Ein Alleingang der Regensburger Landrätin für die Tonne
Die Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Regensburg ist vorerst gescheitert. Das Landratsamt unterlag bei einem entsprechenden Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht. Das hat Landrätin Tanja Schweiger sehenden Auges in Kauf genommen.

Tanja Schweiger erließ sehenden Auges eine Rahmenvorgabe, die einen Rechtsstreit unvermeidlich machte. Fotos: Staudinger/ Wikimedia Commons
Die Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Regensburg ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Von einem solchen Missverständnis scheint auch die Regensburger Landrätin betroffen zu sein, darüber, was ihre Verantwortung ist.
Nach dem vorläufigen Scheitern der Einführung – der Landkreis verlor einen Rechtsstreit gegen die Betreiber des Dualen Systems – veröffentlichte Tanja Schweiger eine Pressemitteilung mit einer eigenwilligen Interpretation der Ereignisse. Zeit für einen Rückblick.
Die Landrätin war immer eine Gegnerin der Gelben Tonne
Im November 2022 starteten CSU und JU ein Bürgerbegehren, um das bisherige Bring-System für Verpackungsmaterial zu den Wertstoffhöfen auf ein Hol-System mit der Gelben Tonne umzustellen.
Das Thema wurde schon länger diskutiert. Bereits im Oktober 2021 wurde dem Umweltausschuss des Kreistags bei einem kleinen Buffet ein Gutachten dazu vorgestellt – bezeichnenderweise auf dem Gelände der Firma Meindl, die vom Bring-System profitiert und deren Inhaber den Kreisräten einen kleinen Vortrag halten durften.
Landrätin Tanja Schweiger und ihre Koalitionsmehrheit im Kreistag waren durchweg gegen die Gelbe Tonne – auch nach dem Vorstoß der CSU 2022. Doch JU und CSU sammelten Unterschriften und erreichten schnell das notwendige Quorum für einen Bürgerentscheid.
Erster Rechtstreit: unliebsames Bürgerbegehren
Die Regierung der Oberpfalz erklärte die Fragestellung wenig später für rechtlich unzulässig, obwohl sie von einem renommierten Verwaltungsrechtler erarbeitet und mit dem bayerischen Innenministerium abgestimmt war.
Der Fall landete vor dem Verwaltungsgericht, wo man sich einige Monate stritt, bis der Landkreis selbst eine Bürgerbefragung durchführte. Diese ergab, dass eine Mehrheit der Landkreisbewohnerinnen die Gelbe Tonne wünscht. Der Rechtsstreit wurde gütlich beigelegt, die genauen Vereinbarungen blieben jedoch unbekannt.
Generalvollmacht ließ der Landrätin alle Optionen
Im März 2023 gab der Regensburger Kreistag Landrätin Schweiger eine Generalvollmacht: Die Gelbe Tonne sollte kommen, und Schweiger sollte die entsprechenden Vereinbarungen mit den Betreibern des Dualen Systems treffen oder eine Rahmenvorgabe erlassen. Diese Entscheidung fiel gegen einen Großteil der Stimmen ihrer eigenen Fraktion der Freien Wähler.
Die Betreiber des Dualen Systems, die Reclay Systems GmbH, wären verhandlungsbereit gewesen. Ein Start 2027 und ein vierwöchiger Abholrhythmus wären möglich gewesen.
Doch dazu kam es nicht. Die Landrätin entschied anders. Sie erließ im Alleingang eine Rahmenvorgabe für eine frühere Einführung im Januar 2025 und einen zweiwöchigen Abholrhythmus. Damit nahm Schweiger einen Rechtsstreit mit Reclay in Kauf, den der Landkreis letzte Woche verlor. Ob die Gelbe Tonne nun jemals kommt, bleibt offen.
Wie konnte es dazu kommen?
Trotziger Alleingang mit Folgen
In einer Pressemitteilung schiebt die Landrätin die Verantwortung den Initiatoren des Bürgerbegehrens zu. Diese hätten einen zweiwöchigen Abholrhythmus gefordert und der Kreistag eine Einführung zum nächstmöglichen Zeitpunkt verlangt.
Ist es volksnah oder populistisch, jeder Forderung eines Bürgerbegehrens nachzugeben, gegen das man sich zuvor mit aller Macht gestemmt hat? Wäre es nicht die Aufgabe einer Landrätin, die vom Kreistag Generalvollmacht erhalten hat, eine umsetzbare Lösung zu finden? Zumal dann, wenn die Modalitäten einer Einigung bekannt wären?
Aus der CSU hört man mittlerweile Stimmen, die der Landrätin unterstellen, absichtlich eine nicht umsetzbare Rahmenvorgabe erlassen zu haben, um einen Rechtsstreit zu provozieren und die Gelbe Tonne zu Fall zu bringen.
Schweiger verweist in ihrer Pressemitteilung darauf, dass sie den Kreistag am 25. Mai 2023 darüber informiert habe, dass die Verhandlungen mit Reclay gescheitert seien und sie nun eine Rahmenvorgabe erlassen werde. Doch wer das Protokoll der Sitzung einsieht, könnte das anders sehen.
Rechtsstreit bewusst in Kauf genommen
Kurz zusammengefasst zeigte sich Schweiger genervt von den Forderungen der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Sie sagte, dass der geforderte 14-tägige Abholrhythmus nicht praktikabel sei, sie aber dennoch eine solche Vorgabe erlassen werde, ungeachtet der absehbaren negativen Konsequenzen. Sie wolle sich keine Unfähigkeit mehr vorwerfen lassen.
Warnungen während der Sitzung ignorierte Schweiger und setzte den Kreistag über ihre Entscheidung lediglich in Kenntnis. An der Entscheidung beteiligt waren die Kreisräte nicht.
Dieser Alleingang war nicht nötig und unsouverän. Die Generalvollmacht ermöglichte Schweiger alle Optionen – zum Beispiel einen Start 2027 mit einem vierwöchigen Abholrhythmus und damit eine Einigung mit der Reclay GmbH.
Dass sie nun den Initiatoren des Bürgerbegehrens die Schuld für die verfahrene Situation gibt, ist dreist. Verantwortlich für den teuren Rechtsstreit und die ungewisse Einführung des Hol-Systems ist ihr trotziger Alleingang. Der war für die Tonne, wenn auch nicht für die gelbe.
Michinga
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schon immer wieder unglaublich wie man sich in Stadt- und Landkreis gegen vernünftige Lösungen sträubt. Einmal von Regierenden wie hier und manch anderes mal von der Einwohnerschaft.
Man muss sich schon fragen, warum es in der Region keine vernünftige öffentliche Daseinsfürsorge gibt. Angefangen bei gelben Säcken in der Stadt – wie wäre es mit einer gelben Tonne?! die beim Befüllen nicht kaputt geht wie die windigen Säcke – zu quartiers-Biotonnen – bei denen man zum Müllpilger wird – statt Biotonne je Haus.
Man könnte weiter machen zum ÖPNV – übrigens hier ein interessanter Beitrag der TAZ zum Thema…
https://taz.de/Verkehrswende-mit-Strassenbahn/!6097474/
KW
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Unabhängig von einer weiteren Politikposse, die gelbe Tonne/Sack aber als vernünftige Lösung darzustellen ist lediglich Augenwischerei. Vernünftig ist das nur im Sinne von “aus dem Augen, aus dem Sinn” bzw. ab in die Ozeane.
Ein sehr großer Anteil des Plastikmülls welcher die Europa-Großen Plastik-Inseln im Pazifik und Atlantik ausmacht ist nämlich leider der von uns in den letzten Jahrzehnten akribisch getrennte Wohlstandsplastikmüll.
Das Gewissen freut sich, die Statistiken in denen der exportierte Müll als recycelt geführt wird freuen sich und die weltweit sich dumm und dämlich verdienende Müllentsorgungsindustrie freut sich wohl am meisten.
Besser in den Hausmüll mit Plastik, die thermische Verwertung ist dann immer noch besser. Am besten jedoch ist es, nach Möglichkeit Plastikmüll vermeiden, wobei das zugegebenermassen schwer zu 100% gelingt. Und in gelbe Tonnen/Säcke nur noch Alu, Weissblech und ähnliches geben, welches tatsächlich auch recycelt wird.
Klaus Nebl
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Nun zu diesem Artikel gibt es schon ein paar Details anzumerken: Noch vor dem Bürgerbegehren initiierte die Nachwuchsorganisation der CSU eine interne Befragung im Jahre 2022 um herauszufinden, wie viele Mitglieder für die Gelbe Tonne seien. Hintergrund war hauptsächlich, dass man ein Wahlkampfthema für den damaligen Bürgermeister von Sinzing Patrick Grossmann suchte, der im Wahlkampf zum Landtagsabgeordneten später stand. Der Kreistag hatte dann in seiner Sitzung vom 18. Juli 2022 mit großer Mehrheit beschlossen, das populistische Ratsbegehren der Landkreis CSU abzulehnen und die Einführung eines “gelben Systems” momentan nicht zu beschließen. Die CSU lies aber nicht nach und beschloß ein Bürgerbegehren durchzuführen. Dieses Begehren wurde von der Regierung der Oberpfalz geprüft und man kam zum Ergebnis Hauptsächlich auch, weil es viele falsche Behauptungen enthielt, was die MZ später dazu führte November folgend zu titeln “Hat die CSU für die gelbe Tonne geflunkter?” Aufgeführt wurde auf dem Zettel für die Unterschriftenliste zahlreiche Tatsachenbehauptungen, deren Wahrheitsgehalt zumindest fragwürdig waren. „Wertstoffhöfe können erhalten bleiben“ etwa – das wäre bei einer
Systemumstellung zumindest fraglich „Keine zusätzlichen Müllgebühren“
wurden ebenfalls von der CSU behauptet – und auch die Behauptung, dass
ein Abholsystem eine höhere Recyclingquote mit sich bringen würde, kann
zumindest angezweifelt werden. In folge dessen kam es dann auf Beschluss des Kreistages zu einer Bürgerbefragung. An dieser Bürgerbefragung nahmen nur knapp 20% der Haushalte im Landkreis Regensburg teil und in Summe haben sich dann 11.167 Haushalte im Landkreis Regensburg für die gelbe Tonne ausgesprochen, das entspricht 11,5% aller angeschriebenen Haushalte (ca. 97.000) im Landkreis. Ob man daher aufgrund des mickrigen Ergebnisses von einer Mehrheit für die Gelben Tonne aller Haushalte sprechen kann, ist mehr als zweifelhaft. Ich war immer gegen die Einführung der Gelben Tonne und bin gegen die Einführung der Gelben Tonne. Das weitere Geschehen bis zum Ende des Rechtstreites mögen andere beurteilen. Aber Fakt ist und bleibt: Nach der Einführungen werden die Müllgebühren ansteigen müssen (da die Mitbenutzungsgebühren in Höhe von 500.000 Euro wegfallen werden). Wertstoffhöfe werden möglicherweise geschlossen (in einem anderen Landkreis wurden fast 50% der bestehenden Wertstoffhöfe nach Einführung) geschlossen. In vielen Mehrfamilienhäusern ist gar kein Platz mehr für eine weitere Tonne. Die Sortierreinheit in der Gelben Tonne ist wesentlich geringer als beim Bringsystem. Probleme, die die CSU verschwiegen hat aber sehr wohl wusste. Klaus Nebl, Kreisrat im Landkreis Regensburg
Wilfried Süß
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Nicht jeder Landkreisbürger bewohnt ein Einfamilienhaus oder hat einen Bauernhof. Wir wohnen in einer Straße in Hanglage, Gehsteig und parkende Autos einseitig. Von den 42 Haushalten, sind 36 in Mehrfamilienhäusern, davon wiederum 21 in den drei 7-Parteienhäusern. Die erforderlichen Restmülltonnen sind ordentlich teilweise in Stützmauern integriert oder in Müllboxen untergebracht. Die Papiertonnen, die bereits vor Jahren dazukamen, stehen irgendwo herum – oft in den Garagen, wo sie nicht hingehören. Einen Tag vor der jeweiligen Leerung werden die Tonnen auf dem Gehsteig oder auf den Garagenvorplätzen bereitgestellt und tags darauf geleert wieder verräumt. Während dieser Zeit müssen besonders Schulkinder, Kinderwagenschieber und Menschen mit Rollator Sommer wie Winter stellenweise auf die Straße ausweichen. Kommen nun weitere Tonnen hinzu (manche der Restmülltonnen wird dann entfallen können, weil die Fehlwürfe hoffentlich nun in die Gelbe Tonne wechseln), stehen diese an weiteren Leerungstagen auf dem Gehsteig. Die Hausbesitzer werden aber nicht ihre Stützmauern wegkompressern, um größere Nischen zu schaffen. Also werden diese attraktiv gelben, christsozialen Wunschtonnen die Vorgärten und Einfahrten dekorieren. Für viele wird dann der Weg zum Wertstoffhof (wo man kompetent beraten wird) als nicht mehr lohnend eingespart werden und Elektrogeräte, Großplastik, Batterien u. ä. werden in den verschiedenen Tonnen am Haus versteckt. Auch KW und Kreisrat Nebl haben sich angesichts dieser absehbaren Entwicklung gegen diese scheinbare Komfortlösung ausgesprochen.
Radler
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erstaunlicherweise gibt es im Landkreis Menschen ohne Auto.
herausfordern, den Müll zur Deponie zu bringen
Wilfried Süß
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@Radler
14. Juli 2025 um 21:04 | #
„erstaunlicherweise gibt es im Landkreis Menschen ohne Auto.
herausfordern(d), den Müll zur Deponie zu bringen“
Sie schaffen es aber bisher anscheinend irgendwie, die vielen Verpackungen samt Inhalt in Ihren Haushalt zu befördern. Es wäre naheliegend, die Wertstoffcontainer für die gängigen Verpackungen gleich neben den Supermärkten zu platzieren. Das Pfandleergut bringen Sie ja auch selbst zur Rückgabe dorthin.
Bert
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Gelbe Tonne hin oder her. Man kann nicht Geld für Rechtstreitigkeiten und Arbeitszeit der Verwaltung verschwenden, nur etwas über Umwege zu verhindern, weil man für eine klare Haltung zu feige ist.
Studi
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@Michinga
14. Juli 2025 um 16:37
Das PRoblem der Biotonne je Haus liegt wohl offensichtlich daran dass man es nur schwer schafft mit einem Haushalt eine ganze Biotonne zu füllen. Zudem Sie um den Müll rauszubringen eh aus dem Haus müssen, da macht es keinen Unterschied ob sie noch 100m weiter gehen.
@KW
14. Juli 2025 um 17:14
Die Recyclingquote mit gelbem Sack/Tonne ist höher. Der Anteil des Recycelten Mülls aus der gelben Tonne ist zwar niedriger als der des Recyclinghofes, allerdings ist die gesamtmenge die in der gelben Tonne landet so viel höher, dass trotz niedrigerer Quote der insgesamt tatsächlich recycelte Müll höher ist. Das liegt daran, dass man zum Recyclinghof nur das bringt wo man sich sicher ist, und im zweifelsfall doch mal was im Restmüll landet, oder aus bequemlichkeit.
@Klaus Nebl
14. Juli 2025 um 19:32
Bezüglich Recyclingquote s. @KW oben. Für die Sortierreinheit gilt dasselbe Prinzip. Es ist besser von 100kilo Müll 50kilo sortieren zu können und zu recyceln, als von 10kilo alles. Was genau ist dann das Problem das 50% der Wertstoffhöfe schließen? Sobald man den Inhalt der gelben Tonne nicht mehr wegfahren muss, sinkt die Anzahl der Besuch des Wertstoffhofes stark. Ich kann mich zum Beispiel nicht erinnern wann ich zuletzt am Wertstoffhof war, wegen einer defekten Glühbirne und ein paar Kabeln lohnt es sich nicht, die liegen aktuell noch zuhause rum bis es sich mal lohnt. Das in Mehrfamilienhäusern kein Platz mehr für eine gelbe Tonne sei, klingt fast schon grotesk. Erstens wird dadurch ein Teil des Restmülls in der gelben Tonne landen sodass man gegebenenfalls eine Restmülltonne weniger braucht. Desweiteren ist das ein schwaches Argument, denn damit kann man quasi jede Veränderung delegitimieren. Ich würde gerne ein Beispiel sehen bei dem tatsächlich KEIN Platz für eine weitere Tonne ist. Das gegebenenfalls umstrukturiert werden muss ist klar und auch immer machbar.
Bezüglich der Kosten: Die Zusatzkosten beschränken sich ausschließlich darauf den Müll abzuholen, nicht die eigentliche Entsorgung. Entsprechend liegen die Mehrkosten pro Bürger vermutlich maximal im mittleren zweistelligen Bereich pro Jahr. Gleichzeitig spart man sich etwa 50% der Wertstoffhöfe laut Ihrer Aussage. Außerdem spart man sich noch Zeit, was auch sehr wertvoll sein kann. Wenn man die Rechnung Stundenlohn*gesparte Zeit – Zusatzkosten Holsystem wird man wohl sogar auf einen positiven Betrag kommen (wenn auch nur hypothetisch).
Ich bin durchaus überrascht über Ihre Aussagen/Argumente, hätte ich diese doch eher vom rechten Spektrum erwartet.
@Wilfried Süß
14. Juli 2025 um 20:40
Dass die Papiertonne nicht ordentlich verstaut ist nach über 10 Jahren spricht eher für ein Unvermögen der entsprechenden Hausverwaltung. Eventuell wäre die Einführung der gelben Tonne ein willkommener Anlass das mal besser zu planen.
Die Mülltonnen müssen so platziert werden dass Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer nicht behindert werden. Wer das nicht beachtet handelt eben widerrechtlich.
Dass Elektrogeräte oder Batterien (kann man beides sowieso unabhängig vom Wertstoffhof abgeben) nicht mehr fachgerecht entsorgt werdne liegt meist nicht an der Bequemlichkeit der Bürger sondern Unklarheiten mit dem neuen System, zum Beispiel wenn den Bürgern nicht klar vermittelt wird, was in den gelben Sack gehört und was nicht. Zum Beispiel auch Öffentlichkeitsarbeit für alternative Entsorgungsmöglichkeiten (z.B. beim Händler, Supermarkt) führen dazu dass die Recyclingquote von Dingen die nicht in den gelben Sack gehören konstant bleibt.
KW
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@rd, sorry falls das folgende als offtopic erscheint
@Studi
14. Juli 2025 um 17:14
“Die Recyclingquote mit gelbem Sack/Tonne ist höher…”
Mein Kommentar bezog sich nicht auf einen Vergleich der Recyclingquote zwischen gelber Tonne/Sack und Recyclinghof, sondern ich versuchte darzustellen, dass exportierter Plastikmüll (also der Großteil unseres Plastikmülls), in den Statistiken als “recycelt” deklariert wird.
Was er nicht ist, sondern auf Umwegen in Ländern und Meeren ausserhalb Deutschlands landet, und dies bereits seit Jahrzehnten.
Das Recyclingsystem im Bezug auf Plastik wie es in D existiert ist für die Tonne. Es dient hauptsächlich der Plastikindustrie als Greenwashing-Vorhängeschild und weiters dazu, den VerbraucherInnen vorzugauckeln, sie würden durch das “fachgerechte” entsorgen ihres Plastikmülls die Umwelt entlasten und könnten weiter mit gutem Gewissen Plastikmüll produzieren.
Es gibt zu dem Thema eine sehr gut recherchierte Dokumentation “Die Recyclinglüge”, verfügbar in der ARDmediathek.
Klaus Nebl
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@Studi Manchmal ist es halt besser, sich zu informieren bevor man haltloses Zeugs postet. 1. Höherer Sortieraufwand = höhere Kosten beim Entsorger. 2. Wilfried Süss hat es Ihnen schon erklärt, in seinem Mehrfamilienhaus ist kein Platz für eine weitere Tonne. Die absurde Idee für solch einen Fall ist daher, sogenannte Müllinseln einzuführen, wo Bewohner ihren Plastikmüll dann bei zentralen Stellen entsorgen sollen. Mal ganz abgesehen davon, dass man auch dorthin dann Müll bringen muss (man nennt es Bringsystem, wie beim Wertstoffhof) müssen diese Müllinseln dann auch gegen Vandalismus und Tierfraß geschützt werden, sie werden also mit Sicherheit des nächtens verschlossen. 3. Die Mehrkosten entstehen dadurch, dass z.B. die sogenannten Mitbenutzungsgebühren, die der Grüne Punkt für die Mitbenutzung der Wertstoffhöfe an den Landkreis in Höhe von 500.000 Euro bezahlt, entfallen bei Einführung der Gelben Tonne und dieser Wegfall muss ja irgendwie kompensiert werden. 4. Mit der Schließung von Wertstoffhöfen bzw. der Zusammenfassung von Wertstoffhöfen ging im Landkreis Friedberg auch eine Entlassung von Wertstoffmitarbeitern einher – wenn Ihnen das egal ist, okay. Mir ist es jedoch herzlich egal, ob Sie meine Aussagen/Argumente fälschlicherweise in die rechte Ecke schieben – denn meine Argumente sind weder links noch rechts, sondern ganz einfach faktenbasierende Wahrheiten. Wir müssen daher vielmehr Systeme entwickeln, wie wir Müll vermeiden können und nicht noch mehr Müll produzieren, weil es halt vermeintlich bequem ist, ihn in der Gelben Tonne zu entsorgen. Klaus Nebl, Kreisrat im Landkreis Regensburg
michinga
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@ Studi: dann kann man auch einfach kleinere Tonnen verwenden.
Außerdem funktioniert das in anderen Gemeinden – nicht nur in Städten, sondern auch in Dörfern und zwar Bundesweit – auch.
Ich kenne einige Leute, die in RGB nicht einsehen, warum sie noch zwei Straßen überqueren sollen, um ihren Biomüll zu entsorgen. Die Mülltrennung enfällt hier also wegen des absurden Systems.
Ich persönlich frage mich bei jedem Müllgang ehrlichgesagt auch, was diese Müllpilgerei soll.
Ähnlich wahnsinnig wie die Beantragung der gelben Säcke: man muss zum Bürgerservice, um eine genau abgezählte Stückzahl gelber Säcke zu beantragen. Dann bekommt man einen Coupon mit dem man zu einem autorisierten Gelber-Säcke-Dealer gehen muss und erhält dann dort erst die begehrte Ware.
Was soll das?!?
Jakob
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“Bereits im Oktober 2021 wurde dem Umweltausschuss des Kreistags bei einem kleinen Buffet ein Gutachten dazu vorgestellt – bezeichnenderweise auf dem Gelände der Firma Meindl, die vom Bring-System profitiert und deren Inhaber den Kreisräten einen kleinen Vortrag halten durften.”
Da bleibt wie immer ein leichtes Korruptions… Äh… Lobbygeschmäckle zurück…
Daniela
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Eigentlich ist es eine Schande, dass soviel Plasikmüll entsteht. Prinzipiell Plastikverpackungen verbieten und schon hat man das Problem nicht mehr. Als es das noch nicht gab, haben die Menschen auch eingekauft. Vielleicht auch bewusster.
Und somit plädiere ich dafür, dass Supermärkte ect. den ganzen Plastikmüll vom Kunden zurück nehmen müssen. Beinhaltet der Kunde erhält beim Einkauf einen Müllbehälter ( Sack ) mit und beim nächsten Einkauf bringt er den Müll zurück.
Dann ist das Problem bei denen, die es verursachen dem Handel und im Nachgang beim Produzenten.
Vielleicht würden dann die Produzenten und Händler anfangen, den Plasikmüll und sonstigen Müll zu vermeiden.
Vielleicht braucht es dann für 100 gr. Joghurt nicht Verpackungen, die ansich schon wieder getrennt werden müssten, Deckel und Becher. Nur mal so als Beispiel, Joghurt gibt es auch im Glas. Bei Marmelade gibt’s ja auch unterschiedliche Größen. Dann das gute Pfandsystem und so weiter.
Es ist doch absurd, dass sich Konsumenten einen Kopf machen müssen, wie sie den Müll, der Ihnen durch Handel und Industrie aufgezwungen wird, wieder los werden. Und genau so absurd ist es, dass sich die Städte und Gemeinden abmühen müssen, dass Zeug ein zu sammeln.
Schafft das Problem dahin zurück, zu denen, die es verursachen. Handel und Industrie.
Zapfnmandl
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Egal, was man vom Gebaren der Landrätin halten mag: wieso schafft es ein Landkreis wie Wunsiedel, der nun nicht wirklich finanzielle Mittel hat, eine Gelbe Tonne einzuführen, die alle zwei Wochen geleert wird, aber das reiche Regensburger Umland ist dazu nicht in der Lage?
Wenn Reclay Systems GmbH nicht in der Lage sein sollte, alle zwei Wochen zu leeren, dann kann man ja einen anderen Betreiber wählen. Klappt in Wunsiedel ja auch, da macht es die KuFi.
Oder gibt es hier mal wieder irgendwelche Monopolvertäge mit Sankt Nimmerleinslaufzeit?
Tröster
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Rund 95% aller bayerischen Kommunen haben die gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack.
Die Leute dort finden auch Platz für diese zusätzliche Tonne, die Müllgebühren sind nicht exorbitant gestiegen.
Seltsam, dass das ausgerechnet im LKr Regensburg nicht funktionieren soll…
Ist vermutlich wie beim Tempolimit auf Autobahnen: funktioniert weltweit, aber nicht in Deutschland.
Studi
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@KW
15. Juli 2025 um 10:52
Ihre Empfehlung Plastikmüll in den Restmüll zu werfen und thermisch zu verwerten ist trotzdem falsch. Auch wenn nicht jeder Plastikmüll fachgerecht recycelt wird, ist jeder Plastikmüll im Restmüll gar nicht recycelt. Das ist dasselbe Argument, wie dass man Elektroautos nicht kaufen solle weil sie mit Kohlestrom laufen.
@Klaus Nebl
15. Juli 2025 um 10:58
1. Haben Sie Zahlen zu den Kosten des Sortieraufwandes? Eine kurze Google Suche meinerseits kommt auf 100-250euro pro Tonne(also 1000kg) Müll. Sie können ja selbst umrechenen was das pro gelber Tonne kostet.
2. Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen dass es tatsächlich gar keine Möglichkeit gibt die Tonne auf dem Grundstück unterzubringen. Nur weil etwas im aktuellen System nicht reinpasst heißt ja nicht das es unmachbar ist. Insbesondere sollte an solchen sehr speziellen Einzelfälle nicht das gesamte Recyclingsystem ausgerichtet werden. Dieses Argument ist einfach nur absurd, ein Totschlagargument, lässt sich auf jede beliebige Argumentation übertragen.
3. Die 500.000 bleiben aber im System Müllentsorgung. Dadurch hat ja der Entsorger zusätzlichen finanziellen Spielraum wodurch er andere Dinge entsprechend vergünstigen kann. Die Gesamtkosten des Systems Müllentsorgung ändern sich nicht dadurch dass die 500.000 nicht mehr bezahlt werden.
4. Der Wegfall von Arbeitsplätzen am Wertstoffhof ist meiner Einschätzung nach nachrangig. Bei allem Respekt sind diese Jobs nicht hochbezahlt und bringen uns insgesamt als Volkswirtschaft nicht weiter. Mit diesem Argument müsste man auch Kohlekraftwerke weiterbetreiben, bzw jegliche Automatisierung verhindern.
Ihr letzter Satz ist eine falsche Dichotomie. Nur weil ich für die Einführung der gelben Tonne bin, heißt das nicht dass ich nicht auch für eine bessere Müllvermeidung bin, ganz im Gegenteil! Ich bezweifle dass die bessere Entsorgungsmöglichkeit im gelben Sack dazu führt dass Menschen mehr Plastikmüll produzieren, zumindest für mich ist das kein Entscheidungskriterium beim Einkauf.
@michinga
15. Juli 2025 um 11:40
Für meinen Haushalt wäre eine extra Biotonne zu viel des guten. Ich kann allerdings nicht gut einschätzen wie viel der Durchschnittshaushalt/EFH an Biomüll pro Monat produziert. Ich halte eine persönliche Tonne als übertrieben, allerdings kann man vielleicht die Frequenz oder Verteilung der Tonnen anders regeln. Es gibt bestimmt einen sweet spot, sodass keiner ewig lang laufen muss (kann mir kaum vorstellen dass man irgendwo in Regensburg mehr als 100m zur Biotonne hat). Wer nicht 100m geht, geht auch nicht zur persönlichen Tonne, der größte Aufwand ist ja das “aus dem Haus gehen”.
Die gelben Säcke sollten Sie normalerweise kostenlose jedes Jahr vor der Haustür/Wohnungstür liegen haben. Nur falls ihnen die automatisch zugeteilten Rollen nicht ausreichen müssen Sie den beschriebenen Gang mit Coupon machen. Eventuell hamstern ihre Nachbarn und Sie haben nur von der letzten Lieferung nichts abgekriegt?
Studi
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@Daniela
15. Juli 2025 um 12:51
Meines Wissens zahlt die Industrie pro Plastikverpackung (verpflichtend) eine Vergütung an Müllentsorger. Die Verursacher kommen also bereits dafür auf. Das ist auch ein Grund warum das System gelber Sack nicht so teuer ist: Weil man einen Teil des Preises beim Einkauf schon mitzahlt.
Das Mehrwegglas ist Umwelttechnisch teilweise schlechter als Plastikbecher. Das liegt vor allem an der Energieintensiven Reinigung und (Rück-)Transport der (schweren) Gläser. In der CO2 Bilanz sind Mehrweggläser schlechter, allerdings sind sie zu 100% recycelbar. Ein ähnliches Thema hat man z.B. bei Plastiktüte vs Stofftüte.
Tscherno
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Und während wir in Regensburg Umlandssumpf noch streiten, in München:
https://www.awm-muenchen.de/unternehmen/projekte/gelbe-tonne
Wilfried Süß
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@Studi
15. Juli 2025 um 10:25 | #
„Dass die Papiertonne nicht ordentlich verstaut ist nach über 10 Jahren, spricht eher für ein Unvermögen der entsprechenden Hausverwaltung. Eventuell wäre die Einführung der gelben Tonne ein willkommener Anlass das mal besser zu planen.“
Danke für den wohlfeilen Rat, der Ihr minder entwickeltes Vorstellungsvermögen verrät. In Hanglagen sind die ebenen Flächen an der Straße bis zum letzten Quadratmeter ausgereizt. Die Zufahrten zu den Garagen müssen frei bleiben. Dazwischen beginnt bei etlichen Häusern die Außentreppe. Das ist alles Verkehrsraum, der freigehalten werden muss. Die Restmülltonnen stehen in den in Stützmauern angelegten Nischen oder Müllboxen. Da würde nur ein Bagger mit Bohrmeisel helfen, der des Nachbarn Mauer anknabbert, um zu Lasten dessen Gartens eine Grotte, weitsichtig gleich für zukünftig erzwungene braune und blaue Tonnen, anlegt. Was daran eine Hausverwaltung hätte ändern können, sollten Sie noch nachliefern. (Übrigens habe ich meinen Lebensunterhalt u. a. mit architektonischen Planungen bestritten).
Studi
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@Wilfried Süß
15. Juli 2025 um 14:40
Je nachdem ob es sich um ein EFH, Mehrfamilienhaus, großes Mietshaus (und auch wie groß die Wohnungen sind) handelt fällt meine Antwort natürlich anders aus. Dass ich keine konkrete bauliche Maßnahme liefern kann ist daher klar. Egal was ich sage, sie können immer behaupten: “Nein, das ist aber bei uns nicht möglich”, ohne dass ich es überprüfen kann.
Zunächst mal behaupten Sie selbst dass Sie seit 10Jahren Papiertonnen besitzen obwohl es dafür keinen Platz gibt. Anscheinend gibt es aber doch einen. Daher stellt sich die Frage warum das mit einer gelben Tonne nicht genauso klappt. Die Garage ist in meinem Umfeld häufig sogar der typische Aufbewahrungsplatz der Mülltonne, entgegen ihrer Behauptung/Meinung.
“Die Zufahrten zu den Garagen müssen frei bleiben” –> Ich kenne genug Beispiele bei denen die Mülltonne am Rand der Zufahrt der Garage steht. In der Regel ist das Einfahrtstor zur Garage kleiner als die Zufahrt, inbesondere ist das auto nochmal schmaler als das Garagentor.
“Das ist alles Verkehrsraum, der freigehalten werden muss.” –> Nein, muss nicht. Jeder kann für sich selbst überlegen welchen Raum auf seinem Privatgrundstück er als Verkehrsfläche freihalten will. Vor allem falls es ihnen um den temporären Fall der Abholung geht sehe ich dabei kein Problem, eher eine minimale unbequemlichkeit, die es ja heute mit Rest und Papiermüll auch schon gibt.
Schlussendlich sagen sie selbst dass (wenn auch mit zusätzlichem Aufwand) die Erweiterung der Nische für Tonnen machbar ist, vorausgesetzt man kann sich mit dem Nachbarn über dessen Garten einigen. Ironischerweise: Hätten Sie es damals schon für die Papiertonne gemacht hätten wir jetzt gar kein Problem (da die gelbe Tonne nun an dem Platz stehen könnte wo zur Zeit die Papiertonne steht). Mit ihrem sarkastischen Kommentar zur braunen und blauen Tonne liefern Sie also Argumente gegen sich selbst.
Eine Hausverwaltung hat meiner Auffassung nach die Aufgabe die Verwaltungstechnischen Probleme des Hauses zu regeln, z.B. die Müllentsorgung, also sich zu überlegen wie man Mülltonnen sinnvoll verstaut.
P.S.: “wohlfeilen Rat” und “minder entwickeltes Vorstellungsvermögen” sind nur ad hominem Argumente.
Wilfried Süß
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@Studi
15. Juli 2025 um 15:52 | #
Anstelle mich auf Ihre praxisfremdem Ausführungen weiter einzulassen, spende ich den Platz in rd gerne für weitere Beiträge.
KW
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@Studi
15. Juli 2025 um 10:52
“…Auch wenn nicht jeder Plastikmüll fachgerecht recycelt wird, ist jeder Plastikmüll im Restmüll gar nicht recycelt. Das ist dasselbe Argument, wie dass man Elektroautos nicht kaufen solle weil sie mit Kohlestrom laufen.”
Langsam wird’s absurd mit Ihren Argumenten. Wie ich schon mehrfach schrub, was in der gelben Tonne landet, landet mit Verzögerung in den Weltmeeren, die Recyclingquote die Sie da hochhalten stimmt vorne und hinten nicht.
Ich fahre übrigens ein BEV und würde diesbezüglich niemals solch einen Schwachsinn erzählen, den Sie mir in den Mund legen.
P.S. Mal ein Daumen hoch für einen Beitrag von Daniela
MarcusAntonius
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Geschichtlich ist es so wie der User @Klaus Nebl geschrieben hat: die CSU hat sich “eine Sau ausgesucht, die man durchs Dorf treiben kann”, wie man so schön sagt. Der damalige JU Vorsitzende Hoheisl hat das Thema getrieben (weil es ja keine anderen Probleme gab), die CSU Granden Aumer, Grossmann u.a. haben sich zum Kaspar gemacht, um ein lächerliches Foto mit Gelben Tonnen vor dem Landratsamt zu schießen und um sich an einem eigentlich belanglosen Thema zu profilieren. Nachdem es im Landkreis jahrzehntelang unter einem CSU-Landrat keinen Bedarf für Gelbe Tonnen gegeben hat, versuchte man halt krampfhaft, ein Thema zu finden, um überhaupt die CSU wieder ins Gespräch zu bringen und um der Landrätin eins reinzudrücken. Das war einfach nur eine ganz lächerliche Aktion der CSU.
Inhaltlich leidet die Diskussion unter den verschiedenen Szenarien (Mehrfamilienhaus vs. Einfamilienhaus, Stadt vs. Land,) und den persönlich erlebten Situationen, so dass jeder das für sich passende Beispiel herausziehen kann.
@Studi
Ich glaube, Sie haben keine relevante Wertstoffhoferfahrung, sonst wüssten Sie, dass dort viele Dinge entsorgt werden, die nicht in eine Gelbe Tonne gehören (z.B. Eleketrokleinteile, Metall, Bauschutt, etc. ….) und für die Restmülltonne zu sperrig sind. Und sie haben noch nicht in einer Einfamilienhaussiedlung gewohnt, sonst würden Sie bzgl. der Abstellplätze von Mülltonnen nicht so faktenfrei und weltfremd diskutieren. Hier hat der User @Wilfried Süß bereits alles dazu geschrieben. — Und mir kommt es vor, als seien Sie ein Teil der JU (zugegeben: sehr spekulativ, es würde aber vom Stil und dem Eifer in der Diskussion passen).
Daniela
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@Studi
15. Juli 2025 um 14:12 | #
Es wird immer ein Argument geben, dass Plastikumverpackungen sinnvoller wären.
CO2 Bilanz, aha, ist aber nicht das einzige Kriterium, woran Umweltverträglichkeit fest gemacht wird.
Das ist im Großen und Ganzen die Argumentation der Industrie. Es muss immer noch lohnender sein, 100 gr. Käse. mit Trennung und Verpackung zu produzieren, als darauf zu verzichten.
Sorry, man kann ja noch nicht einmal lose Äpfel kaufen, ohne dass einen die Plastiktüte erwartet. Was glauben Sie, wie merkwürdig einen die Verkäuferin an der Kasse ansieht, wenn Sie 2 kg Äpfel lose aufs Band legen!
Und dann machen Sie das mal Samstag um 10 beim größten Einkaufsandrang.
Wissen Sie, es gäbe für manche Probleme sinnvolle Lösungen, aber eben nicht, wenn man nicht zur Ursache ( die Wurzel des Übels) des Problems kommt.
Und noch etwas, ich habe Einkaufstaschen aus dem Nachlass meiner Großmutter. Die hatte diese Taschen einst selbst noch genäht. Die sind 50 Jahre in Gebrauch. Glauben Sie das schafft eine Plastiktüte?
Schwan68
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@KW
“…sondern ich versuchte darzustellen, dass exportierter Plastikmüll (also der Großteil unseres Plastikmülls), in den Statistiken als “recycelt” deklariert wird.
Was er nicht ist, sondern auf Umwegen in Ländern und Meeren ausserhalb Deutschlands landet, und dies bereits seit Jahrzehnten.”
Dafür haben Sie sicher links!?
Nur nebenbei, bei uns in der Gegend sind die braunen Tonnen meist nur zu einem Fünftel gefüllt. Keine Ahnung woran das liegt. Müllabfuhr kostet seit det Einführung aber um einiges mehr.
Michael
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Grundsätzlich finde ich den Umstieg auf die gelbe Tonne für den Landkreis. eine gute Sache. Es ist sicherlich viel umweltgerechter, wenn ein Auto alle Haushalte abfährt, als daß jeder Haushalt selbst mit dem Auto zum Werkstoffhof fährt. Abgesehen davon dass nicht jeder Bürger im Landkreis ein Auto besitzt und die Wege zum nächsten Hof oft weit sind.
Studi
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@KW
15. Juli 2025 um 16:51
Ich erkläre es Ihnen: Wenn Sie nichts in die gelbe Tonne schmeißen kann nichts recycelt werden. Wenn Sie etwas in die gelbe Tonne werfen, kann es recycelt werden. Wenn ein Teil davon in den Weltmeeren landet ist das Prinzip gelbe Tonne damit nicht schlecht, sondern die Weiterverarbeitung. Sollten Sie weiterhin alles in den Restmüll schmeißen werden wir nie dahin kommen alles zu recyceln. Die Analogie zu den Elektroautos: Wenn Sie kein Elektroauto haben (sondern Verbrenner, z.B. wegen des hohen CO2 Rucksacks des BEV+schlechter Strommix), können sie nicht CO2-frei fahren. Wenn Sie mit einem Elektroauto fahren kann es CO2-frei passieren (je nach Strommix). Wenn ein Teil des Stroms aus Kohle gewonnen wird ist das Prinzip Elektroauto damit nicht schlecht, sondern unsere Stromproduktion (die noch nicht Entkarbonisiert ist). Sollten Sie weiterhin Verbrenner fahren werden sie sich nie CO2-frei fortbewegen können.
Indem Sie das Argument mit den E-Autos als “Schwachsinn” betiteln, lässt sich damit auch übertragen dass ihr Argument gegen die gelbe Tonne “Schwachsinn” ist.
Insbesondere kann man unabhängig von Hol- oder Bringsystem dafür kämpfen und sich dafür einsetzen dass weniger Plastikmüll im Ozean landet, ich dachte das müsse ich nicht dazu sagen.
@Daniela
15. Juli 2025 um 18:43
Ich fürchte Sie haben nicht bemerkt dass ich absolut ihrer Meinung bin. Ich wollte Sie nur dafür sensibilisieren dass nicht Automatisch Mehrwegglas oder Stofftasche besser ist als Plastikbecher oder Plastiktasche. Ich habe zum Beispiel soweit ich mich erinnere noch nie in eine Plastiktasche im Supermarkt gekauft (auch keine Stofftasche). Zu dem Thema: Eine Stofftasche ist erst ab 50-100 Nutzungen Umweltschonender als eine Plastiktasche. Falls man an der Supermarktkasse also unbedingt noch eine kaufen muss macht es einmalig oft Sinn zur Plastikvariante zu greifen (besser natürlich man hätte die eigene dabei).
@Markus Antonius
15. Juli 2025 um 17:54
“Ich glaube, Sie haben keine relevante Wertstoffhoferfahrung, sonst wüssten Sie, dass dort viele Dinge entsorgt werden, die nicht in eine Gelbe Tonne gehören” → Bitte basieren Sie Ihre Argumentation nicht sofort auf falschen Mutmaßungen. Ich war bereits oft genug am Wertstoffhof, sowohl in Regensburg als auch im Umland. Daher weiß ich auch wie oft man da hin muss, wenn man den Müll fachgerecht entsorgen will. Ich habe schon persönlich große wie kleine Elektrogeräte, Glühbirnen, Sperrmüll, Altmetall, etc entsorgt.
“Und sie haben noch nicht in einer Einfamilienhaussiedlung gewohnt, sonst würden Sie bzgl. der Abstellplätze von Mülltonnen nicht so faktenfrei und weltfremd diskutieren.” → Auch falsch, daher ziehe ich ja meine Beispiele: In der Garage und in der Einfahrt stehen die Tonnen an die ich als erstes denke. Das Beispiel wo Sie in der Garageneinfahrt stehen würde Herr Süß vermutlich als Verkehrsfläche bezeichnen, da dort keine weitere Freifläche vor dem Haus außer der Einfahrt und dem Eingangspodest zum Haus existiert.
Die Parteipolitischen spielchen in der Diskussion versuche ich soweit wie möglich rauszuhalten weil ich Sie für irrelevant in der Sache halte. Mir geht es mehr um Umweltschutz, Klimaschutz und Zukunftsfähige, progressive Ideen. Insbesondere können Sie davon ausgehen, dass ich nicht Teil der JU bin.
@Alle
Abschließend noch ein Gedankenexperiment: In welcher Welt wollen Sie lieber Leben. In der mit einem funktionierenden Bring-System? Oder einem funktionierendem Hol-System? Was glauben Sie wäre in Bezug auf Automatisierung, Komfort, Wertschöpfung für unsere Gesellschaft effizienter?
In meinen Augen ist es das Hol-System und der unvermeidliche erste Schritt zu einem funktionierenden Hol-System ist es überhaupt erst mal einzuführen (notwendigerweise). Hier besteht wieder obige Analogie zum E-Auto.
Andreas
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Meine Güte ist das Ganze peinlich. Die gelbe Tonne gehört eingeführt. Jeder der von außerhalb bei uns zu Besuch ist lacht darüber, das wir mit dem am meisten anfallenden Müll zum Wertstoffhof rennen müssen. Dort laufen zig Autos um ein paar Joghurt Becher weg zu bringen. Dann diese Augenwischerei von der Trennung. Der Mensch ist eine super Fehlerquelle und ist auch oft gar nicht mehr in der Lage die Materialien voneinander zu entscheiden. Am besten werden die Materialien vorher noch mit Frischwasser abgespühlt, weil man es ja nicht so schnell zum Wertstoff schafft und das Zeug Zuhause zu stinken anfängt. Man kann sich nur noch an den Kopf fassen. Wozu braucht man eigentlich überhaupt Volksabfragen wenn im Nachhinein eh alles gekippt wird. Tolle Demokratie!
Daniela
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@ Studi
15. Juli 2025 um 22:06 | #
Schön, dass wir uns prinzipiell einig sind, dass weniger Plastik, die bessere Alternative ist.
Ich weiß auch nicht so konkret, wo das Problem ist zum Einkauf immer Stofftaschen mit zu nehmen. Bzw. es gibt nur noch Stofftaschen an der Kasse zu kaufen.
Wir müssen uns des Problems, bzw. der Ursachen, für den Bedarf an Gelben Tonnen klar werden.
Waren werden doch mit Grund in Plastik verpackt. Der Grund ist nicht, dass dem Kunde das Einkaufen leichter gemacht wird. Der Grund ist Transport und Lagerung. Weniger Gewicht und leichter zu transportieren.
Eigentlich könnten jegliche Obst und Gemüse lose verkauft werden, aber es wird in Plastik gewichtsweise verpackt.
Sobald der Kunde derart verpacktes stehen lässt, wird sich der Händler Kopf darüber machen.
Wir sind als Kunden doch das Zünglein an der Waage!
Und wir bräuchten keine gelben Tonnen, wenn wir die Finger von den in Plastik umverpackten Waren lassen würden.
Aber statt dessen sind wir Teil des Problems und ärgern uns jetzt darüber, dass wir den Plastikmüll, den wir nach Hause tragen, wieder weg bringen müssen. Und uns keiner das Zeug vor der Tür abholt.
Wie oft höre ich von älteren Verwandten, dass die abgepackten Waren meist zu viel ist. Man kann genau so gut mit eigenen Behältnis an Wurst oder Käsetheke gehen.
Und einige tun das mittlerweile auch, mit dem Vorteil, sie müssen weder Lebensmittel, weil zuviel, noch Plastik entsorgen.
Und ich bin nach wie vor der Auffassung, dass Umverpackung von denen zurück genommen werden sollten, die es in den Verkehr bringen.
Und wenn man eh zum Einkauf muss, kann man den Müll ja gleich abgeben. Bei Pfandgut funktioniert es ja auch.
Die Sammelstelle wäre dann zentral beim Händler und der ist dafür zuständig, dass die Abholung funktioniert.
Zudem würden voraussichtlich Händler darüber nachdenken, wie man das Problem vermeiden kann und damit auf die Hersteller einwirken würde.
Michael K.
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Ich wohne jetzt schon seit mehr als 16 Jahre nicht mehr in Regensburg. Meine neue Heimat hier in NRW hat bereits vor mehr als 10 Jahren die Gelbe Tonne eingeführt – mit Erfolg. Die lästigen, billigen Plastiksäcke, die nur zu gerne vom Winde verweht wurden, sind stabilen Tonnen gewichen, die ein deutliches mehr an Plastikmüll aller Art aufnimmt.
Die ablehnenden Argumente, die hier geäußert werden, entsprechend so ziemlich genau den gleichen, die damals auch hier ins Feld geführt wurden.
Deshalb hier gerne ein kleiner Einblick in die Realität einer Gemeinde, die mit der “Gelben Tonne” lebt: Ganz zu Beginn: Hier heißt die “Gelbe Tonne” einfach “Wertstofftonne” – denn die darin gesammelten Materialien sind genau das: Wertvoll – und zwar alle! Sortierreinheit gibt es nicht – das regelt der Entsorger gerne selbst und kostet nicht extra. Durch die Wertstofftonne ist auch die Recyclingquote deutlich nach oben gegangen – fast schon dramatisch im Vergleich zum “Gelben Sack”! Und nein, die Müllgebühren haben sich dadurch nicht erhöht – im Gegenteil! Denn die Einnahmen, aus der Vergabe an das sammelnde Unternehmen gewonnen werden, dienen dem Gebührenhaushalt – als Bonbon obendrauf ist die Sammlung der vier-wöchentlichen Abholung auch noch kostenlos! Das mit den “fehlenden Stellplätzen” ist übrigens auch eine Mähr die gerne erzählt wurde. Um es kurz zu machen: Hier hat sich – entgegen aller Beteuerungen – doch tatsächlich überall ein Platz für die Wertstofftonne gefunden… Was für ne Überraschung! ;-))
Was auch nicht stimmt: Durch die Einführung der Wertstofftonne sind die städtischen Wertstoffhöfe nicht geschlossen worden. Ganz im Gegenteil: Diese sind wichtiger als je zuvor! Nur ein Beispiel: Hier wurde die Papiertonne 2009 eingeführt und trotzdem ist der Anteil der Papiermengen, die auf den Wertstoffhöfen abgegeben werden, gewachsen. Auch werden hier immer noch große Mengen an Wertstoffen, die z.B. nicht in die Wertstofftonne passen, an den Wertstoffhöfen angeliefert. Darüber hinaus bieten Wertstoffhöfe in der Regel auch noch für mehrere andere Abfallsorten (Bauschutt etc.) eine Annahmemöglichkeit. Gibt es denn im Landkreis Regensburg also nur Wertstoffhöfe, die ausschließlich die Materialien aus den gelben Säcken sammeln? Wenn nicht: Warum also sollten welche geschlossen werden?
Natürlich – und das gehört auch erwähnt – ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Vor allem an großen Wohnanlagen, wo es kaum soziale Kontrolle gibt, ist das Sammelergebnis schlechter als im Vergleich einer Einfamilienhaus-Siedlung. Das hat viele Gründe – und nicht immer sind die Bewohner Schuld daran. Oft trägt auch die Lage der Mülltonnen-Stellplätze dazu bei, dass vor allem die Wertstofftonne genutzt werden, um darin illegal Müll aller Art zu entsorgen. Aber alles in allem sehe ich schon einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Bring-System – von den positiven ökologischen Aspekten eines Hol-Systems will ich noch gar nicht mal sprechen.
Andreas
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@Daniela: Wenn man sich wirklich mal mit der Materie befasst merkt man schnell das der ökologische Fußabdruck von nicht oder zu schlecht verpackten Lebensmitteln deutlich schlechter ist als der von ausreichend verpackten Lebensmitteln. Das Lebensmittel nicht verschwendet oder zu schnell verderben muss an oberster Stelle stehen! Und das lässt sich über Verpackungen nunmal realisieren! Das man Kunststoffverpackungen verringern muss und unnötige Verpackung vermeiden ist klar. Aber irgendwie schweift das Ganze sehr vom Thema ab. Egal ob Wertstoffhof oder Gelbe Tonne. Das veranlasst keinen mehr oder weniger Kunststoff zu benutzen. In der EU ist die PPWR ins Rennen geschickt worden und nur über Regularien können unnötige Mengen an Kunststoff vermieden werden.
KW
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@Studi
Sie schreiben sehr viel und ich erkläre es auch gerne nochmal, aber etwas kürzer:
Plastik maximal möglich vermeiden, den kleinen Rest in den Hausmüll, Begründung schrub ich schon vorher.
Metall (Alu, Weissblech) gerne in den gelben Sack, das wird tatsächlich recycelt.
Ansonsten bei Daniela weiterlesen, bin mit ihr hier einer Meinung.
Michael B.
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Seit Jahren wird bewusst die Stimme der Bevölkerung im Landkreis ignoriert. Statt nach Alternativen und Kompromissen zu suchen, fährt man den Karren absichtlich an die Wand, frei nach dem Motto “Ich habs euch ja gleich gesagt”.
Hauptsache, man kokettiert im Dirndl von Dorffest zu Dorffest und lässt sich hierbei immer schön ablichten.
Eine Landrätin hat die Pflicht, ihre Wähler auch entsprechend zu vertreten.
Die nächste Wahl wird’s richten – aber das dürfte egal sein, schließlich sind die Bezüge ja bereits ruhegehaltsfähig.
Traurig!
Burgweintinger
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Gelber Sack?
Radler
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@ Wilfried Süß:
“Es wäre naheliegend, die Wertstoffcontainer für die gängigen Verpackungen gleich neben den Supermärkten zu platzieren. Das Pfandleergut bringen Sie ja auch selbst zur Rückgabe dorthin.”
Konstruktiv und gute Idee. Müsste hoffentlich auch an allen Supermärkten möglich sein.
Die Alternative ist unerfreulich. Einkäufe sind kleiner. Außer man will sehr oft zum Recycling fahren. Supermärkte häufig – wie in meinem Fall – deutlich besser zu erreichen. Übrigens kann ich mir für ÖPNV Nutzer vorstellen, dass Recycling nicht so toll ist mit Bus und Bahn. Erstens Erreichbarkeit der Höfe. 2. Transport umständlich und u.U. stinkend (nicht immer alles abwaschbar).
Nur mal als Anregung: Auch an Leute ohne Autos denken. Im Zweifel ist man dann doch gezwungen, Plastik… der Verbrennung zuzuführen. Je nach Umständen des Einzlfalls vor Ort
tom lehner
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Den gelben Sack könnt Ihr in die Tonne treten.
Jürgen
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Was hier rd alles darf!
Ich habe damals das “Meindl-Buffet” auf der Fachbookseite der Landkreises unter dem damaligen Bericht erwähnt und wurde sofort vom Landratsamt abgemahnt und mein Beitrag gelöscht!
Stefan, da musst du aufpassen, dass dich die Tanja nicht vor den Kadi zieht!
;-)
Wenn ich mir die Recyclingquote von unseren Wertstoffen überhaupt ansehe, dann liegen die bei unter 10%. Der Rest wird thermisch verwertet.
Wenn ich mir dabei noch ansehe wieviele Fahrzeuge täglich die Wertstoffhöfe ansteuern, drängt sich die Frage auf, wieviel Umweltbewußtsein da noch übrig bleibt.
Grundsätzlich befürworte ich eine Gelbe Tonne, die meine 8 Tonnen für die Mülltrennung ersetzen würden.
Vetterl
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Ich finde es gut, das die gelbe Tonne nicht kommt und das ganze hoffentlich auch so bleibt. Wir fahren unseren Müll seit zig Jahren in den ortsansässigen Wertstoffhof und dazu gehören auch die Teile der sogenannten gelben Tonne. Das System ist ausgeklügelt und funktioniert einwandfrei. Da ich in der gelben Tonne nicht alles entsorgen kann, muss ich trotzdem den Rest wegfahren. Also doppelte Arbeit. Dazu wird die gelbe Tonne sicher nicht kostenlos sein und benötigt zusätzlichen Platz der mancherorts nicht vorhanden ist.
Rudi Ratlos
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“Landrätin Tanja Schweiger und ihre Koalitionsmehrheit im Kreistag waren durchweg gegen die Gelbe Tonne – auch nach dem Vorstoß der CSU 2022.
…
Doch dazu kam es nicht. Die Landrätin entschied anders. Sie erließ im Alleingang eine Rahmenvorgabe für eine frühere Einführung im Januar 2025 und einen zweiwöchigen Abholrhythmus. Damit nahm Schweiger einen Rechtsstreit mit Reclay in Kauf, den der Landkreis letzte Woche verlor. Ob die Gelbe Tonne nun jemals kommt, bleibt offen.”
—-
Mit dieser Vorgehensweise hat die Landrätin letztlich ihren Willen durchgesetzt, wenn auch mittels einem taktischen Zick-Zack Kurses und mit den Gerichtskosten des verlorenen Prozesses.
Burgweintinger
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Jürgen, bitte um Quellenangabe, wo man die Recyclingquote unserer Wertstoffhofe nachlesen kann.
Studi
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@Burgweintinger
17. Juli 2025 um 07:06
Hier eine verlässliche Sekundärquelle dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Verwertung_von_Kunststoffabf%C3%A4llen#Deutschland
17% tatsächlich recycelt, 10% Ausschuss aufgrund von Verschmutzung (insgesamt landen also 27% in Aufbereitungsanlagen), 60% verbrannt, 13% Export.
Es ist anzumerken dass die hohe thermische Verwertung trotzdem Sinn ergeben kann. Um bei der gewöhnlichen Müllverbrennung einen passablen Heizwert zu erreichen könnte man sonst alternativ vortrocknen oder noch effektiver Biomüll aussortieren. Ist das nicht möglich kann bei Mülltrennung die Plastikmenge gesteuert werden, damit nie unnötig viel Plastik mitverbrannt wird. Andere Thermische Verwertung kann aufgrund des hohen Brennwerts in Anwendungen wo dieser hohe Brennwert notwendig ist mithilfe des Plastikmülls erzielt werden (und man kann auf andere fossile Energiequellen verzichten). Es wäre möglich die Quote des tatsächlich recycelten Plastikmülls noch weiter zu steigern durch effizientere Anlagen, andere Brennstoffe zur Heizwertsteigerung, etc.
Es ist klar das die Verbrennung von Plastikmüll allgemein nicht wünschenswert ist. Jedoch ist es auch falsch zu behaupten dass der Plastikmüll vom Entsorger aus Bequemlichkeit verbrannt wird und eine Vorsortierung daher unnötig wäre.
@KW: An den Zahlen lassen sich auch Mutmaßungen anstellen wie viel des Plastikmülls im Meer landet. 13,3% werden exportiert wobei davon wiederum nur ein Bruchteil in diejenigen Länder exportiert wird die im Verdacht stehen große Mengen im Meer zu entsorgen (die genauen Mengen können dabei immer nur Schätzungen sein). Das soll nicht die einhergehenden Umweltschäden durch Plastik im Meer relativieren, sondern nur das Verhältnis der schon heute erreichten Recyclingquote zu Entsorgung im Meer aufzeigen, die sich in Zukunft hoffentlich nur verbessern wird.
@Vetterl
16. Juli 2025 um 18:58
“Wir fahren unseren Müll seit zig Jahren in den ortsansässigen Wertstoffhof und dazu gehören auch die Teile der sogenannten gelben Tonne.” –> Nur weil sie etwas schon lange machen, ist das kein Argument dass es gut ist (naturalistischer Fehlschluss). Im Gegenteil könnten Sie sich mit gelber Tonne einige Fahrten eventuell sparen.
“Das System ist ausgeklügelt und funktioniert einwandfrei.” –> Was lässt Sie zu der Annahme kommen, dass die gelbe Tonne weniger ausgeklügelt wäre und einwandfrei funktioniert?
“Da ich in der gelben Tonne nicht alles entsorgen kann, muss ich trotzdem den Rest wegfahren. Also doppelte Arbeit.” –> Ich gehe davon aus dass Sie ihren Plastikmüll zuhause zunächst sammeln bevor sie ihn wegbringen. Diesen können sie genauso gut auch in der gelben Tonne sammeln, sparen sich zusätzlich noch Sortierarbeit. Die Fahrten zum Wertstoffhof können dadurch nur weniger werden. Hypothetisch könnten Sie auch alles beim alten lassen und genau dann wenn Sie zum Wertstoffhof fahren würden den Müll für die gelbe Tonne dort einwerfen (bei sich zuhause) und anschließend in den Wertstoffhof fahren (für den Rest). In keinem Fall ergibt sich ein effektiver Mehraufwand.
Burgweintinger
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Danke Studi,
aber das ist trotzdem ein Riesenunterschied zu dem, was Jürgen schreibt.
Daniela
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@ KW
15. Juli 2025 um 10:52 | #
Verehrter KW, es erscheint mir plausibel, dass wir bezüglich der Thematik Recycling von Plastikmüll ( gibt ja eine Menge unterschiedliche Verbandstoffe, die unterschiedlich ‘recycelt ‘ werden müssen, bzw. gar nicht recycelt werden können) einer Meinung sind, wir haben die gleiche/ vermutlich gleichen Quelle/n.
Also kann man nur weiter versuchen, zu sensibilisieren.
Für viele Menschen ist das Wort recycelbar eine Art ‘Alibi ‘. In dem Fall, gelbe Tonne auf, gelbe Tonne zu, Problem gelöst . Das dem nicht so ist, wurde schon in mehreren kritischen Reportagen aufgearbeitet.
Mir tut das immer so leid, weil die wenigsten verstehen, dass wir alle diesen Recycling- Wahnsinn doppelt und dreimal zahlen. Bei der Herstellung, beim Gebrauch und mit der Weltgesundheit.
Im Grunde genommen laufen wir alle Gefahr Mikroplastik mit der Nahrung aufzunehmen.
Aber die Wurst und der Käse ist ja so lange haltbar! Ich verstehe die Menschheit nicht mehr.
Jürgen
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@Burgweintinger:
Sie dir die Sendung und den dazugehörigen Faktencheck an:
https://www.zdf.de/assets/faktencheck-vom-27-mai-2025-100~original?cb=1748380565049
Es sei angemerkt, dass man eine “thermische Verwertung” auch eine Verwertung ist, aber halt kein recycling.
Jürgen
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Ein paar Fakten aus der Sendung:
12% der Verpackungen bestehen aus Rezyklate, mit eingerechnet sind die PET-Rezyklate.
Echte Kreislaufwirtschaft wäre technisch und organisatorisch möglich, aber sie muss sich gegen die Interessen der großen linearen Plastikproduzenten behaupten. Und das kann sie nur, wenn die neue Bundesregierung, die EU, die Weltgemeinschaft ernst macht damit, ein “Unlevel-Playing-Field” zugunsten nachhaltiger Kohlenstoff-Kreislaufführung zu schaffen – per Plastiksteuer & Co.
Bei 60 USD pro Barrel Rohöl und einem weltweit massiv forcierten Ausbau der Neuwareproduktion – seriöse Prognosen gehen von einer Steigerung bis 2040 auf über 1 Milliarde Tonnen Neuplastik pro Jahr aus – wird kaum ein Investor bereit sein, die Mittel zu mobilisieren, die es braucht, um bei der Lösungstrias “Reduce – Reuse – Recycle” wirklich voran zu kommen.
Bei dieser Faktenlage hilft nur eine gute Portion Galgenhumor (Danke ZDF) – und die Überzeugung, dass gallische Dörfer schon ganz andere Übermächte aufzuhalten vermochten.