SOZIALES SCHAUFENSTER

Geschönte Bilanz fürs AURELIUM

„Ein Projekt, das seinesgleichen sucht“

Ein Jahr nach der Eröffnung des in Lappersdorf neu gebauten Kultur- und Begegnungszentrums AURELIUM zieht die Verwaltung des Marktes Bilanz. Da diese nicht gerade rosig ist, fordert Bürgermeister Christian Hauner die Markträte auf, „an einem Strang zu ziehen und nach vorne zu blicken“.

Ein Zehn-Millionen-Prestigeobjekt für die Speckgürtelgemeinde Lappersdorf: das AURELIUM. Fotos: rw

Ein Zehn-Millionen-Prestigeobjekt für die Speckgürtelgemeinde Lappersdorf: das AURELIUM. Fotos: rw

Mit Spannung war sie erwartet worden: die schon lange angekündigte erste Jahresbilanz für das AURELIUM. Insbesondere, da der Haushalt des Marktes Lappersdorf für 2017 laut einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung ein Defizit von 650.000 Euro ausweist. Die Marktratsfraktion der CSU schlug daraufhin die Alarmglocken und forderte eine Kostenreduzierung, obgleich sie es war, die auf den Neubau ursprünglich gedrängt hatte. Die für vergangene Woche anberaumte Sondersitzung des Marktrats war außergewöhnlich gut besucht, die Zuhörerplätze waren komplett belegt.

„Das AURELIUM flimmert richtig schön…“

Die viel höher als geplant ausgefallenen Kosten für das Bauwerk erläuterte der Regensburger Architekt Manfred Blasch, der den Neubau geplant und geleitet hatte. Diese belaufen sich demnach für die bauliche Herstellung des Gebäudes (inklusive der sechs Meter breiten Umgebung) auf rund 7,5 Millionen Euro (brutto). Ein kleiner unwesentlicher Teil sei noch nicht endgültig abgerechnet, so Blasch. Hinzu kämen knapp 1,4 Millionen Euro Baunebenkosten, die wohl größtenteils in den Geldbeutel des Architekten gewandert sind.

Da die erhöhten Baukosten also keinesfalls zum Schaden des Architekten gereichten, verwundert es nicht, dass Manfred Blasch seinen Vortrag mit reichlich guter Laune und einer selbstgefälligen Fotoserie präsentierte. Blasch: „Das Aurelium flimmert richtig schön“, es sei schon von Weitem sichtbar und von vielen gelobt worden.

Zehn-Millionen-Euro-Grenze gerissen

Mit diesen 8,98 Millionen Euro (brutto) ist es aber nicht getan. Weitere Kosten sind für die Inneneinrichtungen und die veranstaltungstechnischen Ausstattungen des AURELIUM, für die Errichtung von Parkplätzen, für Machbarkeitsstudien und die Gestaltung des ganzen neugeschaffenen Areals angefallen. Alles in allem dürfte die Zehn-Millionen-Euro-Grenze überschritten worden sein. Von dieser Summe sprach der Anfang dieses Jahres verstorbene Marktrat Hans-Günter Streiff (SPD) bereits 2015 und wurde seinerzeit dafür angefeindet.

Einfach blendend: das AURELIUM-Flimmern...

Einfach blendend: das AURELIUM-Flimmern…

Wie hoch die tatsächliche Gesamtsumme für die Er- und Einrichtung des AURELIUM nebst der gesamten Umgebung letztlich ist, hat in dieser eigens zur Kostenbilanzierung angesetzten Sondersitzung keiner der Zuhörer erfahren. Und keiner der Markträte selber erfragt. Die Mittelbayerischen Zeitung, die mit zwei Journalisten vor Ort war, berichtete am 24. Mai darüber („Auf Streit folgt ein Aufbruch“) und verwechselte gewisse Kostenpunkte und Zahlen. Auf eine detaillierte Anfrage unserer Redaktion bei der Marktverwaltung wegen den bislang unbezifferten Kosten will Bürgermeister Christian Hauner (Freie Wähler) erst im Laufe dieser Woche reagieren.

Vorgeschichte: Geplante Kosten von vier Millionen

Hauner ist alles andere als zu beneiden. Mit seinem Amtsantritt von 2014 hatte er ein Prestige-Projekt seines Vorgänger Erich Dollinger (CSU) übernommen. Ein Projekt, das damals ohne Konzept und vor allem ohne eigene Einnahmequelle auf den Weg gebracht worden war.

Dollinger, erster Bürgermeister von 2002 bis 2014, drängte auf die zunächst als „Bürgertreff“ geplante Einrichtung, nachdem die Lappersdorfer den Neubau eines Rathauses mit Bürgersaal („Neue Mitte“) per Bürgerentscheid 2011 mit großer Mehrheit verhindert hatten. Als Ersatz für die „Neue Mitte“ strebte Dollinger ein neues Kultur- und Begegnungszentrums als „Bürgertreff“ an, dessen Errichtung der Marktrat 2012 mit großer Mehrheit grundsätzlich beschoss. Damals geplante Kosten: rund vier Millionen Euro.

Bürgermeister Dollinger behauptete seinerzeit, ein Bürgertreff sei unerlässlich, weil bislang genutzte Räume (der Pfarrsaal, wegen Schimmel und Bauschäden, und die Gemeindehalle durch anderweitige Nutzung) bald nicht mehr zur Verfügung stünden. Über 400 Veranstaltungen in Lappersdorf pro Jahr bräuchten einen Ort, hieß es seinerzeit im gemeindlichen Mitteilungsblatt. Allerdings propagierte Dollinger damals einen kommunalen Treffpunkt und keinen Veranstaltungsbetrieb, der Erlöse erzielen muss. Bei Lappersdorfer Bürgern war damals zu vernehmen, Dollinger wolle sich zum Ende seiner Amtszeit ein Baudenkmal setzten. 

Kosten im Jahr 2013: Fünf Millionen Euro

Im Zuge eines Ideenwettbewerbs mit drei Mitbewerbern wurde im September 2012 der Entwurf des Regensburger Architekturbüros Blasch ausgewählt. Die anfangs von Blasch geschätzten Hochbaukosten von rund 3,2 Millionen Euro stiegen bereits Anfang des Jahres 2013 auf fünf Millionen. Da das Gebäude im ehemaligen Flussbett des Regens errichtet wurde, musste die naiverweise geplante Unterkellerung weitestgehend gestrichen und stattdessen außergewöhnliche Fundamentierungsarbeiten vorgenommen werden.

In der Festschrift zur Grundsteinlegung des Kultur- und Begegnungszentrums vom Juli 2013 bezeichnet Dollinger das Zentrum als neue Veranstaltungsstätte, welche die „ehrenamtliche Arbeit in den Ortsvereinen, Pfarreien, Gruppen und Verbänden erleichtern“ werde. Zur Bürgermeisterwahl von 2014 trat er nicht mehr an. Bezeichnenderweise war der Altbürgermeister Dollinger weder bei der Eröffnung des AURELIUM noch bei der ersten Jahresbilanz zugegen.

Fehlendes Konzept

Erst nach dem Amtsantritt von Christian Hauner kam im Marktrat eine Debatte über ein bislang fehlendes Nutzungskonzept des Zentrums auf. Daraus entstand der Name „AURELIUM“ und die Idee, es gewerblich für Konzerte, Kongresse und Tagungen anzubieten. Laut Beschluss des Marktrats soll das Zentrum jedoch zu 40 Prozent für die örtlichen Vereine und für Eigenveranstaltung des Marktes zur Verfügung stehen, und die restlichen Kapazitäten des Hauses zur Minderung der viel zu spät thematisierten Kosten für Unterhalt und Betrieb des Hauses vermarktet werden.

Anfang 2015 wurde Klaus Wenk mit der Leitung des AURELIUM beauftragt. Wenk, der die Schule der Regensburger Domspatzen durchlief, hat zwar keinerlei Erfahrung in der Leitung eines Veranstaltungshauses, kann aber auf eine 25jährige Praxis im Musikgeschäft als selbstständiger Tenor zurückgreifen. In einem Gespräch mit der MZ bekannte er 2015, die feste Stelle als Leiter des AURELIUM sei nach den 25 Jahren selbständiger Künstler „das Beste, was mir passieren konnte“.

Nur drei Veranstaltungen im Monat

Zurück zur Sondersitzung des Marktrats vom letzten Montag. In seinem Rechenschaftsbericht legte Klaus Wenk die Personalsituation des AURELIUM offen. Demnach gebe es neben seiner Vollzeitstelle eine weitere für den Haustechniker und zwei Halbtagsstellen für Verwaltungskräfte. Da man personell immer noch überlastet sei, habe man für diesen Herbst eine weitere Vollzeitstelle für einen Veranstaltungstechniker geschaffen, der zusammen mit fünf geringfügig Beschäftigten und weiteren studentischen Hilfskräften den laufenden Betrieb sichern sollen. An eine Ausweitung der Veranstaltungstage sei allenfalls mittelfristig zu denken. Andererseits stoße eine solche durch bereits erhobene und weiter zu befürchtende Beschwerden der direkt angrenzenden Anwohnerschaft bald an ihr Limit. Mehr als drei gewerbliche Veranstaltungen pro Monat würden er und sein Team aber nicht leisten können, nicht zuletzt, um das vorgelegte hohe Niveau halten zu können, so Wenk.

Zur Ausnutzung des AURELIUM gab Wenk an, dass der großen Saal im Jahr 2016 für 35 gewerbliche Veranstaltungen, 21 Mal von der Gemeinde und acht Mal von örtlichen Vereinen genutzt wurden sei. Die zwei Konferenzräume hingegen seien neun Mal gemäß der Gebührenordnung vermietet und 33 Mal von örtlichen Verein gegen ein geringes, nicht wirtschaftlich kalkuliertes Entgelt und mietfrei zur Verfügung gestellt worden.

Nebenbei bemerkt: Die akustische Qualität des knapp 550 Quadratmeter großen Konzert- und Veranstaltungsaals, der bis zu 600 Sitzplätze ermöglicht, wird von Gästen und Personal als nicht besonders hochwertig angesehen. Die Lüftungsanlage hingegen sorgte im ersten Jahr weniger für frische Luft im Saal als für Ärger bei so manchem Besucher. Angeblich dauerte die Einregulierung dieser Anlage etwa ein Jahr, ob die Unannehmlichkeiten tatsächlich abgestellt wurden, ist unbekannt.

Für den Konzertflügel braucht man regelmäßig einen Radlader

Rückblickend merkte Wenk an: Die im Herbst letzten Jahres gezeigte Kunstausstellung „Magia Silvestre – Wilde Magie“ sei zwar toll gewesen, aber wegen den spärlichen Öffnungszeiten des AURELIUM sei es nicht sinnvoll, weitere Ausstellungen zu zeigen.

Das AURELIUM: ein Zentrum ohne Öffnungszeiten.

Das AURELIUM: ein Zentrum ohne Öffnungszeiten.

Ein größeres Einsparpotential sieht Wenk in den tatsächlich immens hohen Kosten für Werbung, hier versuche er, feste Werbepartner zu finden und kostenmindernd einzubinden. Der Leiter des Hauses beschwor die Markträte, dass Lappersdorf sein kulturelles Profil und seine Identität noch finden und den laut Selbstbild gegebenen pädagogischen Auftrag gegenüber der Jugend weiter verfolgen müsse. Insgesamt resümierte Wenk: „Die Qualität der Veranstaltungen muss hoch bleiben“.

Wenk bemängelte ausdrücklich die geringe mediale Resonanz der seines Erachtens meist hervorragenden Konzerte. Obgleich er regelmäßig Berichte über die Veranstaltung an die Mittelbayerische Zeitung sende, fände dies keinen Niederschlag im Blatt. Was der AURELIUM-Leiter Wenk eigens betonte, ist der große Arbeitsaufwand seines Teams für die Organisation und Bestuhlung von Veranstaltungen und den aufwändigen Transport des hauseigenen Konzertflügels, der nur mit Hilfe des Bauhofs unter Einsatz eines Radladers von der Bühne in den Saal (und zurück) transportiert werden könne.

Marktrat Karl Baumer (FW) bemängelte diese aufwändige Prozedur und mahnte eine andere, weniger Umstände bereitende Lösung an. Ein Marktrat der CSU regte an, Wenk solle zur besseren Kostenkontrolle die in der Buchführung üblichen detaillierten Listen für diverse Ausgaben benutzen. Der Sprecher der CSU-Fraktion, Joachim Strauß, der Christian Hauner in der Bürgermeisterwahl von 2014 unterlag und im Vorfeld der Sitzung in der Lokalzeitung eine Kursänderung einforderte, sah nach der Bekanntgabe der Kosten durch den Kämmerer keinen unmittelbaren Handlungsbedarf mehr. Strauß warnte aber vor weiteren Steigerungen der Fixkosten: „Dann muss eine Korrektur erfolgen.“

Die erste geschönte Jahresbilanz

Am Kämmerer Robert Weilhammer lag es, das unvermeidliche Defizit aus dem laufenden Betrieb des AURELIUM darzustellen. Am stärksten schlagen demnach die jährlichen Personalkosten von derzeit über 220.000 Euro zu Buche, gefolgt von den Ausgaben für Werbung (178.000) und den Kosten für Strom, Gas und Wasser. Hierbei fallen jährlich 159.000 Euro an, die in einem REWAG-Vertrag mit 20jähriger Laufzeit vereinbart wurden. Bemerkenswert scheinen noch die Kosten für „Öffentlichkeitsarbeit“ in der Höhe von über 37.000 Euro pro Jahr, die hauptsächlich durch Werbeanzeigen in der Mittelbayerischen Zeitung entstünden (1.273 Euro pro Monat). Insgesamt betrage das Defizit des ersten Betriebsjahres Jahres 711.000 Euro (brutto). Weilhammer deutete mehrfach aber undifferenziert an, dass diese Bilanz allerdings noch unvollständig sei.

So wurden beispielsweise weder die anteiligen Kosten für die bauliche Herstellung des Kultur- und Begegnungszentrums, die allgemeinen Verwaltungskosten, noch der Instandhaltungsaufwand berücksichtigt. Ebenso wenig sind die Anschaffungskosten der hochpreisigen Veranstaltungstechnik aufgeführt, noch die teure gastronomische Einrichtung, etwa das Geschirr.

Der Kämmerer Weilhammer dürfte sich und den Einwohnern des Marktes mit dieser unvollständigen und letztendlich geschönten Bilanz einen Bärendienst erwiesen haben. Bezeichnender Weise hat sich der Markt Lappersdorf in der Bezuschussung des sozialen Bereichs, beispielsweise bei der Schaffung von Kinderhorten oder der Schul- und Kindergartenspeisungen, bislang nicht hervor getan, sondern nur im baulichen Bereich. 

Gemeinde auf unbekanntem Terrain

Bürgermeister Christian Hauner betonte zu Beginn der Sitzung, dass der Marktrat sich in Sachen AURELIUM auf einem „kompliziertem Terrain“ bewege. Es gehe um nichts weniger als dass man ein Unternehmen habe gründen müssen. Sprich: einen kommunalen Betrieb gewerblicher Art, der die anfallenden Kosten durch eigene Einnahmen mindern müsse. Was es mit dem Unternehmen auf sich hat, kam in der Sitzung des Marktrates nur andeutungsweise zur Sprache.

Der fiskalische Hintergrund: Nur wenn das Finanzamt das AURELIUM als „Betrieb gewerblicher Art“ einstuft (und nicht als öffentlichen Bürgertreff), kann die vom Markt bezahlte Umsatzsteuer geltend gemacht werden. Dabei können beachtliche Summen anfallen. Allein aus den oben genannten 8,98 Millionen Brutto-Baukosten standen dem kommunalen Gewerbebetrieb AURELIUM beispielsweise eine Rückerstattung von über 1,4 Millionen Euro Umsatzsteuer zu.

Die Nachfrage der Markträtin Barbara Rappl (SPD) an den Kämmerer Keilhammer, ob die fiskalische Einstufung „Betrieb gewerblicher Art“ denn irgendwann überprüft werde oder gefährdet sei, blieb in der öffentlichen Sitzung unbeantwortet. Eine Anfrage von regensburg-digital bei der zuständigen Stelle im Finanzamt ergab, wegen der Wahrung des Steuergeheimnisses, nur eine allgemeine Antwort: Die Einstufung von kommunal geführten Einrichtungen als „Betrieb gewerblicher Art“ sei hochkompliziert und von Fall zu Fall verschieden. Eine Einstufung werde bei Bedarf auch überprüft und unter Umständen sogar zurückgenommen.

Am Ende der Sondersitzung appellierte Bürgermeister Hauner an den Markt, das AURELIUM gemein und „mit Vollgas“ voran zu bringen. Eine nennenswerte Aufbruchsstimmung kam allerdings nicht auf.

Kommentar: Wundersame Problemverflüchtigung?

In der ursprünglich nicht vorgesehenen Mischform aus kostenfreier Bürgertreff und Gewerbebetrieb liegt unter anderem ein zentrales Dilemma des AURELIUM. Der laufende Betrieb eines Bürgertreffs, wie ihn der Altbürgermeister Dollinger anfänglich für die ehrenamtliche Arbeit in den Ortsvereinen, Pfarreien, Gruppen und Verbänden vorgesehen und in die Welt gesetzt hat, kann keine Erlöse generieren. Wirklich zu Buche schlagende Einnahmen können nur aus einem „Betrieb gewerblicher Art“, also durch Vermietungen und kommerziellen Veranstaltungen im AURELIUM, erzielt werden. Ein Mehr an Nutzung würde aber bei den Anwohnern auf keinerlei Gefallen stoßen und soll wegen der angeblich schon ausgereizten Kapazitäten des Personals kaum möglich sein.

Das von Klaus Wenk vielfach beschworene „riesige Potential“ des AURELIUM und die mehrfach eingeforderte Geduld für die Entwicklung des Zentrums mögen zwar richtig und angemessen sein. Wie die Reduzierung des derzeitigen Defizits von jährlich mindestens einer halben Millionen Euro (netto) realisiert und wo der entscheidende Wandel für die Nutzung des Potentials herkommen soll, konnte Wenk jedoch nicht glaubhaft darstellen.

Nach der gestrigen geschönten Bilanz des ersten Jahres bleibt der Eindruck, dass sowohl Bürgermeister als auch Markträte aller Couleur sich an die mit wenig Substanz vorgetragenen Erklärungen und schön klingenden Absichten des AURELIUM-Leiters klammern und hoffen, dass das desaströse Defizit des ersten Jahres sich mit steigendem Bekanntheitsgrad über die Jahre hin irgendwie auswachsen wird. Wahrscheinlicher scheint es, dass der Kämmerer Jahr für Jahr ein Defizit dieser Größenordnung ausgleichen und die Kulturarbeit in Lappersdorf weiterhin außergewöhnlich hoch subventioniert werden muss. Wie teuer das AURELIUM die Lappersdorfer Bürger tatsächlich kommt, ist unklar, da auf der eigens angesetzten Sondersitzung unglaublicher Weise nicht alle Herstellungskosten und zum Teil geschönte Betriebs- und Unterhaltskosten präsentiert wurden.

Angesichts der bereits geflossenen hohen Summen wäre es sicherlich effektiver und nachhaltiger gewesen, die Millionenbeträge direkt in die Kulturarbeit zu stecken, statt zunächst einen güldenglänzenden Protzbau mitten in ein ohnehin beengtes Wohn- und Überschwemmungsgebiet zu stellen und sich dadurch über Jahrzehnte Fixkosten aufzuhalsen. Dafür ist es freilich längst zu spät.

Würde der Lappersdorfer Marktrat endlich wirtschaftlich und nachhaltig denken und handeln, müsste man zunächst eine externe und vorbehaltlose Expertise einholen und auf dieser Grundlage notwendige Entscheidungen herbeiführen. Die äußerst verfahrene Situation im Marktrat, die aus Bürgermeister Dollingers ursprünglichem Prestigebau und den realpolitischen Zwängen seines Nachfolger Christian Hauner, das höchst belastete Erbe zu verwalten, resultiert, bedarf einer professionellen Untersuchung und Bewertung von außen. Das unverantwortliche Gerede von „Kultur kostet halt was, da brauchen wir nicht reden“ und die substanzlose Hoffnung auf eine wundersame Problemverflüchtigung sind fehl am Platz.

Print Friendly, PDF & Email

Trackback von deiner Website.

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (29)

  • koller

    |

    Das alles haetten wir nicht gebraucht.Das geld haette man besser fuer die alten leute der gemeinde und pflegestation anlegen sollen.

  • rerich

    |

    Habe gar nicht gewusst, dass unser Aurelium soviel Aufregung verursachen kann, teuer wars, das wusste doch jeder, wo waren die warnenden Stimmen? Warum plärrt jetzt jeder rum, die Kosten zu hoch, der Wenk zu schwach usw. Erhebt doch eure Stimme wenn es noch was zu verändern gibt, nicht nachher, da ist jeder schlauer als vorher. Aktuell wurden die Friedhofs/ Gräbergebühren um rund 25% erhöht, Reaktion null. Was solls, Lappersdorf geht es zu gut, Geld scheint noch vorhanden, ich freue mich schon auf den Tag, wenn das Geld nicht mit vollen Händen rausgworfen werden kann. Dann zeigt sich wer was kann, alle jetzigen Entscheider unser Rat der BGM könnten sich dann beweisen, alles was bisher abgeliefert wurde, kann jeder „Seppl“ bewerkstelligen. Und noch was zur Geografie, der Mittelpunkt von Lappersdorf liegt im Ortsteil Hainsacker und nicht beim Gymnasium, in Hainsacker steht ja auch die Säule, Kostenpunkt 30-50.000 EURO hat sich wer aufgeregt, nein, aber auch diese Säule hat was gutes, man weiß nun wie weit es nach Rom ist. Auch die Hütte am Regen hat was gutes, nach Innsbruck braucht keiner mehr fahren.

  • geschmaeckl

    |

    Auch im Landkreis Regensburg gibt es Gemeinden die einen Wolbergs und Hartl haben. Cherchez le Gagnant.

Kommentieren

Ich bestätige, dass die hier von mir eingegebenen persönlichen Daten auf regensburg-digital.de bis auf Widerruf gespeichert werden dürfen.

Ist Ihnen dieser Text etwas wert?

(via Paypal)

oder:

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01