Steinerne Brücke – „Solange ich kein Gutachten habe, muss ich nichts tun“

Schaidinger: \"Vorher gab es keinen Anlass, ein Gutachten zu machen.\" Foto: ArchivBei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montag vormittag nahm Oberbürgermeister Hans Schaidinger zur Sperrung der Steinernen Brücke Stellung. 1952 habe es zum letzten Mal ein Gutachten gegeben. Damals sei allerdings nur die Sicherheit der Brücke für Fußgänger geprüft worden. „Seitdem gab es keinen Anlass, ein Gutachten zu machen.“ Der mehrfach geäußerten Ansicht, dass es schon immer offensichtlich gewesen sei, dass das Brückengeländer dem Aufprall eines Busses nicht standhalten könne, kommentierte Schaidinger nicht weiter, erklärte aber: „Solange ich kein Gutachten habe, muss ich nichts tun. Habe ich aber ein Gutachten und tue nichts, komme ich ins Gefängnis.“ Am Freitag hatte der Oberbürgermeister kurzfristig die Sperrung der Steinernen Brücke – auch für Taxis und Busse – verfügt. Ein von der Stadt Regensburg in Auftrag gegebenes Gutachten habe dafür den Ausschlag gegeben. Nachdem ein Linienbus des RVV Anfang Mai ungebremst gegen eine Hausmauer gekracht war, habe man dieses Gutachten in Auftrag gegeben. „Es wurde geprüft, was auf der Steinernen passiert, sollte ein Busfahrer einen Schwächeanfall haben.“ Als Ergebnis folgte die Sperrung. Bereits seit 1997 ist die Steinerne Brücke als Ergebnis eines Bürgerentscheids für den Pkw-Verkehr gesperrt. Oberbürgermeister Hans Schaidinger damals nach dem Bürgervotum: „Wir müssen jetzt das Hauptproblem angehen, dass nicht an einem Abend zu lösen ist. Und das sind die Busse auf der Brücke.“ Insofern: Problem gelöst!

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Kommentare (2)

  • Norbert Steiner, CSB

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    Eine derartige Argumentation nicht nicht nachvollziehbar. Es kann ja auch ein Meteor auf die Brücke fallen oder ein Eisbrocken, wie unlängst geschehen.
    Seit nun 11 Jahren hätte man Zeit gehabt die Brücke zu sanieren und eine Ersatzlösung zu finden. Dafür wurden Gelder für den Donaumarkt verplempert.
    Und das mit dem Gefängnis, ist / wäre auch nicht schlimm!

  • Riepl Stadtrat FW

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    Tatendrang nur mit Gutachten?
    Ich habe immer gedacht unser OB braucht nur Gutachter, wenn er was nicht weiß.
    Bislang wußte er doch immer alles und viel besser als alle Gutachter.
    Jetzt hat er sich eines Besseren belehren lassen und tut nur noch das was gutachterlich dokumentiert ist, um nicht eingesperrt zu werden, wie ersagt. Ab sofort wirds teuer für den Bürger, weil wir ihn und seine Gurtachter bezahlen müssen. Der Stadtrat weiß aber noch nichts von derkostspieligen souflierenden Beratungshilfe.
    Hoffentlich hat er eine Rückversicherung für sein Tun der letzten 12 Jahre, als er noch keine höfischen Begutachter für seine Entscheidungen konsultiert hat.
    Die Tatfolgen werden es bald aufzeigen.
    Teuerer als die Gutachter werden dann die Rechtsbeistände sein. Geschaffen wurden viele Papiere mit Spätfolgen. Armer Stadtsäckel.

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