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Bis zu 100 studentische Hilfskräfte an der Uni Regensburg drohen ihren Nebenjob zu verlieren. In den Bibliotheken waren sie rechtswidrig zum Mindestlohn anstatt nach Tarif beschäftigt worden. Nachdem immer mehr Betroffene ihre Rechte einfordern, zieht die Universität nun die Reißleine. Ein neuerlicher Fall von problematischen Beschäftigungsverhältnissen an der hiesigen Uni. Doch das Problem reicht über Regensburg hinaus.

Zentralbibliothek der Uni Regensburg: Anstelle von Studenten arbeitet hier bald ein externer Wachdienst. Foto: Universität Regensburg

Die Universität Regensburg hat offenbar über Jahre hinweg Lohndumping in ihren Bibliotheken betrieben – wissentlich. Studentische Hilfskräfte (SHK) wurden dort zum Mindestlohn als Aufsicht beschäftigt, um die Öffnungszeiten zu gewährleisten – entgegen der arbeitsrechtlichen Bestimmungen, die man seit mindestens acht Jahren kannte. In einem Schreiben vom Mai 2010, das unserer Redaktion vorliegt, stellte das Bayerische Wissenschaftsministerium seinerzeit klar, dass mit SHK, deren „ausschließliche Beschäftigung in nicht akademischen Tätigkeitsfeldern, etwa als Aufsicht in Bibliotheken“ liegt, ein Arbeitsvertrag gemäß der tariflichen Bestimmungen geschlossen werden müsse.