Aschermittwoch meets Kapitalismuskritik

Eintausend und ein Grund für Kritik

Auch dieses Jahr luden der DGB, Soziale Initiativen, die Stiftung Arbeit und Leben Bayern, attac, pax christi, GEW und ver.di.zum bildungs- und sozialpolitischen Aschermittwoch in den Leeren Beutel. Zwischen Fischsuppe und marxistischem Duktus war auch Raum für Diskussion.
Fordert von den Gewerkschaften mehr Systemkritik: Wolfgang Veiglhuber. Fotos: Liese

Fordert von den Gewerkschaften mehr Systemkritik: Wolfgang Veiglhuber. Fotos: Liese

Bertolt Brechts „Mac The Knife“ tönt von der Bühne, als der bildungs- und sozialpolitische Aschermittwoch im leeren Beutel beginnt. Ein Zitat von Brecht ist es auch, welches das Motto des DGB-Abends bildet: „Und der Arme sagte bleich, wär‘ ich nicht arm, wärst du nicht reich!“ Im rustikalen Ambiente, in dem der Duft von Fischsuppe wabert, begrüßt Manfred Hellwig, Verdi-Bezirksvorsitzender in der Oberpfalz, die etwa 80 Gäste, die zu einem politischen Aschermittwoch der etwas anderen Art gekommen sind. Denn im Gegensatz zu den Aschermittwochs-Veranstaltungen der großen Parteien wolle man hier nicht sehen, „wer am lautesten schreit“, sondern vor allem Inhalte vermitteln. Das Auditorium ist aufgefordert, den Kopf einzuschalten und mitzudenken, statt sich bloß berieseln zu lassen – ein in Anbetracht der Stammtisch-Events von CSU & Co. erfrischender, aber für den einen oder anderen auch irgendwie anstrengender Gedanke.

„Warum dieses grundsätzliche Vertrauen in den Staat?“

Wolfgang Veiglhuber vom DGB Bildungswerk Bayern, der als Hauptredner geladen ist, lässt bei seinem Vortrag dann auch von vornherein keine Zweifel daran, worum es ihm geht. „Umverteilen“ ist sein Thema, nicht etwa „umFAIRteilen“, wie ein breites Bündnis aus Gewerkschaften und anderen politischen Organisationen seit 2012 die Forderung nach einer Vermögenssteuer formuliert. Davon hält Veiglhuber nicht viel: „Fehlt es dem Staat wirklich an Geld, um Gutes tun zu können? Braucht er ausgerechnet eine Vermögenssteuer? Warum werden systemische Fragen nie diskutiert, warum herrscht ein grundsätzliches Vertrauen in den Staat und seine Konzepte?“ In marxistischem Duktus schlägt Veiglhuber den Bogen von der Frage, warum Kapitalismuskritik überhaupt notwendig sei, über das Einmaleins des „Kapitals“ bis hin zu den Schlüssen, die die Gewerkschaften aus alledem ziehen müssten. „In Struktur, Sinn und Zweck hat sich der Kapitalismus nie verändert. Krisen sind nicht kritikwürdig. Der Kapitalismus in seinem Normalverlauf ist es, was zu kritisieren ist.“ Die Gewerkschaften täten dies allerdings schon lang nicht mehr. Grundsätzliche Diskussionen würden zum Teil gar nicht mehr geführt. „Wir brauchen interne Theoriedebatten zur Staatsfrage“, formuliert Veiglhuber. Schließlich gäbe es „eintausend und einen Grund, um Kritik zu üben“.

„Lohnarbeit ist das zentrale Armutsrisiko“

Solch markige, aber immer ruhig vorgetragene Formulierungen sind es, die viele im Publikum davor bewahren, ob der sehr theoretisch gehaltenen Ansprache Veiglhubers den Kopf abzuschalten. „Welche Absurdität ist es, dass wir 2013 die Debatte führen, ob man von seinem Lohn leben können muss?“, „Lohnarbeit ist das zentrale Armutsrisiko“, oder, „Immer, wenn man den Sozialstaat braucht, ist er zu teuer.“ Wiederholt betont der Referent, wie wichtig es ihm ist, nicht moralisierend verstanden zu werden. „Ich rede nicht in Kategorien wie ,gut‘ und ,schlecht‘. Es geht um Strukturen. Auch der gute Arbeitgeber schafft schließlich keinen Arbeitsplatz, wenn es sich nicht rechnet.“ Als Veiglhuber zum Ende gekommen ist, gibt es erstmal die Fischsuppe, die sich olfaktorisch schon seit mehr als einer Stunde ankündigt.

Die Angst der Gewerkschaft vor Mitgliederschwund

In der anschließenden Diskussion bietet vor allem die Überzeugung Veiglhubers, man müsse die Debatte abseits moralischer Kategorien führen, dann auch den größten Sprengstoff. Man könne die Massen, die gebraucht werden, um etwas zu verändern, nicht durch die x-te Auflage marxistisch-theoretischer Vorträge gewinnen, sondern nur durch das Stellen der Gerechtigkeitsfrage, merkt ein Zuhörer an. Der Mensch sei nun einmal ein moralisches Wesen. Veiglhuber hält angriffslustig dagegen: „Ich weiß ja nicht, in welchen Kreisen du dich bewegst, aber bei uns sind solche rein auf theoretischer Basis geführten Debatten äußerst selten.“ Eine Zuhörerin von der GEW kritisiert, die Forderung nach einer Überwindung des Kapitalismus habe noch nie für Mitgliederzuwachs in den Gewerkschaften gesorgt, der doch so dringend notwendig sei. Letztlich käme es vor allem auf eine starke Interessenvertretung innerhalb des Systems an. Da wird Veiglhuber deutlich: „Ich finde das absolut unfair, diese Dinge gegeneinander aufzuwiegen. Das ist ein Totschlagargument, das dulde ich so nicht.“ Letztlich macht die Diskussion den Abend, der insgesamt doch eher an ein Seminar zum Thema Kapitalismuskritik erinnert als an eine Aschermittwochs-Veranstaltung, doch noch ausgesprochen lebhaft. Zweifelsohne stimmen die meisten im Saal mit den von Veiglhuber hervorgebrachten Kritikpunkten überein. Aber ein Hauch mehr Moralisieren, ein Stückchen mehr Polemik und Feuer hätte sich der ein oder andere sicherlich trotzdem gewünscht. Eine Besucherin übernimmt das dann kurzerhand selbst und fasst den Abend mit „Abschaffen statt Umverteilen!“ zusammen. aschermittwoch2Auf der Bühne spielt das für die musikalische Untermalung zuständige Duo unterdessen „Imagine“ von John Lennon: „You may say I am a dreamer, But I’m not the only one , I hope someday you’ll join us, And the world will be as one…“

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Kommentare (23)

  • Andreas Schmal

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    Das war kein DGB Abend. Der DGB ist Mitveranstalter gewesen, gemeinsam mit Soziale Initiativen e.V., Arbeit und Leben Bayern, attac, pax christi, GEW und ver.di.

    Andreas Schmal
    DGB Regensburg

  • Stefan Aigner

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    @Andreas Schmal

    Sorry. Das haben wir korrigiert.

  • Joachim Datko

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    – Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft! Die Grundversorgung wird für Bedürftige per Gesetz gesichert.

    – Ich bin selbst als Kind in einem kommunistischen Land, vor Lebensmittelgeschäften stundenlang angestanden, nie wieder Kommunismus, nie wieder Marxismus, nie wieder Planwirtschaft.

  • Eleonore

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    Es gibt in Bayern den Spruch : Zweng zum Lebn und zfui zum Sterm – das ist das, was Sie als Grundversorgung bezeichnen, Herr Datko___Spätestens seit der HartzVier Gesetzgebung kann von „sozial“ nicht mehr so sehr die Rede sein in dieser Marktwirtschaft___Ich weiß das, denn ich habe – mit Sohn – einige Jahre davon leben müssen! Hätte ich nicht sehr starke Nerven, eine gute Anwältin und viel Hilfe gehabt, ich wär untergegangen!

  • Joachim Datko

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    Die Höhe des Hartz IV Regelsatzes ist von den Politikern abhängig

    Zu Eleonore 14.02.13 – 15:57

    Wer der Meinung ist, dass der Hartz IV Satz zu niedrig ist, kann bei den Wahlen entsprechende Parteien wählen.

    In einem nächsten Schritt sollte die europäische Gemeinschaft für die Menschen in der europäischen Union eine finanzielle Grundversorgung gesetzlich festlegen.

    In einem übernächsten Schritt sollte weltweit eine finanzielle Grundversorgung auf gesetzlicher Basis angeboten werden.

  • uli teichmann

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    Also, jetzt wissens wirs genau
    wer sagt “ ich verkaufe meine Arbeitskraft“ will die DDR zurück
    richtiger wäre wohl „ich werde für meine Arbeit bezahlt“
    komisch daß der Amerikaner bzw Engländer sagt „I hire a hand“ (ich miete mir eine Hand) und meine Oma zahlte, wenn sie nicht alleine fertig wurde „eine Kraft“. In dieser Logik wäre auch nicht- mehrwertschaffende Arbeit nichts Wert. Dann müßte man auch verlangen „Sche..ß Arbeit schlechter Lohn“. Schlecht für Verdi.
    Darwinismus ist ein Naturgesetz, also braucht man die Begriffe naturwüchsig( Marx für gesellschaftlich vom Menschen gemacht) und natürlch nicht mehr unterscheiden.
    Also gibt es nur noch Sachzwänge!
    Auch braucht man wohl zwischen Empathie, Mitgefühl und Moral nicht mehr unterscheiden. Tauschwert und Gebrauchswert, Geld als Zahlungsmittel und Geld als Kapital sind wohl auch dasselbe.
    Vielleicht hilft ja da die alte türkische Weisheit „Geld muß tanzen wie ein Derwisch“ weiter.
    Man sollte dem Referenten dankbar sein.
    Uli Teichmann

  • erik

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    Das einzigste was meiner Meinung in Deutschland seit der Jahrtausendwende wirklich wächst, ist die Anzahl der Suppenküchen und Tafeln und die Anzahl der Menschen die sich dort anstellen müssen um über die Runden zu kommen und die Zahl der Menschen die sich kein Dach über dem Kopf mehr leisten können. Auch die Altersarmut wird ein noch nie dagewesenes Ausmaß annehmen. Die Agenda 2010 Politik bzw. Hartz-Reformen haben ihren Teil dazu beigetragen!

  • Harald Klimenta

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    bei attac waren wir uns dahingehend einig, dass die art der analyse „technokratisch“ genannt werden kann und nicht geeignet ist, menschen mitzureißen und aus ihrem frust herauszubekommen. die diskussion war diesbezüglich bezeichnend, da der referent mit schneidender pedanterie auf besuchern des abends rumhackte und vielleicht nicht einmal wahrnahm, damit irgendetwas falsch zu machen. was er sagte, war ja auch meist überhaupt nicht falsch, aber wenn in einer solchen situation nicht gesehen werden kann (weil es auch jenseits der eigenen analysemethode und herangehensweise liegt), welche wirkung welche worte haben, dann ist der referent schlecht. mir kam es überhaupt zum ersten mal in solchen kreisen grotesk vor, wie der referent die bürger im saal „du“tste. nach einem ganz netten vortrag ein veritabler absturz – als lebendig würd ich die diskussion nur bezeichnen, weil in den menschen herzen schlugen – rüber kam davon nichts.

  • Joachim Datko

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    Zu erik 14.02.13 – 21:04 :

    Die Versorgung in der Bundesrepublik ist sehr gut. Man denke nur an die vielen großen Lebensmittelgeschäfte in Regensburg.

    Ein Großteil der Menschen ist zu dick, sie essen mehr als ihnen gesundheitlich bekömmlich ist.

    Siehe: http://inframed-online.de/
    „Wie in vielen anderen Ländern hat in Deutschland die Prävalenz von Übergewicht in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich, da Übergewicht die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten begünstigen kann.“

    Ich habe mich einmal gegenüber Mitfahren im Bus verwundert über mehrere stark übergewichtige Frauen geäußert. Der Kommentar von einer Mitfahrerin: „Die Frauen fahren zur Lebensmittelausgabe der Tafel“. Ein anderes Mal schrieb ich auf der Internetseite der Passauer Neuen Presse einen bissigen Kommentar zur Lebensmittelverteilung der Tafel. Ein Herr antwortete und schrieb, sein Garten liege auf dem Weg zur Tafel und diene zur Entsorgung eines Teils der erhaltenen Lebensmittel, er kann mich verstehen.

  • stimme aus dem off

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    Es ist immer erheiternd zu sehen, dass es noch Leute wie Herrn Veiglhuber gibt, die im letzten Jahrhundert nicht mitbekommen haben, dass der Marxismus/Sozialismus krachend im Feldversuch DDR gescheitert ist.

    Damit will ich nicht sagen, dass bei uns derzeit alles zum Besten gestellt wäre, ganz im Gegenteil, die selbsternannten Eliten haben jedes Maß und Ziel verloren, aber bei uns wird schon auf sehr hohem Niveau gejammert.

    Was wir brauchen ist ein Mindestlohn zwischen 8,50 und 9,00 Euro und einen „angemessenen“ Steuersatz für Einkommen über 150000 Euro für Singles bzw. 300.000 Euro für Paare.

    Wir brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit im Zeitarbeitsbereich ab der zweiten Einsatzwoche.

    Was wir brauchen sind bessere Bildungschancen für ALLE Kinder mit Kita-Pflicht ab 4 im für alle kostenlosen Kindergarten, gleich welcher Herkunft.
    Den Bildung ist Einstiegs- und Aufstiegsvoraussetzung Nummer 1.

    Was wir brauchen ist Hilfestellung für Menschen, die mit Ihren Kindern nicht zurecht kommen oder die nie gelernt haben mit Geld umzugehen.

    Was wir brauchen ist Ausbildung auf dem dritten, vierten Bildungsweg für diejenigen, die als Jugendliche keine Chance auf Ausbildung hatten auch für z.B. 30-jährige um Ihnen weitere 30, 40 Jahre in Hartz IV zu ersparen.

    Was wir aber definitiv nicht brauchen ist postsozialistisches Marxismusgeschätz von Theoretikern wie Herrn Veiglhuber.

    Was wir auch nicht brauchen sind Forderungen nach höheren Hartz IV Sätzen und voraussetzungslosem Grundeinkommen, solange diejenigen, die so was fordern nicht sagen können wo das Geld dafür herkommen soll. Oder wollen diese Leute nachdem unsere Kinder schon unsere Schulden abzahlen müssen, jetzt auf Kosten unserere Enkel und Urenkel ein fröhlich sorgenfreies Leben fortsetzen.

  • Eleonore

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    Guten Tag, Herr Datko,

    ja, die Menschen sind übergewichtig, und das ist im Steigen begriffen. Daraus abzuleiten, daß HartzVier-Empfänger genügend Geld zum Leben hätten, ist hanebüchen___Sie können sich mal den Warenkorb für HartzVier Empfänger durchlesen, und werden daraus leicht ersehen, daß dieses Essen nicht gesundheitsförderlich ist___Daß das Essen der Tafel teilweise weggeschmissen wird, hängt einfach damit zusammen, daß man manchmal eine ganze Tüte Äpfel oder angemoderte Karotten kriegt – viel zu viel und tw. in einem schon fragwürdigem Zustand. Ich war selber Kundin bei der Tafel; daher kann ich das beurteilen___Aus dem Vorhandensein von großen Lebensmittelgeschäften in Regensburg auf ausreichende Versorgung FÜR ALLE zu schließen ist doch wohl etwas kurz geschlossen ….. .____Die Nahrungsmittelindustrie verkauft den letzten Mist tw. — es gibt Tüten voll mit grün und türkis gefärbten Dingen, die man auf den ersten Blick als Dreck erkennt. Menschen essen es trotzdem. Das hat vielfältige Gründe – u.a. eine Desinformation. Deklarationen auf den Esssachen (Nahrungsmittel sind es nicht!!!) die von Glukosesirup, Zucker und Invertzucker gleichzeitig sprechen …. vertuschen einfach nur, daß außer Zucker nicht sehr viel enthalten ist …… Da wäre eine gründliche Gesundheitserziehnung von Nöten – zB in der Schule und nicht erst, wenn die Frau schon 100 kg wiegt____

  • uli teichmann

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    was wir brauchen, sind also Parolen, die geeignet sind „menschen mitzureißen und aus ihrem frust herauszubekommen“ und vielleicht auch noch mehr Hormonspuren und andere dickmachende Umweltgifte.
    Vielleicht brauchen wir dann ja gar nichts mehr zu Essen und sind immer noch dick genug.
    Dann wäre ja alles gut,wir bräuchten ja dann auch nicht mehr über unser derzeitiges Wirtschaftssystem nachzudenken.
    Dann könnten die „Bürger im Saal“ ja auch aus ihren Organisationen (Gewerkschaften,sozialen Initiativen, DGB, ATTAC und div. Parteiorganisationen) austreten und sich „Sie zen“.
    Ja und wer nachdenkt, wünscht sich die DDR zurück und das wollen wir doch alle nicht.

  • erik

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    zu Joachim Datko 15. Februar 2013 um 08:01 Uhr – ihr Beitrag klingt für mich wie billigster Populisimus. Nur weil es schöne Lebensmittelgeschäfte gibt und es Menschen gibt die zu dick sind, bedeutet das nicht, dass jeder es sich leisten kann mit vollem Einkaufswagen das Geschäft wieder zu verlassen und sich eine Wampe anzufressen.
    Mehr als Sätze ich vermute aus der Bildzeitung oder superillu entnommen und ohne Zusammenhang
    hingeschrieben, kann ich in ihrem Geschreibsel nicht erkennen. Für meinen Geschmack billigste Polemik
    zu einem Satz verdichtet, weiter nichts!
    Im Gegensatz zu Ihnen frage ich den Leser und die Leserin:
    Auf der einen Seite zahnlose Mäuler und von Sorgenfalten zerfurchte Gesichter, auf der anderen Seite
    Keramikzähne und mit Botox faltenfrei gespritzte Maskengesichter. Herr bzw. Frau Leser auf welcher
    Seite werden sie zu finden sein, wenn sie zwischen 50 und 60 Jahre alt sind?
    Das ist meiner Meinung was viele in Zukunft erkennen können, wenn sie ihr Gesicht im Spiegel betrachten!

  • Dubh

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    stimme aus dem off: „Es ist immer erheiternd zu sehen, dass es noch Leute wie Herrn Veiglhuber gibt, die im letzten Jahrhundert nicht mitbekommen haben, dass der Marxismus/Sozialismus krachend im Feldversuch DDR gescheitert ist.“

    Noch erheiternder sind selbsternannte Experten für alles und jedes, die selbstverständlich nie auch nur eine Zeile Marx, so wenig wie sonstige Wirtschafts – und Gesellschaftstheorien, welcher Richtung auch immer, kennen aber hier ein buntes – sinnfreies – Sammelsurium von dem „was wir brauchen“ von sich geben – weil alles andere ist DDR.

    Aber Sie Schlaumeier können mir doch sicher die Quelle angeben, wo Marx ein Gesellschafts – gar Wirtschaftssystem wie in der DDR bzw. SU beschrieben, oder gar propagiert hat – wo also?!

    „Was wir auch nicht brauchen sind Forderungen nach ….. voraussetzungslosem Grundeinkommen, solange diejenigen, die so was fordern nicht sagen können wo das Geld dafür herkommen soll.“

    Och, das haben die längst getan, und wer lesen kann, kann es sogar nachlesen!

    Ach, haben Sie wenigstens irgendeine Art von Staatstheorie – was der Staat ist, was er soll, kann, muss?

    Man sollte ja auch bei einem sinnfreien Sammelsurium von dem „was wir brauchen“ irgendeine Vorstellung davon haben „wie wir es kriegen“ – oder setzen Sie einfach auf Wahlprogramme – DAS wäre nun wirklich ganz besonders erheiternd!

  • Eleonore

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    erik Dankeschön für Ihren Beitrag________Auf der einen Seite zahnlose Mäuler und von Sorgenfalten zerfurchte Gesichter, auf der anderen Seite
    Keramikzähne und mit Botox faltenfrei gespritzte Maskengesichter__________

    Damit haben Sie es so deutlich auf den Punkt gebracht!
    Es geht um die Maske, das eigene Ego ….. für die einen eine geschönte, ewig jugendliche hohle Fratze , vergleichbar dem was an der Oberfläche von Deutschland momentan abgeht und dahinter tiefste Armut …

  • Joachim Datko

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    Spitze: Soziale Marktwirtschaft

    Zitat aus dem Artikel: „„Immer, wenn man den Sozialstaat braucht, ist er zu teuer.““

    Das ist sicherlich falsch, man denke nur an den Bundeshaushalt, insgesamt über 300 Milliarden.

    Der mit Abstand größte Teilhaushalt, „Bundesministerium für Arbeit und Soziales“, hat 39,29%. Und das ist nur ein Einzelhaushalt, der dem Sozialbereich zuzurechnen ist. Es gibt z.B. noch die Teilhaushalte: „Gesundheitsministerium“, „Familienministerium“, …

    Die Bundesrepublik ist ein Einwanderungsland, auch deswegen, weil viele Menschen hier für sich und ihre Kinder eine bessere Grundversorgung erwarten als in ihren Heimatländern.

    Erinnern sie sich noch an die Bilder in den Medien, als das Gefängnis DDR geöffnet wurde! Die soziale Marktwirtschaft ist sogar so sozial, dass sie der obersten Gefängniswärterin, Frau Honecker, auch ein Rente zahlt.

  • MHH

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    Es ist schon interessant, immer dann, wenn Menschen die „Frechheit“ besitzen, das System selbst in Frage zu stellen, weil aus ihrer Sicht ein operieren am Sytem selbst keine wesentliche Besserung verspricht, liegen offenbar bei vielen Menschen die Nerven blank! Wie sagte Veiglhuber: es macht keinen Sinn, jemand am Kreuzband zu operieren, wenn er eine Blinddarmentzündung hat.

    @datko: sie schildern, wie sie als Kind in einem kommunistischen Land stundenlang anstanden…
    Nun, in einem kapitalistischen Land hätten sie vielleicht nicht anstehen müssen, aber es wäre ihnen vielleicht wie mir passiert, dass sie sich die Sachen einfach nicht leisten konnten. Da glitzerte viel in den Schaufenstern, in den Geschäften, es gab da viel zu essen, aber es fehlte das Geld, diese Sachen zu kaufen!
    Doch heute, wo das deutsche Bruttosozialprodukt (auf Grund des technischen Fortschritts und der Produktivität der Menschen) so hoch ist, dass alle Bewohner Deutschlands davon im Überfluss leben könnten, wenn es auf alle einigermaßen gleich verteilt würde, wird deutlich, dass dieses System auch nicht in der Lage ist, für ein vernünftiges Leben der Menschheit zu sorgen.

    Wie hat es Veiglhuber so treffend sinngemäß formuliert: …. obwohl wir seit 150 Jahren in einem kapitalistischen System leben, gibt es immer noch Menschen, die von ihrer täglichen Arbeit allein nicht leben können.
    Hören sie mir auf mit ihrem Sozialstaat. Dieser Staat ist immer noch nicht in der Lage, dafür Sorge zu tragen, dass Menschen trotz Vollzeitarbeit davon leben können!
    Wenn der Staat hier zuzahlen muss, obwohl der Wert der Waren/Dienstleistungen, die diese Menschen produzieren, ein vielfaches des Bedarfs dieser Menschen ist, dann passt etwas in diesem System nicht!
    Wenn der Staat hier zuzahlen muss, dann hat er dafür Sorge getragen, dass andere vom Profit dieser Arbeit schlemmen und protzen können. Wenn dies Sozialstaat ist, dann haben sie recht!
    Ich stelle mir aber einen Sozialstaat völlig anders vor.

    zu @ Klimenta:
    Veiglhuber hat auf niemand „herumgehackt“. Da sind einschließlich ihnen offenbar 2, max. 3 DiskutantInnen nicht in der Lage gewesen, die Sachargumente Veiglhubers auf Diskussionsbeiträge selbst auch sachlich zu werten.
    Seine Kritik an der Aktion umFAIRteilen wurde offenbar ebenfalls nicht verstanden, obwohl er immer wieder betont hat, (auch) nichts gegen moralische (fair ist nichts anderes als ein moralischer Begriff) Aktionen zu haben, wenn diese die Lebensbedingungen zu bessern versuchen.

    Er hat aber verdeutlicht, dass die Forderung nach Vermögenssteuer noch keine Umverteilung darstellt sondern zunächst nur Einnahmen des Staates sind. Was damit dann passiert, das ist wesentlich. Dies wurde aber offenbar nicht verstanden.

  • Joachim Datko

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    Die Versorgung durch die soziale Marktwirtschaft ist sehr gut, durch die sozialistische Planwirtschaft sehr schlecht

    Zu 17.02.13 23:06 : „Nun, in einem kapitalistischen Land hätten sie vielleicht nicht anstehen müssen, aber es wäre ihnen vielleicht wie mir passiert, dass sie sich die Sachen einfach nicht leisten konnten. Da glitzerte viel in den Schaufenstern, in den Geschäften, es gab da viel zu essen, aber es fehlte das Geld, diese Sachen zu kaufen!“

    So stimmt es nicht, die Waren wurden auch an die „breite Masse“ verkauft, sonst lohnt sich das Betreiben von Geschäften nicht. Auch gab es einen privaten Warenstrom aus der Marktwirtschaft in die Planwirtschaft.

    Einer Planwirtschaft fehlt die Rückkopplung vom Kunden zum Produzenten. Der Produzent ist in der Marktwirtschaft vom Kunden abhängig.

  • Eleonore

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    Am Wochenende war ein Stellenangebot in der Zeitung: Gesucht wird ein Arzt. Er muß 3 (!) Tage arbeiten, verdient dabei sehr gut und kriegt eine kostenlose Wohnung!!___Ich bin auch dafür, daß Ärzte bspw. besser verdienen, wenn s im Rahmen bleibt___ Aber, daß auf der einen Seite Menschen zu einer 40-Stunden-Schwerarbeit-Woche noch Hartz Vier beantragen müssen und auf der anderen Seite sowas wie hier angeboten, möglich ist, das geht nicht an. Da läuft etwas heftig aus dem Ruder !

  • MHH

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    @datko: habe ich von der breiten Masse geredet? Sie sollten schon bei dem bleiben, was ich schreibe!

    Aber ihre Behauptung, es würde sich nicht lohnen, wenn man nicht an die breite Masse verkaufen könne, ist falsch!

    Es gibt gerade heute „Nobel-Artikel“ die sich gerade deshalb rentieren, weil es sich die breite Masse nicht leisten kann! Eine eigene Messe in München rentiert sich dafür sogar! Als erzählen sie keinen Schrott!

    Doch auch damals konnte sich die breite Masse auch nur (wenn überhaupt) zu besonderen Feststagen besseres Fleisch, Semmeln, Bohnenkaffee oder vitaminreiche Nahrung leisten, statt letzterem gab es dann von besorgten Eltern Lebertran u.ä. damit die Kinder keine Mangelerkrankungen kriegten. Klassische Geschäfte damals für Reiche waren Pelzgeschäfte. „Elegante Mode“ wurde auch schon an Reiche verkauft, arme waren froh, wenn sie überhaupt was zum Anziehen hatten. Autos wurden auch verkauft, obwohl die Masse sich auch nicht im Traum eins leisten konnte.
    Natürlich verkauften sie auch an den Bettler, wenn er das Geld dafür hatte, aber woher hätte er es haben sollen.

    Wenn ärmere Familien glück hatten, durften sie das abgeerntete Feld eines Kartoffelbauern betreten, um zu suchen, ob es vereinzelt Kartoffeln gab, die beim Klauben den LandarbeiterInnen übersehen worden waren, mit der Hacke beschädigt waren usw.

    Also: bleiben sie mir bitte mit ihrem Schlangestehen weg!
    Mangel kann man auf 3 Arten beheben:
    1. wer zuerst kommt, malt zuerst (Schlange stehen=DDR)
    da stellte sich dann alles an, wenn das Gerücht kam, es gibt was…
    2. wer Geld hat, bekommt soviel mensch will, egal ob mensch das braucht. Wenn der Rest hungert oder nix kriegt egal (das war und ist das Prinzip des Kapitalismus auch in eingeschränkter Form in der BRD)
    3. der Mangel wird gleichmäßig nach Bedürftigkeit verteilt
    (dieses Prinzip hat im real existierenden Sozialismus der DDR nicht besonders funktioniert, im Kapitalismus war dies aber noch nie das Ziel!)

    Bedarfsorientierte Produktion ist auch nicht das Ziel der aktuellen Wirtschaftspolitik, da geht es nur noch um angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.

    Und: wir sind auf dem besten Wege, uns wieder in diese Zeit der 50er Jahre zurückzuentwickeln. Und Global gab es ohnehin noch nie soviel Armut wie jetzt!

  • myliks

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  • uli teichmann

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    Viele Leute vergessen, daß die „breite Masse“ in den 60- und 70- Jahren unter dem Motto Neckermann (bzw Quelle ) machts möglich mit billigen T shirts, Hemden, MZ und Jawa Motorrädern, Practicakameras ua aus der DDR versorgt wurde, diese Produkte fehlten dann natürlich in der DDR

  • Die Basis für den Krieg ist da | Regensburg Digital

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    […] am politischen Aschermittwoch 2013, als Veiglhuber in Regensburg ebenfalls als Referent geladen war. Damals hatte er mit seiner forschen, direkten Art für einigen Unmut bei manchen Zuhörern gesorgt. Davon ist heute jedoch nichts zu spüren. Veiglhuber formuliert scharf, ist an mancher Stelle […]

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