„CSU-Basis verwundert über Schlegl-Aussagen zu einem ‚Casting'“

CSU Regensburg zwingt keinen in ein „Casting“ – Der CSU-Kreisvorstand stellt Irrtümer zum Kandidatenfindungsverfahren klar – Reaktion auf jüngste Presseäußerungen „Keiner muss in eine Casting-Show“, beruhigt der Regensburger CSU-Kreisvorsitzende  Armin Gugau die sich derzeit bisweilen aufgeregt zeigenden möglichen OB-Kandidaten und andere Parteifreunde, die sich zur OB-Kandidatenfindung in den letz-ten Tagen öffentlich äußerten. Das Wort „Casting“ habe weder er noch ein Verantwortli-cher der CSU geprägt. Vielmehr wollte und will der CSU-Vorstand lediglich in einem de-mokratischen Verfahren, das von Gugau, MdL Dr. Rieger und Stadtrat Vanino vorgeschla-gen wurde und das zudem keine Regensburger Besonderheit sei, zu einer breiten Unterstützung für einen OB-Kandidaten kommen. Das Verfahren wurde ausdrücklich auch vom Parteivorsitzenden Ministerpräsident Seehofer gelobt, als er zum Neujahrsempfang in Regensburg war. Die plötzliche Kritik daran vermag der CSU-Kreisvorsitzende nicht nach-zuvollziehen. Verwundert ist Gugau vor allem, dass sich nun – sehr plötzlich – einige der favorisierten Kandidaten sehr zurückhaltend oder gar ablehnend zum Verfahren äußern, das sie seit Wochen genau kennen und in dessen Rahmen sie sich auch ausdrücklich vorschlagen ließen. Statt eines „Castings“ – das Wort wurde von einem Journalisten (früher und für andere Wahlen aber auch von der Partei) in die öffentliche Debatte gebracht und wird seither, u.a. vom scheidenden OB Hans Schaidinger, zur Verunglimpfung eines demokra-tischen Prozesses ins Feld geführt – ist von Anfang an nur ein Gespräch der möglichen Kandidaten mit dem Kreisvorstand geplant. Davon will man sich auch nicht abbringen lassen. Vor allem die nur auf Eskalation angelegte Kritik des noch amtierenden Oberbürmermeister weist der Kreisvorsitzende für seinen gesamten Kreisvorstand zurück: „Die Schaidinger-Methoden, sich über Verfahren und mögliche Kandidaten zu äußern, spre-chen ja für sich selbst. Die Problemlösungskultur à la Schaidinger hat schon in den ver-gangenen Jahren nicht zur Befriedung der Partei beigetragen. Franz Rieger und ich, aber auch viele andere, wie aktuell einer unserer Favoriten für die Kandidatur können ein Lied davon singen, wie man anlasslos öffentlich verunglimpft wird“, beschreibt der CSU-Vorsitzende seine Erfahrungen und hofft, dass sich die Bewerber und Vorgeschlagenen nicht von unsachlichen Angriffen beirren lassen. Daneben ist man aber in der CSU auch über die aktuellen Äußerungen des als Kandidat ins Gespräch gebrachten Fraktionsvorsitzenden verwundert, der bei zeitgleich erklärter Absage „glaubwürdige Geschlossenheit“ einfordert, obwohl er diese seit knapp sieben Jahren selbst nicht ermöglicht und dies auch durch sein derzeitiges Verhalten erneut zeigt. Statt über die Presse zu kommunizieren hätte er nur auf den Kreisvorstand zu-kommen brauchen, um zu erklären, dass er nicht in Form eines Castings, wie ohnehin nicht vorgesehen, sondern in anderer Weise ins Gespräch kommen möchte. „Auf mein Schreiben an ihn kam leider gar keine Antwort – weder positiv noch negativ“, so CSU- Kreisvorsitzender Gugau zum Verhalten des Fraktionssprechers. „Sieht so das Bemühen um Geschlossenheit aus?“ frägt Gugau – nun ebenfalls öffentlich. Der CSU-Vorstand möchte daher von Schlegl erfahren, wie er denn gedenkt, mit der Partei ins Gespräch kommen zu wollen und wie er sich die Geschlossenheit in den nächsten Wochen und Monaten vorstellt, zumal er doch selbst an einem früheren „Casting“ um die Bundestags-kandidatur gerne teilgenommen (siehe anliegenden Bericht der MZ vom 12.1.2009) und seine Fraktion ihn für das Findungsverfahren auch vorgeschlagen hat. Der CSU-Vorstand fordert von Schlegl lediglich ein kompromissbereites Verhalten, wie es alle anderen Bewerber und Vorgeschlagenen auch an den Tag legen sowie eine interne Kommunikation statt eine solche nur über die Medien und schließlich auch ein klares Bekenntnis zur CSU. „Er wird er sich ausdrücklich und klar von seiner Idee einer CSU-Abspaltungsliste verabschieden müssen“, beschreibt Gugau die Stimmung in weiten Tei-len der CSU-Basis und im Vorstand. „Geschlossenheit zu eigenen unverhandelbaren Be-dingungen zu fordern, die Abspaltung aber längst vorbereitet zu haben, kann ja nicht der Weg zur Einheit sein“ analysiert Gugau. Der CSU-Chef hofft aber weiter, dass Schlegl, wenn er sich noch von den selbstauferlegten Zwängen freischwimmen kann, auf die Par-tei zugehen wird. „Die Tür ist offen“ lädt Gugau den Fraktionsvorsitzenden zur Kontaktaufnahme ein und betont, dass entgegen Schlegls öffentlicher Äußerung noch nichts vorentschieden sei, auch wenn einige ihre Präferenzen für einen externen Kandidaten oder für eine Frau, aber auch für Schlegl bereits im Vorfeld öffentlich kundgetan haben. „Unterschiedliche Meinungen auszuhalten gehört eben auch zur Demokratie“, mahnt Gugau. Der CSU-Kreisvorstand hofft, dass auch Schlegl sich gesprächsbereit zeigt und auf die Partei zugehen wird, zumal er zum Favoritenkreis gehört. Zugleich will man in nächster Zeit auch noch auf die Vorgeschlagenen und Bewerber zugehen, die nicht abgesagt, son-dern nur eine Absage für ein „Casting“ erklärt haben und nochmals klarstellen, dass die Kandidatenfindung keine „Show-Veranstaltung“ oder ähnliches ist.

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Kommentare (1)

  • CSU verordnet sich Maulkorb | Regensburg Digital

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    […] mögliche OB-Kandidat Jürgen Linhart sich immer noch in der Findungsphase befindet und dass die Kandidatensuche kein Casting sei, das Wort habe die Journallie erdacht, sondern ein zutiefst demokratischer […]

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