Wunschzettel an Heubisch

Pressemitteilung des studentischen Sprecherinnen- und Sprecherrates der Universität Regensburg Regensburg, 22. Dezember 2011 SprecherInnenrat schreibt Weihnachtswunschzettel an Wissenschaftsminister Heubisch: „Eine schöne Bescherung!“ Heilig Abend steht vor der Tür. Auch die bayerischen und Regensburger Studierenden haben in diesem Jahr einige Wünsche, die sie zum Weihnachtsfest gerne Richtung München schicken möchten. „Für das diesjährige Weihnachtsfest haben wir einen kleinen und bescheidenen Wunschzettel der Regensburger Studierenden an den Wissenschaftsminister zusammengestellt.“, erklärt Stefan Christoph, studentischer Sprecher der Uni Regensburg, „Dabei wollen wir keine extravaganten Geschenke aus München. Wir wünschen uns nur Dinge, die in anderen Bundesländern längst selbstverständlich sind.“ Man sei sich zudem bewusst, dass der Minister die Geschenke eventuell nicht rechtzeitig bis zum Heiligen Abend besorgen könnte. Daher freue man sich auch darüber, wenn Staatsminister Heubisch die Forderungen einfach als gute Vorsätze mit ins neue Jahr nehmen könnte. „Jetzt, in der besinnlichen Weihnachtszeit, hoffen wir, Herr Heubisch findet die Zeit, sich noch einmal nüchtern und sachlich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen.“, fügt der studentischer Sprecher Ssaman Mardi hinzu. „Bisher waren die Begegnungen zwischen Herrn Heubisch und Studierenden ja eher von Unverständnis des Staatsministers gegenüber den Wünschen der Studierenden geprägt.“ Jetzt finde er hoffentlich die Zeit, sich noch einmal in Ruhe und unabhängig von parteipolitischer Beeinflussung die Ziele der Studierenden vor Augen zu führen. Kurz ist die Liste der Wünsche der Studierendenvertretung der Universität Regensburg nicht: Abschaffung der Studiengebühren, studentische Mitbestimmung, eine Ausfinanzierung der Hochschulen und Behebung der katastrophalen Gebäudezustände an der Universität erhofft sich der Sprecherinnen- und Sprecherrat der Universität Regensburg. Auf dem Wunschzettel der Studierendenvertretung an Herrn Heubisch, stehen dementsprechend folgende Punkte: – Eine kleine Taschengelderhöhung (Abschaffung der Studiengebühren) Denn diese stellen eine wirkliche Bildungshürde dar, entbehren jeglicher Legitimation und werden oftmals an falschen Stellen eingesetzt (z.B. um Heizkosten oder Grundausstattung der Lehre zu decken). Alle anderen Bundesländer mit Studiengebühren haben inzwischen erkannt, dass dieser Weg der Hochschulfinanzierung der Falsche ist und ihre Abschaffung beschlossen. Lediglich Bayern und Niedersachsen hinken als letzte im Bundesgebiet hinterher. Der SprecherInnenrat wünscht sich zu Weihnachten eine offene Universität und gebührenfreie Bildung für alle. – Ein finanzieller Zuschuss für die Ausbildung (Ausfinanzierung der Hochschulen) Die Ausfinanzierung der Hochschulen ist bis heute nicht gegeben. Stattdessen wurde an der Finanzierung der Universitäten zunehmend gekürzt. Die Vernachlässigung der Universitäten durch den Freistaat macht sich in fehlenden Mitteln für Materialien und Lehrbeauftragte, unzureichenden Öffnungszeiten der Bilbiotheken und fehlenden Baumaßnahmen auch in Regensburg bemerkbar. Statt seinen Studierenden mittels Studiengebühren die Hochschulfinanzierung aufzubürden, sollte der Freistaat sich zu seiner Aufgabe – der Ausfinanzierung des Bildungssektors – bekennen. – Eine warme Bleibe für den Winter (Gebäudesanierung) Wie es in Bayern oft noch Tradition ist, zur Weihnachtszeit einer Wanderkrippe eine warme Unterkunft zu gewähren, wünschen die Regensburger Studierenden sich dieses Jahr auch eine warme und trockene Bleibe für den Winter. Regen in der Bibliothek, einsturzgefährdete Gebäudeteile und frierende Studierende, die in Mantel und Mütze im Lesesaal sitzen müssen, zerstören aktuell noch jeden Anklang von weihnachtlicher Atmosphäre. Eine Grundsanierung der Regensburger Universität ist längst überfällig. – Demokratie (Studentische Mitbestimmung) Mit über 20.000 sind die Studierenden an der Universität Regensburg die mit Abstand größte Gruppe. An wirklicher Mitbestimmung fehlt es jedoch an fast allen bayerischen Hochschulen noch immer. Nicht einmal bei Entscheidungen, die die Studierbarkeit von Studiengängen oder die Ausgabe der von den Studierenden selbst bezahlten Studiengebühren betreffen, haben die Studierenden Entscheidungsgewalt. Zudem ist Bayern das letzte Bundesland, in dem die Studierenden noch immer nicht selbst über ihre Vertretungsstrukturen entscheiden dürfen. Mittlerweile hat selbst Baden-Württemberg die Verfasste Studierendenschaft eingeführt. Der SprecherInnenrat wünscht sich zu Weihnachten Demokratie an den bayerischen Hochschulen.

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