Kundgebung für Livekultur

Live, aber leise

Mehr Raum für Livekultur: Am Freitag hatten die Scants of Grace zur Kundgebung auf dem Bismarckplatz aufgerufen.

Mitorganisator der Kundgebung am Bismarckplatz: Florian Gmeiner von den Scants of Grace. Fotos: ld.

Mitorganisator der Kundgebung am Bismarckplatz: Florian Gmeiner von den Scants of Grace. Fotos: ld.

Auf den ersten Blick sieht es nicht viel anders aus als an lauen Sommerabenden. Auf dem Bismarckplatz hat sich eine bunte Menschenmenge versammelt. Man unterhält sich, trinkt Bier, lauscht seichter, auf der Schrammelgitarre vorgetragener Songwriter-Musik.

Doch etwas ist anders: Wer sich am Freitagabend auf dem Bismarckplatz aufhält, der tut seine Unzufriedenheit mit der Situation rund um Livemusik in Regensburg kund. Unter dem Motto „Mehr Raum für Livekultur“ hatten die Scants of Grace zur Teilnahme an der Kundgebung aufgerufen. Unterstützt wurde der Aufruf unter anderem von der Zwischennutzungs-Initiative con_temporary, dem L.E.D.E.R.E.R, der Initiative Komplex oder dem Stadtjugendring.

Eine Kundgebung, so laut wie ein Staubsauger

Ausschlaggebend für die Organisation der Veranstaltung dürfte neben den seit Jahren bestehenden und immer wieder thematisierten Problemen der Konzertveranstalter vor allem das endgültige Aus der H5 am Hohen Kreuz gewesen sein. Nachdem sich die Location, die vom Kulturverein Scants of Grace betrieben wurde, zunächst gegen das Ordnungsamt durchsetzen musste, macht nun die Deutsche Bahn der Nutzung als Konzerthalle einen Strich durch die Rechnung.

Sang zu Beginn der Kundgebung: Ohrange. Foto: ld.

Sang zu Beginn der Kundgebung: Manulo von Ohrange. Foto: ld.

Während Manulo von Ohrange – der Singer-Songwriter mit Gitarre – zur Einstimmung einige Songs auf der Ladefläche eines Lastwagens spielt, misst ein Techniker immer wieder die Schallwerte auf dem Bismarckplatz. Maximal 70dB dürfen es sein, so lautet die Vorgabe für die Kundgebung im Bescheid des Ordnungsamtes. Zum Vergleich: Ein Staubsauger in einem Meter Entfernung ist ungefähr genauso laut. Immerhin: „Kurzzeitige Geräuschspitzen“ durften auch 20 dB darüber liegen.

„Herr Wolbergs, das glauben wir Ihnen nicht!“

Anschließend tritt Florian Gmeiner, Vorstand der Scants of Grace, vor das Mikrofon. Er skizziert die Situation in der Liveszene. Räume fehlten, Auflagen seien zu rigide. Konzertbesucher würden immer wieder als problematisch gebrandmarkt werden. „Heute Abend werden wieder Horden von der Dult in die Altstadt einfallen“, hält Gmeiner gegen diese Darstellung. „Von den Junggesellen ganz zu schweigen.“

Beim Anliegen, mehr Räume für Livemusik zu schaffen und Bemühungen von Kulturakteuren nicht unnötig zu torpedieren, weiß Gmeiner auch den Oberbürgermeister hinter sich. Joachim Wolbergs ist am Freitag auch selbst als Teilnehmer bei der Kundgebung anwesend. Im Interview mit Regensburg-Digital hatte Wolbergs erst vergangene Woche gesagt, dass er mit seinem Latein in Sachen Livekultur so langsam am Ende sei. „Herr Wolbergs, das glauben wir Ihnen nicht!“, kommentiert Gmeiner am Freitag.

Der Weg allein ist nicht das Ziel

Handlungsbedarf besteht wohl in der Tat dringend. Nachdem die Heimat vorerst keine Konzerte mehr veranstalten darf und das L.E.D.E.R.E.R. im April seine Pforten schließen musste, brechen der Altstadt zwei weitere etablierte Spielorte für Livebands weg.

Spielte seine Instrumente durch einen PC und damit in Sachen Lautstärke voll kontrollierbar: Michael Lobesan. Foto: ld.

Spielte seine Instrumente durch einen Computer und damit in Sachen Lautstärke voll kontrollierbar: Michael Lobesan. Foto: ld.

Kritisch spricht Gmeiner aber auch den Umgang mit dem Kulturentwicklungsplan an. „Da heißt es: Der Weg ist das Ziel“. Den Bürgern sei es aber nicht nur um die bloße Beteiligung auf dem „Weg“ gegangen, sondern durchaus auch um die im Plan niedergeschriebenen Anliegen. Ohnehin: „Dass in Regensburg Räume für Livekultur fehlen, ist nicht erst seit dem KEP bekannt“, so Gmeiner.

Leise Klänge contra Dultbesucher

Als zweiter musikalischer Act des Abends spielt Michael Lobesan. Der Solokünstler ist als Ersatz für die Band „Beisser“ eingesprungen, die aufgrund der Lautstärkebeschränkung auf der Kundgebung Angst hatte, „nicht optimal rüber“ zu kommen. Das hatte das H5-Team auf der Facebook-Veranstaltungsseite der Kundgebung am Donnerstag gepostet.

kundgebung_livekultur

Lobesans vollelektronische Musik – in ihrer Lautstärke zur Not bis auf Zimmerlautstärke regelbar – kommt da natürlich gelegen. Leider führt das auch dazu, dass man am hinteren Ende des Bismarckplatzes, vor dem Haus der Musik, nicht mehr viel von seiner Performance hört. So schade das für den Künstler ist, so plakativ führt es die absurde Situation in der Altstadt vor Augen, was die Vorgaben für Livemusik angeht.

Gut zweieinhalb Stunden später, als es bereits dunkel ist, trifft auch Gmeiners Prophezeiung aus seiner Rede ein. Grölend, brüllend und polternd ziehen die Dultbesucher über die Donau in die Altstadt. Um diese Zeit übrigens würde das Ordnungsamt wohl kein einziges Livekonzert mehr genehmigen.

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Kommentare (27)

  • Lothgaßler

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    Das mit der Lautstärke stimmt so nicht. Im Lothgäßchen war es deutlich lauter als ein Staubsauger zu lärmen vermag. Das ist keine Zauberei, sondern hat etwas mit der Physik von Wellen zu tun. Im Lothgäßchen sammelt sich der Schall wie in einem Trichter und knallt dann auf die Front des Hauses in dem ich wohne. Dergleichen Phänomene müssten den Technikern eigentlich geläufig sein (Interferenzen usw.). Wer misst, der bestimmt nur den Wert an dem Ort an dem er misst.
    Ich hab schon Schlimmeres erlebt, das geb ich zu, aber jeden Tag und jedes Wochenende muss ich das auch nicht haben. Wie schon bemerkt laufen auch andere Geräuschproduzenten durch die Nacht, von albernen Kerlen in ihren fahrenden Stereoanlagen ganz zu schweigen.

  • Peter Lang

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    Leise und schei…! Wohne selbst Nähe Bismarckplatz! Das Anliegen der Leute nach mehr Livemusik in allen Ehren, unterstützenswert und löblich, wichtig und als Merkmal, Standortfaktor und Prädikat für Regensburg als „junge und wilde“ Stadt, in der Sachen passieren, die andernorts in Staunen versetzen, ja auch sicherlich politisch gewollt und intendiert. Aber: warum muss das in Wohngebieten passieren? Die Altstadtfixiertheit nimmt inzwischen groteske Züge an! Gebe zu bedenken: Am Bismarckplatz wurde über zwei Jahre lang das Präsidialpalais zum Haus der Musik umgebaut. Auch feiertaga, am 1. Mai, an Christihimmelfahrt, Fronleichnam, samstags und sonntags wurde hier gehämmert, geschraubt und gewerkelt. Und das nicht geräuschlos! Seit Sommer 2014 wird die Tiefgarage am Bismarckplatz saniert, Hochdruckgeräte pusteten von Juli 2014 bis April 2015 von Montag bis Freitag von 7.00 bis 19.00 Uhr unentwegt in einer Phonzahl, die es tagsüber nicht erlaubte, die Fenster zu öffnen. Gastronomen, Privatpersonen und Büros, die rund um den Bismarckplatz wohnen und angesiedelt sind, haben erfolglos der Stadtverwaltung Regensburg ihr Leid geklagt. Zusätzlich: Jeden Freitag und Samstag Jungesellenabschiede, Feierne, Betrunkene, die mit Einbruch der Dämmerung den Baustellenlärm ablösen. Autor Liese erwähnt dankenswerterweiße ausdrücklich die angetrunkenen Dultbesucher, die zweimal pro Jahr hinzukommen! Jazzweekend, Bürgerfest, Bismarckplatzfest (Kopfhörer tragen leider nicht alle!), spontane Platzkonzerte von Schülern der städtischen Sing- und Musikschule oder Blasmusikkonzerte, die unsäglichen „Montagsdemos“, griechisches Sommerfest im Hof des Alumneums, lateinamerikanisches Sommerfest im Hof des Alumneums, Verkehrslärm, plappernde Passanten, Klirren von Flaschen sich laut Zuprostenden, Urinierende, Kotende und Kotzende allen Alters und Geschlechts zu jeder Tages- und Nachtzeit an der Dominikanerkirche, dem Albertus-Magnusplatz und am Wiesmeierweg – sich gerade den Bismarckplatz für diese Demo auszusuchen, ist gelinde gesagt, dämlich. Auch die Verantwortlichen der Stadt Regensburg waren schlecht beraten, gerade dieses Areal zu genehmigen. Es ging ja wohl um das Thema Lievmusik-Kneipen. Sich zu wundern, dass Anwohner sich dagegen auflehnen, ist in einer Stadt mit Höchstmieten und Rekord-Grundstückspreisen ja auch nicht weiter verwunderlich. Die Stadt Regensburg hat eine Fläche von 80,76 km². Die kleine Altstadt misst gerade einmal 183 Hektar. Muss sich denn alles und jedes gerade hier abspielen? Die Regensburger Altstadt ist NICHT der einzig mögliche Ort zum Feiern und zum Livemusik-Machen. Wie wäre es denn Mal mit Kumpfmühl oder Königswiesen? Schön ist es auch in Irl und in Prüfening. Hat jemand ernsthaft versucht, in diesen Stadtteilen eine Livemusik-Kneipe zu etablieren? Warum nicht? Und warum dagegen dann ausgerechnet in der Altstadt? Dass es mit dem H5 leider wegen Haftungsfragen der DB nicht klappt, ist schade. Aber im Kasernenviertel, in Reinhausen, in Schwabelweis, in Weichs, Graß, Burgweinting, Sallern oder Dechbetten muss man nur ernsthaft suchen, um Locations für Livemusik-Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Dass wegen Dom, Geschlechtertürmen und Kopfsteinplaster die Leute zum Partymachen in die Altstadt kommen, kann keiner erzählen!
    Und die Musik der Demo vom 8. Mai 2015 hörte sich 20 Meter entfernt und im dritten Stock tatsächlich so an wie Staubsaugerlärm. Das nur nebenbei bemerkt.

  • Schina

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    Liebe Vorkommentatoren,
    dass sie unter der Lärmbelästigung in der Altstadt leiden, kann ich gut nachvollziehen und ich verstehe Ihren Ärger.
    Meines Erachtens tut das aber nichts zur Sache, dass Räume für Livekultur fehlen!
    Die Altstadt ist nunmal Dreh- und Angelpunkt für Leben, Kultur und Miteinander in Regensburg! Und das wird auch hoffentlich in Zukunft so bleiben.
    Ich habe auch keine Lösung für Sie.
    Freunden von mir hat es in diesem Fall geholfen, sich nach leiseren Wohnumgebungen umzusehen. Ob das für Sie in Frage kommt, kann ich nicht wissen.

    Und nun zur Veranstaltung selbst:
    Danke! Ich fands super! Tolle Musiker, tolle Atmosphäre und ich hoffe für alle KünstlerInnen, dass sich bald neue Möglichkeiten auftun!

  • Veranstalter

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    Die Lärmproblematik ist sicher vorhanden. Aber ich muss auch ganz klar sagen: Wenn ein Springbrunnen am Bismarckplatz lauter ist als die Lautsprecher einer Kundgebung gibt das ein absurdes Bild ab. Wer sich dann noch beschwert hat nicht verstanden dass er in Wohnlage einer Innenstadt NIEMALS die Ruhe die er sich wünscht finden wird. Dann ziehe ich halt nicht in die Innenstadt !

    DARUM GEHTS ABER NICHT

    Ich denke jeder jeder und nochmals jeder Veranstalter von heavy metal Konzerten oder Hip Hop jams wird es extrem begrüßen niemanden zu stören. Nur so ist es möglich überhaupt zu arbeiten. Genau diese Räume fehlen. Ein Raum in der Größe einer H5, der frei mietbar ist für verschiedene VA´s. Dieser Raum idealerweise in baulicher Form auch für lauten Bass und nicht störender Lage zu Anwohnern. Ich mache seid 11 jahren VA´s in München, wir spielen auf der ganzen Welt, in Moskau, in Äthiopien und in Zürich, Paris, etc. etc. ausser in Regensburg. Das ist doch verrückt.

    In jeder mini Stadt mit 50k Einwohner finde ich was zum mieten…

    Ich finde es sehr gut dass der OB Anwesend war und ich denke er hätte auch Feierabend machen können am Freitag 19,00 uhr. Das zeigt im Prinzip dass er sich der Sache auch annimmt. Ich hoffe man kann sowas wie die Bundeswehrkasernen nehmen ?! Die stehen doch leer ?

  • Peter Lang

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    Quod erat expectadum: „Dann zieht doch weg!“
    Warum muss es der „Dreh- und Angelpunkt für Leben und Kultur“ sein, wo man sich aufführen kann wie Sau, die Musik aufzudrehen wie es grade in den Kram passt und bevorzugt Party zu machen?
    Das juristische und moralische Recht auf Ruhe, körperliche Unversehrtheit und Schutz des Eigentums gilt auch für Altstadtbewohner! Oder sieht das jemand anders?
    Herr Veranstalter: Den Lärm eines Springbrunnens mit elektronisch verstärkter Musik und Sprache zu vergleichen ist natürlich Quatsch, das wissen Sie auch! Ein Wasserfall, Vogelgezwitscher, Rauschen des Windes in den Bäumen etc. erreicht gerne einmal eine Phonzahl, die erlaubte künstlich herbeigeführte Emissionen deutlich überschreitet und dennoch nicht als Störung empfunden wird. Das wird Ihnen jeder Akustiker bestätigen.
    Es gab mal den sogenannten Kulturspeicher, vielleicht erinnern Sie sich. Die Stadtverwaltung Regensburg hat seinerzeit kräftig mitgemischt, als er eingerichtet wurde. Warum gibt es diesen nicht mehr? Warum ist die Stadtverwaltung – Herr OB Wolbergs nahm ja an Ihrer Demo laut Ihren Aussage am Freitag teil – nicht in der Lage oder willens, findig, kooperativ oder engagiert genug , eine passende Halle für Ihre Ansprüche zu suchen und zu finden? Die zahlreichen Friktionen um Gloria, Teeladen, Obermünster-Diskos etc. sind sicher nicht geeigent, Ihren Anliegen das Wort zu reden. Außerdem: Als ich meine Wohnung bezog, war der Bismarckplatz ein friedlicher, fast verschlafener Platz, der allenfalls zu Bürgerfest und Jazzweekend als Festareal diente. Filmbühnenfest, Montagsdemos, Partys und zahlreiche andere Veranstaltungen kamen im Laufe der Jahre hinzu. Niemand verlangt Grabesruhe. Dass Regensburg nie die Stille eines Einödhofs erreichen wird – Sie Schlaumeier – erwartet ja auch niemand.
    Ferner: Regensburg ist zum Glück NICHT Paris, Zürich, Moskau oder Äthiopien. Das ist nun einmal so und das ist auch gut so. Und das ist auch der Grund für kulturelle Alleinstellungsmerkmale, die sich deutlich und auch quantitativ von den von Ihnen genannten Orten unterscheidet.

  • H5 Regensburg

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    Richtigstellung

    @Peter Lang:

    „Herr OB Wolbergs nahm ja an Ihrer Demo laut Ihren Aussage am Freitag teil“

    Der Poster „Veranstalter“ ist *nicht* der Veranstalter der Kundgebung am Freitag!

    Die Kundgebung wurde vom Verein Scants Of Grace e.V. aus Regensburg veranstaltet.

    Der Poster „Veranstalter“ ist irgendein Veranstalter, der mit der Organisation dieser Kundgebung nichts zu tun hatte.

  • Peter Lang

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    Danke für die nötige Klarstellung, denn der Post von „Veranstalter“ suggeriert, Veranstalter der Demo gewesen zu sein.

  • Veranstalter

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    „Warum ist die Stadtverwaltung – Herr OB Wolbergs nahm ja an Ihrer Demo laut Ihren Aussage am Freitag teil – nicht in der Lage oder willens, findig, kooperativ oder engagiert genug , eine passende Halle für Ihre Ansprüche zu suchen und zu finden?“

    Sorry für die Verwirrung ich kenne keinen der wirklichen Veranstalter. Ich war nur dort. Der Name war bezogen auf meine hauptberufliche Tätigkeit.

    Mit dem obigen Satz haben Sie ins Schwarze getroffen, Peter Lang !

    Ich kenne in vielen Großstädten locations in deren Innenstädten, die niemanden stören, auch wenn es wirklich laut ist. Genau das ist anzustreben. Es bringt keinen weiter etwas anderes zu eröffnen. Und ob Sie es glauben oder nicht, ich kenne mich sehr wohl mit zumutbaren Lautstärken aus. Ich war auch abends in der Gegend um den Bismarckplatz unterwegs und muss Ihnen ja auch Recht geben. Der Schall peitscht durch die Gassen – das ist Realität. Hohe Häuser und viel Volumen bei der Aufprallfläche dämpfen eben nicht.

    Der Sinn der Kundgebung veranschaulicht genau diesen Sachverhalt. Wenn etwas mehr geboten wäre als die langweiligen konsumorientieren Studentenkneipen würden evtl. auch weniger Jugendliche planlos am Brunnen sitzen und Bier trinken. Wenn es einen neuen Ort gäbe würde sich die Situation für Anwohner vielleicht auch entlasten, aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

  • Veranstalter

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    Ich muss mich korrigieren: Mit dem obigen Satz haben Sie für MICH ins Schwarze getroffen – das muss nicht heissen dass die Verantwortlichen der Kundgebung das auch so sehen – das kann ich nicht beurteilen. Over and out

  • Veranstalter

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    „Und das ist auch der Grund für kulturelle Alleinstellungsmerkmale, die sich deutlich und auch quantitativ von den von Ihnen genannten Orten unterscheidet.“

    Mir geht es nicht um Orte oder andere Städte. Es geht auch nicht um kulturelle Alleinstellungsmerkmale, wer bestimmt diese Ihrer Meinung nach ? Die Mittelaltervergangenheit ? Die Ein / Anwohner ? In einer Demokratie geht es um die Gesamtheit.

    Es geht mir um mehr Lebensqualität der Bürger dieser Stadt, und zwar um alle, auch Sie, deswegen war ich auch anwesend, das Motto der VA hat mir zugesagt. Wenn jemand mehr Qualität im Leben verspürt, dafür aber ein anderer weniger, ist es nicht optimal.
    Danke für die Diskussion
    Finally over and out.

  • altstadtkid

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    Bei dem dem Lärm der in der Regensburger Altstadt jedes Wochenende (Di-Sa) verbreitet wird (Saufhools, unsägliche Jungesellenabschiede aus dem weiteren Umland, Alkohol Initiationsrieten der umliegenden Dorf und Stadtkinder, Facebook Dulttrachtler die natürlich noch eine Dult Aftershowparty mit Dirndlprämerierung brauchen), kann ich mir nicht vorstellen dass eine Live Musikkultur da irgendwie noch irgendetwas verschlimmern könnte.
    Ausserdem warum soll Live gespielte Musik schlimmer sein als Diskozentren in städtischen Parkhäusern, bei denen angeblich bis zu 1200 Menschen bis 4 Uhr zu ohrenbetäubenden Lautstärken abfeiern können.
    Und dann besoffen in die Altstadt geworfen zu werden.
    Aber da gibts halt Miete und Gewerbesteuern, das ganze ist sowas von Verlogen.
    Die Live Kultur kann man in die Vororte verlagern die Ballermann-Feierkultur wird aber genehmigt und kann sich in der Innestadt breit machen.
    Money Rules this Town. Wiederlich!

  • hf

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    ich find den mälzeclub, den leeren beutel und zur not auch die suite ganz ok. auch die vielen open-airs und bürgerfeste, die wirklich viel abwechslung – mit vielen unbekannten bands – bieten, sind toll. und dann gehe ich gern auf festivals in der näheren umgebung (agratamagata, void, mainburg, etc.). und mit der bahn ist man ratzfatz in münchen oder nürnberg, wenns mal richtig krachen soll. und dann ist eh kaum noch zeit für sonstwas…

    es ist ganz einfach falsch, dass grundsätzlich räume für die live-kultur fehlen! es fehlen nur ganz bestimmte räume für ein ganz bestimmtes publikum.

  • wasgeht

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    HF:
    Es ist ganz einfach überhaupt nicht falsch dass für ein GROßES Publikum Räume fehlen. JEDE Musikrichtung hat in Regensburg die A-Karte gezogen. Wo will man auftreten ?! In einer der 1000 Bars, in denen die 2 Hifi Boxen die drin sind noch zu laut sind ?! Welcher DJ der was auf sich hält tut sich sowas an ? Was bei uns *nicht* abgeht ist lächerlich und peinlich für eine Großstadt. Es gibt hier keine Möglichkeiten für Kultur, KEINE. Es gibt ein paar Schuppen die ihr kommerzielles Ding durchziehen aber an der Qualität mangelt es erheblich. Es gibt keine Möglichkeit dass etwas neues entstehen kann. Es kann nicht sein dass es nichts gibt…. Oder geht es hier um Ideologie ? Ist die kotzende fashion Dult lobby – der ich auch alles beste im Leben wünsche – etwa irgendwie bevorzugt, 2mal im Jahr für 2 wochen open air die kompromisslose Drecksau raushängen zu lassen und jeden Bürger zu nerven ? Ich kenne Leute die wissen um welche Uhrzeiten man besser nicht das Haus verlässt, da sich ein Strom besoffener und aggressiver Dultler dort vorbeikotzt. Und dann will mir jemand was von Ruhestörung bei 2 Hifi boxen erzählen und dass doch alles super toll ist in dieser Stadt. Für die einen vielleicht. Für die anderen eben NICHT. Ich brauche geistreiche, laute, inspirierende, leise, wundervolle, neue, alte Freizeitmöglichkeiten und Kulturangebote und die findet man hier nicht.

  • Mr. T

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    altstadtkid hat hier ganz recht. Kommerz wird mit all seinen schlechten Seiten geduldet, aber Kultur wird gleichzeitig gegängelt.
    Mit seinem letzten Satz hat auch hf recht, wobei die Räume ja noch nicht mal fehlen würden. Wenn ich mir da so das Tiki Beat anschaue, wäre dies eigentlich genau das, was in der Innenstadt an Raum für Live-Musik-Kultur fehlen würde. Es fehlt aber nicht mal, die dürfen nur nicht so, wie sie gerne wollten. Es fehlen genau so kleine Locations mit Platz für 50-250 Leute, am Besten noch etwas schallgeschützt in einem Keller. Größere Locations ab 500 Personen aufwärts dürfen auch gerne in die Außenbezirke, müssen sie sogar, da dann viele auch von Auswärts anreisen und auch Parkplätze benötigen. Kleine Kultur muss genauso wie die Kneipen in das Herz der Stadt. Drum rum schlafen die, die es ruhig haben wollen. Und da muss das dann auch sichergestellt sein.
    Ich bin extra deswegen in die Altstadt gezogen. Mich nerven vielleicht auch mal die JungesellInnen, Lederhosenpreißen und Disco-Prolls, aber sie stören mich nicht.

  • hf

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    „Ich brauche geistreiche, laute, inspirierende, leise, wundervolle, neue, alte Freizeitmöglichkeiten und Kulturangebote und die findet man hier nicht.“

    @wasgeht: Kleiner Versuch zum „leisen Kulturangebot“: In eine Kirche setzen. Mund halten. – – – Done.

    Die übrigen Möglichkeiten und Angebote findest DU vielleicht nicht. Aber meinst Du echt, die ganzen anderen 150.000 Menschen drängen sich hier, weil die Stadt mit der größten Kneipendichte, die Singlehauptstadt, mit einer Universität und Dutzenden von Theatern und Kulturzentren, den Donauinseln, den Biergärten und den Hügeln drum rum ÜBERHAUPT nix zu bieten hat?

    Was für eine Kultur würdest Du denn verordnen, wenn Du könntest? Würdest Du mich fragen, was mir gefällt?

    Bestimmt nicht, weil Leute wie ich sind ja nur Kommerz, DU nicht. Deine Wohnung verschärft nicht die Gentrifizierung, Dein Kot und Urin fließen durch eine Extra-Kläranlage für Individualisten, Deine Unzufriedenheit ist was ganz besonderes und bestimmt nicht das Produkt von jahrzehntelangem Medienmissbrauch…

    Ein paar Prozent der Leute müssen wohl einfach komplett eingenebelt oder völlig blind sein, für das, was die Stadt alles ist und hat. Ohne das hohle Gemotze wüsste man vielleicht gar nicht zu schätzen, was ist. Nur: Was soll man dazu noch sagen? Kann man am Ende nur bemitleiden. Die Stadt macht vielleicht genau das richtige.

    Abgesehen davon: Ne 1k-Halle wär schon der Hammer, aber um die auf die Beine zu stellen brauchts mehr Ideen, als einfach die Luft anhalten, damit irgendeine Zeitung paar knallrote Köpfe knipsen kann.

  • altstadtkid

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    Lieber hf,

    es geht nicht darum Ihnen irgend etwas zu vermiesen, doch es ghört einfach zu einer
    echten Stadt, dass es auch Möglichkeiten für Veranstalltungen abseits des Mainstreams gibt.
    Aus sowas entwickelt und speist sich der Mainstream auch wieder.
    Sonst würden Sie noch Walzer im Cafeehaus tanzen, was ja auch nicht schlecht ist.
    Keiner verlangt Lösungen von der Politik, aber Veranstalltungsverordungen aus den 50er Jahren, könnten 2015 schon mal überdacht werden.
    Wie oben schon erwähnt, was ist der Unterschied zwischen einer ständig stattfindenden
    Tanzveranstalltung mit auflegen von Schallplatten in einem Tanzlokal und einem Live-Konzert in einem Club.
    Wir sind uns natürlich einig dass die Örtlichkeiten dafür ausgestattet sein müssen.
    Aber selbst wenn sich keiner beschwert werden diese verstaubten Verordnungen
    angewandt und die Leute schikaniert.
    Man sollte also die Vielfalt fördern, denn das zeichnet eine Stadt aus.
    Dann kommt man vielleicht auch mal aus anderen Gründen nach R., als „ÜBELST ABZUFEIERN“ am Ballermann am Donaustrand.

  • hf

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    „Keiner verlangt Lösungen von der Politik, aber“

    ja, genau…

  • wasgeht

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    @hf: Du scheinst meine Aussagen ja ziemlich persönlich zu nehmen. Erster Fehler in einem Internetforum wenn Du mich fragst… Ich habe absolut nichts gegen den eh schwammigen Begriff Kommerz. Lass es mich so ausdrücken: Ich kann auf die happy hour verzichten. Dafür wäre etwas anderes für mich passender. Dass was ich meine, finde ich an vielen Orten, ausser in Regensburg. Ich war selbst Student hier und muss auch die Studenten hier mal abwatschen. Dieses Klientel ist in großem Maße daran Schuld dass es viele laute Saufpartys und happy hours gibt, die Kasse klingelt, auch gut, sag ich nichts….Aber hier werden Räume geschaffen fast schon beliebig viele. Der Großteil gibt sich damit zufrieden – mit Biergärten – etc. etc. Alles Einrichtungen ohne viel Anspruch. Das ganze ist zu anspruchslos, und damit würde ich den Begriff „Kommerz“ in Verbindung bringen. Ich sage nicht dass ich Biergärten hasse. Oder das ich besser bin als ein Dultler. Vielleicht bin ich ja zu dumm für die Dult oder zu überwältigt von zu viel echter bayerischer Kultur. Oder zu blöd die Grenzenlose Freude in einer Kirche zu spüren.

    Ich bin dafür dass alle die gleichen Chancen bekommen und sich Potential entfalten kann. Es muss für alle passen aber das ist nicht der Fall obwohl es sehr viele Beispiele in anderen Städten gibt die man als Vorbild nehmen könnte. Und noch was, Reg ist nicht die stadt mit der größten Kneipendichte ( Gott hat es mir selbst gesagt nachdem ich in der Kirche saß ) und auch nicht die Stadt mit den meisten Singles. Ich bin hier hängen geblieben weil ich die Stadt sehr schön finde, aber nicht aus den Gründen die Du hier aufgezählt hast, mal abgesehen davon dass sie sowieso nicht stimmen, und wenn, wäre es mir auch total egal. Das hat für mich sehr wenig mit Lebensqualität zu tun. Jedem dass Seine…

  • hf

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    @wasgeht

    zur singlehaputstadt:
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.hier-finden-sie-die-liebe-regensburg-ist-single-hauptstadt.ace3f7f9-f849-49c7-8160-4359040c154c.html

    zur höchsten kneipendichte (wenigstens in bayern):
    http://www-wiwi.uni-regensburg.de/Studium/ZehnGr%C3%BCnde/index.html.de

    freilich gilt: traui keiner statisktik die du nicht sebst gefälscht hast.

    noch weniger sollte man aber leuten trauen, die einfach drauf los lügen und andere verleumden. so wie wasgeht. ich hab auch nichts persönlich genommen, im gegenteil, ich denke ich habe sehr sachlich erläutert, warum es immer ein wahrnehmungsproblem ist, was wem gefällt und dass nunmal die mehrheit recht hat.

    über diese mehrheit – mangels eigener objektivität – ein pauschal abwertendes urteil zu fällen ist vielelicht vordergründig etwas anderses als über minderheiten wie schwule oder ausländer herzuziehen, im kern ist es aber dasselbe: grob unsozial.

    und für so jemand braucht niemand einen finger krumm machen, lohnt sich nämlich nicht, weil die immer weiter nörgeln werden…

    grüße

  • wasgeht

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    hihi,

    nachdem Du hier auf deiner Statistik rumreitest:

    http://www.zeit.de/2012/22/Deutschlandkarte-Kneipendichte

    https://www.muenchen.tv/muenchen-bleibt-single-hauptstadt-85012/

    Nur deswegen gepostet weil man mich hier mit einem Lügner betitelt. Bravo ! Spricht für sich…

    „ich denke ich habe sehr sachlich erläutert, warum es immer ein wahrnehmungsproblem ist, was wem gefällt und dass nunmal die mehrheit recht hat.“

    Mit Wahrnehmung hat es sicherlich was zu tun wenn man sich mehr Kultur oder Konzerte wünscht. Mit einem Problem sicher nicht. Ein Wahrnehmungsproblem hat evtl. das Ordnungsamt oder die Stadt, weil sie nicht wahrnehmen ( wollen ) wie groß die Unterstützerschaft einer solchen Einrichtung ist. Man hat es ja gesehen auf der Kundgebung, da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

    Und dass die Mehrheit Recht hat… das wiederum könnte ich an Millionen Beispielen der Geschichte widerlegen…

    ob ich eine Mehrheit oder die Sache an sich verurteile ist ein großer Unterschied. Und selbst dass tue ich nicht. Wenn Du über meine Aussage über die Dult gestolpert bist – ich wünsche jedem das Beste, wie bereits erwähnt. Mein Ding ist es halt nicht und das ist auch voll OK so. Wenn ich die kotzende Dultlerschaft und deren Freiheiten anspreche dann rede ich von der REALITÄT und von nichts anderem.

    Und hier ein klassisches Beispiel von genau demgleichen was Du mir vorwirfst:

    „und für so jemand braucht niemand einen finger krumm machen, lohnt sich nämlich nicht, weil die immer weiter nörgeln werden…“

    was geht ?!

  • hf

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    Zitieren ist Glückssache:

    ttps://www.muenchen.tv/muenchen-bleibt-single-hauptstadt-85012/

    Haupttitel: „Vor allem ältere Frauen leben alleine“ – naja, geh doch dahin, wenn es das ist, was du suchst. :-)

    Ansonsten werden wir wohl nicht auf einen grünen Zweig kommen. Ich finde die Kulturpolitik auch verbesserungsfähig, insbesondere eine mittelgroße Halle wäre eine super Sache.
    Allerdings bin ich dagegen, dass die Stadt oder ein Verein das übernimmt, weil das genau die Klüngelei/Freunderlwirtschaft die viele beklagen weiter normalisiert. Scants of Grace, nix für unguat…

    Wenn es genug Interessierte gäbe, gäbe es auch das Angebot. Eine Subventionierte Schaukultur brauchen wir wirklich nicht.

    Und ansonsten freue cih mich über das was da ist, treffe meine Freunde, tanze, lache und lese hin und wieder beknackte posts auf RD. Alles cool!

    Schoin Tach noch!

  • altstadtkid

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    Mit keine Lösungen von der Politik, meinte ich natürlich finanzielle Lösungen und ein weiteres Subventionsgewerk. Das braucht keiner. Was ich meinte ist ein Ende der Verordnungsgängelei und eine offenere Herangehensweise im Bezug auf Möglichkeiten etwas zu Verwirklichen und anzuleiern.
    Das müsste möglich sein, und nicht vorher schon zu wissen dass man gegen eine Genehmigungs und Verordnungsmauer fährt.

  • Radlertölpel

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    Während des Europabrunnendeckelprojektes 2009/2010 erklärte sich das Ordnungsamt schon im Vorfeld und fast bis ganz zu letzt für nicht Zuständig – für Anträge, Genehmigungen, Absprachen. Beschwerden (u.A. vom Ordnungsamt selbst) wurden vom O-Amt an das federführende Tiefbauamt weitergeleitet: 2009 empfahl der damalige Ordnungsamtchef z.B. bereits 2 Wochen nach der Verlängerung des Projektes durch Planungsreferentin Frau Schimpfermann, die Zusammenarbeit mit dem ihm „namentlich nicht bekannten Künstler“ dringend einzustellen. (Mir wurden von Nazi Hools, die sich auch noch beim O-Amt beschwerten alle Fenster eingeschlagen….)
    (vergl:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=138
    und hier:
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/SehrgeehrteFrauSchimpfermann.pdf
    die Antwort von Frau Schimpfermann 7 Tage vor Auslaufen des ersten Zwischennutzungsvertrags:
    http://jakob-friedl.de/download/euro/AntwortvonFrauSchimpfermann.jpg
    Beschwerde O-Amt:
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/ordnungsamtbeschwerdemitzeugenaussagekommentarundbildern.jpg
    Antwort und Zeugenaussage:
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/eurobrunnenordnungamtantwort11.09.pdf

    2010 zur Dultzeit hatte ich größte Probleme mit den an den Brunnendeckel brandenden und rauflustigen Besoffenen, die gemeingefährlich an der Zugangsklappe rüttelten, ungefragt in die Brunnenstube einfielen und jeden Teppich vollkotzten, den ich ausrollte. Ich wandte mich an des Ordnungsamt mit der Anfrage, ob ich während der Dultzeit auf dem Deckel gekühlte alkoholfreie Getränke zum Selbstkostenpreis abgeben könnte um so auf eine nette Art und Weise meine Gäste zu begrüßen und die Situation unter Kontrolle bringen zu können. Es war meine erklärte Absicht eine Oase der Achtsamkeit zu schaffen. Die Antwort: „Wenn Sie Johannisbeerschorle anbieten, dann kommen ja noch mehr Leute nach Regensburg! Und wo pissen die dann hin? “ (Der Sterndöner stellte ein Brunnendeckelprojektklo, half jedoch alles nichts.)

    Meiner Erfahrung nach kann man in dieser Stadt jede gute Idee gleich knicken; die Freiheit der Kunst steht unter Generalverdacht nur vorgeschobenes Argument für eine Extrawurst zu sein (ja und natürlich ist sie das, denn anders ließe sich ja nicht am Zustandsraum arbeiten !).

    Ein anderes Beispiel: Der Fvfu-uüiUF.e.V. stellte im September 2014 beim Gartenamt den Antrag am Maibaumplatz in Burgweinting den Vereinstafeln der alteingesessenen Parteien und Vereine probeweise eine eigene Vereinstafel bei Seite stellen und diese gemeinsam mit weiteren Gruppen intensiv zu betreuen – und nach einem Jahr diese Tafel wieder zur Disposition stellen. Die Vereinstafeln sollten so temporär zu einer Skulptur werden.
    http://europabrunnendeckel.de/download/maibaumstandorteins/schaukasten_illustration.pdf
    …die Antwort (Monate später): Es dürfen grundsätzlich keine Informationstafeln und Hinweisschilder in städtischen Grünflächen aufgestellt werden. Die bestehenden Informationskästen der Vereine genießen so lange Bestandsschutz so lange sie ihren Zweck erfüllen…
    Gleiches Recht für alle ???? Alles soll anscheinend genau so bleiben wie es ist. Den Ämtern scheinen auch konstruktive Anfragen meist nur lästig zu sein, was ja auch in gewisser Weise verständlich ist, da die Prüfung von Anliegen auch bürokratischen Aufwand bedeutet. Nur sollte auch einmal deutlich klargestellt werden: Sie arbeiten nicht für den unhinterfragten Erhalt der bestehenden Ordnung, Zustände und Privilegien sondern für die Anliegen der Bevölkerung.

    Vergl. unser Schreiben mit der ausführlichen Argumentation:
    http://europabrunnendeckel.de/download/maibaumstandorteins/Gartenamt_Junibaumstandzeitverlaengerung.pdf
    (alle Punkte wurden nach einem halben Jahr der schriftlichen (Nicht)-auseinandersetzung abgelehnt, wir bekamen lediglich unsere 1000€ Kaution für die Nutzung der Grünflächen zurück…. eine schriftliche Vereinbarung über die Maibaumstandzeit gibt es immer noch nicht:

    Hier noch Fotos vom Maibaumparteifest am Backofen (dieses Fest konnten wir dieses Jahr nicht feiern, denn es gibt in der Vorstadt nur einen einzigen Menschen der den städtischen Ofen befeuern kann und der tut das nur für die SPD…. ein Generationenproblem.)
    Dem Kunstverein, der gerne andere/weitere Teile der Bevölkerung ansprechen will kann vom G-Amt nicht gezeigt werden, wie man den Ofen sachgerecht bedient.

    http://europabrunnendeckel.de/slideshow.php?title=Maibaumparteifest_am_Backofen2014MAI2&slides=download/maibaumstandorteins/maibaumparteikl/

    Anstatt Engagement und Ideen zuzulassen wird viel zu oft nur auf eben den unhinterfragten Prinzipien herumgeritten, die es mit kreativen Ideen zu verändern gilt. Oftmals scheint zu gelten „nur weil Sie das zur Kunst erklären, dürfen Sie das erst recht nicht!“

    Wenn alles genau so bleibt wie es ist, dann ist Ruhe…Grabesruhe.

    Noch was: Wird es möglich sein am Europabrunnendeckel während des Bürgerfest einen offenen Bastelstand für Gestaltungsideen zu betreiben? Womöglich nicht, denn die Leute sollen hier nur über die Straße gehen, das Fest beginnt erst ab der Grasgasse und für alles ausserhalb des Bürgerfestes wird es schwer eine Genehmigung zu bekommen… Auch das wird spannend. Vielleicht klappt es ja doch,
    denn immerhin sollen ja nun erklärter maßen temporäre Aktionen stattfinden dürfen und nächstes Jahr irgendwas mit Wasser passieren (was auch immer das heißen soll und wie auch immer sich das Vrfahren gestaltet. – Darf darüber nachgedacht werden???)

    Die Frage ist tatsächlich die, wer den öffentlichen Raum und die Infrastruktur der Stadt nutzen kann und darf.

    Meine oben genannten Beispiele verdeutlichen, dass dies schon bei kleinen Anliegen sehr schwer werden kann. Es geht ums Prinzip.

    @ Peter Lang:
    Sie tun sich leicht mit Worten arbeiten jedoch nicht in der Praxis.

    Meine Kunst im Stadtteil würden Sie nicht einmal mit dem Arsch anschauen, da zu politisch und real und so inkompatibel zu ihrem Stadtmarketingmagazin. Jemand wie ich ist für Sie der letzte Dreck. Ich erinnere mich noch an Ihre ablehnende Haltung 2011 etwas zu der Situation am Europabrunnen zu schreiben (Meine Idee war es andere Künstler einzuladen: „Tot, toot, tooot, WEG, WEEG, WEEEG !!!!“ ) Zu viel Inhalt, zu viel Trouble, zu ungewiss der Ausgang und zu viel Kunst für ihr Stadtmarketing.
    Sie stehen eben immer auf der sicheren Seite: eine konfliktfreie Mischung aus Dult und etablierter Kunst. Und fürs Image müssen Sie eben auch einen auf alternativ und orginal Regensburger machen. Heiße Luft!

    Zum VergIeich: In BW gings ja auch nicht um den Maibaumbrauch (wie in ihrem Magazin), sondern um ein Eingreifen in das Gefüge Tradition, Stadtteilkultur und Kunst…
    Ich habe in Zusammenhang mit meiner Debutantenausstellung mit dem Fvfu-uüiUF.e.V.
    Ich habe in Burgweinting 1 1/2 Jahre lang auf 500qm Fläche Kulturräume betrieben.
    http://europabrunnendeckel.de/download/buz/karte2.pdf
    http://jakob-friedl.de/download/buz/integrationspreisfuf.pdf
    http://europabrunnendeckel.de/download/interviewantworten.pdf

    (hier ein paar Fotos von den Räumlichkeiten:
    http://jakob-friedl.de/slideshow.php?title=projektraumpanoramajuliaugust.&slides=download/buz/breitbildfotosjuli/
    und hier:
    http://europabrunnendeckel.de/slideshow.php?title=ObenHerbsrt2012&slides=download/buz/obenjanuarkl/
    oder hier:
    http://europabrunnendeckel.de/download/buz/DSC04153kl.jpg

    Hier fanden auch mindestens monatlich kleine Konzerte und Performances statt: z.B. von den Cloneheadz:
    https://youtu.be/HGA_y3XO7U4
    oder den Tranquillized Housewives:
    https://youtu.be/Jws9lHR1SZ8

  • hf

    |

    den brandschutz hat nicht die stadt erfunden, auch nicht schallschuzvorschriften und den ganzen sonstigen gesetzesquatsch, auf den sich nachbarn/gäste berufen können, wenn sie städtische entscheidungen und genehmigungen kaputtklagen oder gegebenefalls schadenersatz einfordern.

    euer gegner ist nicht die verwaltung, im gegenteil, sie ist der einzige partner, auf den ihr euch verlassen könnt. auf der basis kann man gegenseitig kompromisse suchen, sollte man auch. die demo war da vielleicht kontraproduktiv.

  • Live is Life

    |

    Kultur=Zucht

    Regensburg ist künstlich gedüngerte Monokultur,
    kultiviert von Schrebergärtnern:

    Wenn etwas „seltsame“ Blüten trieb, wurde immer gleich
    die Kettensäch rausgeholt…..

    An Kunst mag man bei dem hier geläufigen Kulturbegriff
    schon gar nicht mehr denken:

    Die Regensburger Nacht verabschiedet sich meist klassisch mit Standardrepertoire:

    Oral und oder anal,

    durch dezibelstarkes Ablassen bei bestenfalls
    gleichzeitigem Einbehalten sämtlicher anderer
    Körperausscheidungen im Welterbebereich.

    Erntezeit

  • Lothgaßler

    |

    @hf: schallschuzvorschriften und den ganzen sonstigen gesetzesquatsch
    Soso, dann geben Sie bitte doch mal Ihre Adresse an, damit wir Altstädter Ihnen die hiesigen Krawallmacher vorbeischicken können.
    Schall-/Lärmschutz ist kein Quatsch, sondern wäre Pflicht! Gegen Lärm kann sich kein Mensch schützen, der Lärm muss an der Quelle begrenzt werden. Sie wollen Kompromisse zwischen Verwaltung und Veranstalter auf Kosten der Anwohner? Sie sind scheinbar Kommunalpolitiker!

  • altstadtkid

    |

    Zum Thema Lärmschutz!
    Das größte Problem sind im Moment mit roten Karohemden und Lederhosen uniformierte Halbdebile, dei durch zuviel Alkohol dann zu Volldebielen mutieren.
    Der Vatertag war der blanke Horror!
    Die feiergeilen Jungdumpfen haben den jetzt anscheinend für sich entdeckt und geben sich die Höchstkante!
    Die 4 Wochen Dultzeit mittlerweile der blanke Terror in der Altstadt.
    123….gsuuuufffa

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