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Juni-Hitzewelle in Regensburg – Zahlen, Daten, Fakten

39,5 Grad Celsius Höchsttemperatur. 13 Tage über 30 Grad. 9 Tage über 35 Grad. Zwei Hitzetote. Eine Bilanz von Polizei, Feuerwehr, Krankenhäusern und der Stadt Regensburg.

Die zweite Junihälfte war heiß. Sogar sehr heiß. Regensburg erlebte eine dreizehntägige Hitzewelle. Vom 18. bis 30. Juni wurden Tageshöchsttemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen.

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Hitzewelle – was ist das eigentlich?

Für Hitzewelle gibt es keine allgemein gültige Definition. Aber Dr. Tinz vom Deutschen-Wetter-Dienst (DWD) definiert eine Hitzewelle als Ereignis, an dem an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen über 30°C erreicht werden. Regensburg hat demnach mit dreizehn Tagen eine veritable Hitzewelle erlebt.

Die Definition ist insofern logisch, als Tage über 30 Grad Höchsttemperatur als Hitzetage bezeichnet werden. Solche mit mehr als 35 Grad nennt man Wüstentage – davon gab es im Juni neun. Und Sommertage sind jene mit Temperaturen über 25 Grad. Neunzehn Stück oder zwei Drittel der Tage im Juni waren Sommertage.

Tageshöchstwerte im Juni 2025. Quelle: mtwetter.de Datengrundlage: Deutscher Wetter Dienst dwd.de

Alle Daten zum Wetter in Regensburg gibt es hier.

Zwei Hitzetote am Uniklinikum Regensburg

Sind angesichts solch extremer Wetterereignisse Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser mehr beschäftigt als sonst?

Laut Pressestelle des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) verzeichnete die Notaufnahme des UKR am vergangenen Wochenende – 26. bis 28. Juni – einen außergewöhnlich hohen Andrang. Insgesamt seien seit Freitag nahezu 400 Patientinnen und Patienten versorgt worden.

„Durch das außergewöhnlich hohe Patientenaufkommen musste zeitweise die Notfallreserve aktiviert werden, damit die medizinische Versorgung aller Betroffenen sichergestellt war“, resümiert ein Pressesprecher des Uniklinikums.

Trauriger Höhepunkt waren zwei Todesfälle in Folge der extremen Hitze. Solche seien selten – Tod durch oder in Folge von Hitze. Zwei pro Jahr seien es durchschnittlich am UKR, so die Pressestelle. 2026 waren es bereits zwei an einem Wochenende.

Keine Hitzetoten in St. Josef

Die Geschäftsleitung des Krankenhauses St. Josef Prof. Dr. Sylvia Pemmerl vermeldet erleichtert, dass es 2026in ihrem Haus bisher keine hitzebedingten Todesfälle gab. Trotzdem: auch das Josefskrankenhaus erlebte einen höheren Andrang während der Hitzewelle, als in Vergleichszeiträumen ohne derartige klimatische Veränderungen. „Bis zu 15 Prozent der Patientinnen und Patienten beklagten hitzebedingte Symptome“, so Pemmerl.

Hitzetage in Regensburg. Quelle: mtwetter.de Datengrundlage: Deutscher Wetter Dienst dwd.de

Insbesondere seien das Austrocknung, Kreislaufprobleme, ausgeprägte Schwäche, Schwindel und Kollapsneigung. Bei Menschen mit Vorerkrankungen zeigten sich teils deutliche Verschlechterungen des Allgemeinzustands.

Teilweise mussten diese Patientinnen auch auf der Intensivstation von St. Josef versorgt werden. „Wir hatten auch Fälle von akutem Hitzeschlag zu verzeichnen“, resümiert die Klinikleitung.

Barmherzige Brüder: Letztes Juniwochenende bringt großen Andrang in der Notaufnahme

Auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg hatte mit der Hitze und ihren Folgen zu kämpfen. Zwar sei die Lage bis zum Freitag den 26. Juni noch vergleichsweise normal gewesen. Doch am vergangenen Wochenende hätte die Zahl der Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Beschwerden deutlich zugenommen.

„Rund 80 Prozent der Patientinnen und Patienten, die das Notfallzentrum aufsuchten, wurden aufgrund hitzebedingter gesundheitlicher Beschwerden behandelt“, sagt Chefarzt Dr. Felix Rockmann.

Die Klinik rät dringend, körperliche Belastungen an sehr heißen Tagen zu vermeiden. Oder auf die frühen Morgenstunden zu verlegen, wenn nicht anders möglich. Zudem soll man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Polizei Oberpfalz zur Hitzewelle

Die Polizei erhebe keine statistischen Daten, die einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und Todesfällen, der Anzahl polizeilicher Einsätze oder bestimmten Deliktsbereichen erfassten, so ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Aussagen darüber, ob einzelne Todesfälle oder eine Entwicklung der vergangenen Jahre unmittelbar auf Hitzeeinwirkungen zurückzuführen sind können daher nicht getroffen werden.

Auch sei während der zurückliegenden Hitzeperiode aus polizeilicher Sicht keine statistisch belastbare Zunahme von Einsätzen feststellbar, die eindeutig auf die hohen Temperaturen zurückzuführen sei.

Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass sich bei hohen Temperaturen – insbesondere in den Abendstunden – mehr Menschen über einen längeren Zeitraum im öffentlichen Raum aufhielten. Dadurch könne es auch zu einer höheren Anzahl polizeilicher Einsätze, Straftaten oder Verkehrsordnungswidrigkeiten kommen.

Ein statistisch belegbarer Zusammenhang mit den Temperaturen ließe sich daraus jedoch nicht ableiten. Einen Zusammenhang zwischen Hitze und Straftaten zu untersuchen, sei aber ein interessanter Gedanke, merkt der Pressesprecher der Oberpfälzer Polizei an.

Was tut die Stadtverwaltung gegen die Hitze?

„Seit Anfang Juni gibt es ein Hitzeportal als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Den Regensburger HitzeHelfer“, antwortet Katrin Butz von der städtischen Pressestelle.

Dort würden beispielsweise Hitzewarnungen veröffentlicht.

Außerdem gebe es Informationen: zum Gesundheitsschutz, zum Wärmeschutz an Gebäuden, sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Maßnahmen der Stadt.

Hier gehts zum Hitze-Helfer.

Trinkwasserbrunnen, Nebelsprühanlage, Kühle-Orte-Karte

Zusätzlich stünden in der Stadt sieben Trinkwasserbrunnen zur Verfügung. Dieses Angebot soll weiter ausgebaut werden.

Anfang Juni sei außerdem die Nebelsprühanlage auf dem Neupfarrplatz in Betrieb gegangen. Für 2026 plant die Stadt außerdem noch grüne Sonnenschirme am Neupfarrplatz.

Auch auf dem Alten Kornmarkt werde es 2026 noch erste Maßnahmen für mehr Grün geben. „Im kommenden Jahr sollen Flächen entsiegelt werden“ stellt Katrin Butz in Aussicht.

Eine Übersicht über Orte, an denen man sich bei heißen Temperaturen abkühlen könne bietet die „Kühle-Orte-Karte“. Kühle Orte sind zum Beispiel Kirchen, klimatisierte öffentlich-zugängliche Gebäude, Bademöglichkeiten und Parkanlagen,

Bürgerinnen sind zur interaktiven Beteiligung aufgerufen

Die Karte soll kontinuierlich wachsen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zur Mithilfe aufgerufen.

Bis Ende August können Tipps an die Stabsstelle für Klimaschutz und Klimaresilienz gemeldet werden. Die könne diese dann in die Karte aufnehmen, so die Pressesprecherin.

Schutz für gesellschaftlich Randständige

Auch obdachlose Menschen erhalten Hitze-Hilfe von der Stadt Regensburg. Laut Butz habe sie Anfang Juni 400 Hitze-Helfer-Taschen mit kostenlosen Hitze-Artikeln an die Caritas ausgegeben.

Darin waren Trinkflasche, Sonnencreme, Fächer, UV-Alarm-Armband und praktische Tipps enthalten. Zum Beispiel: Wo finde ich kühle Orte in der Stadt? Oder: was tun bei Hitze-Stress?

Hitzeschutz-Pläne für die Zukunft

Die Stadt Regensburg prüft derzeit verschiedene Standorte im Altstadtbereich, an denen Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen realisiert werden können – im Sinne der klimaangepassten Stadtentwicklung.

„Das Thema Entsiegelung ist ein zentraler Baustein für die klimaresiliente Weiterentwicklung Regensburgs“, sagt Butz.

Die Stadt treibe den Ausbau dieser blau-grünen Infrastruktur mit Nachdruck voran. Ziel sei es, Niederschlagswasser möglichst in der Stadt zu halten, um Versickerung zu ermöglichen und bodengebundene Baumpflanzungen umzusetzen.


Ein Stadtteil mit viel Grün entstehe im Osten der Stadt im Innovationsquartier ehemalige Prinz-Leopold-Kaserne.

Zusammenarbeit von Polizei, Krankenhäusern, Feuerwehr und Stadt Regensburg

Erfreulich ist, dass die städtische Pressestelle für die Feuerwehr Regensburg keine wirklichen Änderung zu den vergangenen Hitzewellen feststellen konnte. Außerdem wird bei Extremwetter-Ereignissen übergreifend zusammengearbeitet. Das bestätigten alle angefragten Stellen.

Der Pressesprecher der Polizei Oberpfalz resümiert, dass im Zuge der allgemeinen Gefahrenabwehr und des Bevölkerungsschutzes die Polizei in einem kontinuierlichen und bewährten Austausch mit den zuständigen Sicherheits- und Rettungsbehörden stehe.

„Hierzu gehören insbesondere die Stadt Regensburg, Feuerwehr, Rettungsdienste sowie weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.“

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Kommentare (2)

  • Schwarzbär

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    Wir wohnen am südlichen Stadtrand mit geringer Versiegelung, eingewachsenem Baumbestand und Frischluftnachschub. Die Temperaturdifferenz zwischen hier und dem Stadtbereich beträgt besonders bei solchen Verhältnissen i.d.R. 4-5 Grad. Nachts machen sich diese unterschiedlichen Bedingungen noch stärker bemerkbar. Ist auch logisch, muß man, glaube ich, nicht näher erklären.

    Regensburg hat 2000 Jahre Stadtentwicklung hinter sich. Die Herausforderungen für die künftige Entwicklung haben inzwischen andere Rahmenbedingungen. Welterbestatus und Denkmalsschutz sind das eine, die Anforderungen an die sich sehr rasch ändernden klimatischen Verhältnisse das andere und fordern auch bei auf Erhalt der bestehenden Stadt bedachte Fachstellen mehr Flexibilität. Der lange Zeit proklamierte Status Quo unserer Zeit hätte frühere Stadtentwicklungen blockiert oder zumindest verzögert.

    Durch den engen Gebäudestand wirkt v.a. in der Altstadt schon die Eigenverschattung. Das reicht aber bei weitem nicht mehr. Die Maxstraße – ohnehin schon atmosphärisch totsaniert – verlangt nach Entsiegelung und sich langfristig entwickelndem Baumbestand, genauso fällt mir der Neupfarrplatz als Hotspot ein. Auch der Bahnhofsvorplatz, der in seiner derzeitigen Gestaltung als öffentlicher Raum und Eingang zur Altstadt an Peinlichkeit kaum mehr zu überbieten ist, wäre ein weiterer Hotspot. Gleiches gilt für Emmeramsplatz und Arnulfplatz. Es gäbe genug Entwicklungspotenzial zu einer wirksamen Begegnung mit extremen Wetterverhältnissen.
    Liebe Stadt Regensburg! Das notwendige Wasser bitte für die Bewässerung von Bäumen und Grünflächen verwenden und weniger für kostspielige Vernebelungsanlagen. Und mit Bäumen meine ich richtige Bäume und nicht diese albernen bunt dekorierten Planzkübel, die außer peinlicher Dekooptik rein gar keinen weiteren Nutzen haben.
    Dann kann man sicherlich auch darüber nachdenken, den Haidplatz zu belassen, wie er ist und muß sich nicht mit kontextbefreiten Ideen von idealistischen Studenten befassen.

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  • KW

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    Schwarzbär, vieles wäre möglich in dieser Stadt, allein mir fehlt der Glaube.
    Die Altstadt wird sich wohl in relativ naher Zukunft zu einem über die Sommerzeit kaum mehr besuchbaren Hitzeloch entwickeln.
    Darf ich fragen was Sie in dem Zusammenhang und bezüglich Haidplatz mit “kontextbefreiten Ideen von idealistischen Studenten” genau meinen?
    Der Haidplatz oder studentische Änderungsvorschläge wurden in dem Artikel nicht erwähnt, also bitte nicht erwarten, dass alle Zeit und Lust haben, hier erst zu recherchieren was gemeint ist.

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