„Befreiung des von den Kirchen ‚gekaperten‘ Staats“

Pressemitteilung des bfg

Buchvorstellung: „Kirchenrepublik Deutschland“

Dr. Carsten Frerk zeigte vor 30 interessierten Zuhörern eine Ton-Bilder-Schau über die erfolgreiche kirchliche Lobbyarbeit in Deutschland

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Regensburg, den 28. November 2015 • Der Berliner Politikwissenschaftler, Journalist und Autor Dr. Carsten Frerk stellte in der Regensburger Gaststätte Brandl-Bräu auf Einladung des „Bund für Geistesfreiheit“ (bfg) sein brandneues Buch „Kirchenrepublik Deutschland“ vor. Mit einer Ton-Bilder-Schau veranschaulichte Frerk die wesentlichen Inhalte des Werks. Frerk ist säkularer Humanist und erlangte größere Bekanntheit durch seine Veröffentlichungen zur Kirchenfinanzierung in Deutschland und Österreich sowie zu den christlichen Sozialkonzernen.

Zu seinem neuen Buch sagt er: „Es beschreibt erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik, wie die Kirchen systematisch Einfluss auf die Politik nehmen. Das Werk stellt dar, welche Gremien dazu eingerichtet wurden, etwa die katholischen und evangelischen Büros, über welche Kanäle die Kirchen ihre Informationen erhalten, welche Strukturen begünstigen, dass politische Entscheidungen im Sinne der Kirchen ausfallen. Es schafft Problembewusstsein für die Ämterver-quickung und ‚Seitenwechsler‘ zwischen Politik und Kirche.“

Erwin Schmid, Veranstalter und bfg-Vorsitzender, betont: „Wir sind froh über Carsten Frerks Besuch. Uns wurde heute klar, dass die Kirchen die erfolgreichsten Lobbyisten der Republik sind, wo es um ihre ureigenen Belange als Organisationen geht. Ich kann nur jedem die Lektüre des Buchs empfehlen. Wir brauchen dringend Befangenheitsregeln für Parlamentsabgeordnete und eine IMG_0013_komprimierts durch eine klare Trennung von Staat und Religion, wie etwa in Frankreich.“ Aus dem Publikum kam nach dem Vortrag unter anderem die Frage, wie man selbst einwirken könne, um die einseitige Kirchenprivilegierung zu beenden. Frerk empfahl, persönlich Einfluss auf Politiker/innen und Parteien zu nehmen. angesichts von rund 40 Prozent konfessionsfreien Menschen in Deutschland sowie den ständigen „Kirchenskandalen“ seien die Parteien „druckempfindlich“. Erwin Schmid wies abschließend auf einen Radiobeitrag mit Dr. Carsten Frerk hin, der am Sonntag, dem 6. Dezember 2015 auf „Bayern 2“ von 06:45 Uhr bis 07:00 Uhr ausgestrahlt wird.

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Kommentare (2)

  • Angelika Oetken

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    http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/art1188139,3748253

    Absolut lesenswerter Artikel. Zeigt, dass die Verantwortlichen wohl nicht mal den Hauch von Einsicht über gewisse systemische Zusammenhänge erlangt haben.

    Vom PR-Standpunkt her ist das, was der Dekanatsreferent Keiner da von sich gibt eine einzige Offenbarung. Wenn institutionell Verantwortliche nichts tun als zu Leugnen, zu Beschwichtigen und Abzuwiegeln und dann noch versuchen, ihre Kundschaft mit einem Haufen von wirksamkeitsfreien Papieren zu veräppeln, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn die mit den Füßen abstimmt. Und noch ein Novum: Josef Keiner, Funktionär der Katholischen Kirche macht für diese Entwicklung Gott verantwortlich. Eine Person also, die sich vor 2000 Jahren das letzte Mal öffentlich zu Wort gemeldet hat (angeblich) und sich vermutlich in der Sache auch nicht mehr äußern wird ;-)

    „‚Und Keiner sagt: „Der Bestand der Kirche an sich, deren Existenz, ist keine Aufgabe für einen Christen. Dafür ist allein Gott zuständig.“‘

  • HutzelWutzel

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    So wenig Zuhörerinnen und Zuhörer hatte Herr Frerk noch nie. ;-) Dabei ist er ausgewiesener und promovierter Spezialist.

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