Muna Schierling: Bombenfundort analysiert

Regensburg. (RL) Das Ergebnis der Bodenuntersuchungen zum Fundort der Bombe im Gelände des ehemaligen Munitionsdepots (Muna) bei Schierling liegt seit Kurzem vor. Die Analysen ergaben eine Belastung des Bodens mit Cyaniden bis zu 1,1 g/kg und 308 µg/kg Chlorbenzol (direkt unterhalb des Bombenfundes). Begleitende Bodenluft- und Luftuntersuchungen durch die Firma EMC Kampfmittelbeseitigungs GmbH, veranlasst durch die BImA während der Bergungsarbeiten im Dezember 2012, haben festgestellt, dass keine Schadstoffe in die Luft gelangt sind, die Stoffe also nicht ausgasen, sondern im Boden gebunden sind. Eine Gefährdung der Bevölkerung konnte zu jeder Zeit ausgeschlossen werden. Eine mögliche Auswirkung der Cyanide auf das Grundwasser wird im Rahmen der sowieso geplanten Detailuntersuchung noch ermittelt. Die Untersuchungen dazu sollen in den nächsten Tagen beginnen. Nach Aussagen des Wasserwirtschaftsamts Regensburg ist aufgrund der derzeitigen hydrogeologischen Kenntnisse aber eine Gefährdung der Trinkwasserbrunnen ausgeschlossen, da diese keine unterirdische Verbindung zum Fundort haben. Um auch zukünftig eine spätere Beeinträchtigung des Grundwassers auszuschließen, wird die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nach eigenen Angaben den belasteten Boden rein vorsorglich in einer Menge vollumfänglich (ca. 24 m³) ausbaggern und den belasteten Boden gefahrlos entsorgen. Die in der Bodenuntersuchung nachgewiesenen Cyanide können bei der Neutralisation bzw. Entgiftung von Tabun entstanden sein. Bekanntlich hatten die Amerikaner 1946, nach dem 2. Weltkrieg, auf dem Muna-Gelände auch Tabun-Bomben unschädlich gemacht. Alte Akten belegen, dass dazu die Tabun-Bomben über eine Grube gelegt wurden, die Fülllochschraube entfernt und dann das auslaufende Tabun mit Kalk- und Natronlaugelösungen neutralisiert wurde. Die Cyanide können aber auch aus der Verwitterungsschicht (bläuliche Rostschicht) der im November 2012 gefundenen 250-Kilogramm-Mehrzweckbombe stammen. In der Bombe selbst wurden nach Angaben der GEKA (Gesellschaft zur Beseitigung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten), die die Bombe in seine Einzelteile zerlegt, analysiert und unschädlich gemacht hatte, keine chemischen Kampfstoffe und keine Sprengmittel nachgewiesen.

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