Von Zebratod und Schwesternliebe

Sehen gar nicht so artig aus: Lisa Vrabec und die beiden Schwestern Dominika und Stephanie Sabatier. Am 1. März feiern sie um 12 Uhr die Taufe ihres Design-Ladens.	Foto: SabatierRegensburg hat ab März eine ständige Designschau Alles ist Design, vom Teekessel bis zur Autokarosserie, von der Salzstange bis zum Internetauftritt. Gutes Design überzeugt, clevere Aufmachung – die Überspitzung sei erlaubt – ist stets auch Verkaufsargument. Form ist Inhalt. Regensburg und Design, da muss man zunächst schon etwas grübeln, bis sich da gemeinsame Nenner einstellen. Sicher, es gibt zahlreiche anerkannte Schmuck-, Grafik- und Web-Designer, mit Florian Obst gab es gar mal einen Modemacher, der heute noch Kultstatus genießt, und die Design-Messe „dere“ ist seit einigen Jahren regelmäßiges Kultur-Highlight, das Grafikern und Produkt-Designern eine Plattform von Rang geworden ist. Am 1. März 2008 stellen sich nun „Frau Einzig & Herr Artig“ vor. Ungewöhnlicher Name – ungewöhnliches Programm. Ab 1. März verfügt Regensburg über eine ständige Design-Schau, einen Laden für originelles Design, einen Raum für Individuelles aus den Bereichen Grafik-, Foto-, Mode- und Produktdesign. Drei junge Damen stehen hinter Idee, Konzept und Ladentheke: Die diplomierte Grafikdesignerin Lisa Vrabec und die beiden Sabatier-Schwestern Dominika und Stephanie, einerseits Diplom-Psychologin, anderseits Diplom-Fotodesignerin und in beiden Fällen Erfinderin, Inhaberin und Macherin der Modemarke schwesternliebe. Frau Einzig & Herr Artig wollen Schnittstelle zwischen Kreativen und Nutzern sein, Mittler zwischen denen, die individuelle Produkte suchen, und denen, die sie herstellen. Jedes Stück, das Aufnahme in die Schau findet, muss durch seine Besonderheit überzeugen, alle Exponate, das ganze Sortiment muss durch Außergewöhnlichkeit bestechen. Zudem legen Einzig & Artig Wert darauf, dass der Käufer etwas über die Designer, deren Hintergrund und Arbeits-Philosophie sowie den Ursprung des Produkts erfährt. Der persönliche Bezug soll das ausgestellte (und im besten Fall begehrte und gekaufte) Objekt aus seiner Anonymität lösen. Nicht umsonst sind Eames-Sessel und –Stühle und Corbusier Liegen um ein vielfaches begehrter und gesuchter als NoName-Produkte vom Möbeldiscounter. Zur Eröffnung des kleinen Design-Museums und -Shops werden grafische Werke von Alexander Egger aus Wien. Emma Ferguson aus London und Florian Hauer aus Berlin gezeigt, limitierte fotografische Arbeiten (u. a. von Stephanie Sabatier, der Belgierin Clara Hermans), Einzelstücke aus der Mode (zum Beispiel vom Londoner Label Migu, von „Zebratod“ aus Hamburg und natürlich von schwesternliebe). Eine Design-Galerie mit internationalem Anspruch also! Frau Einzig & Herr Artig residieren standesgemäß im Schatten des Doms, dem Signet für Regensburg schlechthin – am Alten Kornmarkt 3 – in dem handtuchschmalen Altstadthaus, das auch das Elements-Hotel beherbergt. Die wenigen Quadratmeter (Studentenappartement-Größe!) müssen genügen. Sollte je Möbeldesign im Hause Einzig & Artig anstehen, muss wohl ein Saal oder eine Halle irgendwo anders im Welterbe angemietet werden. Spielerisch wie das Logo, einem Vexierbild mit weiblichem und männlichem Profil, ist auch die Homepage „designed“, je nach Präferenz darf www.fraueinzig.de oder www.herrartig.de angesurft werden. Wie schon eingangs erwähnt, alles ist Design…

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