Ein Glasfasernetz von R-KOM und Telekom für Regensburg? Manchmal scheitert das an einem Stecker.
Ein Wechsel von der R-KOM zur Telekom legte bei einem 82-Jährigen Internet und Telefon lahm. Der existierende Glasfaseranschluss funktioniert bis mindestens Ende September nicht mehr – wegen verschiedener Steckersysteme, sagt ein R-KOM-Sprecher.

Mit 1000 Möglichkeiten werben Telekom und R-KOM das gemeinsame Glasfasernetz. Foto: as
„1 Netz für Regensburg – 1000 Möglichkeiten für dich. “ In Blau und Magenta werben seit zwei Jahren Telekom und R-KOM, die Telekommunikationstochter der Stadt, für einen „innovativen und zukunftssicheren Glasfaserausbau“ in Regensburg.
„Wenn mit der R-KOM und der Telekom zwei Marktführer an einem Strang ziehen, dann kann das für Regensburg nur von Vorteil sein“, sagt Oberbürgermeister Thomas Burger zur Zusammenarbeit, die am 24. Juli 2024 vertraglich besiegelt wurde.
Glasfaseranschluss funktioniert bei R-KOM, ist bei Telekom tot
Bis 2031 sollen 100.000 Glasfaseranschlüsse in Regensburg entstehen. Ein gemeinsames Netz – Wahlfreiheit für Kundinnen und Kunden. Doch die Kooperation der beiden Konkurrenten bei Telefon und Internet ruckelt offenbar.
Diese Erfahrung machte Oswald Spangler (Name geändert). Nach dem Wechsel von einem Glasfaseranschluss der R-KOM zur Telekom war der 82-Jährige fünf Wochen ohne Telefon, Fernsehen und Internet. Auch der Hausnotruf des BRK, auf den der Pensionär angewiesen ist, fiel aus.
Die Begründung, die Spangler zu hören bekam, erstaunt. Das Fazit: Nur weil Glasfaser von der R-KOM liegt, muss sie bei der Telekom noch lange nicht laufen.
Kostenloser Hausanschluss für den Wechsel
Die Geschichte beginnt vor etwas mehr als zwei Jahren. Damals klingelte ein Vertriebsmitarbeiter der R-KOM bei Oswald Spangler und machte ein verlockendes Angebot.
In Kürze werde die R-KOM in seiner Straße das Glasfasernetz ausbauen. Wenn der jahrzehntelange Telekom-Kunde wechsle, bekomme er den Hausanschluss, der damals 799 Euro kostete, geschenkt. Voraussetzung: ein Vertrag über 24 Monate, beginnend im Mai 2024.
Spangler griff zu, kündigte aber sogleich, um im Mai 2026 zur Telekom zurückzukehren. Im Februar 2025 war der Glasfaserausbau in seiner Straße abgeschlossen – der Anschluss lief reibungslos.
Bis zum 11. Mai 2026.
Mit dem Wechsel zur Telekom war der Anschluss plötzlich tot. Nichts funktionierte mehr. Fünf Wochen lang.
Telekom-Mitarbeiter: Glasfaser gibt es noch nicht
Ein Telekom-Techniker kam vorbei und erklärte, er könne nur die Kupferleitung freischalten. Nicht die bereits im Haus verlegte Glasfaser. Glasfaser gebe es in Spanglers Straße noch gar nicht.
Ein befreundeter Haustechniker nahm sich der Sache an und verlegte am 13. Juni im Haus neue Kabel – zurück auf Kupfer. Seither funktioniert alles halbwegs wieder. Die Telekom vertröstete Spangler derweil auf Dezember. Erst dann sei Glasfaser an seiner Adresse verfügbar.
R-KOM: Zusammenarbeit mit Telekom „außerordentlich gut“
Kommunizieren R-KOM und Telekom nicht miteinander? Weiß die eine Hand nicht, was die andere tut?
Roland Kittel, Unternehmenssprecher der R-KOM, widerspricht. „Grundsätzlich“ funktioniere die Kooperation mit der Telekom „außerordentlich gut“. Es gebe aber ein technisches Problem.
Den Glasfaserausbau in Spanglers Straße habe die R-KOM bereits im Februar 2025 fertiggestellt – noch vor der Kooperation mit der Telekom. „Damit Glasfaseranschlüsse, die vor Juli 2025 errichtet wurden, künftig auch durch die Deutsche Telekom und deren Partner genutzt werden können, ist eine technische Anpassung erforderlich“, so Kittel.
Stecker-Umrüstung dauert Monate
Konkret gehe es um unterschiedliche Steckersysteme. Die R-KOM arbeite mit SC-Steckern, die Deutsche Telekom mit LC-Steckern. „Die eigentliche Umrüstung ist technisch unkompliziert“, räumt Kittel ein. Doch weil es um „zahlreiche bestehende Anschlüsse“ gehe, „stellt dieser Prozess eine erhebliche logistische Herausforderung dar“.

Der Glasfaseranschluss im Keller ist da – kann aber bei der Telekom nicht genutzt werden. Foto: as
Die Telekom habe sich verpflichtet, „diese Umrüstung bis spätestens zum 30. September 2026 abzuschließen“, sprich: die Stecker auswechseln.
Kittel wirbt um Verständnis. „Bei der Zusammenführung zweier großer Netzinfrastrukturen mit mehreren Zehntausend Anschlüssen und unterschiedlichen technischen Standards lassen sich einzelne Sonderfälle leider nicht immer vermeiden.“ Die R-KOM sei „überzeugt, dass solche Einzelfälle mit dem weiteren Fortschritt der Systemintegration künftig immer seltener auftreten werden“.
Anschluss im September – oder Dezember
Tags darauf meldet sich ein Sprecher der Telekom bei unserer Redaktion. Er bestätigt Kittels Ausführungen. Den Glasfaseranschluss für Spengler verspricht er nicht für Ende September, sondern zum 30. Dezember 2026. Der mit Spangler befreundete Haustechniker, selbst vom Fach, versteht das nicht.
Er sagt: „Der existierende Glasfaseranschluss im Haus müsste nur freigeschaltet werden. Dann würde alles wie gewohnt weiterlaufen. Für die Stecker reicht ein Adapter.“



Computer-Merlin
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Soso… die “Stecker-Ausrede” ..warum gleich hat damals der “Teufel” seine Großmutter erschlagen? na weil er keine Ausreden mehr wußte! Also der Herr Spangler hat ned 1 Jahr über die Wasserleitung telefoniert – nein, über GF-LWL von der R-Kom.Der Leitungsweg vom HÜP des Hauses zum Verteiler bestand/besteht und ein ServiceTechniker erledigt das mit Neuspleißen der Anschlüsse(egal mit welchem Stecker) in ca. 7 min. Die Industrie hat auch reagiert und AdapterKupplungen hergestellt für ca. 5 €uronen/Stück.Optisch gesehen macht es keinen großen Unterschied,nur Größe & SteckerVerriegelung sind anders.Die GF-Fritzboxen haben LC & die GF-TA von R-Kom & Telekom haben SC Anschlüsse…Hierfür gibt es wiederum ein PatchKabel auf der einen Seite LC und auf der Anderen SC in 50 cm, 1 m, 10m
Thilo B.
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warum konnte der “befreundete Haustechniker” so einen Adapter nicht besorgen?
Volker Artmann
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r-kom verbaute Glasfaseranschlüsse mit XGS-PON, die Telekom GPON. Beide sind inkompatibel, nicht nur am Stecker. Das neuere XGS-PON arbeitet mit höherer Lichtwellenlänge und ist somit schneller. Die Telekom ist gerade dabei, hier aufzurüsten. Es ist also nicht mit einem einfachen Steckertausch getan. Somit kann ich die Verzögerung technisch nachvollziehen
Informant
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Mit der 799-Euro-Masche wollten mich auch Telekom-Vertreter überreden, die in Wellen wie die Heuschrecken über unser Haus hergefallen sind. Dachte mir: Na das wollen wir mal sehen, ob ich die 799 Euro bezahle, wenn ich hier und jetzt keinen Vertrag abschliesse.
Stellt sich raus: Umstellung meines Vertrags bei 1&1 auf Glasfaser kostet auch nicht diese Gebühr. Ich empfehle, beim Wechsel auf Glasfaser ganz genau hin zu schauen und zu vergleichen; da sind gerade eine Menge Bauernfänger und Möchtegern-Betrüger unterwegs.
Robert J.
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In Lappersdorf werden seit Monaten neue Telekom-Anschlüsse für Glasfaser in die Häuser verlegt – zwei Jahre später als angekündigt.
Von der beauftraten Firma war zu hören, dass viele der bereits vor Jahren vorbereiteten Leerrohre nicht nutzbar waren. Der Grund: die von der REWAG bzw. der R-Netz verlegten Rohre, die Hausbesitzer vorsorglich in ihre Immobilien installieren ließen, passen nicht mit den aktuell verlegten Leitungen zusammen.
Bei mir mussten deshalb statt einer Grube fünf ausgehoben werden und statt einem Anschlussmeter ca 30 m neues Leerrohr verlegt werden.
Wann das Glasfasernetz in Betrieb genommen wird in unklar. Bis dorthin Kupferleitung.
Unglaublich aber wahr!
Max Kreitmair
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hab immer noch kupferleitung und versteh nicht, was daran schlecht sein soll. 100Mbit reicht für 4 gleichzeitige TV-Streams und live-zocken
Oleg
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@Volker Artmann: Danke für die technische Information, so wird ein Schuh draus.
@Informant: Man darf ja auch bei Telekom- Partner wie 1&1 einen Vertrag schließen. Hauptsache man nutzt den Anschluss.
Ansonsten sehe ich jetzt an der Sache keinen Skandal.
Bevor man Verträge kündigt, obwohl der Dienstleister diesen wohl vollumfänglich erfüllen konnte, sollte man eben auch mit dem neuen Vertragspartner klären ob dieser die Leistung auch erbringen kann.
Natürlich ist so etwas ärgerlich und der Übergang könnte sicherlich besser ablaufen, aber jetzt auch kein Skandal und sicherlich nicht die Schuld der R-Kom.
Computer-Merlin
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Schön,dass V.Artmann die bekannten Unterschiede aufgezeigt hat, jedoch kam die Aussage mit dem “SteckerUnsinn” von Herrn R.Kittel!Wie wäre es mal mit einem bisserl mehr Wahrheit?Wir reden hier auch von “NetzInkompatibilitäten” und ned von der InHaus-Verkabelung.Ob die ONT’s oder SFP-Module am Ende des Leitungsweges nochmals ausgetauscht werden müssen oder GPON/AON zum Tragen kommt … kann sich im Laufe der Zeit sicher nochmal ändern,wenn die GF-Technik optimiert wird. AVM/Fritz liefert gängige SFP-Module dazu und an diesem Anschluß funktionierte die FB 5590 von Aug. 2025 bis Mai 2026 ohne Störung! Bis es aber zur Aufschaltung der R-Kom überhaupt gekommen ist vom Februar bis August 2026 – das ist eigentlich der Skandal! Denn August liegt nach Juli(lt.Kittel) und sollte diese Anschlüsse gar nicht betreffen. Wer das Bild aufmerksam betrachtet,sieht die 6m GF-Kabel vor dem HÜP,die am Ende der verlegten 46m GF-Kabel übrig sind,welche von der R-Kom nicht neu im HÜP eingespleißt worden sind. Wie gesagt,der Skandal beginnt viel früher. Also sollte sich kein Bürger wg. Glasfaser nen Stress bereiten. In der Südstadt/Ziegetsdorf/Neuprüll liegen 250/500 MBit/s an ….. das sollte Jedem die nächsten 5 Jahre reichen.
Volker Artmann
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@Merlin: mangelnde technische Kenntnisse kann man nicht durch geschrei ersetzen. Da bin ich raus
Manfred Martin
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Wie gut hat das funktioniert, als das die Post machte!
Internet oder Telefon ist nun mal Grundversorgung und sollte von einer staatlichen Firma gemacht werden mit genormten Bauteile.
Alles andere ist mehr als Pfusch!
Übrigens auch die verschiedenen Handynetze!
BeeKaa
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Das klingt schon alles etwas seltsam. Bei uns wurde
bei Fertigsellung des Hauses vor 15 (!) Jahren ein Glasfaseranschluss von R-KOM installiert… alles gut…
Nachdem die Telekom eindeutig bestätigt hatte, ein Wechsel auf Glasfaser mit bestehendem Anschluss
von R-KOM inclusive das bestehende Glasfaser Modem (ONT) sei möglich, habe ich das so eingeleitet und die Umstellung lief extrem problemlos… was ich mir nach früheren Erfahrungen mit der Telekom nicht vorstellen konnte.
Aber man bekommt teilweise wirklich zweifelhafte Aussagen, denn auch ein anderer Anbieter bot sich an,
Aber hier gab es bei genauerem hinsehen kleine Klauseln, die Zweifel aufkommen ließen. Nach genauer Recherche erfuhr ich, dass dieser Anbieter wohl noch nicht soweit wäre und noch solange über Kupfer versuche, die Zeit zu überbrücken. Insgesamt scheint hier ein massiver Wettbewerb zu herrschen und da wird im Kampf um den Kunden wohl nicht immer mit der „ganzen Wahrheit“ gearbeitet und danach mit technischen Floskeln abgewiegelt. Nicht schön, aber wohl üblich inner Welt des Hardsellings… ich hatte wahrscheinlich Glück und/oder war besonders vorsichtig… Gottseidank !
Christian Huber
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Manfred: früher war auch nicht alles besser. Man denke nur an das Desaster mit ISDN und Fax, als alles noch unter dem Hut der Deutschen Bundespost war.
Ausserdem krächzten bei uns noch Modems und Akustikkoppler, als die USA schon im Internet surften
Anwohner
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@Christian Huber: Was war denn das Desaster mit ISDN und Fax?
Und warum soll man mit Modems nicht im Internet surfen können?
Akustikkoppler waren in der Tat ein wenig lahm
Christian Huber
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Man konnte mit ISDN nur Faxe an ISDN-Faxgeräte (Fax Gruppe 4) senden und von dort empfangen. Die allermeisten Faxgeräte waren aber analoge Faxgeräte (Fax Gruppe 3), das funktionierte mit ISDN nicht. Somit war neben ISDN immer noch ein zusätzlicher analoger Anschluss notwendig, zumindest in den Anfangszeiten. Später kamen zwar Zusatzgeräte hinzu, die mussten aber meist auch gemietet werden
Und während wir hier mit dem deutschen Postmonopol nur sehr wenige Endgeräte zur Auswahl hatten, nämlich solche, welche von der Deutschen Post zugelassen waren (Telefone, Faxe, Modems mit miesen Übertragungsraten von max 56kbit/s) hatten sie in den USA bereits Standleitungen, z.B. T1 mit einigen Mbit/s. Bei uns bestimmte der Postminister, was gebaut wurde, in den USA der Endkunde und Anwender
Soviel zu “früher war alles besser”
Volker Artmann
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Ja die Deutsche Post, ihr Monopol und ihre sündhaftteuren Sonderlösungen. Seit den 70er Jahren gabsdie klassischen BBS-Mailboxen. Eine einfacher, aber quasi weltweiter Standard um nachrichten, daten, etc auszutauschen. Mit einem einfachen Programm, heute würde man Client-Software dazu sagen, konnte man sich bei Reisebüros, Bibliotheken, Banken, ÖPMV, etc. einwählen, informationen abholen, Transaktionen vornehmen. nur nicht in Deutschland. Hier wurde mit BTX ein zentrales, propriäteres System entwickelt, mit viel Steuergeld und horrenden kosten. zusätzlich zu den Telefongebühren kamen BTX-Grundgebühr dazu, und jede aufgerufene Seite kostete extra. Aber den Banken wurde versichert, dass das System dafür 100prozentig sicher war. Bis der CCC von der Hamburger Sparkasse über 100000 EUR abzog.
In USA nahm man das standard BBS-Mailbox-System und man konnte sich zu den normalen Telefongebühren bei seiner Hausbank einwählen und Transaktionen durchführen. Beim Reisebüro reisenbuchen (mit Kreditkarte) usw. ohne zusätzliches, kostenpflichtiges System