Erziehungs- und Jugendberatung hilft!

Obwohl es uns Regensburgern recht gut geht, „brennt“ es in vielen Familien. Die Anlässe für solche Brände ohne Feuer und Rauch, die dennoch leider oft viel Schaden anrichten, können ganz unterschiedlich sein: ein Baby scheint nicht schlafen zu wollen, seine Eltern sind mit den Nerven am Ende; ein Vorschulkind kommt in seiner Gruppe nicht zurecht; ein Schulkind kann nicht stillsitzen und wird oben drein noch gemobbt; Eltern trennen sich und wissen nicht, wie sie das ihren Kindern vermitteln sollen; eine Jugendliche wird mit Freundinnen beim Ladendiebstahl erwischt … „Hier tut unkomplizierte und zeitnahe Hilfe für die Eltern und ihre Kinder Not, vor allem, wenn dramatische und gefährliche Entwicklungen verhindert werden sollen!“, so Bürgermeister Wolbergs anlässlich der Vorstellung neuer Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit der Erziehungsberatungsstellen. „Erziehungsberatung anzubieten, ist Aufgabe der Kommunen. In Regensburg gibt es drei Erziehungsberatungsstellen, die zusammen mit ihren Trägern, dem Diakonischen Werk, der Katholischen Jugendfürsorge und der Stadt Regensburg, ein vielfältiges Angebot von Hilfen für Familien vorhalten. Diese drei Einrichtungen haben im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2000 Familien aus Stadt und Landkreis Regensburg beraten“, weiß der Leiter des Regensburger Kreisjugendamts, Karl Mooser. Bayernweit sind es 126 Erziehungsberatungsstellen (mit Außenstellen etwa 180 Anlaufstellen), die im Rahmen der gesetzlichen Jugendhilfe einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Erziehungskompetenzen von Eltern, zum präventiven Kinderschutz und für die Unterstützung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Kontext verschiedener Familien- und Lebenssituationen darstellen. Dr. Hermann Scheuerer-Englisch als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung, Bürgermeister Joachim Wolbergs als Vertreter der Stadt Regensburg, Karl Mooser als Leiter des Kreisjugendamtes sowie die Leiterinnen und Leiter der Regensburger Erziehungsberatungsstellen wollen die Familien im Raum Regensburg auf die Angebote der Erziehungsberatung aufmerksam machen und sie ermutigen, sich jederzeit an die Beratungsstellen zu wenden. „Sich bei der Erziehung und bei wichtigen Familienthemen und -entscheidungen im geschützten Rahmen mit Fachleuten auszutauschen, ist schließlich etwas Normales und kann enorm entlastend für alle Familienmitglieder sein“, sind sie sich einig. „Das wertvolle Angebot von Erziehungs- und Jugendberatung muss immer wieder neu bei den Familien und Kindern und Jugendlichen bekannt gemacht werden“, betont der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung und Leiter der Beratungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg, Dr. Hermann Scheuerer-Englisch. Er erklärt weiter: „In Befragungen geben über 90 Prozent der Ratsuchenden an, dass sie die Beratung jederzeit wieder in Anspruch nehmen und auch Freunden empfehlen würden.“ Mit ihren multidisziplinären Teams aus (Sozial-)Pädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen und Psychologen sowie anderen therapeutischen Fachkräften bieten die Beratungsstellen seit vielen Jahrzehnten vielfältige Hilfen für Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Alters- bzw. Entwicklungsstufen sowie deren Eltern an. Die Beratung zu allen Fragen der kindlichen Entwicklung, bei der Erziehung, bei familiären Krisen und für selbstmeldende Jugendliche ist kostenfrei, vertraulich und kann unbürokratisch in Anspruch genommen werden. Das Spektrum der Angebote reicht von präventiven Angeboten der Familienbildung (z.B. Vorträge, Gesprächskreise, etc.) über die Kernaufgabe der Beratung und Therapie bis hin zur Krisenhilfe bei drohender Kindeswohlgefährdung und Überforderung von Eltern. „Es soll für Familien selbstverständlich werden, sich bei den wichtigen Fragen der Erziehung und des guten Zusammenlebens, aber auch in Krisen wie z.B. Trennung oder Scheidung, zeitweise coachen und durch Fachleute unterstützen zu lassen“, wünschen sich Rosl Ramming und Claudius Vergho, das Leitungsteam der Psychologischen Beratungsstelle des Diakonischen Werks Regensburg. „Neben der verlässlichen Grundversorgung in Form der Erziehungsberatung entwickeln die Erziehungsberatungsstellen in verschiedenen Richtungen wichtige und oft neuartige Arbeitsformen und bemühen sich so um hilfreiche Antworten für die Sorgen und Nöte von Familien und ihren Kindern, gerade wenn diese noch sehr klein sind – z.B. so genannte Schreibabys – oder wenn die Familien aufgrund ihrer Migrationsgeschichte den manchmal schwierigen Übergang der Integration zu bewältigen haben“, ergänzt Günter Kampf, Leiter der Jugend- und Familientherapeutischen Beratungsstelle der Stadt Regensburg. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen fördert den wichtigen Beitrag der Erziehungsberatung zur Stärkung von Familien und der Erziehungskompetenz von Eltern jährlich mit mehr als acht Millionen Euro. Im letzten Jahr wurde unter der Dachmarke „Erziehungsberatung in Bayern“ ein Logo entwickelt, um die hohe fachliche Qualität der geförderten Beratungsstellen zu unterstreichen. Das Logo dürfen nur die Beratungsstellen führen, die die Qualitätsstandards der Förderrichtlinie erfüllen, v.a. die kindgerechte Ausrichtung und Ausstattung sowie die Qualifikation der Beraterinnen und Berater. In den Jahren 2010 und 2011 führte die Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Bayern ein vom Sozialministerium gefördertes Projekt durch, um das Beratungsangebot möglichst ansprechend und ganz gezielt bei Kindern, Jugendlichen und Eltern bekannt zu machen. Dazu wurden Videoclips zu typischen Erziehungs- und Beziehungssituationen sowie ein Film für Jugendliche gedreht und damit korrespondierend eine Jugendpostkarte und ein Infoflyer gestaltet. Um auch Familien mit Migrationshintergrund gut zu erreichen, wurde der Infoflyer auch in russischer, türkischer, albanischer und englischer Sprache aufgelegt. Folgende Situationen sind häufig Anlass für eine Beratung und werden in den Filmen und dem Infoflyer dargestellt: • Das Baby schreit in der Nacht und Sie kommen nicht mehr zur Ruhe? • Ihr Kind hat Trotzanfälle und lässt sich wenig lenken? • Schule und Hausaufgaben machen Angst oder bereiten Frust? • Ihr Kind wird gehänselt? • Ihre jugendliche Tochter lässt Sie nicht mehr an sich heran? • Sie werden sich wahrscheinlich trennen? • Außerdem gibt es einen Film von Jugendlichen für Jugendliche: Jugendliche erklären Jugendlichen: Jugendberatung hilft Die Filme sind auf youtube unter dem Stichwort „ErziehungsberatungBY“ oder auf der Homepage www.erziehungsberatung-bayern.de anzusehen. „Für die Stadt Regensburg ist entscheidend, dass gerade auch Familien in prekären Lebenslagen durch die Kinder- und Jugendhilfe eine zielgruppengerechte Unterstützung erfahren. Migration und Alleinerziehendenstatus erweisen sich vielfach als Ursache von sozialer Benachteiligung. Es bedarf der Anstrengungen vieler – einschließlich der Politik, damit schwierige Lebensverhältnisse sich nicht auch noch zu unheilvollen Erziehungs- und Entwicklungsrisiken auswachsen. Hier hat gerade die Erziehungsberatung einen sehr prägnanten Auftrag, sowohl in Bezug auf Intervention als auch im Bereich der Vorbeugung, den sie hier in Regensburg vorbildlich erfüllt. Diese Arbeit soll noch mehr als bisher über die Medien bekannt gemacht werden“, lobt Bürgermeister Joachim Wolbergs abschließend die Leistung der Erziehungsberatung in Regensburg. Foto: Scheiner

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Kommentare (1)

  • erik

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    Das sind die, denen es gut geht! Das sind die Privilegierten in diesem Land. Lesen Sie!
    Als Beispiel sei, wie vor kurzem zu lesen war, die vom Rechnungshof beanstandete Mauschelei bei der Arbeitsagentur selbst zu nennen, bei der nach Gutdünken des Vorstandes Gehälter bis zu 200.000 Euro im Jahr für Behördenmitarbeiter festgelegt wurden und weder habe die BA das zuständige Arbeitsministerium über die Gehälter informiert noch die Stellen ausgeschrieben. Die Bewerberauswahl habe sich nach „Einzelfallentscheidungen des Vorstandes“ gerichtet. Auch vor skurrilen Konstruktionen schreckte die BA nicht zurück, was in einem Brief monierte wurde. Demnach versetzte die Behörde einen außertariflich Beschäftigten für eine „logische Sekunde“ in ein Beamtenverhältnis, um ihm eine Pension zu sichern. Anschließend wurde er beurlaubt und mit einem übertariflichen Privatgehalt ausgestattet und das alles trotz Milliarden-Defizite bei der Arbeitsagentur.

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