Steigende Temperaturen und hitzige Gemüter – Klimaaufruf in Regensburg vorgestellt
Die Gruppe „Scientists for Future“ stellte am 14. Januar den Klimaaufruf mehrere Fachgesellschaften in Regensburg vor. Es gibt zehn konkrete Forderungen an die Politik. Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion, begleitet von einer hitzigen Fragerunde.

Das Podium: Moderatorin Christine Rüth, Wirtschaftsreferent Stephan Barfuß, Sophia Schäfer, Michael Stern und Klaus Richter. Foto: rr
Der „Raum für Engagement“ in der D.-Martin-Luther-Straße ist bis zum letzten Platz gefüllt. Geschäftigkeit und Spannung liegen in der Luft. Man kann den ernsten Anlass spüren. Die Regensburger „Scientists for Future“ (SFF) haben eingeladen, um den Klimaaufruf mehrerer wissenschaftlicher Fachgesellschaften vorzustellen.
Vier wissenschaftliche Gesellschaften – die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft, sowie der Verband der Deutschen Chemiker und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland – appellieren an die Politik. Die globale Erwärmung werde immer drastischer. Und damit das Thema Klimaschutz dringlicher. Es sei Zeit zu handeln. Jetzt! Die Waffen der Wissenschaftler im Kampf um politisches Gehör: Fakten.
Bittere Bilanz und zehn Forderungen
Mit leichter Verspätung beginnt die Veranstaltung. Die Physikerin Dr. Christine Rüth führt durch den Abend. Sie wird ihre Aufgabe souverän meistern – trotz teils erhitzter Gemüter. Aber von vorn.
Nach einer kurzen Vorstellung der Gruppe SFF im Allgemeinen und dem Regensburger Ableger im Speziellen, beginnt Chemiker Dr. Norwin von Malm den Klimaaufruf in einem kurzen, flammenden Vortrag darzulegen (Näheres hier.).
Das Kurzreferat endet mit der Erkenntnis, dass die globale Erwärmung sich beschleunigt und die Drei-Grad-Grenze bereits 2050 überschritten sein könnte. Das heißt im Klartext, die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur liegt um drei Grad höher als zu Beginn der Industriellen Revolution 1750. Mit verheerenden Folgen für die Weltgemeinschaft, wie dem Auftauen des Permafrostbodens oder dem Abschmelzen der Polkappen.
Bei diesem Fazit herrscht Einigkeit zwischen Publikum und Dozierendem. Die Fakten sind unbestritten.
Abschließend formuliert von Malm die Forderungen des Klimaaufrufs an die Politik – und appelliert an das Publikum, bei den Kommunalwahlen im März „klimagerecht“ zu wählen.
Die zehn Forderungen im Klimaaufruf:
- Sich der realen Gefährdungslage durch die fortschreitende menschengemachte globale Erwärmung und der Dringlichkeit des Handelns bewusst zu werden.
- Auf der Basis des bisher Erreichten, Entscheidungen für eine weitere und drastische Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen zu treffen, insbesondere bei der Energieerzeugung, der Mobilität, der industriellen Produktion, dem Bauen und der Landwirtschaft.
- In internationalen Verhandlungen konsequent für eine Begrenzung der Treibhausgasemissionen unter Einhaltung der Vorgaben des Pariser Klimaabkommens einzutreten.
- Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass die Vermeidung von Treibhausgasemissionen deutlich attraktiver wird.
- Anreize so zu gestalten, dass emissionsarme Produkte und Dienstleistungen günstiger sind als emissionsstärkere.
- Voraussetzungen zu schaffen, um treibhausgasemissionsfreie Prozesse anzuwenden und die benötigten Verfahren und Anlagen für eine sparsame und effiziente Energienutzung weiterzuentwickeln.
- Im Naturschutz verstärkt Maßnahmen zu fördern, bei denen CO2-Speicherung durch Aufforstung, beim Schutz und der Wiederherstellung von Mooren sowie bei der langfristigen Nutzung von Holz als Baustoff stattfindet.
- Notwendige Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung so zu planen, dass sie nach Möglichkeit gleichzeitig auch dem Klimaschutz dienen.
- Den Rückzug aus tieferliegenden Küstenregionen an Nord- und Ostsee zu diskutieren.
- Die wissenschaftsbasierte Information der Gesellschaft sicherzustellen.
Im Anschluss an den Vortrag folgt eine Podiumsdiskussion. Die Teilnehmerinnen sind Prof. Dr. Klaus Richter, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und Mitautor des Aufrufs; Prof. Dr. Georg Stephan Barfuß – Wirtschaftsreferent der Stadt Regensburg, Prof. Dr. Michael Sterner – unter anderen Professor für Energiespeicher, Wasserstoff und Energiesystemtechnik an der OTH Regensburg und Berater der Bundesregierung; Sophia Schäfer, – PhD, Mathematikerin, Wetter- und Klimamodelliererin.
Sie tragen Fakten wie Pfeile in einem Köcher und sind jederzeit bereit zu schießen.
Wirtschaftsreferent warnt vor „Ökodiktatur“
Warum der Klimaaufruf gerade 2025 kam?, lautet die erste Frage der Moderatorin. Die Politik habe sich durch andere Themen von der Dringlichkeit der Klimapolitik abbringen lassen, so Richter.
Es sei die Aufgabe der SFF, der Politik in die richtige Spur zurück zu helfen. Und das könnten die Wissenschaftler am Besten durch Fakten. Der Physiker ist dabei betont ruhig und nüchtern. Diese Art wird er den ganzen Abend über nicht ablegen. Die nächste Frage geht an Wirtschaftsreferent Barfuß. Rüth fragt, was die Stadt Regensburg für den Klimaschutz und die Klimaresilienz tue?
Barfuß verweist auf das Amt des Klimabürgermeisters und die Fachkraft für Klimaschutz. Beides Stellen, die man für den Klimaschutz geschaffen habe. Außerdem plane die Kommune mit dem neuen Quartier in der Prinz-Leopold-Kaserne ein klimaneutrales, nachhaltiges Bauprojekt.
Wichtig sei es, so Barfuß, ein positives Zukunftsbild zu zeichnen. „Angstmache bringt nix.“ Vielleicht habe man in der „Klimaszene zu oft den Zeigefinger erhoben“, anstatt konstruktive Lösungen anzubieten. Eine „Ökodiktatur“ sei jedenfalls keine Alternative. Eine Formulierung, die ein Raunen des Publikums provoziert und später für Redebedarf sorgen wird.
Kritik an der Stadt Regensburg
Michael Sterner reagiert auf die Einlassungen seines Vorredners. Die Stadt Regensburg sei längst nicht so gut, wie Barfuß es darstelle. Das Stadtwerk Regensburg produziere nicht einmal zehn Prozent erneuerbare Energie. Die Oberpfalz-Metropole habe noch sehr viel zu tun.
Die OTH, sein Arbeitgeber, mache vor wie es gehen könne. Dort wurde bereits im Herbst 2024 eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes K installiert, die in der Spitze 200 kW produzieren könne. Eine zweite Anlage produziere bis zu 75 kW.
Außerdem müsse jeder bei sich selbst anfangen. Den Menschen müsse die Zukunft ihrer Enkel wichtiger werden, als ihr persönliches Fortkommen. Sterner erhält großen Applaus für seine Aussagen.
Als er nach einem positiven Zukunftsbild gefragt wird, winkt er ab. Es gehe darum endlich ins Handeln zu kommen. Schließlich brandmarke die politische Rechte „Links-Grün-Versiffte als neue Juden“. Außerdem agiere mit der amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde ICE „eine neue Gestapo“. Applaus brandet auf.
Beim dem Regensburger Hochschullehrer beginnen die Grenzen zwischen nüchternem Wissenschaftler und politischem Aktivisten zu verschwimmen. Er nutzt starke Bilder, um die stumpfen Fakten-Pfeile in seinem Köcher mit Emotionen zu schärfen.
„Klimaschutz darf nicht links sein.“
„Was hören sie aus der Wirtschaft, Herr Barfuß?“, fragt die Moderatorin. Zum einen lechzten Einzelhandel und Gastronomie im Hochsommer, weil aufgrund der hohen Temperaturen die Kundschaft fernbleibe, so der Wirtschaftsreferent. Zum anderen sei die Industrie mehr an der Energiewende beteiligt, als große Teile der Gesellschaft glauben möchten.
Oft seien Partikularinteressen im Umweltschutz ein viel größeres Problem beim Bau neuer regenerativer Energiequellen als die Kommune, der Staat oder die Industrie. Wenn sich beispielsweise der Schutz seltener Tier- oder Pflanzenarten mit Baumaßnahmen überschneide, werde das häufig zu einem Bremsklotz der Energiewende.
Für diese Aussage erntet der Regensburger Kämmerer wieder negative Reaktionen des Publikums. Doch Barfuß bleibt unbeirrt.
Die Politik müsse mehr tun, aber: „Klimaschutz darf nicht links sein.“ Die Demokratie müsse alle mitnehmen, sie sei nicht die „Kunst der Maximalforderungen“, sondern hätte alle Partikularinteressen zu berücksichtigen.
Sterner antwortet dem Stadtvertreter und formuliert so unfreiwillig den großen Widerspruch des Abends, wahrscheinlich der demokratischen Klimapolitik im Allgemeinen: „Klimaphysik wird nicht im Parlament verhandelt.“
Zu diesem Zeitpunkt der Veranstaltung vermischen sich Fakten und Emotionen immer weiter. Aus den nüchternen Erkenntnissen der Wissenschaftlerinnen folgt längst Handlungsdruck, gespeist aus Angst, Verzweiflung und Ressentiments.
Großer Andrang bei Fragerunde
Es folgt die Fragerunde an die Experten. Der Andrang aus dem Publikum ist riesig. Eine Dame wirft Barfuß vor, er habe mit dem Begriff „Ökodiktatur“ einen Ausdruck von Rechts übernommen. Das sei hochproblematisch.
Der Stadtvertreter weist den Vorwurf entschieden von sich. Er habe damit sagen wollen, dass es in einer Demokratie schlicht nicht möglich sei, harte Klimaschutzmaßnahmen gegen den Willen der Mehrheit durchzudrücken. Er sei für Klimaschutz, aber die demokratischen Mechanismen müssten die Handlungsmaxime bleiben. Dr. Sophia Schäfer wirft ein, dass das CO2-Molekül nicht auf Mehrheiten schaue.
Mit lauter, bedeutungsschwerer Stimme konstatiert ein junger Mann, dass Klimaschutz längst „höchstrichterlich“ zu einem Muss erhoben wurde und die Politik zum Handeln zwänge. In seinem inbrünstigen Vortrag schwingt pure Verzweiflung mit. Auf die Gesellschaft. Auf die Politik. Und auf die Demokratie? Er fragt, warum es überhaupt positive Zukunftsszenarien brauche, wenn eh alles „den Bach runter geht.“
Professor Sterner antwortet verständnisvoll. Es brauche positive Zukunftserzählungen, um die Mehrheit der Menschheit für Klimaschutz zu begeistern. Deswegen seinen manche Aktionen zu radikal gewesen – am Ende sogar kontraproduktiv. Ohne eine breite Mehrheit sei die Klimakrise mit demokratischen Mitteln nicht zu bekämpfen, so der Hochschullehrer.
Stephan Barfuß ergänzt, jeder könne das passive Wahlrecht nutzen und für ein politisches Amt kandidieren. So sei Veränderung möglich.
Wissenschaft für Fakten, handeln müssen Politik und Gesellschaft
Die Moderatorin Christine Rüth fasst die Stimmung im Raum in einer Frage zusammen: „Was sollen die jungen Menschen gegen die Verzweiflung wegen des Klimawandels tun?“ Kritik am Primat der Ökonomie wird hineingerufen: Warum gehe es immer um die Wirtschaft, wenn sie doch die Wurzel des Problems sei.
Der nächste Redebeitrag kommt von einem Stadtratskandidaten der Partei Die Linke. Sichtlich aufgebracht fragt er, warum die Politik nicht endlich handle. Warum die Wissenschaftlerinnen nicht selbstständig handelten.
Professor Richter antwortet ruhig, dass SFF in ihrer Rolle als Wissenschaftlerinnen nur Fakten liefern könnten, von denen sie Handlungsvorschläge ableiteten. Das sei ihre Aufgabe. Fakten seien ihr Beitrag zum Kampf gegen die Erderwärmung.
Aushandlungsprozess mit oder ohne Kompromiss
Die mittlerweile eingetroffene Oberbürgermeisterin springt dem Regensburger Physiker bei. In der Demokratie herrsche das Mehrheitsprinzip. Man könne nicht einfach entscheiden wie man wolle. Im Zentrum stehe der Aushandlungsprozess, an dessen Ende es einen Handlungskompromiss gebe – oder eben nicht, so Maltz-Schwarzfischer.
Der Linken-Politiker fragt weiter. Warum die SPD-Politikerin ihr mächtiges Amt als Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt nicht nutze? Sie könne zusammen mit anderen SPD-Bürgermeisterinnen Druck auf den SPD-Teil der Bundesregierung ausüben. Indem sie mit kollektivem Rücktritt drohten.
„Wie wird grün wieder attraktiv?“, ist die abschließende Frage eines sehr hitzigen Abends. Klimaschutz verhindern sei günstiger, als alles einfach laufen zu lassen. Man spare schätzungsweise rund 900 Milliarden Euro, so die Mathematikerin Schäfer. Danach endet der aufreibende Abend.
Die Veranstalterinnen überreichen kleine Präsente an die Diskutanten – regionalen Honig aus Tegernheim. Trotz verbaler Kämpfe mit harten Bandagen endet der Abend versöhnlich.
Diese Veranstaltung ist wichtig, wahrscheinlich sogar überlebenswichtig. Aber sie zeigt auch ein dringendes Problem unserer Zeit. Wie reagiert eine demokratische Gesellschaft auf steigenden Handlungsdruck? Wie kann Mehrheitsbeschaffung und Partikularismus im Auge des Sturms funktionieren? Und wie schafft man es, mit Emotionen geschärfte Faktenpfeile auf den Krisenherd zu richten? Und nicht auf das System – Demokratie – das die Krise lösen soll? Auch wenn ihre langsamen Prozeduren einen schier zur Verzweiflung treiben?






Mr. T.
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“Die Demokratie … hätte alle Partikularinteressen zu berücksichtigen.”
Auf diese Idee kann man auch nur kommen, wenn man intellektuell, politisch und argumentativ barfuß unterwegs ist. So ein Anspruch ist noch nicht einmal von Pippi Langstrumpf überliefert.
Leider werden die Folgen des anthropogenen Klimawandels die wenigsten hart und schnell genug treffen, dass eine große Mehrheit sich endlich in Bewegung setzt, um die Erwärmung endlich einzudämmen. Man kann dabei auch nicht so vorgehen, dass man immer nur so weit geht, dass sich niemand dadurch negativ betroffen fühlt. Eigenverantwortung funktioniert nicht immer. Nicht umsonst wird auch festgelegt, wann jemand nicht mehr Auto fahren darf – obwohl es doch in jedermenschs ureigenstem Interesse sein müsste, sicher anzukommen. Aber nicht einmal da funktioniert es. Wie soll es dann funktionieren, wenn der Schaden noch so weit weg ist und kaum selber weh tun wird? Menschen werden von Drogen abgehalten (bis auf eine besonders gefährliche), obwohl sie sich damit vor allem selbst schaden würden, aber man soll sie nicht dazu drängen dürfen, sich etwas einzuschränken, um damit nicht zu sehr dem Klima, der Erde, der Biodiversität, der Umwelt, anderen Menschen und am Ende sogar auch sich selbst nicht zu schaden. Soll mal einer verstehen! Gut, dass es schon lange verboten wurde, sein Altöl in den Bach hinterm Haus zu schütten, heute wäre es nicht mehr möglich, würde es doch Partikularinteressen verletzen.
Auch a Regensburger
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Einer der wichtigsten Punkte die bei einigen Themen immer vergessen wird ist der wirtschaftliche Aspekt. Der wird ja regelrecht verzerrt.
Günstige Energie: Das ist durch und sollte nicht mehr diskutiert werden. Wenn man dann die Perspektive sieht. Theoretisch: 100% erneuerbare. Invest abgeschrieben. Jährlicher Invest: Reperatur, Instandhaltung und Ausbau.
Ökonomisch unschlagbar. Geopolitisch unschlagbar. Alles was bremst, bremst die Wirtschaft.
Auto: E Auto ist weltweit durch. Weil es günstjger ist. auch hier wurde der Break Even durchschritten. Alles was bremst, macht das Leben teurer. Auch hier ist die Perspektive sehr gut. Kostensenkungspotential hoch. Geopolitisch top
Ein wichtiger Trend der oft übersehen wird ist Kreislaufwirtschaft. So kann eine Batterie über Jahrzehnte genutzt werden und ein recyceln ist möglich und auch dauerhaft wirtschaftlich günstiger sein.
Die Welt bewegt sich schnell und es gibt auch viele Erfolgsgeschichten. Wir müssen nur offener für Veränderungen werden und auch die Chancen erkennen.
Thilo B
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Kommentar gelöscht. Beziehen Sie sich bitte auf den Text.
Thilo B
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Professor Sterner hat es richtig erkannt: Es braucht einen positiven Blick in die Zukunft, keinen Ökoextremismus. Und wer radikale, undemokratische Maßnahmen fordert, sollte erstmal bei sich selbst so radikal sein.
Manfred van Hove
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Die Kunst ist, Klimaschutz und Wirtschaft so zusammen zu bringen, dass daraus ein messbarer kurzfristiger Vorteil fü jeden Bürger entsteht. Tatsächlich enstnad der Eindruck, Klimaschutz ist ein anderer Ausdruck für Verteuerung der Lebenshaltungskosten für die meisten Bürger und der Verbraucher wird an vielen Stellen nur abgezockt mit dem Hinweis auf Klimaschutz. Die meisten Bürger ist es eben wichtiger, was sie morgen auf dem Teller haben und nicht, welches Klima wir in hundert Jahren haben. Das hat die AfD gut erkannt und gewinnt damit Wähler und vielleicht sogar bald Wahlen.
Politik hat es bisher nicht verstanden, den Bürger ausreichend seinen Vorteil beim Klimaschutz zu erklären. Stattdessen hört man die täglichen Kassandrarufe. und kaum einer hört noch hin. Klimaschutz wird damit eher als Drohung anstatt einer positiven Verheissung wahrgenommen, als Jobkiller und Preistreiber.
Mr. T.
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Manfred van Hove, Klimaschutz und Wirtschaft so zusammen zu bringen, dass daraus ein messbarer kurzfristiger Vorteil für jeden Bürger entsteht ist eigentlich keine Kunst, sondern Physik und Ökonomie. Die Kunst ist es, die Lügen zu stoppen, die den Menschen das Gegenteil weismachen. Das geht an bei den Lügnern, die aus politischem Kalkül das GEG vollkommen verkehrt und als finanziell nachteilig dargestellt haben (obwohl sie es selber verfasst haben), an und hört auf bei denen, die den Menschen einreden, dass es keinen anthropogenen Klimawandel gibt, man so weiter machen könnte, wie gewohnt und dies auch noch billiger und besser wäre.
Die Politik hat leider nur begrenzte Möglichkeiten gegen Desinformation vorzugehen. Wenn dann einmal jemand wie Daniel Günther daran denkt, Desinformation regulieren (nicht verbieten) zu wollen, sieht man ja, was passiert. Da traut sich jetzt erst recht keiner mehr dran, schon gar niemand konservatives oder in der Regierung.
Der sich den Wolf schreibt
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Kommentar gelöscht. Keinen themenfremden Links. Zum letzten Mal. Ansonsten Sperrung.
Der sich den Wolf schreibt
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Sorry, aber das war zu verführerisch!
Es ist höchste Zeit für Protest, um die Gestaltung der Zukunft permanent, anzumahnen.
Wer kann es der verantwortungsbewussten Jugend verübeln, wenn sie sich für eine lebenswerte Umwelt, überproportional zur bräsigeren Mehrheit, Sorgen macht?
Sie sind es, die die Folgen für Untätigkeit beim Klimaschutz in Zukunft, ertragen müssen.
Der nachdenklich machende Song, der Sängerin DOTA KEHR, „Keine Zeit“, ist eine eindringliche Mahnung.
Das Demonstrationsrecht in Deutschland ist durch Artikel 8 des Grundgesetzes (GG) als
Versammlungsfreiheit geschützt, der allen Deutschen das Recht gibt, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln, um ihre Meinung kundzutun.
Das unterscheidet sich unmissverständlich, deutlich von gesetzwidrigen, gewalttätigen Aktionen, Vandalismus und jeglichem Terrorismus, gezielt geplant und durchgeführt durch organisierte Gruppen, ob von links oder rechts.
Ebenso sind persönliche Beleidigungen, Schmähungen, falsche Unterstellungen, Fake-News und Deep-Fakes in den sozialen Medien, zu verurteilen und zu anden.
Erdenmensch
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Die Erde und die Natur wird es keinen einzigen Funken interessieren, wer wie oft was auch immer diskutiert und ständig versucht sog. demokratische Mehrheiten zu finden. Es ist und bleibt ein Armutszeugnis der menschlichen Zivilisation. Dass Fakten einfach nicht ausreichen um endlich zu handeln. Die von konservativen, rückständigen Meinungsmachern immer herbei-schwadronierten unseriösen Phrasen a la baldige Ökodiktatur würde es gar nicht geben, wenn man schon längst gehandelt hätte! Die Fakten stehen seit Jahrzehnten auf dem Tisch und dem Serviertablett! Je länger man wartet, je länger man Zeit verschwendet mit Diskussionen und offensichtlichen Faktenleugnern, desto mehr ist genau diese – man eigentlich vermeiden wollende – Ökodiktatur gesicherte Zukunftsmusik! Wer das immer noch nicht begreifen will, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Aber irgendwann wird es die Natur mit voller Wucht sowieso klarstellen. In anderen Erdteilen ist diese Klarstellung schon längst Realität. Selbst bei Trump ist es klar, dass Grönland bald aufgetaut sein wird! Aber in der EU beschäftigt man sich lieber mit sich selbst und schläft. Es ist keineswegs die Schuld der Wissenschaftler oder der ach so rüpelhaften Jugend, die aus Verzweiflung mittlerweile zu drastischeren Mitteln und einer drastischeren Kommunikation greifen müssen. Es ist schier unbegreiflich und unverständlich, warum weiterhin sooo viele Menschen das immer noch nicht wahrhaben wollen, dass wir sehr bald vor richtig richtig krassen Herausforderungen stehen werden. Warum ist das so? Geht es uns zu gut?
Man muss doch ein ganz normaler, gebildeter Mensch sein, egal welcher Parteizugehörigheit, um sich hier parteiübergreifend einig zu sein!
St. Schrödinger
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mit Emotionen geschärfte Faktenpfeile gegen Fake-nius geschürtes Wutbürgertum. Da wird Windkraft zum waldkillenden Vogelschredder, Habeck zum Heizungsdiktator und ein populärer Wurstblogger erklärt “dä Grönen” zum Endgegner.
Ihr habt doch alle den Schuss nicht gehört!
Thomas Juppe
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Kommentar gelöscht. Kein Getrolle.
Wuzzi
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Wir leben gottseidank in einer Demokratie, in der die Gesellschaft das meiste aushandelt. Dabei werden auch andere Fakten berücksichtigt und nicht nur ausschließlich die des Klimaschutzes. Was nützt der beste Klimaschutz, wenn wir wegen ungenügender Wirtschaftskraft übermorgen nichts mehr zu beißen haben.
P.S.: Der Natur und dem Leben sind irgendwelche Klimawandel vollkommen egal. Das wird durch neu entstehende Lebensformen seit Jahrmillionen bewiesen.
Richard Spieß
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Eins der großen Probleme ist, die nicht ehrlich stattfindende Information der Menschen. Diese sehr gute und sachliche Wiedergabe des Abends, wird in allen anderen Medien nicht stattfinden. Danke für diesen Artikel.
Karl Straube
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@Wuzzi zum P.S.: vertiefen Sie das Thema zu unser aller Nutzen! Die Flusspferde sind erst vor ca. 31.000 Jahren aus dem Rhein bei Köln verschwunden. Die Eiszeiten waren schon durch. Hat sie der aufkommende Kölner Karneval als “neu entstandene Lebensform” vertrieben?
;Mr. T.
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Wuzzi, was nutzt uns die größte Wirtschaftskraft, wenn wir wegen verödender Anbauflächen übermorgen nichts mehr zu beißen haben?
S. SAHESCH-PUR
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https://www.linkedin.com/posts/s-sahesch-pur-475414396_heute-abend-war-die-klima-diskussion-in-regensburg-activity-7417336084508037121-JVqe?utm_source=share&utm_medium=member_ios&rcm=ACoAAGE8vpkBYOsznHZ2Ri1zd5q-GVQ10R1zWyc
Kurzum:
Mein Fazit:
Wir Deutschen benötigen eine solidere Diskussions-Kultur. Wir haben noch zu wenig verstanden, das wir eine ‘Interpretationsgesellschaft’ sind.
Dogmen-Haltungen und wortstarke Ditakturvorwuerfe von den einen oder den anderen helfen uns nicht weiter.
Die Politik hat massiv versagt und geht teilweise zu naiv, an die harten klimapolitischen Grundsätze heran um die ‘Wegziehgefahr’ von Firmen entgegen zu wirken.
Offenbar ohne Erfolg. Quelle:
https://lnkd.in/eXGWqBt2.
Sie hatte auch Argumente weshalb, sie das tut. Die Balance, den einen zu motivieren und dabei den anderen nicht auszuschließen kam heraus. Das war durchaus erfolgreich, aber für viele junge Menschen besteht eine andere Realität, diese wurde teilweise ungenau bis nicht angesprochen-sie wurden nahezu alleine gelassen.
Die lokale Politik hatte leichte Mühe sich den anwesenden Fragestellern zu stellen.
Studi
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BeiM dem Regensburger Hochschullehrer… Deswegen seiNen manche –> Rechtschreibfehler im Artikel
@Manfred van Hove
19. Januar 2026 um 17:35
“dass daraus ein messbarer kurzfristiger Vorteil fü jeden Bürger entsteht.” –> Das ergibt keinen Sinn. Das wäre mikromanagement, also genau das wo der Staat ineffizient ist und was auch von den Klimagegnern bemängelt wird. Gerade beim Klimaschutz sind die Vorteile eben langfristig. Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung teurer, aber über die gesamte Lebenszeit günstiger als eine Gasheizung. Die Politik soll die Rahmenbedingungen setzen, und zwar so dass Klimaschutz betrieben wird. Das wird auch von einer Mehrheit der Bevölkerung gefordert.
“Klimaschutz ist ein anderer Ausdruck für Verteuerung der Lebenshaltungskosten für die meisten Bürger” –> Der Eindruck existiert vielleicht, ist aber faktisch falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Die Hauptkostentreiber der Inflation waren Energie und Mieten/Immobilien. Energie wurde teurer wegen Gas, nicht den erneuerbaren. Wer Wärmepumpe und Solar hatte, hat in dieser Zeit massiv gespart gegenüber dem Rest. Die Mieten/Immobilien sind vor allem wegen Spekulation und Zahlungbereitschaft der Kunden so teuer, was sich dann in den Bodenpreisen widerspiegelt. Das hat auch nichts mit Klimaschutz zu tun.
“der Verbraucher wird an vielen Stellen nur abgezockt mit dem Hinweis auf Klimaschutz.” –> Das existiert zwar wirklich, liegt aber nicht am Klimaschutz, sondern an der Profitgier der Unternehmen. Etikettenschwindel existiert in jedem Bereich, der positiv behaftet sein soll (z.B. Gesundheit/Fitness). Zeigt dieser Etikettenschwindel nicht eher dass Menschen bereit sind für Klimaschutz mehr zu zahlen?
“Politik hat es bisher nicht verstanden, den Bürger ausreichend seinen Vorteil beim Klimaschutz zu erklären” –> Die Politik macht eher das Gegenteil, Stichpunkt “Heizungsgesetz”. Die Vorteile werden bewusst verdreht, um Stimmen zu generieren, was ich für höchst problematisch halte.
@Wuzzi
19. Januar 2026 um 21:44
“Was nützt der beste Klimaschutz, wenn wir wegen ungenügender Wirtschaftskraft übermorgen nichts mehr zu beißen haben.” –> Gerade die Landwirtschaft ist vom Klimawandel mit Abstand am härtesten getroffen. Unsere aktuelle Wirtschatsform ist nicht nachhaltig, nicht nur wegen des Klimas. Das Wort Wirtschaft bedeutet aber eigentlich effizient mit knappen Ressourcen umzugehen. In diesem Sinne ist eine Klimafreundliche Wirtschaft auch eine starke Wirtschaft. Am meisten Geld akkumulieren kann ich wenn ich die Natur schleife. Dann würde das BIP in Deutschland schnell nach oben gehen.
“Das wird durch neu entstehende Lebensformen seit Jahrmillionen bewiesen.” –> Historisch gesehen funktioniert das aktuell nicht mehr. Wir befinden uns eher in einem massiven Artensterben, als dass irgendwelche neuen Arten sich entwickeln. Diese Entwicklung bräuchte tausende Jahre Zeit. In dem Tempo wie sich die Erde aktuell aufheizt, sind die meisten Arten ausgestorben bevor sie sich anpassen.
Roman Serlitzky
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Mr. T: Beide Extreme sind zu vermeiden. Extremismus war noch nie eine Lösung und radikale Aktionen erzeugen immer radikale Gegenaktionen. Das war nicht nur in der Vergangenheit so, sondern kann man auch in der Gegenwart sehen.
Yvonne
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Mr. T. sorgen Sie mit Ihrem metaphergeprägten Aktivismus für bezahlbare Wohnung, dann leiste ich mir ein E-Auto. Bis dahin muss ich mit meinem alten Golf zur Arbeit, den mir ein guter Bekannter in Schuss halten kann. Der ist so altmodisch und noch weitgehend frei von elektronik, dass ein guter KFZ-Mechaniker ihn fahrtüchtig halten kann.
Studi
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@Yvonne
20. Januar 2026 um 12:29
Dass E-Autos günstiger sind als vergleichbare Verbrenner über den Lebenszyklus des Fahrzeugs gerechnet ist ein Fakt. Dass moderne Autos komplizierter aufgebaut sind hat nichts mit Klimaschutz zu tun. Zudem sind E-Autos einfacher aufgebaut als vergleichbare Verbrenner. Ihr Narrativ von dem günstigen alten Verbrenner können sie nur aufrecht erhalten, weil es keine vergleichbar ausgestatteten Elektroautos gleichen Baujahres gibt und Sie deswegen beliebiges behaupten können.
Yvonne
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Werter Student, 30.000 EUR für ein kleines E-Auto bedeutet 6 Jahre lang jeden Monat 400 EUR übrig haben. Das habe ich nicht, und ich kenn auch unter meinen Kolleginnen niemand, der das übrig hat.
Studi
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@Yvonne
20. Januar 2026 um 15:47
Das sage ich auch nicht. Aber Sie haben genauso wenig 30tsd euro für einen kleinen Verbrenner. Um das Argument, der Verbrenner wäre günstiger zu antizipieren: Über die gesamte Nutzungsdauer ist das E Auto wie gesagt günstiger. Sie müssten ohnehin nur die Differenz zwischen Verbrenner und E Auto zusätzlich finanzieren. Autohäuser helfen gerne bei dem Kredit, das ist deren Geschäftsmodel.
In ihrem Fall ist der Neukauf ohnehin irrelevant, ein Strohmann Argument.
Yvonne
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Werter Student, erzählen Sie bitte nicht solchen Unsinn! Ein gebrauchter Verbrenner kostet nur einen bruchteil. Für 2000 Eur bekomme ich so einen, der mind. noch 6 Jahre fährt. Und soviel ich weiß, geht die garantie eines Autoakkus auch nur 8 Jahre, und was dann? Neuer Akku für 10000 EUR, oder gleich wieder ein neues E-Auto für 30000 und wieder 6 Jahre lang jeden Monat 400 EUR weg. Was Sie als Strohmann Argument sehen, ist leider für die meisten die Realität.
Mr. T.
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Yvonne, es ist kein Problem, einen alten Verbrenner weiterzufahren, das ist sogar nachhaltig. Genauso kann man auch eine alte Ölheizung weiter betreiben. Man sollte aber bei Neuanschaffungen wenn möglich darauf achten, dass diese das Klima so wenig wie möglich belasten, egal ob Auto oder Gefriertruhe. Menschen, die finanziell nicht gut gestellt sind, verursachen durch ihren geringeren Konsum auch deutlich weniger Klimaschäden. Es liegt an denen, die viel dazu beitragen, sich mehr oder weniger einzuschränken und ihre Konsumentscheidungen bewusster zu treffen. Einmal weniger auf die Malediven oder ein Kohlrabischnitzel statt einem Kalbsschnitzel ist auch ein Beitrag. Bezahlbare Wohnungen sind ein anderes Problem.
Mr. T.
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Nur mal so als Tipp, auch wenn’s langsam off-topic ist: ein kleines E-Auto wie einen Dacia Spring könnte mensch für 3 oder 4 Jahre für gut 100 Euro im Monat ohne Anzahlung leasen und dafür bis zu 6000 Euro Prämie bekommen (bei einem Einkommen von unter 45.000 Euro und 2 Kindern, sonst entsprechend weniger). Kann sich ja jedes selber ausrechnen, wie teuer das wird. Wartung ist auch billiger.
Ist natürlich eine Untergrenze und nicht für alle geeignet. Größere elektrische Neuwägen sind nicht für alle bezahlbar und der Gebrauchtmarkt muss auch erst noch etwas gefüttert werden.
Dominik Müller_alt
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Auch hier frage ich mich, was ein Student für Fakten hält. Wie schon beim Thema “Grüne Welle für Busse” – wo er nicht nachvollziehen konnte, dass der PKW-Verkehr verlangsant würde, weil die Autos die Zeit an der Ampel verbringen würden, welche die Busse an den Haltestellen stünden.
Soweit es um reine Elektroautos geht, gibt es kaum Erfahrung über einen ganzen Lebenszyklus, oder wurden da für die gewünschten Fakten einfach mal 5 oder 8 Jahre angesetzt?
Ein Akkuschaden, der nicht gleich nach Garantieablauf eintreten muss, kommt derzeit einen wirtschaftlichen Totalschaden gleich. Je nach Modell übersteigt der Preis für den Akkutausch den Neupreis. Es gibt nun Hersteller, die 15 Jahre Garantie bieten, welche, die die u.B. auf 8 Jahre verlängerte Garantie nur für den Akku anbieten und welche, die die übliche Garantiezeit bieten. Bei letzteren halte ich das Kostenrisiko für extrem hoch, egal was der Studdnt Fakten nennt.
Mein Zweitauto ist jetzt übrigens 17 Jahre alt und fährt noch, ich verkaufe es nächste Woche ohne schlechtes Gewissen an einen guten Bekannten.
Mr.T., danke für den Tipp, den Dacia Spring als Familienauto zu nutzen.
Yvonne
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Mr. T bei allem Respekt, aber ich kann Sie nicht mehr ernst nehmen. Und dabei belassen wir es mal. Schönen Abend noch.
Mr. T.
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In dem Artikel geht es übrigens um den Klimaaufruf, in dem nichts von Elektroautos steht. Ich habe mich dummerweise darauf eingelassen, nachdem wieder mal jemand gemeint hat, sich aus der Affäre stehlen zu können mit der Begründung, dass ein Elektroauto zu teuer wär. Wie ich geschrieben habe, muss sich sowas auch niemand leisten, viele können sich im Moment sowas auch gar nicht leisten. Es geht um 10 Forderungen an die Politik, Punkt 11 an die Bevölkerung mit dem Inhalt “Jeder muss sofort sein Auto verschrotten und ein Elektroauto kaufen” ist nicht zufällig rausgefallen, den gibt es auch gar nicht. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die den Klimawandel etwas einbremsen, das wird von manchen etwas einfordern, aber bei weitem nicht so viel wie die direkten Folgen der Klimakatastrophe – wenn auch vielleicht erst von ihren Enkelkindern. Die älteren Semester haben sich auch schon von Öl- und Kohleöfen verabschieden müssen, was sie anscheinend nicht umgebracht hat. Es wird auch nicht mehr schmerzen, sich langsam von Gas- und Ölheizungen zu verabschieden. Und auf ein paar anderen Gebieten wird es ähnlich laufen. Einfach nur aus Trotz an etwas altem, überholtem, dreckigeren, teureren festzuhalten ist allerdings dumm und schadet einem nicht nur selbst. Und an dem Punkt, an dem andere geschädigt werden, muss eben die Politik eingreifen und dem Einhalt gebieten. Keiner wär begeistert, wenn er einen Nachbarn hätte, der unbedingt mit alten Autoreifen heizen wollte und das auch dürfte. Und jetzt geht es eben weg von anderen, lange etablierten fossilen Brennstoffen. Keiner wird zu etwas gezwungen, es gibt Prämien und günstige Kredite für Modernisierungen im Bestand.
Berthold Kutzer
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Wenn die gewohnten Argumentationen bereits bei so einem einfachen konkreten Beispiel wie bei dem besagten E-Auto versagen, sollte sich der “aktive” Klimaschützer doch mal selbst reflektieren und seine bisherige Argumentation überdenken. Der Tipp, vom Kalbsschnitzel auf das Kohlrabischnitzel umzusteigen, wenn man sich kein E-Auto leisten kann, macht doch jede ernsthafte Diskussion zum notwendigen Klimaschutz kaputt.
Studi
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@Yvonne
20. Januar 2026 um 19:11
Ein Strohmann-Argument liegt vor, wenn ein Argument widerlegt wird, dass von der “Gegenseite” nie behauptet wurde. Genau das ist hier der Fall.
Ich habe nie behauptet dass es günstigere, vergleichbare E Autos gibt zu einem alten Verbrenner im Preissegment von zum Beispiel 2000Euro. Da Sie Neuwagenpreise oder junge gebrauchte (z.B. Leasingrückläufer) finanziell nicht stemmen können, empfehle ich ihnen sogar einen alten Verbrenner zu kaufen. ABER: Sobald die derzeit produzierten E Autos das Alter und den Kilometerstand erreichen von den Autos die für Sie im Moment in Betracht kommen, wird aller voraussicht nach das Elektro Auto die bessere Wahl sein. Das lässt sich aus dem Vergleich zwischen Neuwägen und jungen gebrauchten ableiten. Da die Autos aber im Moment noch nicht existieren, ist das ganze Narrativ des zuverlässigen, günstigen, alten Verbrenners kein Argument gegen Elektroautos an sich (da es mangels alter E-Autos ein nicht-falsifizierbares Argument ist und somit keine Überzeugungskraft hat).
“Für 2000 Euro bekomme ich so einen, der mind. noch 6 Jahre fährt.” –> Der ADAC zum Beispiel (wie auch andere Kostenanalysen) empfehlen Gebrauchtwagen zwischen 3-6 Jahren um pro Jahr gerechnet die geringsten Kosten zu haben. Bei zu alten Modellen zahlen Sie zusätzliche Armutskosten, da teurere Wartung, kürzere Lebensdauer den eingesparten Kaufpreis auffrisst. Ich kenne ihr Fahrprofil nicht, deswegen kann es auch sein dass es in ihrem Fall anders ist. Vor allem da Sie annehmen dass Sie das Auto dann noch mindestens 6 Jahre fahren können, nehme ich an dass sie sehr geringe Fahrleistungen haben.
“Und soviel ich weiß, geht die garantie eines Autoakkus auch nur 8 Jahre, und was dann?” –> Es gibt zwei Fälle die man Unterscheiden muss. Erster ist wenn die Batterie einen technischen Schaden hat und deswegen komplett unbrauchbar wird. Diese Fälle sind extrem selten und häufig innerhalb dieser 8 Jahre (wenn eine Batterie fehlerhaft ist, funktioniert sie nicht einwandfrei über 8 Jahre und geht erst dann kaputt). Zweiter Fall ist die Degradation des Akkus, also der Kapazität. Dazu gibt es einige Studien die zeigen, dass insbesondere bei sachgemäßem Verbrauch nur 1-3% Kapazität verlieren und dieser Wert mit steigendem Fahrzeugalter kleiner wird. In neueren Autos ist dieser Wert noch kleiner, zum Teil wird über die ersten Jahre hinweg sogar die 100% gehalten.
@Dominik Müller_alt
20. Januar 2026 um 20:43
Zu dem Thema Busse äußere ich mich jetzt nicht, da Off-Topic und ich nicht mehr weiß welche Diskussion Sie meinen. Wenn das Thema das nächste mal in einem Artikel aufkommt, kann ich bei Bedarf gerne erklären wie die grüne Welle für Busse UND Autos funktionieren kann.
“Soweit es um reine Elektroautos geht, gibt es kaum Erfahrung über einen ganzen Lebenszyklus” –> Lesen Sie sich gerne folgende Studie dazu durch:
https://www.nature.com/articles/s41560-024-01698-1
Selbst mit dem Datenset der Autos von Baujahr 2005-2017 (also veralteten E-Autos) lässt sich errechnen, dass die Lebensdauer von E-Autos sogar über der von Benzinern steht. Außerdem sieht man dass E-Autos mehr km pro Jahr als Benziner zurücklegen. E-Autos dominieren also sowohl in Laufleistung als auch Lebensdauer den Benziner.
“Bei letzteren halte ich das Kostenrisiko für extrem hoch, egal was der Studdnt Fakten nennt.” –> Sie können gerne eine Meinung entgegen der historisch gemessenen Daten haben, jedoch macht das die Daten nicht weniger relevant.
“danke für den Tipp, den Dacia Spring als Familienauto zu nutzen” –> Die günstigsten Verbrenner sind auch nicht familientauglich.
Rade
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Und schon zeigt sich wieder, wie gut die Derailing-Versuche und Ablunkungsmanöver (Stichwort: Strohmann-Argumente) funktionieren. Yvonne und Kutzer faseln irgendetwas, von dem nie die Rede war, und alle fühlen sich genötigt, darauf einzusteigen, weil man die “Argumente” oft nicht so stehen lassen möchte.
Mr. T.
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Rade, stimmt schon, man muss sich nicht zu jeder Taube ans Schachbrett setzen. Das ist immer reine Argumentationsverschwendung und schade um das eigentliche Thema. Asche auf mein Haupt!
Hans
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Kommentar gelöscht. Troll.
Wintomas
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Kurz zum Thema positive Zukunftsszenarien:
Ich könnte hier einige negative Gegenwartsfakten ausrollen, à la “es kann nur besser werden”. Das wären doch dann schon fast positive Zukunftsszenarien, oder?
Dabei könnte jeder mitmachen, aber Trübsal blasen gehört bisweilen nicht zum guten Ton, so wie zum Beispiel einfach alles ohne Murren zu bezahlen und jeden Trend zwanghaft mitnehmen. Nicht, dass man noch für einen Geizhals gehalten wird, der meint er müsste vielleicht auf ‘sharing’ hinaus.
Entschuldigt meinen Sarkasmus.