Piratenpartei Bayern: Trennung von Kirche und Tanztempel

Am heutigen Dienstag wird im Landtag über eine Änderung des Feiertagsgesetzes[1] beraten. Ziel ist es an sechs der neun Stillen Tagen das feiern bis zwei Uhr nachts zu erlauben. Dazu hält Benjamin Stöcker, Spitzenkandidat der oberfränkischen Piraten zur Landtagswahl fest: „Es ist eine Schande, dass im Jahr 2013 immer noch Menschen zu den Normen des Katholisch-Christlichen Glaubens gezwungen werden. Natürlich ist es in Ordnung, dass man respektvoll mit dem Glauben anderer Menschen umgeht und dafür sorgt, dass sie ihm in Ruhe nachgehen können. Aber keiner fordert eine Disco in der Ostermesse, sondern die Trennung von Kirche und Tanztempel! Das Verbot von Tanzveranstaltungen in der Nacht weit weg vom kirchlichen Betrieb ist für einen modernen Staat ungefähr genauso sinnvoll wie der Verbot von Schreibmaschinen.“ Die Piraten in Bayern fordern seit dem Landesparteitag im Januar die Trennung von Kirche und Disko[2]. [1] http://www1.bayern.landtag.de/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Basisdrucksachen/0000009500/0000009991.pdf [2] http://wiki.piratenpartei.de/BY:Landesparteitag_2013.1/Antragsfabrik/Positionspapier_094

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Kommentare (5)

  • Joachim Datko

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    Christliches Weltbild veraltet!

    Was soll die Gesellschaft mit einem anachronistischen Weltbild von Hirtenvölkern.

    Religion ist Privatsache, die großen christlichen Kirchen dürfen die Gesellschaft nicht dominieren.

    Die christlichen Kirchen sollen ihre Feiertage im Privatbereich abhalten und die Gesellschaft in Ruhe lassen.

  • Tobias Weber

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    Richtig. Das Argument, dass man die Gefühle der Gläubigen verletzt, zieht einfach nicht, da sie das Feiern ja gar nicht mitbekommen (niemand möchte direkt vor einer Kirche rumtanzen, außer momentan vielleicht aus [kindlichem] Protest), außer, sie gehen selbst in die Disko statt in die Kirche.

    Darüber hinaus ist ja sogar z.B. ein Wohnungsumzug an Karfreitag verboten! Das kann doch wirklich nicht ernst gemeint sein. (Wer es nicht glaubt, der suche nach „Köln Umzug Karfreitag“.)

    Weg also mit diesem Feiertagsgesetzen. Selbst, wenn 99% oder gar 100% der Menschen christlich wären, sollte es kein solches staatliches(!) Gesetz geben.

  • Au, Backe

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    So wie die Redaktion bislang Pressemitteilungen politischer Parteien veröffentlicht hat, darf auch hier vom unredigierten Originaltext ausgegangen werden: au, Backe!
    Wenn dieses zusammengestopselte Geschreibsel ab September auch aus dem Maximilianeum im Maßstab 1:1 in Schrift und Wort so herauskommen sollte, dann „Gott mit Dir, du Volk der Bayern“! Redetexte dieses Inhalts und dieser PISAnischen Sprachqualität waren mir bislang nur von Seiten der Landesparlamentarierschaften der NPD im Freistaat Sachsen und „Meck-Pomm“ aufgefallen/aufgestossen; noch nicht einmal der O-Ton-Süd-Freisprech-Künstler Hubsi Aiwanger von den Freien Wählern hat je derartiges verzapft.
    Zur Würdigung des Aussagewertes gilt hier unbedingt Sokrates Maxime: quod supra nos, nihil ad nos.

  • Eleonore

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    Ich glaube lt. meinem Mietvertrag muß ich auch mit dem Wäscheaufhängen Rücksicht nehmen auf die Gefühle / Tabus der Christen___Was für eine unverschämte Machtausübung das doch ist!!

  • Veronika

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    Also ich sehe die Notwendigkeit einiger „stillen Tage“ als durchaus vertretbar an. Schade nur, dass man sich zum Zwecke der Durchsetzung unbedingt auf irgendeine Weltanschauungsgemeinschaft berufen muss.
    Schon bemerkt: Jetzt fordern – meiner Meinung zu Recht – auch die muslimischen Verbände in D und A die Verankerung zweier gesetzlicher Feiertage für deren Zwecke. Richtig! So könnte vielleicht mal deutlich werden, dass man bei Berücksichtigung aller religiösen Feiertage in D bald gar nicht mehr zu arbeiten braucht. ;-)

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