Krankenkasse lenkt ein: Audi BKK übernimmt nun doch Betreuung für schwerkranken Jungen (7)
Die Audi BKK hat sich bereit erklärt, nun doch die Kosten für die außerklinische Intensivbetreuung von Neven Pirk zu übernehmen. Zuvor war der öffentliche Druck auf die Krankenkasse gestiegen.

Neven verkleidet sich gern, mag Hunde und Leberkäse. Foto: privat
Eine Online-Petition, ein Bericht im BR-Magazin Quer und bei regensburg-digital, Nachfragen weiterer Medien: nun hat die Audi BKK eingelenkt und will nun doch die dringend notwendige Betreuung für den siebenjährigen Neven Pirk übernehmen.
Das hat seine Mutter Jessica Pirk gestern unserer Redaktion mitgeteilt. „Als ich es erfahren habe, musste ich vor Freude heulen.“ Seit fast zehn Monaten hatte die ausgebildete ihren Sohn zur Schule begleitet.
Mutter kümmert sich seit April selbst um Betreuung
Die Audi BKK hatte nach vier Jahren im April 2025 urplötzlich erklärt, die außerklinische Intensivbetreuung für Neven nicht mehr zu übernehmen. Hintergrund war eine Gesetzesänderung, die dieses Schlupfloch eröffnet hatte. Die Krankenkasse traf eine Ermessensentscheidung gegen den Siebenjährigen.
Wie berichtet, leidet der Junge am Dravet-Syndrom, verbunden mit schweren Fällen von Atemdepression. Der Siebenjährige kann jederzeit einen Anfall erleiden – in seinem Fall aufgrund des sofortigen Atemstillstands immer lebensbedrohlich. Es drohen schwere Hirnschäden oder der Tod. Diese Anfälle bleiben – trotz vieler Medikamente, die er einnehmen muss.
Kostenübernahme vorerst bis Ende Oktober
Deshalb braucht Neven ständige Überwachung und Begleitung durch medizinisches Fachpersonal – zu Hause und in der Schule. Nach der Verweigerung der weiteren Kostenübernahme begleitete Jessica Pirk ihren Sohn zur Schule und wartete dort während des Unterrichts auf ihn. Ihr Arbeitgeber hatte sich bereit erklärt, sie nur am Wochenende einzuteilen.
Für die Mutter drei Kinder eine permanente Belastung, die sie wohl nicht mehr lange hätte tragen können. Vorerst wird die Audi BKK bis zum 31. Oktober 2026 übernehmen. Wie es danach weitergeht, bleibt bislang offen. Wir werden gegebenenfalls erneut berichten.
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Mr. T.
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Die Gerechtigkeit wird leider oft nur denen zuteil, die die Kraft haben, sich diese zu erkämpfen.
Kassen, Behörden und andere Institutionen setzen viel zu oft auf die Schwäche ihrer Klienten – meistens leider noch mit Erfolg. Gerade hier konnte man ja schon genug solche Geschichten lesen.
Ein Glück in diesem Fall, dass sich die Mutter zu wehren wusste und die Medien darauf aufmerksam wurden.