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Kunstkollektiv

Regensburgs Altstadt ein Freiluftpissoir? „Dulttradition“ wurde ein Denkmal gesetzt

Pünktlich zur Dult interveniert ein Kunstkollektiv mit lebensgroßen Stencils eines Wildpinklers in Tracht. „Kaum ein anderes Symbol steht so zuverlässig für gepflegte Heimatverbundenheit, Maßkrugromantik und den festen Glauben, dass die Umgebung der Dult hauptsächlich als riesige Herrentoilette genutzt werden sollten.“

In Stadtamhof angebracht: der Wildpinkler in Tracht. Foto: Fußabdrücke

Seit den Guerilla-Aktionen rund um die Debatte über eine Sitzbank beim „Luxusklo“ am Schwanenplatz ist das Aktions- und Kunstkollektiv Fußabdrücke vielen ein Begriff.

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Das monatelange Hin und Her zwischen Stadt und nächtlichen Aktivisten – heimlich aufgestellte und schnurstracks wieder entfernte Bänke, Plakate, ein bunter Stuhl, der am Donauufer auftauchte, Bodengraffiti und Installationen – mündete am Ende sogar in einer Ausstellung im Neuen Kunstverein. Titel: „Mein lieber Schwan“. Thema: Der Umgang mit Obdachlosen und Kritik an defensiver Architektur. 

Aktionen von Gloria bis Friedrich Merz

Das Kollektiv agiert dezidiert politisch. Zu lokalen und überregionalen Themen.

Zwei Beispiele.

Zum Romantischen Weihnachtsmarkt im Schlosshof von Gloria von Thurn und Taxis verarbeitete das Kollektiv Werbebanner des Veranstalters Peter Kittel zu „Taschen gegen Gloria“.

Taschen gegen Gloria aus „mit sicher guten Absichten“ gespendetem Material. Foto: Fußabdrücke

Mit der Upcycling-Aktion wollte man auf den Rechtspopulismus von Kittel und Durchlaucht aufmerksam machen. Die Werbebanner habe man nicht geklaut, hieß es. Das Material sei „mit sicher guten Absichten“ gespendet worden.

Zur Osterzeit verteilte Fußabdrücke „Merz Leck Eier“ quer durch die Innenstadt – als Beitrag zur Debatte um Meinungsfreiheit und die Wehrpflicht.

Streisandeffekt für Eier-Spruch

Der Spruch „Merz leck Eier“ erschien das erste Mal Anfang März bei einer Demo gegen die Wehrpflicht in Berlin. Ein 18-Jähriger trug ein Schild mit diesem Spruch, der auf den Eier-Kontroll-Griff bei der Musterung anspielt.

Die Eier wurden kurz vor Ostern in der Altstadt und Stadtamhof aufgestellt. Foto: as

Der junge Mann wurde kurzzeitig festgenommen und kassierte eine Anzeige wegen Verdachts der „üblen Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens“. Dieses harte Durchgreifen machten den Spruch erst richtig bekannt. Bundesweit gab es Aktionen – so auch in Regensburg. Mittlerweile hat die Rapperin Vita einen Song mit diesem Titel veröffentlicht.

„Oft übersehenes Brauchtum“ Wildpinkeln

Zur Dultzeit hat das Kunstkollektiv nun erneut zugeschlagen – und diese Aktion dürfte auch den Nerv von Menschen treffen, die sich ansonsten weniger mit den politischen Aussagen von Fußabdrücke identifizieren können. Vor allem den von Anwohnerinnen und Anwohnern rund um den Dultplatz, in Stadtamhof und in der Altstadt.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag klebten die Aktivistinnen mehrere lebensgroße Stencils auf Tapetenstücken an Mauern und Wände. Liebevoll gestaltet, zeigen sie einen Mann in Tracht – stilecht von hinten – beim Urinieren gegen eine Wand. Daneben hängt der Kommentar: „Deutsches Kulturgut“.

Man habe sich damit einem „oft übersehenen Brauchtum“ gewidmet, heißt es in einer Pressemitteilung: dem kollektiven Wildurinieren betrunkener Männer im öffentlichen Raum.

„Altstadt wird großflächiges Freiluftpissoir“

„Unsere Aktion versteht sich als ironischer Kommentar zur alljährlichen Verwandlung der Regensburger Altstadt in ein großflächiges Freiluftpissoir“, schreibt das Kollektiv. „Denn während jede Bierbank akkurat ausgerichtet und jedes Lebkuchenherz liebevoll dekoriert wird, scheint das Thema öffentliche Rücksichtsnahme für besoffene Männer eher als improvisierte Mitmachaktion verstanden zu werden.“

Man wolle damit keine Einzelpersonen angreifen, aber: „Wir hoffen, dass die Menschen mit unseren Kunstwerken – auch nach dem Ende der Maidult – dieses deutsche Kulturgut weiterhin in ihren Herzen tragen und daran erinnert werden können.“

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Kommentare (27)

  • KW

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    Ich würde es leicht abwandeln in “bayerisches Kulturgut” :-D

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  • Max Kreitmair

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    Ach Mr. T. Urin ist doch abwaschbar, genauso wie Sprühkreide. Und damit hatten Sie doch noch nie ein Problem. Ausserdem hat Urin den vorteil, dass damit keine politischen Botschaften verbreitet werden können

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  • Günther

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    Der Regensburger Bürger weiß eigentlich, dass dieses Problem weder auf die Altstadt noch auf die Zeit der Dult beschränkt ist, sondern generell und ganzjährig in Kneipengegend zu beobachten ist. Und bei der in Regensburg doch überwiegend linken Kneipenszene wäre das Motiv eines “langhaarigen, dürren Antifanten” beim Wildpinkeln auch ein passendes Motiv 🤣🤣🤣

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  • Harry

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    Schöne Aktion.
    Die Stencils auf den Fotos sind jedoch nicht in Stadtamhof, sondern am Marc-Aurel-Ufer/Thundorferstraße und Ecke Wöhrdstraße/Proskestraße. In Stadtamhof wäre es freilich näher am tatsächlichen Geschehen, hoffentlich sind da auch ein paar.

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  • Nesrin

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    Ich würde das stencil noch um eine Lache Erbrochenes neben dem Biesler ergänzen. Während der Dult ist die ganze Altstadt, auf gut bayerisch, derbrunzt und derschbiem.

    Ohne des wirklich heldenhaften Einsatzes der Straßenreinigung würden wir während dieser Zeit auch noch im Müll ersticken aber die Kolleg*innen regeln. Jeden Tag. Dankeschön für eure Arbeit.

    2, 3 Maß weniger würden so manchem Zeitgenossen wirklich nicht schaden. Sowie Anstand und Rücksichtnahme.

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  • Thilo B.

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    Würden die im Bericht sogenannten “Aktivistinnen” auch die diversen “Hockepinkler” in den Parken um die Dult nicht bewusst vernachlässigen, könnte man die Aktion durchaus politisch ernstnehmen.

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  • Marcel

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    Sexismus pur. Den Aktivist**innen scheint es mehr um Matriarchatsbestrebungen zu gehen.

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  • Max Kreitmair

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    Ach Thilo und Marcel… Kann denn eine Kunstaktion nicht einfach nur lustig sein? Kein Mensch außer euch regt sich drüber auf…

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  • Volker Artmann

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    Zum Zwecke des Wasserlassens haben wir schon mehrmals die Unterstützung einer Wand gebraucht:

    Da Volker geht hoam von da Dult ganz froh,
    zehn Maß im Bauch und a Wurst sowieso.
    Doch kurz vor da Haustür, o weh, welch ein Schreck —
    da druckt eam die Blosn no amoi narrisch weg.

    Da kimmt eam die Altstadtmauer grad recht in Sicht,
    er flitzt in ihr Eckerl, viel Auswahl gab’s nicht.
    A Seufzer, a Plätschern, dann grinst er ganz schlau:
    „God sei Dank steht de Mauer scho länger wia i do genau!“

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  • tom lehner

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    Vorsicht Leute! Streetart ist zwar künstlerisch wertvoll und geil, aber in Regensburg gibts da immer gleich Hausdurchsuchungen…
    By the way… Was ist denn eigentlich aus den beschmierten Stolpersteinen geworden? Hat da die versammelte Fahndungskompetenz was rausgefunden? Könntet Ihr da mal nachfragen, oder ist das aus Öffentlichem Desinteresse eingestellt worden?

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  • KW

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    War ja klar, dass sich gleich ein paar *** zu Wort melden.
    Edit: habs schnell noch entschärft

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  • Wolfgang Theine

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    Ich habe damals beim “Luxusklo” die Aktionen des “Kollektivs” nicht besonders gut gefunden, obwohl ich ihrem Einfallsreichtum durchaus Respekt gezollt habe. Leider ist ja auch damals die Debatte in pauschale Beschimpfungen und Beleidigungen Unbeteiligter ausgeartet: “…die Alten vom Schiff, windelfrei durch die Altstadt…” “beim Flanieren über den Weihnachtsmarkt mit dem neuesten I-Phone und ihren Sauschratzen in Markenklamotten…”
    Heute freilich kann ich dem “Kollektiv” zu einer gelungenen Aktion gratulieren. Wirklich toll, wie hier die bayerische Saufkultur auf die Schippe genommen wird. Chapeau!

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  • Ja Mei

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    Eigentlich eine ganz gute Aktion.

    Vielleicht demnächst mal eine Fortsetzung: mit Kritik
    – am Jahn,
    – an den ganzen links-grün-klima-sozialismus-Missionaren und
    – sonstigen pubertären Revier-Markierern,
    die hier die Stadt mit ihren Klebern und Graffitis mit Nicht-Kulturgut “beglücken”.

    Aber darauf warte ich wohl vergebens.

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  • Manfred van Hove

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    Das ganze scheint ein männliches Problem zu sein. Damen scheinen dafür eine andere, weniger sichtbare Lösung zu finden.
    ” Wo rohe Kräfte sinnlos walten. kann kein Knopf die Hose halten “

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  • Anwohner

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    @Manfred van Hove: Ich kann ihnen nicht folgen.
    ¯\_(ツ)_/¯

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  • Manfred Martin

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    Novalis
    31. Mai 2026 um 00:53
    Der erste Link ist Kunst oder Satire.
    Der zweite ist die Schande der Stadt München und ihrer Wiesn und der Grund warum ich nur noch am Vormittag und frühen Nachmittag von Montag bis Donnerstag auf die „Oide Wiesn“ geh.
    Vom Rest ekle ich mich, demSaufgelage von Schweinen.

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  • Anna Sollenberger

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    Auch hier wage ich mich mal wieder in die Schusslinie mit der Gefahr, dass mich einige weiter “rechts” sehen als ich bin (ich bin z.B. völlig links/liberal bei Thematiken wie Gesundheit, Sexualität/Familien/Partnerschaften/, teils auch bei Sozialem), aber ich muss doch mal meinen Senf dazu geben und werfe den Begriff…

    …”Gratismut”…

    in den Raum. Warum? Weil sich das Kollektiv, welches sich selbstverständlich auf der Skala des politischen Spektrums recht weit links ansiedelt, nicht wirklich provokativ-mutig (ja vielleicht sogar latent systemkritisch) aus der Deckung der relativen Anonymität traut. Für sogar durchaus nicht ganz falsche Kritik am Rumgebisl und Rumgeko*** im Rahmen der Dult, welche ja zum Glück die Möglichkeit bietet, wieder auf die sehr kritisch gesehene deutsche bzw. bayrische Kultur herabzublicken, reicht es gerade noch. Wow!

    Mutig und tatsächlich auf kreativ-überspitzte Weise Zustände anprangernd wäre das Kollektiv, wenn es !ebenso! Talahon-Typen von hinten mit einem angedeuteten Messer in der Hand an den Gebäuden in Bahnhofsnähe anbringen würde. Oder in Richtung Maxstraße gleichfalls düstere Typen von hinten mit auffälligen kleinen Drogenpäckchen in der Hand. Statt “deutsches Kulturgut” böte sich der provokativ-gruppenpauschalisierende Text “südländisches Kulturgut” oder ähnliches an. Wäre krass, wäre herausfordernd, wäre ähnlich die Grenzen auslotend, wäre…Kunst.

    Aber so? Eher Freizeitabend der Asta. Nichts Neues. Olle Kamellen kauend. Einfaches Ziel. Und läuft nicht Gefahr, “den Falschen” in die Hände zu spielen. Denn aufgrund dieser Ausrede fürs Nichtstun passiert in dieser Gesellschaft viel zu wenig.

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  • Crazy Vaclav

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    @Anna Sollenberger – Kritik an Brauchtum und Traditionen erfordern gerade in Bayern schon noch etwas mehr als nur Gratismut, da man sich damit sofort dem Vorwurf mangelnder Heimatliebe und fehlender Bayern-Gene ausgesetzt sieht. Aber Regensburg, Bayern und Deutschland sind ja links-grün-versifft und woke, da darf man eine abweichende Meinung nicht mehr äußern.
    Und wer sich als links bezeichnet aber bei einem derartigen Projekt als erstes an Ausländer als messerstechende Drogendealer denkt, sollte evtl. seinen politischen Kompass neu justieren

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  • Jakob Friedl

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    Jeder muss mal. Die neun öffentlichen Toilettenanlagen tragen zum Wohlbefinden unserer Bürger*innen und zur Sauberkeit unserer schönen Stadt bei. Leider gehen die limitierten und unflexiblen Öffnungszeiten am tatsächlichen Bedarf vorbei. Wenn die Toiletten schließen, bevor die Leute nach Hause gehen, sind individuelles Unwohlsein oder auch „Wildbisln“ vorprogrammiert.

    Ich schlage daher vor, die Schließzeiten der öffentlichen Toilettenanlagen ortsspezifisch und Bedarfsgerecht auszuweiten. Antrag auf Berichterstattung: https://ribisl.org/wp-content/uploads/2026/06/06_02_Toiletten_oeffnungszeiten_Antr_Ribisl.pdf

    Während der Dulten könnten mobile Pissiors an den am Donauuferweg sowie entlang der beliebtesten Zuwegungsschneisen Abhilfe schaffen. ( z.B. Oberpfalzbrücke, Pfaffensteiner Steg, Eiserner Steg, Liebigstraße Aufgang zur Steinernen Brücke Stadtamhof, Protzenweiher Brücke, Grieser Steg, Eiserne Brücke Wöhrdstraße, sowie 2x im Umkreis des Bahnhofs)
    Hier der entsprechende Antrag: https://ribisl.org/dult-pissiors/
    “[…]Begründung: Die Dult ist eine kostenrechnende Einrichtung, wird also durch Nutzungsgebühren und Entgelte finanziert. Maßnahmen zur Vermeidung der Beschmutzung der umliegenden Stadt können also über die Pacht und letztendlich den Bierpreis saldoneutral abgebildet werden. Der städtische Haushalt wird nicht belastet.
    Hintergrund:
    Während der Dult wird von Teilen der männlichen Besucher im umliegenden Stadtgebiet stets viel wildgebiselt. Die stinkenden Verunreinigungen beginnen bei den Badebuchten und Liegestellen an der Donau, die nach der Dult nicht mehr so gut riechen, und ziehen sich durch die gesamte Altstadt bis zum Bahnhofsareal.
    Das gerade bei biertrinkenden Männern aufkommende Bedürfnis unter freiem Himmel, falls möglich auch gemeinschaftlich, zu urinieren kann allerdings einfach kanalisiert werden: Durch an strategisch günstig gelegenen Stellen platzierte mobile Pissiors wird es den Männern ermöglicht sich im Kreis stehend beim Pinkeln in die Augen zu schauen. Das ist schön. Wasserlassen ist das Natürlichste der Welt. Die Umgebung bleibt auch sauber. Ein Nebeneffekt dieses Angebots ist, dass sich Außenstehende, durch die Urinierenden nicht mehr gestört fühlen.
    Notwendiger Zusatz:
    Es gibt auch mobile Pissoirs für Frauen. […]”

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  • Mr. T.

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    Anna Sollenberger, haben Sie doch noch etwas Geduld. Vielleicht fasst ja gerade ein subversives contra-linkes Kollektiv wie zum Beispiel “Passwort” gerade seinen ganzen Mut zusammen und persifliert das im woken Regenbogen-Multikulti-Genderwahn untergehende Regensburg auf eine für sie genehme Weise. Da sind doch die richtig kreativen Leute, oder?
    Zum Glück sehen Sie die Kritik wenigstens als nicht ganz falsch an. Da ist noch Luft nach oben.

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  • Horst

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    Ich bin sonst nicht oft einer Meinung mit Herrn Friedl, aber hier hat er vollkommen recht! Die Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten gehen vollkommen am Bedarf vorbei! Soweit ich das sehe schließt die Toilette am Protzenweiher, direkt in der Dult Schneiße um 20.00.
    Warum? Weil die Stadt den Menschen ihre Moralvorstellungen aufzwingen will: “Ab 20.00 sind anständige Menschen enzweder zuhause oder allerhöchstens im Restaurant!”
    Oder geht es eher darum, dass man sich nicht der schlechten Presse aussetzen will, wenn man Menschen gewaltsam aus der Toilette entfernen muss, die sich dort häuslich einrichten, weil das dann nicht mehr progressiv genug ist?

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  • tom lehner

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    Zum Thema Stuhlgang:
    Hat nicht Regensburg mit teilweise sogar bestuhlten und öffentlichen Toilettenhäuschen ordentlich und vorbildlich gegengesteuert?
    Das haben wir hier doch rauf und runterdiskutiert. Oder verwechsle ich da irgendwas?

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  • El

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    Dass zu Dultzeiten der konsumierte Alkohol wieder herausmuss und die TrinkerInnen dann müssen müssen,
    wird sich nicht ändern.
    Insofern ist die Stadt Regensburg in der Verantwortung und darf sich – mal wieder – mit dem Thema der menschlichen Ausscheidungen beschäftigen. Ist anscheinend nicht so ganz das ihre — großkopferte, also weiter oben angesiedelte Thematiken — werden wohl lieber gelöst.

    “Urilift – Pissoir für Freiluft-Pinkler” – hier ein Artikel aus dem Spiegel dazu und mit 70 000 Euronen pro versenkbaren Pissoir durchaus im Rahmen des Erschwinglichen.

    https://www.spiegel.de/panorama/urilift-hydraulik-pissoir-fuer-freiluft-pinkler-a-119067.html

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  • Der sich den Wolf schreibt

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    Die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt Regensburg, ist beliebt bei Touristen als geschichtsträchtige “mittelalterliche Großstadt” und sie, besitzt den größten zusammenhängenden Bestand an romanischer und gotischer Architektur nördlich der Alpen.
    Leider ist sie seit einiger Zeit durch die exzessive Partyszene im öffentlichen Raum, in Verruf. Die zurückgelassenen Abfälle und Schmierereien sprechen für sich.
    Strenger Geruch breitet sich in dunklen Ecken, Hauseingängen, Gassen und Blumenkästen aus. Vermutlich roch es im Mittelalter ähnlich, als die Bewohner ihre Nachttopfinhalte über die Fenster entsorgten.
    Diesen Missstand gilt es durch mehr öffentliche Toiletten und längere Öffnungszeiten zu verbessern. Auch mit Pop up – Lösungen bei Groß-Veranstaltungen.
    Es sind weder die Bewohner noch die Besucher über den Zustand erfreut.
    Die Stadt muss aufpassen das sich der Ruf nicht weiter verschlechtert von Regensburg an der Donau zu Regensburg am „Urinoco“. 😊

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  • Der sich den Wolf schreibt

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    Es gilt die Biodiversität (Flora und Fauna), im urbanen Raum zu schützen und so zum Erhalt der Lebensqualität und als Beitrag zur Klimaregulierung, für die Einwohner Regensburg, zu bewahren.
    Die kommerzielle gastronomische Übernutzung, die unkontrollierte ausschweifende Partyszene, der Overtourismus und maximale Nachverdichtung, muss sich im verträglichen Rahmen, zum Wohle der Stadt Regensburg, abspielen. Übertreibung schadet mehr als sie nützt.
    Sehenswert zu diesem Thema ist das ARD-Mediathek Video „Abenteuer wildes Regensburg-Tiergeschichten aus der alten Stadt.“ (BR)

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