschaft Sprache, Literatur und Kultur (SLK) einen Finanzierungsvorschlag gemacht, welcher den Auslagenersatz für einen Teil der angebotenen Sprachkurse überflüssig gemacht hätte. Die Universitätsleitung lehnte diesen jedoch ab, woraufhin die Fakultät die eingeplanten Gelder aufgrund der nicht erfüllten Erwartungen wieder zurückzog.
Dazu Jiří Mareš aus der Fachschaft SLK: “Das Argument, dass prinzipiell zu wenig Geld da sei, um die Sprachkurse gebührenfrei anzubieten, ist nun hinfällig. Unser Vorschlag hätte die Kosten für eine gewisse Anzahl der Kurse decken können, weswegen wir die Entscheidung der Universitätsleitung, weiterhin auf dem Auslagenersatz zu beharren, in der aktuellen Situation nicht nachvollziehen können. Wir bedauern es sehr, dass seitens der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften nur wenige Bemühungen angestellt werden, gegen den Beschluss der Universtitätsleitung zu handeln. Gerade in Bezug auf das Studienangebot und das vorausgesetzte Sprachniveau in diversen Studiengängen, bei denen das Ablegen von Kursen nicht explizit in der Prüfungsordnung verankert ist, sehen wir den Auslagenersatz als für die Studienanfänger*innen versteckte Studiengebühren. Besonders vor diesem Hintergrund bewerten wir den Auslagenersatz als revisionsbedürftig.”
Zuvor hatte die Vertretung der Fachschaft SLK in der fakultätsinternen Studienzuschusskommission den Vorschlag gemacht, statt dem Auslagenersatz die Ersatzmittel für die abgeschafften Studiengebühren zu verwenden. Die Fakultät hat jetzt ihre Gelder zurückgezogen, da keine Sprachkurse ohne Gebühren angeboten werden dürfen. Zwar gibt es Regelungen wie Härtefall oder Verankerung in der Prüfungsordnung, die Studierende von der Zahlungspflicht befreien, dennoch finanziert der Auslagenersatz hauptsächlich die Infrastruktur des Zentrums für Sprache und Kommunikation.
Christiane Fuchs, Mitglied der Bunten Liste, ergänzt: “Wir bedauern sehr, dass die Universitätsleitung nicht an einer sachorientierten Diskussion um den Auslagenersatz interessiert ist. Anders als im Wissenschaftsbetrieb sonst üblich geht es der Universitätsleitung offenbar nicht um das beste Argument. Gebühren wie der Auslagenersatz machen Bildung zur Ware, und das ist es offenbar, was die Universitätsleitung erreichen will”.

Gegen den Auslagenersatz läuft noch bis zum 19.11.2015 eine Petition, die neben der Bunten Liste und der Fachschaft SLK von zehn weiteren lokalen, wie überregionalen Gruppen und Verbänden unterstützt wird:
https://www.openpetition.de/petition/online/auslagenersatz-streichen

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