Die Stadt soll die Bedürfnisse der Radfahrer beim Winterdienst berücksichtigen

Mit der richtigen Kleidung und Ausrüstung ist es kein Problem den ganzen Winter über mit dem Rad mobil zu sein. Tipps zum Radfahren im Winter finden sich unter www.adfc.de. Zu schaffen macht so manchem Radfahrer allerdings auch heuer wieder der Winterdienst der Stadt Regensburg. Das Räumen von meist gefährlichen Radwegen auf Nebenstraßen ist nach Auffassung des ADFC nicht notwendig, da der Radfahrer hier auf der Fahrbahn ohnehin sicherer unterwegs ist. Auch der Umstand, dass der Winterdienst nicht sofort und überall räumen kann, ist verständlich. Kein Verständnis bringt der ADFC jedoch für die Prioritätenliste des Räumdienstes auf. Wichtige Hauptverkehrswege für Radfahrer und Fußgänger werden nur unzureichend geräumt. So ist der Winterdienst an den Donauüberquerungen Eiserner Steg mit Andreasstraße und Protzenweiherbrücke im Osten und Pfaffensteiner Kraftwerks- und Kanalbrücke mit Winzer Weg im Westen vollkommen unzureichend. Diese Route ist auch ein wichtiger Schulweg für mehrere angrenzende Schulen. Ebenso müssen Radwege entlang stark befahrener Hauptstraßen benutzbar bleiben. Die Stadt verkennt hier wohl die Tatsache, dass das Fahrrad auch im Winter für viele Bürger und Bürgerinnen und vor allem auch für viele Schüler ein wichtiges Verkehrsmittel ist. Wie viel in Regensburg geradelt wird, hat gerade erst die Aktion „Stadtradeln“ beeindruckend gezeigt. Die Stadt sollte die Bedürfnisse der Radfahrer ernst nehmen. Es ist ja schön, wenn die Stadt Langlaufloipen spurt. Aber wenn gleichzeitig die Kraftwerksbrücke bei Pfaffenstein immer noch nicht vernünftig geräumt ist, fehlt Radfahrern dafür jegliches Verständnis. „Sollen die Schüler ihr Rad stehen lassen, und besser mit Skiern über die Donau zur Schule fahren?“, fragt sich Evi Pschorr-Schoberer, stellvertretende Vorsitzende des ADFC. Der ADFC fordert daher, dass die wichtigen Trassen des nicht motorisierten Verkehrs und die Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen mit der gleichen Priorität geräumt werden wie die entsprechenden Fahrbahnen. Um Radwege auch im Winter attraktiv und benutzbar zu machen, genügt allerdings die bisherige Praxis beim Schneeräumen mit einem Schneepflug nicht. Dabei bleibt oft eine bis zu fünf Zentimeter dicke Schneeschicht stehen, die sich über den Winter zu einer gefährlichen Eisplatte mit eingefahrenen Fahrspuren entwickelt. Oder es wird sogar auf der Kante zwischen Geh- und Radweg geräumt, was eine zusätzliche Unfallgefahr darstellt. In anderen Kommunen kommen Schneefräsen zum Einsatz (Besen), die den Schnee bis zur Asphaltdecke beseitigen. Warum Wege für Fußgänger und Radfahrer nicht mit der gleichen Qualität geräumt werden wie Fahrbahnen ist nicht verständlich. Ist ein Radweg nicht befahrbar, dürfen Radfahrer die Fahrbahn benützen. Der ADFC appelliert daher besonders an die Auto- und Busfahrer vermehrt Rücksicht zu nehmen. Viele verkennen ihre viel zu hohe Geschwindigkeit. Wegen der Schleudergefahr und des Spritzwassers sollte nicht nur der Sicherheitsabstand sondern auch der Seitenabstand jetzt besonders groß sein.

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Kommentare (2)

  • Bernhard Segerer

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    Absolut! Ein Radler stimmt zu!
    PS Gemeint ist wohl die Eiserne Brücke, nicht der Eiserne Steg. Die anschliessende Radfahrer/Fussgängerbrücke zwischen Proskestr. und Gries ist räumtechnisch auch ein Witz und am Gries wird anscheinend grundsätzlich nicht geräumt.

  • Oje...

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    Zwei Radler stimmen zu!

    Vor einigen Jahren (2010?), als J. Wolbergs seine legendäre Blamage als überforderter „Schneeräumkommissar“ Regensburgs erlebte, waren nachweislich 3 Wochen, teils 4 Wochen lang Hauptverkehrsradwege wie die Friedenstraße/Kirchmeierstraße, die Bahnhofstraße, die Prüfeninger Straße und viele andere für Radfahrer komplett unpassierbar (und auf der Straße bekam man es nach wenigen Sekunden mit motorisierten Hilfssheriffs zu tun).

    Wochenlang – nicht nur an den paar Tagen, an denen es (heftig) schneite.

    Vollste Unterstützung dem ADFC!

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