185 Bäume werden gefällt

Aus Gründen des Vogelschutzes müssen die Baumfällarbeiten, die derzeit im Zusammenhang mit verschiedenen Bauprojekten im Stadtgebiet anstehen, bis Ende Februar abgeschlossen sein. Denn am 1. März beginnt die gesetzlich geschützte Vogelbrutzeit. Bis 30. September sind dann keine Fällungen mehr zulässig. „Diese gesetzliche Regelung führt dazu, dass im Februar verstärkt Baumfällarbeiten durchgeführt werden“, erklärt Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Insgesamt lässt die Stadt in den kommenden drei Wochen rund 185 Bäume unterschiedlicher Größe im Stadtgebiet fällen. 85 dieser Bäume unterliegen der städtischen Baumschutzverordnung. Das heißt, der Umfang ihres Stammes beträgt – einen Meter über dem Erdboden gemessen – mehr als hundert Zentimeter. Bei mehrstämmigen Bäumen muss die Summe des Umfangs der beiden stärksten Stämme mindestens achtzig Zentimeter betragen. „Bäume, auf die diese Kriterien zutreffen, dürfen nur gefällt werden, wenn eine Genehmigung des städtischen Umweltamtes vorliegt“, erklärt Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann. In der Regel werde diese Genehmigung nur unter der Auflage erteilt, dass entsprechende Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. „Dabei ist die Zahl der neu gepflanzten Bäume oft weit höher als die der gefällten“, betont Schimpfermann. Das gelte auch für die im Februar anstehenden Baumfällungen. „Wenn alle Maßnahmen abgeschlossen sind, werden wir deshalb deutlich mehr Bäume haben als jetzt.“ Im Einzelnen sind bis 1. März 2013 in Zusammenhang mit verschiedenen Bauprojekten der Stadt folgende Fällarbeiten geplant, bzw. haben zum Teil schon begonnen: Straßenmaßnahme Ausbau Hornstraße: Entfernung von sechs unter die Baumschutzverordnung (BSchV) fallenden Robinien und Ahornen sowie 14 Bäumen unterhalb der Bezugsgrenzen der BSchV; Ersatzpflanzung von 18 Bäumen wird durchgeführt; Fällgenehmigung liegt vor; verantwortlich: Tiefbauamt; Fällung durch Gartenamt Straßenbaumaßnahme Anschluss Donaulände an Donaumarkt mit Ausfahrt zur Bruderwöhrdstraße (Erneuerung Personenschifffahrtslände, Verbesserung der Anschlüsse): Entfernung von sechs unter die BSchV fallenden Ahornen, Eschen und Linden; Ersatzpflanzung von zehn Bäumen wird durchgeführt; Fällgenehmigung liegt vor; verantwortlich: Tiefbauamt; Fällung durch Gartenamt Kanalbaumaßnahme am Donaumarkt, vorgesehener Gebäudeabbruch Fahrbeckgasse 5 wegen dafür nötiger Lagerfläche: Entfernung von zwei unter die BSchV fallenden Birken; Ersatzpflanzung von fünf Bäumen erfolgt; Fällgenehmigung liegt vor; verantwortlich: Tiefbauamt; Fällung durch Gartenamt Bereich Nibelungenkaserne: Für das Gebiet der ehemaligen Nibelungenkaserne wurde im Bebauungsplan in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt festgelegt, wie viele Gehölzgruppen gefällt werden dürfen und wie viele Ersatzpflanzungen jeweils erforderlich sind (Eingriffs-Ausgleichsbilanzierung). Alle im Folgenden aufgeführten Maßnahmen sind in dieser Eingriffs-Ausgleichsbilanzierung enthalten. – Straßenbaumaßnahme Anschluss der Kaserne an die Galgenbergstraße: Entfernung von neun kleineren Gehölzgruppen oder Bäumen; Genehmigung liegt vor; verantwortlich: Tiefbauamt; Fällung durch Gartenamt – Kanal- und Straßenbaumaßnahme Carl-Maria-v.-Weber-Straße (Stich zur Kaserne): flächige Gehölzentfernung zur BMX-Bahn bzw. zum Spielbereich hin; Genehmigung beantragt; verantwortlich: Tiefbauamt; Fällung durch Gartenamt – Kanal- und Straßenbaumaßnahmen in der ehemaligen Kaserne im Zusammenhang mit dem FOS/BOS-Gelände und den erforderlichen Infrastrukturerschließungen / Baufeldfreimachung für die anstehenden Gebäudeabbrüche: flächige Gehölzentfernungen von Bäumen und Sträuchern; Genehmigung liegt vor, verantwortlich: Tiefbauamt und Hochbauamt, Fällung durch Gartenamt Sanierung der Römermauer am Ernst-Reuter-Platz mit Anbindung eines Fußgängersteges: Entfernung von acht Bäumen unterschiedlicher Arten, davon fünf unter die BSchV fallend, um die historische Römermauer zu schützen; erforderliche Ersatzpflanzungen werden vom Gartenamt durchgeführt; Fällgenehmigung über den laufenden Bauantrag, Baugenehmigung beantragt; verantwortlich: Hochbauamt und Amt für Archiv und Denkmalpflege als Untere Denkmalschutzbehörde; Fällung durch Fremdfirma Grundschule Burgweinting Neubau der Mittagsbetreuung: Entfernung von drei Bäumen unterhalb der Bezugsgrenzen der BSchV, Verpflanzung eines Baumes; keine Fällgenehmigung nötig; verantwortlich: Hochbauamt; Fällung bzw. Verpflanzung durch Gartenamt Neubau Kinderhort Steinweg beim bestehenden Kindergarten: Entfernung von sechs Bäumen, davon zwei unter die BSchV fallend; erforderliche Ersatzpflanzungen werden vom Gartenamt durchgeführt; Fällgenehmigung beantragt, vorgezogene Genehmigung wegen archäologischer Sondierungen nötig; verantwortlich: Hochbauamt, Fällung durch Fremdfirma Goethegymnasium Neubau der Außenanlagen: Entfernung von sieben unter die BSchV fallenden Bäumen und 20 Bäumen unterhalb der Bezugsgrenzen; erforderliche Ersatzpflanzungen über das laufende Gesamtprojekt; Fällgenehmigung beantragt; verantwortlich: Hochbauamt; Fällung durch Gartenamt Albertus-Magnus-Gymnasium Neubau Dreifachturnhalle: Entfernung von 43 Bäumen, davon 26 unter die BSchV fallend; erforderliche Ersatzpflanzungen werden vom Gartenamt durchgeführt; Fällgenehmigung liegt vor; verantwortlich: Hochbauamt; Fällung durch Gartenamt Unterhalt und Verkehrssicherung an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet, zum Beispiel am Platz der Einheit oder in der Grünanlage Maximilianstraße/Albertstraße: Abschluss der für die Wintersaison laufenden Fällungen zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit; Ersatzpflanzungen werden durchgeführt; Fällgenehmigung liegt vor; verantwortlich: Gartenamt; Fällung durch Gartenamt

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (30)

  • Sterbehilfe

    |

    Das staatlich und städtisch verordnete Baumsterben im UNESCO-Welterbe Regensburg geht weiter.

  • Peter Kern

    |

    Ein paar Blumenkübel als Erinnerung an Natur sollten ausreichen.
    Mich würde interessieren, welche Gemütslage die Menschen haben, die den Antrag oder die Genehmigung zum Bäume fällen unterschreiben. Gehen die danach einfach weiter zum nächsten Tagesordnungspunkt, oder plagt sie doch ein klitzekleines schlechtes Gewissen, weil sie einen fünzig- oder achtzigjährigen zersägen lassen? Wird da gründlichst überlegt, ob es Alternativen gibt?
    In der Altmühlstraße haben Sie im Dezember 2011 auch für mich überraschend und über Nacht eine kleine grüne Fläche mit schönen Bäumen und Büschen, einer Heimat für zahlreiche Tiere, einem Erholungsort für menschliche Augen inmitten schnöder Betonromantik, dem Erdboden gleichgemacht. Erst fünf Monate später gaben sich die Verantwortlichen mit einer Bautafel zu erkennen. Jetzt stezt dort ein betonierter Klotz von schier unüberbietbarer Trostlosigkeit. Vermutlich Amtszimmer. Dafür hätte es genügend sinnvolle Alternativen gegeben. Aber die Beherrscher des Landes Mordor brauchen das letzte Brennholz für ihre Maschinerie, die bislang noch nie Leben hervorbrachte.

  • Oje...

    |

    „Wenn alle Maßnahmen abgeschlossen sind, werden wir deshalb deutlich mehr Bäume haben als jetzt.“

    HAHAHAHAHAHA!!!! Dann also weg mit dem 150jährigen Veteranen, der in seinem Leben schon soviel erlebt hat, und her mit den drei dünnen Magerbäumchen!

    Der Typ ist doch sowas von … [nicht abdruckfähig – ich möchte RD nicht durch eine Beleidigungsklage schädigen]

  • Abschied von den Ufer-Bäumen | Regensburg Digital

    |

    […] und auf Seiten des WSA. Und deshalb schickt zumindest die Stadt am Montagnachmittag artig eine Pressemitteilung raus, in der angekündigt wird, dass in den Tagen bis zum 1. März noch 185 Bäume im Stadtgebiet […]

  • Belinda Haas

    |

    Gehören einige der Bäume nicht zu den Naturdenkmälern der Stadt. Hat das keinen Wert? Darf man diese Bäume einfach so fällen? Gehören diese Denkmäler nicht auch zu einem Weltkulturerbe? Wer weiß wie das rechtlich ist?

  • Senator

    |

    Weltkulturerbe?

    Die UNESCO verleiht den Titel ‚Welterbe‘, mit Kultur hat das zunächst mal nichts zu tun. Das heißt auch Banausen in Regensburg die Bäume killen oder Ersatzbrücken für eine unsinnige Bustrasse bauen wollen, können sich zunächst mit diesem verliehenen Titel schmücken.

    Der Titel kann halt dann ggf. wieder genommen werden.
    C’est la vie.

  • Waldleben

    |

    Ein Disaster!!
    Ich frage mich auch, ob es die Menschen, die diese Entscheidungen treffen irgendwie innerlich bewegt so viele Bäume in so kurzer Zeit zu fällen, oder ob sie im Strom der Zeit einfach nicht mehr an die Lebensqualität erhaltende wundervolle Natur denken, die vor allem in den Städten für uns Menschen doch so wichtig ist. Ja es gibt Parks in Regensburg, wunderschöne. Doch sind es vor allem auch die vereinzelten Bäume in der Stadt, oder am Donauufer unten bei der Schiffanlegestelle, die die Stadt so besonders machen.
    Ich bin im Geiste bei der Demonstration dabei, obwohl ich leider nicht vor Ort sein kann und hoffe auf naturschützenden Erfolg!

  • Oje...

    |

    Demo? Wann? Wo?

  • norbert e. wirner

    |

    ich würde mich sehr freuen, wenn auch nur die hälfte des engagements, das so viele bürger unserer stadt plötzlich anlässlich der uferbäume liefern, auch bei einer aktion regionaler tierschutzorganisationen zu bemerken wäre.

  • Oje...

    |

    Es steht Ihnen frei, mit gutem Beispiel voranzugehen, Herr Wirner.

  • norbert e. wirner

    |

    @oje:

    soll ich jetzt eine aufzählung meiner meiner persönlichen aktionen und die spendenliste posten??

    es geht mir darum, dass (nicht hier, sondern insgesamt, was man so hört), alle möglichen deich- und baumfachleute plötzlich auf die barrikaden steigen. wobei man nun nicht sagen kann, dass es in regensburg keine schönen grünanlagen mit wunderbaren, alten bäumen gäbe, die nicht auch mit hohem aufwand und viel fleiß gepflegt und erhalten würden.

    schade um die bäume dort, ja. aber das argument mit dem erhalt der wesetlich teurer (im vgl. zu neuen anpflanzungen) zu erhaltenden dämme und den gefahren durch die wurzeln ist iwie schon einleuchtend.

    ich würd´ mich halt freuen, wenn die selben leute auch mal für benachteiligte familien mit haustieren laut werden würden. oder für ein besseres verständnis und mehr respekt der menschen ggü. anderen lebewesen…

    oder gegen massentierhaltung.

    oder für ein würdevolles miteinander von mensch und tier.

    oder oder oder…

    ich meine, auch hier kamen immer wieder mal artikel zu thema tierschutz, tierhandel, etc.

    resonanz: naja. gähn. interessiert eben keine sau. pardon – scheint aber so.

    aber huch, ein baum fehlt in der ensembleoptik: verbrechen! skandal! revolution!

    ich finde die andere sache eben auch wichtig und vielleicht sogar notwendiger.

    der baum wächst wieder und kann 1000-fach woanders ersetzt werden.

    menschen und tiere gehen kaputt und bleiben danach auch kaputt.

    und vielleicht handelt denkt ja jetzt der eine oder andere mal wieder daran – derweil kann er ja ruhig für die bäume demonstrieren.

  • frage

    |

    @norbert e. wirner

    chapeau!

  • Oje...

    |

    „soll ich jetzt eine aufzählung meiner meiner persönlichen aktionen und die spendenliste posten??“

    Das wäre immerhin ein Anfang, nicht wahr, lieber Herr Wirner? Andernfalls könnte noch jemand auf die Idee kommen, Sie würden Wasser predigen und Wein trinken.

    Ich denke übrigens nicht, dass die Zahl der (empörten/aufgeregten/sonstwiegearteten) Beiträge hier mit der Zahl derer korreliert, die sich im echten Leben für-was-auch-immer engagieren.

    Übrigens: Schon mal auf die Idee gekommen, dass man sich für Tierrechte UND gegen das sinnlose Abholzen schöner Bäume engagieren kann?

  • norbert e. wirner

    |

    neugierig oder was? ^^

    der gegenwert eines quadratmeters karmelitenhof dürfte es im letzten jahr schon gewesen sein, der an die entsprechenden initiativen, hauptsächlich an eine bestimmte – und vor allem hiesige – ging.

    und das sammeltier steht neuerdings im büro und nötigt besucher, mitzumachen.

    bisher habe ich mich noch nicht zu werbezwecken mit einem trumm scheck in der hand ablichten lassen (nächstes mal sicher, dann fragt keiner mehr nach…!), aber sie dürfen mich einstweilen gerne anrufen und/oder die belege prüfen. währenddessen erzähle ich ihnen, was ich/wir sonst noch so im sinne unserer überzeugung treiben.

    ich glaube, sie finden meine rufnummer problemlos heraus und ich beisse sie auch nicht.

    und danach trinken wir beide wein.

    es geht ja nicht nur ums spenden! hier gehen den leuten reihenweise die hüte wegen der bäume hoch und ich persönlich lasse mich halt von den argumenten der verantwortlichen bei meinem derzeitigen informationsstand vom sinn der aktion überzeugen – bin aber gerne belehrbar, sollte es sich um lügen handeln.

    dann werde ich – falls es erwiesenermaßen sinnlos ist, diese bäume zu fällen und die dämme nicht unter den wurzeln leiden können – ein wenig mitschimpfen und ansonsten weiterhin für tierrechte kämpfen.

    und natürlich sind die poster hier nicht repräsentativ, aber dafür lesen um so mehr mit – und denken jetzt vielleicht auch einen kurzen moment über tierschutz nach.

    etappenziel erreicht – juhuu!

  • Oje...

    |

    Hm, ich für meinen Teil weiß auf den Cent genau, wieviel ich 2012 an gemeinnützige Organisationen gespendet habe
    (kleiner Tipp: man kann das problemlos von der Steuer absetzen, muss es dazu aber erst mal auflisten… auf dem Jahressteuererklärungsvordruck erscheint der Sammelposten auf Seite zwei in Zeile 49… ), aber für mich sind das halt keine Peanuts, so wie’s für Sie als immobilienhandelnder Großverdiener zu sein scheint. Dennoch danke für die Auskunft. Immerhin scheinen Sie überhaupt einen geringen Teil Ihres Einkommens an Bedürftige weiterzureichen. Das ehrt Sie.

  • norbert e. wirner

    |

    ohmei, oje^^

  • schuhdaraus

    |

    Rewag übernimmt Biomasseheizwerk in Viehhausen.

    Die Gedanken sind frei wer kann sie erraten?

  • Peter Kern

    |

    @ norbert e. wirner:

    In der Schule gäbs für Ihren Aufsatz eine glatte Sechs, und das nicht nur wegen der Themenverfehlung.
    Als Immobilienmensch hätten Sie statt dessen Beispiele aufzeigen können, wie man mit Natur (und nicht nur Tier) artgerecht umgeht. Aber da kommt nur: „Ihr wollt nur Bäume retten, und die armen Tiere sind auch ganz egal.“
    In Politsprache nennt man das wohl „nicht sachgerecht“, ich nenne es erbärmlich, weil Sie von diesem wirklich wichtigen Thema ablenken.

    Sie wollen Beispiele dafür, dass das Wurzelwerk die Dämme nicht schädigt? Hier ist einer: Ich kenne das Uferstück seit Jahrzehnten. Einen Dammschaden habe ich noch nie erkennen können.
    Aber das ist natürlich in dieser realitätshysterischen Zeit kein „Beweis“, nur subjektives Dahergerede.

    Aber wass solls: Die Bäume sind weg, das Geschäft mit dem Fällen hat sich bestimmt gelohnt, die Landschaft ist auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte kastriert, und absolut sicher ist: Diese Gesellschaft hört mit dem Wahnsinn, Natur zu eliminieren erst auf, wenn es keine Natur mehr gibt. Oder keinen Menschen. Bis dahin läuft der Irrsinn weiter.

  • frage

    |

    @Peter Kern

    ich glaube das ganze ist einfach eine vertrauenssache. vertrauen gegenüber den leuten, die entschieden haben die bäume zu fällen. somit stellt es sich als kommunikationsproblem dar. ich traue mir nicht zu, darüber zu urteilen ob ein damm, nur weil ich ihn ansehe, unterspült werden könnte oder ob er bei hochwasser hält. dazu fehlt mir das fachwissen.

    erklärt es mir aber jemand plausibel, zu dem ich vertrauen habe, kann ich es nachvollziehen und muss dann meine eigenen interessen zugunsten der allgemeinheit zurück stellen.

    fehlt mir aber das vertrauen zu den gutachtern (aus welchem grund auch immer), dann kommt es zu solchen diskussionen. diese werden dann hitzig und ohne sachliche grundlagen geführt.

    auf der anderen seite verstehe ich aber auch ein wenig die stadt. argumente wie das mit den wurzeln, die einfach über die jahre den damm angreifen zählen nicht. es wird aus persönlichen motiven argumentiert, aber niemand der diskutanten ist bereit, auch die verantwortung zu übernehmen, sollte es zum worst case kommen. die stadt trägt die verantwortung (oder der gutachter) so oder so.

    wem also die baumfällaktion nicht gefällt, sollte sich auch darüber im klaren sein, warum die aktion durchgeführt wurde. er soll dann in seinem protest auch die bereitschaft haben, verantwortung zu übernehmen. jeder könnte es besser machen – aber keiner tut es. warum?

  • Ups

    |

    Ich übernehme Verantwortung.

  • norbert e. wirner

    |

    lieber herr kern!!

    sind sie denn fachmann, der mit brief und siegel versichern kann, dass die wurzeln keinerlei schäden in den dammbauten anrichten oder beruht ihr urteil jetzt auf ihrer langjährigen sichtprüfung der dammoberfläche, womit sie den zustand auch in der tiefe feststellen können?

    mit der art von belegen wären wir aber dann beide in der schule sitzengeblieben.

    aber wenn ja, und es kann die unversehrtheit der damminnereien von ihnen belegt werden, dann lügt eben die offizielle seite. was man dann klären kann und müsste.

    dass ich mal ganz erbärmlich unsachgrecht vom thema abgelenkt habe, hat dem thema ja nicht geschadet. es ist ja weiterhin am laufen.

    dass ich mich sehr freuen würde, wenn ähnliches engagement auch an anderer stelle zu spüren wäre, ist meine meinung und die habe ich hier eben mal geschrieben. verboten?

    mir ist nunmal tier und mensch sehr wichtig. baum und busch auch, aber nicht so akut.

    entschuldigung.

  • frage

    |

    @Ups

    genau sowas meine ich. ich unterstelle, sie wären einer ersten die sich aus dem staub machen und die schuld den anderen zuschiebt. es ist was anderes wenn man demonstriert (oder sogar was ins internet hackt) und dort großspurig verkündet „ich übernehme die verantwortung“ als wenn man tatsächlich verantwortung übernimmt. dann steht man nämlich auch im kreuzfeuer der öffentlichkeit.

    verantwortung für menschenleben können die meisten nicht mal für ihr eigenes übernehmen.

    und schlicht und einfach um die sicherheit der menschen geht es, sollte der damm nicht mehr halten.

    find ich nicht zum lachen.

  • Peter Kern

    |

    @ norbert e. wirner

    „sind sie denn fachmann, der mit brief und siegel versichern kann, …“

    Wer heute noch an sowas glaubt, nun ja, das ist halt ein Problem für den Gläubigen.
    Und zu Ihrer Tierschutzwerbung: Hier ist halt nun mal der ungeeignete Ort, zeigt somit nur Ihren Egoismus. Ist meine Sicht.

    und @ frage:
    „Vertrauenssache“ oder „Verantwortung tragen die anderen“ – ist halt einfach.
    Aus meiner Sicht: Die Donau wurde für den Kommerz kanalisiert. Dadurch kommt es, wie an den meisten anderen Flüssen ja auch, zu Überschwemmung. Das muss man doch heute niemandem mehr erzählen, außer denjenigen, die ans Ufer ihre Häuser stellen und dann über Wasser im Keller klagen. Und jeder menschliche Eingriff in die Natur erfordert nach und nach immer mehr Eingriffe. Da wird ein Damm aufgeschüttet – künstlich natürlich – dann kommen Alibibäumchen drauf, die dann, wenn es einem Kommerzmenschen genehm ist, wieder abgeholzt werden.

    Kann ich das beweisen? Nein.
    Ist mir auch egal, weil das mit ein ganz klein wenig Menschenkenntnis und fern jeglicher Wissenschaftlichkeit schlicht klar ist.

    Mein Lesetipp zu diesem und anderen Themen:
    C.S. Lewis: Perelandra-Trilogie (und zwar alle drei Bände, wobei der dritte „Die böse Macht“ eine Wucht ist)

  • Oje...

    |

    “ ich unterstelle, sie wären einer ersten die sich aus dem staub machen und die schuld den anderen zuschiebt.“

    Ach, „frage“, Sie mit Ihren ewigen Unterstellungen – lassen Sie das doch endlich. Bitte! Merken Sie denn nicht, dass man das, was Sie den anderen immer vorwerfen, auch genausogut Ihnen vorwerfen könnte?

    Bloß tut das aber niemand – ausser Ihnen und wenigen anderen Unbelehrbaren.

    Warum? Naja, weil’s saublöd wäre – in einem anonymen Forum. Es grenzt an Hellseherei, zu wissen, was z.B. ein gewisser Peter Kern (der genausogut Heinz Hase heissen könnte) im täglichen Leben so macht und nicht macht.

    Ist auch irrelvant. Relevant sind in einem Online-Forum allein die Sachargumente und die Repliken darauf – nicht, ob jemand schon mal in der Nase gebohrt oder sich am Hintern gekratzt hat.

    Ad hominem-Argumente sind ja sowas von bescheuert… um mit Herrn Wirner zu sprechen: Oh mei oh mei…

  • frage

    |

    @Oje

    „Relevant sind in einem Online-Forum allein die Sachargumente und die Repliken darauf“

    sie haben wie immer vollkommen recht und gehen mit gutem beispiel voran!

    dann ist das thema ja vom tisch: die wurzeln haben dem damm über die zeit zugesetzt und es war an der zeit dies zu ändern.

    das ist das sachargument, dass bisher keiner auch nur im ansatz entkräften konnte.

  • norbert e. wirner

    |

    des is aba doch koa forum, sondern a leserbriefseitn….oda ned?!

  • Oje...

    |

    @frage: doch, natürlich stehen doch jede Menge Gegenargumente hier im Leserforum (wer lesen kann, ist klar im Vorteil):

    – „plagt sie villeicht doch ein klitzekleines schlechtes Gewissen, weil sie einen fünzig- oder achtzigjährigen zersägen lassen? Wird da gründlichst überlegt, ob es Alternativen gibt?“ (Peter Kern, 12.02.)

    – „Gehören einige der Bäume nicht zu den Naturdenkmälern der Stadt. Hat das keinen Wert?“ (Belinda Haas, 15.02.)

    – „es sind vor allem auch die vereinzelten Bäume in der Stadt, oder am Donauufer unten bei der Schiffanlegestelle, die die Stadt so besonders machen.“ (Waldleben, 17.02.)

    – „Rewag übernimmt Biomasseheizwerk in Viehhausen.“ (Schuh radaus; 07.03.) – Anmerkung: Hier muss man allerdings um die Ecke denken können… können Sie’s?

    – „Ich kenne das Uferstück seit Jahrzehnten. Einen Dammschaden habe ich noch nie erkennen können.“ (Peter Kern; 08.03.)

    ——– Tja, mein lieber „frage“: Wie wäre es, auf diese Argumente erst mal zu reagieren, statt dauernd die anderen Teilnehmer hier abzuqualifizieren, indem Sie mit einem „Gutachten“ punkten wollen, das Sie bisher nicht im Detail gelesen haben und Sie wohl auch gar nicht beurteilen könnten (ich zitiere Sie: „dazu fehlt mir das fachwissen.“).

  • frage

    |

    @Oje…

    das sind die gegenargumente? dann muss ich tatsächlich kapitulieren.

  • Oje...

    |

    Ach, es würde schon absolut reichen, mal vom hohen Selbstgefälligkeitsross herunterzukommen und andere ernstzunehmen. Nicht jeder, dem gefällte Bäume leid tun, ist ein wirklichkeitsfremder Umweltdepp.

    Apropos: Wo kann ich denn nun das von Ihnen mehrfach ins Spiel gebrachte Gutachten einsehen, um gegebenenfalls auf Ihre Linie einschwenken zu können?

  • frage

    |

    @Oje

    „mal vom hohen Selbstgefälligkeitsross herunterzukommen“

    …wobei wir wieder bei der sachlichen diskussion, puren argumenten und freundlichem miteinander wären, dass sie stets fordern.

    sie werden langsam zur rd-mutti.

    das argument, dass die rewag ein biomasseheizwerk aufgrund einiger bäume vom donauufer betreibt ist schon sehr weit hergeholt. ich bezweifle auch, dass jemand durch blosses ansehen eines dammes dessen stabilität beurteilen kann.

    es geht hier auch nicht um die schönheit der natur, sondern was die aufgabe des dammes ist: er schützt den lebensraum der menschen die dahinter leben. auf das wird in keinem einzigen kommenar eingegangen. ich frage mich, was passiert, sollte bei hochwasser (und nur dann ist der damm sinnvoll und auch nur dann würde man bestehende schäden blosen auges sehen können) der damm brechen? wo ist dann also meine selbstgefälligkeit, weil ich hier menschen über bäume stelle?

    ebenso verhält es sich mit den anderen gefällten bäumen. diese haben über die jahre einen grenzwert überschritten. wurzelwerk kann in die kanalisation wachsen, strassen oder mauern heben und bausubstanz gefährden. wie jeder privatmann für seinen baum verantwortlich ist und ggf. kosten für wurzelschäden übernehmen muss, so gilt das auch für die stadt. wenn ihnen die toilettenschüssel überläuft, weil das wurzelwerk des nachbarn die kanalisation blockiert, werden sie auch nicht auf eigene kosten eine sanierung beantragen, sondern sich den schaden vom nachbarn ersetzen lassen. dieser steht mit seinem baum in der verantwortung.

    ich weiss nicht ob es ein gutachten dazu gibt. aber ich nehme es an, weil die stadt nicht sinnlos geld zum fenster rausschmeisst für eine baumfällaktion. die paar kröten die man für das holz bekommt stehen nicht im verhältnis zu den kosten der aktion an sich. ausserdem würde man dann nicht 50 oder 80 jahre warten.

    aber es ist egal was ich schreibe. es sind meine eigenen überlegungen die mich zu dieser meinung bringen. davon werden sie, oje…, mich nicht abbringen. als erwachsener mensch muss ich manchmal rationales- vor emotionales handeln stellen. es spielt da oft keine rolle ob mir die sache gefällt, sondern was das beste, aber auch das sicherste, für mein umfeld ist.

    egoistisches denken liegt mir allerdings fern bzw. schliesse ich, wenn es um sicherheit und prävention geht, allerdings aus.

Kommentare sind deaktiviert