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Neuralgischer Punkt Werftstraße

Angespannt, aber nicht katastrophal – die Hochwasserlage in Regensburg

Bislang halten die Hochwasserschutzelemente in Regensburg. Trotzdem gab es am Mittwochmorgen einen spektakulären Hubschraubereinsatz.

Blick von oben auf das Hochwassergebiet Regensburg. Foto: Stefan Effenhauser/Stadt Regensburg

Beim Hochwasser in Regensburg wurde der Scheitelpunkt von 6,16 Meter (Messpunkt Eiserne Brücke) bereits gestern erreicht, die Spundwände halten bislang und der Pegel liegt deutlich unter dem historischen Höchststand von 2013 (6,80 Meter).

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Weil es dieses Mal aber deutlich länger dauert, bis das Hochwasser absinkt – die Meldestufe 4 wird laut dem Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamts für Umwelt erst in der Nacht zum Freitag unterschritten – bleibe die Lage „weiter angespannt“.

Werftstraße evakuiert und teilgeflutet

Die Stadt bleibt deshalb vorsichtig. Neuralgischer Punkt ist – wie schon 2013 – die Werftstraße, der niedrigste mit Wänden verstärkte Punkt entlang des Donauufers in Regensburg. Vor allem aufgrund des hohen Grundwasserstands weiche der Untergrund dort immer mehr auf. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer spricht von einem „Wackelpudding“.

Blick auf die Werftstraße am Mittwochvormittag. Foto: Aigner

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz fürchtet vor diesem Hintergrund um die Standsicherheit der Spundwände und dass Straße und Häuser schlagartig geflutet werden könnten. Am Montagabend wurden deshalb vorsorglich die rund 200 Bewohner dort evakuiert.

Am frühen Morgen des heutigen Mittwoch wurde die Straße dann kontrolliert teilgeflutet, um dem von unten kommenden Druck des Grundwassers entgegenzuwirken. Die Einsatzkräfte lassen das Wasser bis zu einem gewissen Grad an den Wänden vorbeifließen.

Hubschrauber brachte Besatzung zu den Museumsschiffen

Für einen spektakulären Hubschraubereinsatz sorgte am frühen Mittwochmorgen die notwendige Verlegung der Museumsschiffe Freudenau und Siebnerin von ihren als unsicher eingeschätzten Ankerplätzen. Die notwendige Besatzung wurde vom Helikopter aus auf die Schiffe hinuntergelassen, die diese dann zu sicheren Ankerplätzen brachten. Die Eiserne Brücke blieb als Heli-Landeplatz für mehrere Stunden gesperrt.

Per Hubschrauber wurde Personal zu den Museumsschiffen gebracht. Foto: Armin Schmid

Vor dem Hintergrund all dessen bleibt die Evakuierung der Werftstraße vorerst in Kraft. Die Örtliche Einsatzleitung bereitet sich auf mögliche Straßen- und Brückensperrungen sowie die Überprüfung von Strom-, Trinkwasser-, Gasversorgung vor, sollten die Hochwasserschutzelemente tatsächlich versagen. 2013 musste die Werftstraße inklusive Gebäude kontrolliert geflutet werden, nachdem die Spundwände nach und nach überspült wurden und ebenfalls nachzugeben drohten. Heuer halten sie bislang noch und das Wasser steht derzeit nur auf der Straße.

Ministerpräsident Söder in Regensburg

Bereits am Dienstagnachmittag hatten Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) zur Hochwasser-Stippvisite beim Museum der Bayerischen Geschichte vorbeigeschaut. Neben Dank an die Einsatzkräfte und dem Versprechen von finanziellen Hilfen für Betroffene musste sich der von Schaulustigen belagerte Ministerpräsident aber auch mit Proteststimmen auseinandersetzen.

Umringt von Schaulustigen, konfrontiert mit Kritik: Markus Söder. Foto: privat

Aktivistinnen der Letzten Generation konfrontierten das Trio aus der Staatskanzlei mit Schildern wie „Wo bleibt der Dammbruch beim Klimaschutz?” oder Zurufen á la „Wann gibt es Präventivgewahrsam für diese kriminellen Wassermassen?“ Söders Kommentar, dass die Demonstranten doch „lieber mal anpacken“ sollten, konterte einer von ihnen mit der Antwort, dass er sich bereits als Freiwilliger eingetragen habe.

Realitätsverzerrung aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium

Nicht in Regensburg gesichtet wurde der ansonsten recht reisefreudige bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Er hatte in punkto Hochwasser zuletzt 2018 einen bemerkenswerten Wahlkampfauftritt bei der Herbstdult in Regensburg hingelegt. Damals polterte der Freie Wähler-Chef noch gegen einen „größenwahnsinnigen Flutpolder“ in Regensburg. So etwas werde es mit den Freien Wählern nicht geben – „klare Ansage“.

Bemerkenswerter Dultauftritt von Aiwanger 2018. Screenshot: Facebook

Am heutigen Mittwoch ließ Aiwanger gegenüber dem Bayerischen Rundfunk neben beiläufigem Grünen-Bashing nun wissen, dass es mehr dezentralen Hochwasserschutz und Rückhaltebecken brauche. Der schleppende Ausbau von Poldern liege auch nicht an ihm oder den Freien Wählern, sondern am Widerstand der Bevölkerung…

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Kommentare (33)

  • Madame

    |

    Herr mp markus söder und und Herr herrmann mussten doch nach regensburg kommen, um die braven schäfchen der CSU bei stange zu halten. Dass natürlich die ankündigung von hilfen der hochwasser geschädigten in aussicht wird, ist zwar sehr löblich, aber es sollte diesmal unbürokratisch verlaufen.

  • nemo udeis

    |

    “Hubsbschrauber” – war der Hubsi also doch da? 😉

  • joey

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    alle ca. 10 Jahre kommt ein großes Hochwasser. Das macht die Umwelt schon seit über 10.000 Jahren. Manche Leute mußten das erst lernen, z.B. die Römer in Passau. Archäologisch (Sedimente) sind besonders für das 13.-15- Jahrhundert weit höher als heute und sehr lange Hochwasser nachgewiesen. Historische Gebäude direkt am Fluß hatten das in der Regel baulich berücksichtigt. In zahlreiche Bauernhäuser in Dörfern am Fluß wurden regelmäßig im Frühjahr die Erdgeschosse planmäßig geräumt bzw das Mobiliar ins OG umgezogen.

    Erst das 20, Jahrhundert brachte den tech. Machbarkeitswahn inklusive Dammbauten des Reichsarbeitsdienstes. Die Vorbereitung auf den 2.WK erforderte eine Ausweitung von intensiven Agrarflächen um möglichst keine Hungerrevolten wie im 1. WK zu provozieren. Die Flüchtlingswelle 1945 machte jedes Loch zum “Wohnraum” – und das sind sie dann geblieben. Na, einige EGs der Altstadt sind noch Ladenflächen, die heut eh keiner mehr braucht.

    Mein Haus ist hochwassersicher bis zu “HQ extrem”. Wer beim Kauf einer Immobilie zum Hochwasser recherchieren will, kann das: Eine ausreichende Analyse durch Geologen mit Bohrungen auf dem Grundstück kostet etwa 1.500,-. Das rentiert sich! Man kann sich vorbereiten, das machten die Vorfahren mit wesentlich weniger technischen Möglichkeiten ja auch.

  • Hthik

    |

    Aiwanger das Mulitakent. Aussitzen wie Merkel, wenn es zu spät ist umfallen wie die FDP, iehe Münchner Merkur von heute:

    “Vor allem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) war gegen die Polder. Sein Argument waren neben den hohen Kosten vor allem die Landwirte, die Angst um ihre Flächen hatten. Drei Polder waren damit erstmal vom Tisch. Später gab Aiwanger seinen Widerstand auf – dann fehlte jedoch das Geld für die inzwischen gestiegenen Baukosten.”

    Vielleicht hat er Phantome gesehen, siehe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt vom 15.11.2018. Dann war Helmut Schmidt ja gar nicht reformfeindlich. Er hat das gemeint, mit seinem Ausspruch, wer Visionen habe, solle zum Arzt.

  • Markus Feilner

    |

    Ich habe auf Mastodon ein paar Bilder vom Hubi gepostet, mit Menschenmaterial unten dran. Ist von meinem Balkon aufgenommen… alles cc-by
    https://mastodon.cloud/@mfeilner/112561971976099715
    “Stellt Euch mal vor, ihr seid Museumsmitarbeiter. Ausgebildet, studiert, weil das ein Job ist, wo nie was passiert, krisensicher und so. Und dann klingelt das Telefon “Müller/Meier/Schmidt, wir brauchen sie. Die Bevölkerung braucht sie. Wir müssen Sie sofort mit dem ADAC-Helikopter auf dem Museumsschiff abseilen. Wissensscho, Ihr Arbeitsplatz, an der Donau. Ja, genau so wie in “Jagd auf Roter Oktober”. Nein, nein, nicht gefährlich, schaut nur spektakulär aus. Danke, wir holen sie.”

  • Stefan Aigner

    |

    @nemo

    Ups. Ein Freudscher Verschreiber womöglich….

  • Robert Fischer ÖDP

    |

    Bin kein ausgewiesener Hochwasserexperte. Vermutlich muss an einigen Stellen auch noch mehr gemacht werden.
    Aber was mir die Tage immer wieder durch den Kopf geht ist, dass diese mobilen Mauern doch die beste Investition seit langem waren? Absolut beeindruckend, wie gut das zum Glück klappt.

    Auch beeindruckend ist, wie viele ehrenamtliche Menschen dafür sorgen, dass wir hier (bis jetzt) gut durchkommen. Vielen, vielen Dank!

  • Stania

    |

    Gut, wie die Klimaaktivisten den Populisten Söder gestellt haben! Und erbärmlich, wie primitiv er reagiert hat! Ähnlich, wie seine Freunde Dobrind und Huber: Weil sie keine Argumente haben, versuchen sie, die verantwortungsbewussten, tapferen KlimaaktivistInnen persönlich herunterzumachen oder zu kriminalisieren.

    Dank an rd für die Enttarnung des Verwandlungskünstlers Aiwanger! Man darf gespannt sein, ob und ggf. wie er reagiert. Wird er sich wieder damit herauszureden versuchen, dass es sein Bruder gewesen sei? Dass dieser 2018 auf der Dult gesprochen habe? :-)

  • Daniela

    |

    @joey
    5. Juni 2024 um 16:59 | #

    Finde Ihren Beitrag interessant, rein tatsächlich wurde mir ähnliches von ein paar Senioren (Hochbetagte ) allesamt weit über die 80 berichtet.

    Nichts desto trotz, wäre Renaturierung einiger Gebiete n.m.M. durchaus sinnvoll.
    Auch hörte ich vor zwei Tagen einen Experten, der empfahl in bestimmten Regionen Talsperren an zu legen. Zum einen um Wasser zu sammeln, für Trockenperioden, des Weiteren eben um einen kontrollierten Ablauf bei hohen Wasserständen zu organisieren und nicht zuletzt als Energieerzeugung.

    Ich denke man hat schon noch einiges an Möglichkeiten um vor zu beugen.

    Ansonsten waren die Spundwände eine sinnvolle Investition.

  • Franziska Z.

    |

    Kleine Richtigstellung: Die Siebnerin ist kein Museumsschiff, sondern ein Fahrgastschiff der Personenschifffahrt Klinger.
    Und an den Herrn Feilner ein Stück weiter oben: ganz so ist es dann auch nicht, die eingeflogenenen Damen und Herren sind keine angestellten MuseumsmitarbeiterInnen, sondern teils Personal der Personenschifffahrt, teils Ehrenamtliche des Museums, auf jeden Fall alle ausgebildetes nautisches Personal mit entsprechendem brruflichen Hintergrund. Der Zustieg per Hubschrauber ist allerdings trotzdem nicht alltäglich, das muss man zugeben.

  • idefix

    |

    Kommentar gelöscht. Es geht in diesem Text nicht um die Stadtbahn.

  • idefix

    |

    Zum Thema Hochwasserschutzplanungen am Unteren Wöhrd mit den damit verbundenen technischen Problemen (Bodenverhältnisse, Grundwasser. marode Ufermauer etc.) verweise ich auf die umfangreiche Beschlussvorlage des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen vom 05.12.2017 mit dem Gegenstand: Hochwasserschutz Regensburg – Abschnitt H (Unterer Wöhrd) Kenntnisnahmebeschluss sowie die Anlagen
    https://srv19.regensburg.de/bi/___tmp/tmp/450810361012033015/1012033015/00249958/58-Anlagen/01/051217Hochwasser-Kenntnisnahmebeschluss.pdf
    und:
    https://srv19.regensburg.de/bi/___tmp/tmp/450810361012033015/1012033015/00247926/26-Anlagen/01/VO_17_13773_65_HWS_H_2017-12-05_Kenntnisnahmeb.pdf
    Der Beschluss vor fast 7!!! Jahren lautete
    1. Die Ergebnisse der Hochwasserschutzplanungen (Vorentwurf) des Freistaates Bayern
    mit den bereits eingearbeiteten Ergebnissen der Planabstimmungen aus den Bürgerbeteiligungsverfahren für den Abschnitt H (Unterer Wöhrd) werden zur Kenntnis genommen.
    2. Die Verwaltung wird beauftragt, für den Abschnitt H (Unterer Wöhrd) beim Freistaat Bayern die Fortführung der Planungen (Bauentwurf) zu beantragen. Die Ergebnisse der weiteren Planungsabstimmungen (Träger öffentlicher Belange) sind so weit als möglich im Bauentwurf zu berücksichtigen.
    Vor Einleitung des wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens ist die ergänzte Hochwasserschutzplanung dem Ausschuss erneut vorzulegen.
    Es stellt sich die berechtigte Frage, warum man angesichts der voraussehbaren extremen Hochwassergefahr etwa alle 10 Jahre (2002, 2013, 2024) es nicht geschafft hat, den Hochwasserschutz an der sensibelsten Stelle im Stadtgebiet für Leib und Leben und dem höchsten Schadenspotential eine höhere Priorität einzuräumen. Noch dazu wo der Untere Wöhrd immer mehr mit teuren Wohnungen zugebaut wurde. Angesichts des Hochwassers verunsichert man jetzt die Bevölkerung, ob der Teilschutz der Katastrophenschutzelemente wegen des Grundwasserdrucks aber auch wegen der maro-den Ufermauer hält, weswegen die Bewohner zwangsweise evakuiert werden mussten. Eine Folge, dass sich die Umsetzung wegen der bürokratischen Planungsverfahren und den fehlenden Finanzen wie überall in unserem Land so lange hinzieht. Wenn die Bürger im Schadensfall auf die Barrikaden gehen würden, wäre dies mehr als verständlich.
    Gott behüte, dass der Kelch eines Uferbruchs diesmal noch vorübergehen möge, und die Verantwortlichen zur Einsicht kommen, den dringend notwendigen Hochwasserschutz am Unteren Wöhrd endlich herzustellen.

  • nemo udeis

    |

    Nein, ich leugne den Klimawandel nicht, aber ich finde folgenden Satz aus einem Interview mit einem Benediktinerpater aus Weltenburg von heute bedenkenswert:

    “Ich muss auch sagen, dass wir uns hier im Konvent schon oft fragen, ob der Klimawandel für das Hochwasser hier bei uns überhaupt maßgeblich verantwortlich ist. Wir haben an unserem Kloster Markierungen, die die Höhe früherer Hochwasser anzeigen. Und siehe da: Das schlimmste Hochwasser war im Jahr 1865. Die Wasserhöhe, die damals verzeichnet wurde, ist seither nie mehr erreicht worden. Und 1865 war ganz bestimmt vor dem Klimawandel. Insofern: Wir haben gelernt, mit Überflutungen zu leben und werden das sicher auch in Zukunft schaffen.”

    Auch für Passau wird derzeit gerne das Wort “Katastrophe” in den Mund genommen. 9,50 Meter Donaupegel sind für die Passauer aber keine Katastrophe. Die werden erst dann so richtig unruhig, wenn Donau und Inn zweistellig werden.
    Für uns in Regensburg ist der Verlauf des Hochwassers das, was derzeit Sorgen bereitet: Langsamer Anstieg, lange Scheitelwelle, dadurch Anstieg des Grundwassers. Der Pegelstand an sich ist rund 10 Jahre nach dem letzten “großen” Hochwasser nicht hochdramatisch. Und wenn man die Marken an der Wurstkuchl (oder auch am Rathaus in Passau) anschaut, kann man die Einschätzung der Benediktiner von Weltenburg zumindest für ihre Situation verstehen.

  • Gerald Gabriel

    |

    Es ist doch wahlwirksam, wenn unser Landesvater in Gummistiefeln an der Hochwasserlage antritt.
    Ebenfalls medienwirksam wird sich nach vorne in die Kamera reingedreht..ist ja Europawahl in ein paar Tagen…und schon werden Hilfen angekündigt…Ich hoffe nur es läuft nicht so wie im Ahrtal…
    Und zu Aiwanger…na ja er lässt sich auch halt gerne überall ablichten…siehe Unistreik…Rhetorik pur ohne Hintergrund…nach dem Motto..Ich bin halt da aber Ich bring euch nichts…

  • Freundlich

    |

    @nemo udeis

    Frühere Hochwassermarken mit heute zu vergleichen hinkt sowieso. Je besser der Hochwasserschutz oberhalb des jeweiligen Standorts wird und je weniger das Wasser aus kann um so mehr kommt weiter Flussabwärts an! (Wie komplex das Thema ist zeigt das Beispiel Passau! Obwohl Passau regelmäßig absäuft gibt es regen Widerstand gegen bauliche Maßnahmen.)
    Aber nochmal auf die Hochwassermarken zu kommen alles was vor ca. 1960 ähnlich hoch war wie heute dürfte im Vergleich eine wesentlich höhere Wassermenge gewesen sein! Bis dato war so gut wie kein Hochwasserschutz vorhanden die ufernahen Bereiche nicht oder nur wenig bebaut und allgemein viel weniger Fläche in Ufernähe versiegelt!
    Jetzt noch ein Provokanter für die Galerie: Klimawandel gibt es schon immer, alles was lebt ist in einem ständigen Wandel! Was davon von wem verursacht wird und wer diesen Umstand am besten für seine Propaganda nutzt ist auch schon ein alter Hut! Früher war die Kirche recht gut um Nöte und Katastrophen zu nutzen um wieder mehr Menschen zum Glauben zurück zubringen. Da wurde dafür gebetet und an die Kirche gespendet um Katastrophen fern zu halten. Inzwischen hat es die Politik für sich entdeckt. Nur das die „Spenden“ in Form von neu erfundenen Steuern und Abgaben da nicht so freiwillig sind. Würden die ganzen Umweltabgaben auch Zweckgebunden verwendet wären für sämtliche Schutzmaßnahmen horrende Summen zur Verfügung!

  • Wassertheologe

    |

    Hat die Donausegnung vom Januar 2024 durch den hiesigen Fürstbischof, sprich den Vertreter des einzig wahren Glaubens, jetzt geholfen oder nicht? (Dass die Vertreter zweier anderer christlicher Richtungen nebenbei auch mitmachen durften, ist mir bewusst.)

    https://bistum-regensburg.de/news/oekumenische-donausegnung-in-orthodoxer-tradition-1?q=%2Fnews%2Foekumenische-donausegnung-in-orthodoxer-tradition-1&cHash=a86e0b9fcdead50a79f34b00d5f3d0f3

    Nach ihrer eigenen Logik und Welt, in der sie leben, werden apologetische Theologen, geweihte Kirchenmänner und streng gläubige Laien (natürlich) wie zu allen Zeiten zu der für sie einzig logischen und unhinterfragten Schlussfolgerung gelangen, dass die Segnung geholfen hat, denn sonst wäre es ja schließlich schlimmer gekommen!
    Irgendwelche römisch-germanischen Flussgottheiten haben somit (natürlich) nicht geholfen.

    Solche Ausreden/Begründungen im religiösen Kontext nennt man Theologie, denn Apologetik ist die „Logik“ der Theologie (Prof. Dr. Norbert Mecklenburg, Köln).

    Ergo: Rudi hat geholfen!
    (Auch wenn er nach kath. Lehre selbstverständlich nur der Vermittler war und als bescheidener Fernmeldetechniker im irdischen Weingut des Herrn die Verbindung „nach ganz oben“ hergestellt hat.)

    Rudis Arbeitgeber (auf Erden!) hat schließlich schon für weniger oder kurioseres Selig- und Heiligsprechungen vorgenommen. Nur ein Beispiel: https://www.derstandard.at/story/1518766/seliger-kaiser-dank-krampfadernheilung

  • Mo

    |

    @Freundlich
    Sätze wie “Was davon von wem verursacht wird und wer diesen Umstand am besten für seine Propaganda nutzt” sind nicht provokant, sondern eher tumb.
    Naturwissenschaftlich ist es keine große Leistung den Einfluss des Menschen auf das “sich schon immer wandelnde Klima” nachzuweisen. Auch das Verständnis dieser Erkenntnisse benötigt eigentlich keine außergewöhnliche Intelligenz…

  • Günther Herzig

    |

    @joey
    5. Juni 2024 um 16:59 | #
    Ihr Beitrag ist gut nachvollziehbar und beinhaltet Informationen, die ich noch nicht kannte. Danke!

  • Hthik

    |

    joey 5. Juni 2024 um 16:59

    Ich kann mich mal der Bewertung durch Herrn Herzig anschließen. Eine kleine Ergänzung noch.

    “Die Flüchtlingswelle 1945 machte jedes Loch zum “Wohnraum” – und das sind sie dann geblieben.”

    Dass die Lage in Neutraubling schlecht war, habe ich nicht gehört. Ich stimme aber grundsätzlich zu. Das größte Problem beim Hochwasser in der Stadt ist, dass da überall eine Stadt im Weg ist. Das baulich zu mildern ist möglich, siehe Kopenhagen, aber schwierig und langwierig. Wir sind also wieder beim Thema der Politiker ohne Visionen, der Aussitzer, Abwiegler und Keine-5-Minuten-in-die-Zukunft-denken-Könnender.

  • Hthik

    |

    nemo udeis 6. Juni 2024 um 00:02

    “Wir haben gelernt, mit Überflutungen zu leben und werden das sicher auch in Zukunft schaffen.”

    Früher hat man die Ersoffenen beerdigt und das Leben für den Rest ging weiter. Soweit richtig. Dass unter den Toten auch gute Menschen waren, lag am unergründlichen Ratschluss Gottes. Heute sind die Ansprüche etwas höher.

    Dass kann auch durchaus am beklagenswerten Rückgang des Glaubens liegen. Hier ist eben das Jammertal und erst danach kommt der Himmel. Nur, seit man nicht mehr mit dem Scheiterhaufen drohen kann, fragen sich manche so ganz öffentlich und ungeniert: selbst wenn es Himmel und Hölle geben sollte, woher wissen wir eigentlich, dass das mit dem unergründlich Ratschluss nicht einfach so weiter geht?

  • Freundlich

    |

    @ Mo
    Mit “was davon von wem verursacht wird” war eigentlich eher darauf gemünzt, Industrie, Kriege oder Freizeitverhalten, Europa oder der Rest der Welt. Wir in Deutschland werden das Klima alleine nicht retten, uns wird aber überdurchschnittlich viel Geld unter diesem Vorwand aus der Tasche gezogen während in den anderen 180 von ca. 200 Ländern der Stiefel so weiter geht wie bisher. Und das sich das Klima immer schon gewandelt hat stimmt ja auch sonst hätte es ja nie eine Eiszeit gegeben….
    Und der Punkt schlecht hin:
    Das Geld das uns dafür aus der Tasche gezogen wird, wird nicht zweckgebunden eigesetzt um uns vor den Auswirkungen des Klimawandels und auch des Wetters zu schützen.

  • Mr. B.

    |

    Zu Freundlich
    6. Juni 2024 um 13:18 | #
    “Das Geld das uns dafür aus der Tasche gezogen wird, wird nicht zweckgebunden eigesetzt um uns vor den Auswirkungen des Klimawandels und auch des Wetters zu schützen.”

    Diese Aussage mag wohl stimmen.

  • KW

    |

    @Nemo Udeis, auf die Hochwassererklärungstheorie einer Einzelperson, noch dazu eines katholischen Mönches, würde ich nicht allzu viel geben. Abgesehen davon ist die Erde eine Scheibe um die sich die Sonne dreht.

  • Lauberzehrling

    |

    @KW: Wenn Sie die Aussage eines Benediktiners wegen dessen Ordens- und Glaubenszugehörigkeit abqualifizieren, tun Sie der Person und dem Orden massiv Unrecht. Die europäische Kultur wurde über Jahrhunderte von den Benediktinern beeinflusst, gerade im Bereich der Bildung.

  • PT

    |

    Es gibt wirklich keinen ernstzunehmenden Klimaforscher der behauptet, dass dieses eine Hochwasser wegen dem Klimwandel war. Jeder der das so darstellt baut große Strohmänner auf. Aber was alle sagen ist, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität von Hochwassern im Schnitt ansteigen lässt (wie im übrigen auch bei extremem Hitze oder Dürreereignissen).

    Sprich ob ohne Klimawandel das Hochwasser schlimmer, weniger schlimm oder gar nicht gewesen wäre lässt sich nicht sagen. Die Häufigkeit steigt aber (wir hatten innerhalb des letzten Jahres ja schon 3-4 Fluten in Deutschland) und diesmal sind wir in Regensburg und Passau (worum es hier interessantwerweise nur geht) gut davongekommen. Aber wer meint, dass dieses Hochwasser nicht so schlimm gewesen sei, der sage das bitte von Person zu Person zu den Menschen in Schrobenhausen, in Pfaffenhofen oder in den vielen kleinen schwäbischen Dörfern die abgesoffen sind.

  • joey

    |

    Hochwasser gab es schon immer – und (wie ich oben dargestellt habe) weitaus höher und länger als heute. Ob es dabei um lange Zyklen geht, ist nicht genug erforscht.

    Was jeder Hausbesitzer tun kann:
    – Erstrecherche Bayernatlas: wie hoch ist meine Immobilie im Vergleich zum nächsten Gewässer? Wie/Wo sind die HQ100 und HQextrem (entsprechende Karten laden)?
    – Bodengutachten (Schichten im Bohrkern): welches Risiko besteht am hiesigen Ort gegen Intensivregen, welche Versickerungsfähigkeit habe ich auf meinem Grundstück? Was nicht versickert, will irgendwohin. Mit Mulden und Drainagen kann man wenigstens Hangwasser abmildern.
    – Ökologische Gärten mit viel Blatt- und Wurzelspeicherung und Fassadenbegrünung. Also weniger mähen und viel pflanzen. Ja, viele Pflanzen machen viel Arbeit.
    – Wasserdichte Keller, wenn überhaupt Keller. Einfach nur WU-Beton / weiße Wanne ist nur eine Teillösung. Alles, was der Mensch baut, hat Schwachstellen.
    – Wer im Tal baut, muß mit Wasser rechnen. Was glaubt Ihr, warum das Tal überhaupt ein Tal ist?

    Die früheren Menschen lebten mit Umweltgefahren. Sie schützten sich möglichst, waren aber bestimmten Ereignissen ausgeliefert. Das sind wir immer noch, keine Technik macht aus einem Tal einen Berg.

  • Hthik

    |

    Lauberzehrling 6. Juni 2024 um 20:36

    “Die europäische Kultur wurde über Jahrhunderte von den Benediktinern beeinflusst, gerade im Bereich der Bildung.”

    Schon. Ob zum Guten ist eine andere Frage.

  • KW

    |

    Der hier kann bestimmt am besten erklären wie alles zusammenhängt und hat garantiert auch die richtigen und einzig wahren Lösungen parat (ich meine den Typ in der blauen Jacke, der dann nach vorne watet, weil er es nicht erträgt, nicht vorn im Bild zu sein):
    https://www.instagram.com/quer_vom_br/reel/C71S7y7h0EN/

  • Mr. B.

    |

    Zu KW
    7. Juni 2024 um 16:43 | #

    Ach Sie meinten den Ministerpräsidenten?

    Was für “Typen” tummeln sich denn in Ihrer Partei so?
    Schauen Sie mal genau hin.

  • Hthik

    |

    @KW 7. Juni 2024 um 16:43

    Ich hab mir das mit dem “fünfe grade sein lassen” mal von einem Mathematiker erklären lassen. Einem Spezialisten, sogar. Gruppenentheoretiker. Der sagte das geht schon, aber da gibt es noch andere Vorschriften und entweder muss man diese dann ändern oder abschaffen oder das ganze hat unerwartete Nebenwirkungen. Konkret:

    Was heißt, eine Zahl z ist gerade? Sie ist gerade, wenn sie durch zwei teilbar ist, dass heißt es gibt eine Zahl x, so dass gilt x * 2 = z. Lassen wir also fünf grade sein, indem wir sagen, es gibt so ein x, dass gilt x * 2 = 5.

    Soweit kein Problem.

    Wenn es aber so ein x gibt, dann gibt es auch ein x + 1. Dividieren geht nicht immer, aber Addieren geht immer, oder mathematisch gesagt: wegen der Abgeschlossenheit der Gruppe unter Addition. Diese neue Zahl x + 1 können wir mit 2 multiplizieren, also (x + 1) * 2 bilden, denn Multiplizieren geht immer wegen … . Sehen wir uns dieses (x + 1) * 2 mal näher an

    Wir rechnen aus

    (x + 1) * 2 = x * 2 + 1 * 2

    Da war das Distributivgesetz. Könnte man auch abschaffen, aber das hätte auch Konsequenzen.

    Also

    (x + 1) * 2 = x * 2 + 1 * 2 = x * 2 + 2

    und da wir wunschgemäß fünf grade sein haben lassen, ist x * 2 = 5, also

    (x + 1) * 2 = x * 2 + 1 * 2 = x * 2 + 2 = 5 + 2 = 7

    Nach Konstruktion ist (x + 1) * 2 gerade. Da sich herausgestellt hat, dass das nichts anderes ist, als die gute alte Sieben, bekannt aus Funk und Fernsehen, etwa die sieben Samurai, ist, ist also 7 gerade.

    Genauso zeigt man, dass dann auch 9, gerade ist, 11, gerade ist etc. Übrigens auch die 3. Das lass ich als freiwillige Übungsaufgabe.

    Ich finde daran faszinierend, dass schon so ein einfaches Modell aufgrund der Grundrechenarten für politisches Handeln zeigt, wo das Problem mit solchen Sprüchen liegt, wenn man sie mal ernst nimmt. Ja, man kann 5 gerade sein lassen, aber dann kommt als nächstes die 7 und beschwert sich, dass sie auch gerade sein will, wenn die fünf gerade ist, und wie man oben sieht, hat sie verdammt gute Argumente dafür. Also muss man dramatische Eingriffe in das Gesetz vornehmen, wie etwa die Addition nur noch unter bestimmten Umständen zu erlauben, um den Sonderstatus der 5 zu retten oder man muss die 7 auch gerade sein lassen. Dann beschwert sich die 9. Nur Monarchen und Diktatoren können mit wirren Einzelentscheidungen regieren. By spezial command of the Fuehrer!

    Vielleicht hat der Herr Aiwanger, vor lauter Üben seiner Auftritte vor dem Spiegel überhaupt in der Schule zu wenig aufgepasst, nicht nur im Geschichtsunterricht, sondern auch in Mathe. Deutsch Rhetorik 1, Geographie Rheologie 4, Geschichte 5, Mathematik 5, Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe gefährdet, also bleibt nur das Wegloben des Unfähigen nach oben. In die Politik.

    Es hat zugegeben etwas Putziges, etwas von “Mr. Smith geht nach Washington”, wenn Mr. Aiwanger da nach München geht um die Belange der einfachen Bürger zu vertreten, dabei erst ganz naiv ein paarmal auf die Nase fällt und nur so allmählich, learning by doing, die Zusammenhänge erlernt. Da hat der Menschenfreund und Held des Laabertals aber das Problem, dass jede seiner Fehlentscheidungen schon einen Haufen Schaden anrichtet, bis er den Fehler kapiert und korrigiert. Das ist nur in Hollywood so, dass der einfache Bursche vom Land die Belange der kleinen Leute nach München transportiert. Tatsächlich sind es nicht deren Belange, sondern Einflüsterungen des Bauernverbands und andere Kapitalinteressen mit denen der Kandidat präpariert wird. Gott mit dir du Land unter der Baywa.

  • Hthik

    |

    @Mr. B. 6. Juni 2024 um 19:23
    @Zu Freundlich 6. Juni 2024 um 13:18

    “Das Geld das uns dafür aus der Tasche gezogen wird, wird nicht zweckgebunden eingesetzt um uns vor den Auswirkungen des Klimawandels und auch des Wetters zu schützen.”

    Wer diesbezüglich etwas ändern will, kann sich dafür einsetzen, dass das anders wird. Oder auch dafür, dass mehr Geld aus anderen Taschen kommt, wo es reichlich vorhanden ist

    “Friedrich Merz hat den Wahlkampfturbo gezündet. In Saarlouis, wo Ford nächstes Jahr ein Werk schließt, hat der CDU-Chef am Mittwoch gefordert, das für 2035 geplante europäische Verbrennerverbot zurückzunehmen. Merz ist nicht der Einzige, der die Verunsicherung von Bürgerinnen und Bürgern und der Industrie beim Thema Antriebswende ausnutzt, um auf Stimmenfang zu gehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Manfred Weber, Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, fordern ebenfalls das Aus vom Verbrenner-Aus.

    Wie auch Merz erwecken Gegner des Verbrenner-Aus gern den Eindruck, als habe die EU Batterieautos als die einzige mögliche Antriebsform festgelegt. … Die Technologieoffenheit, die konservative und liberaler Politiker jetzt wieder lautstark fordern, ist längst gegeben.

    Doch die Hersteller machen immer noch Milliardengewinne, bei VW waren es allein im ersten Quartal 4,6 Milliarden Euro.”

    Mittlerweile hinter einer Paywall.

  • Mr. B.

    |

    Zu Hthik
    9. Juni 2024 um 11:49 | #

    Sie wissen schon, daß z. B. im Bund seit vielen Jahren von 50 bis 60 Milliarden aus den Einnahmen der Mineralölsteuer nur ca. 4 bis 5 Milliarden in die Verkehrsinfrastruktur gehen.
    Mit dem anderen großen Batzen wird meist die Sozialhilfe aufgestockt.

  • KW

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    Mr. B., Sie meinen vermutlich die Energiesteuer, die seit 2006 die Mineralölsteuer ersetzt hat. Laut Statistischem Bundesamt waren das im Jahr 2023 36,7 Milliarden. Zugeben ein großer Batzen, aber doch sehr weit von den von Ihnen genannten “50 bis 60 Milliarden” entfernt.
    Quelle für meine Angaben: https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/_Grafik/_Interaktiv/ergiebigste-steuerarten.html
    Sicher haben Sie auch Quellenangaben für Ihre Darstellung wie die Steuern verteilt werden?

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drin