Naturkundemuseum Regensburg: OB hofft auf baldige Wiedereröffnung
Probleme beim Brandschutz sorgten im Januar für die Schließung des Naturkundemuseums. Man arbeite mit Hochdruck daran, diese zu beheben, sagt Sebastian Karnatz, Leiter der städtischen Museen. Geld dafür kommt aus Haushaltsresten vom letzten Jahr.

Seit dem 1. Januar ist das Naturkundemuseum Ostbayern geschlossen. Foto: as
„Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt SPD-Stadtrat Alexander Irmisch zu der Meldung von Regensburg Digital Anfang Februar: Das Naturkundemuseum Regensburg musste im Januar schließen, und eine Wiedereröffnung blieb nach damaliger Auskunft der Stadt ungewiss.
Zum Jahreswechsel hatte die Stadt das seit 65 Jahren bestehende Museum vollständig in ihre Trägerschaft übernommen – und es unmittelbar darauf geschlossen. Vor allem wegen Mängeln beim Brandschutz, wie Dr. Sebastian Karnatz in der Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch erläuterte.
Eigentlich war ein Festakt geplant: „Die Musik war schon bestellt und die Einladungen gedruckt.“
Karnatz hat im Juni 2025 kein leichtes Erbe angetreten. Er leitet die städtischen Museen seit nicht einmal einem Jahr; zuvor war die Stelle über ein Jahr nur kommissarisch besetzt. Nun muss er die seit Jahrzehnten liegengebliebene Neukonzeption des Historischen Museums vorantreiben.
Die Lage im Naturkundemuseum traf ihn teils aus heiterem Himmel. Seit fast zwei Jahren liegt zwar eine umfangreiche Mängelliste vor, die mittelfristig eine Generalsanierung wohl unausweichlich macht. Der Stadtrat erhielt sie 2024.
Wie dringlich jedoch der Brandschutz war, traf die Stadt offenbar überraschend. Eigentlich hatte man zur Übernahme der Trägerschaft vom Naturwissenschaftlichen Verein Regensburg einen kleinen Festakt geplant. „Die Musik war schon bestellt und die Einladungen gedruckt“, sagt Karnatz.
Doch eine erste Begehung – unter anderem mit der Berufsfeuerwehr – zeigte: „Der Brandschutz entspricht nicht einem Gebäude mit erhöhter didaktischer Nutzung“, sprich: mit Besuchen von Schulklassen und Kindergartengruppen.
Brandschutzauflagen „ein bisschen außer Acht geraten“
Mit Exponaten verstellte Fluchtwege, fehlende oder zugestellte Brandschutztüren, ein Tresen im Eingangsbereich, der in den Fluchtweg ragt, fehlende Flucht- und Rettungspläne. Der Zustand des Museums entsprach nicht der bauordnungsrechtlichen Genehmigung. Deshalb musste man von heute auf morgen schließen.
Bei der Kommunikation nach außen sei man schlicht überfordert gewesen, räumt Kulturreferent Wolfgang Dersch ein.
Neu waren die Probleme nicht. Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz hatte sie bei Begehungen in den vergangenen Jahren mehrfach moniert.
Der Bericht einer Begehung vom Dezember 2024, adressiert an das Museum – also den Verein –, liegt unserer Redaktion vor. Doch passiert ist offenbar nichts, und bei den zuständigen Stellen der Stadt landeten diese Mängel nicht. Die Brandschutzauflagen seien „im Lauf von ein, zwei, drei, vier Jahren ein bisschen außer Acht geraten“, so Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.
„Verkettung schwieriger Umstände“
Das mag auch daran liegen, dass Museumschef Wouter Wal seit eineinhalb Jahren im Krankenstand ist und sich seitdem offenbar niemand im Verein darum kümmerte. Zuständig wurde die Stadt erst mit Übernahme der Trägerschaft, sagt Karnatz.
Er spricht von einer „Verkettung schwieriger Umstände“, die in seinem Amt zu einem „Problemstau“ geführt habe. Das Thema Brandschutz im Naturkundemuseum werde bereits abgearbeitet.
Unter anderem wurden die Flucht- und Rettungspläne aktualisiert, Türen ausgetauscht oder instand gesetzt, die Brandschutzanlagen wiederhergestellt. Ein Brandschutzgutachten ist in Arbeit. „Grundsätzlich ist es möglich, im Museum wieder den baulich genehmigten Zustand zu versetzen“, so Karnatz.
Andere Mängel können noch ein bisschen warten
Zumindest Teilbereiche sollen „so bald wie möglich“ wieder zugänglich sein. So die „Hoffnung“ der Oberbürgermeisterin.
Ein anderes Problem sind weitere Mängel und die notwendige Neukonzeption der Ausstellung. „Wer von diesem Zustand überrascht ist, der war schon lange nicht mehr in diesem Haus“, sagt CSU-Stadtrat Erich Tahedl. „Es war klar, was da auf uns zukommt. “
Ein paar Jahre aber könne man damit noch leben, sagt Karnatz. Dann müsse auch das dringend angegangen werden. Das Naturkundemuseum sei derzeit in einem Zustand zwischen „charmant“ und „grad noch auf der Kippe“.
Das Geld für die notwendigen Maßnahmen beim Brandschutz kommt aus Restmitteln des letzten Haushalts.
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