„Wir sollten uns als Christen stärker äußern“

MdB Graf Lerchenfeld diskutiert mit Junger Union und „Kirche in Not“:

JU 02Regensburg — Wie kann den 100 Millionen Christen geholfen werden, die weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Jungen Union Regensburg-Stadt mit dem Regensburger Bundestagsabgeordneten Philipp Graf Lerchenfeld und dem Menschenrechtsexperten Berthold Pelster von „Kirche in Not“ im Gasthaus Hubertushöhe in Regensburg.

Dem JU-Kreisvorsitzenden Stadtrat Michael Lehner und Graf Lerchenfeld war vor allem eine Botschaft wichtig: „Wir müssen die Verfolgung unserer Glaubensbrüder und Glaubensschwestern stärker zum Thema machen“, sagten beide. Nach Angaben des Regensburger Abgeordneten leben rund drei Viertel aller Christen weltweit in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. „Gerade im Nahen Osten, wo die Wiege unseres Glaubens ist, hat sich die Situation in Ländern wie Syrien und dem Irak in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert“, so Graf Lerchenfeld.

Das bestätigte auch der Öffentlichkeitsbeauftragte von „Kirche in Not“: „Die Lage hat sich in vielen Ländern dramatisch zugespitzt“, sagte Berthold Pelster. Er berichtete unter anderem von einem Gespräch mit dem Bischof von Aleppo. Mit dem brutalen Vormarsch des so genannten Islamischen Staates (IS) hätte nicht nur in Syrien die muslimische Mehrheit nach oft jahrzehntelangem friedlichen Zusammenleben damit begonnen, das christliche Leben gewaltsam einzuschränken und ganze Gemeinden auszulöschen.

Aus Graf Lerchenfelds Sicht kann es nur mit einem Bündel an Maßnahmen gelingen, Christen zu helfen. Die Zahlung deutscher Entwicklungshilfe muss aus Sicht des Regensburger Abgeordneten damit verknüpft werden, dass die Religionsfreiheit von den Empfängerstaaten respektiert wird. Auch in der deutschen Innenpolitik spiele das Thema eine Rolle, so Graf Lerchenfeld: „Wir müssen sicherstellen, dass Flüchtlinge christlichen Glaubens, die bei uns Schutz suchen, in den Asylbewerberheimen ihre Religion ohne Angst leben können“, betonte der Abgeordnete.

Graf Lerchenfeld berichtete aus der Arbeit des Stephanuskreises im Deutschen Bundestag, dem er auch selbst angehört. Dieses Gesprächsforum trifft sich regelmäßig, um für Toleranz und Religionsfreiheit einzutreten und thematisiert die Situation verfolgter Christen in aller Welt. Sein Appell an die Mitglieder der Jungen Union: „Wir sollten uns als Christen stärker äußern“, sagte der Abgeordnete, der JU-Chef Michael Lehner für die Initiative zu der Veranstaltung dankte.

Der Regensburger Abgeordnete hält es für außerordentlich wichtig, den christlichen Glauben selbstbewusst zu leben: „Dazu gehört vor allem auch, dass wir nicht im vorauseilenden Gehorsam unseren Glauben und unsere Identität aufgeben“, sagte er. Es sei für ihn unverständlich, wenn Christkindlmärkte in Wintermärkte oder Sankt-Martins-Feste in Sonne-, Mond- und Sterne-Feiern umbenannt würden.

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