Mit Karate und Tanz gegen Parkinson

Regensburger Forscherteam startet neues Angebot: Teilnehmer willkommen

Frühere Regensburger Studien belegen, dass geistige und körperliche Aktivität einen positiven Effekt auf die emotionale Befindlichkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit von gesunden Personen hat. Im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts will ein Team der Universität Regensburg nun untersuchen, ob und wie sich durch spezielle Bewegungsangebote die Emotion, Kognition und Motorik von Parkinson-Betroffenen verbessern lässt. Die Projektleiterinnen Prof. Petra Jansen (Lehrstuhl für Sportwissenschaft), Dr. Katharina Dahmen-Zimmer (am Institut für Psychologie) und die Diplom-Psychologin Agnes Halski bieten dazu die kostenlose Teilnahme an zwei Bewegungsgruppen (Karate und Tanz) an.

Mit einer Parkinsonerkrankung können unterschiedliche Beschwerden einhergehen – von Bewegungs- und Spracheinschränkungen über Stimmungsveränderungen (depressive Gefühle, Ängste) bis hin zu kognitive Einschränkungen. Dadurch kann die Lebensqualität deutlich eingeschränkt sein. Für Betroffene ist es entscheidend körperlich und geistig aktiv zu bleiben. Dabei können gemeinsame und regelmäßige sportliche Aktivitäten helfen, die Kontrolle der Bewegung zu verbessern, Gleichgesinnte kennenzulernen, sich im sozialen Umfeld auszutauschen und so das Selbstbewusstsein, die Lebensfreude und die Lebensqualität zu steigern.

Vor diesem Hintergrund bieten Jansen, Dahmen-Zimmer und Halski zwei speziell ausgerichtete Bewegungsgruppen für Parkinson-Patientinnen und -Patienten an. Neben einem angepassten karate-Training steht ein rhythmisches Tanz-Training abseits des klassischen Gesellschaftstanzes auf dem Programm. Beide Bewegungsformen beziehen den gesamten Körper ein, schulen die Atmung, üben den Wechsel von Spannung und Entspannung, trainieren Gleichgewichtssinn und Koordination, vermitteln neue Bewegungsformen und fördern Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration sowie Strategiedenken. Sie verbinden damit körperliche und geistige Aktivität – außerdem macht die gemeinsame Bewegung in der Gruppe Spaß.

Für die Teilnahme sind weder körperliche Fitness noch Vorwissen erforderlich. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann auf seinem Leistungsstand trainieren. Eine vorherige Absprache mit Arzt und/oder Physiotherapeuten ist sinnvoll. Spezielle Bekleidung ist nicht notwendig; es reicht eine Sporthose sowie T-Shirt oder Sportjacke. Die Trainingseinheiten sollen im Juni 2016 beginnen und finden jeweils einmal in der Woche statt. Auf Wunsch sind Partnerinnen und Partner oder Begleitpersonen eingeladen, am Training teilzunehmen.

Im Rahmen der Regensburger Studie wird der Trainingserfolg erfasst. Vor dem ersten und nach dem letzten Training werden das gesundheitliche, emotionale und kognitive Befinden erfragt. Die Daten verbleiben bei der Universität und werden nicht weitergegeben.

Interessierte können sich – zur Anmeldung oder für weitere Informationen – an die Projektleiterinnen wenden (Tel.: 0152 22681068, oder per E-Mail an sekretariat.jansen@ur.de, katharina.dahmen-zimmer@ur.de und agnes.halski@web.de

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Kommentare (1)

  • Peter Oettler

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    Ich kann die Arbeit der Forscher aus vollem Herzen begrüssen. Selbst habe ich von 2007 – 2012 in einer Senioren-Wohnanlage in Sachsen mit einer festen Gruppe QiGong geübt. Jüngste Teilnehmer waren 78 Jahre, älteste 94 Jahre. Wir hatten jede Menge Spass.

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