Neue Reihe: Regensburger Bands

Yesterday Falls – Lärm und mehr

Servus und herzlich Willkommen! Ab diesem Wochenende starten Regensburg-Digital und der Musikblog Soundkartell eine gemeinsame Reihe. Wir wollen unbekannte und gute Musik aus Regensburg vorstellen. Wir bevorzugen dabei eigentlich kein spezielles Genre. Es würde uns wirklich freuen, wenn ihr uns zu der vorgestellten Musik ein Feedback geben könntet. Also lasst Eurer Kritik – solange sie konstruktiv ist – freien Lauf, wir freuen uns über Eure Anregungen!

Musikblog Soundkartell

Ich, Niklas Kolell, bin seit Ostern diesen Jahres mit meinem Musikblog Soundkartell online und versuche dabei so weit es geht, junge bayerische Bands zu fördern, indem ich über sie einen Artikel schreibe und dabei eine Hörprobe anbiete. Mittlerweile ist das Spektrum an guten unbekannten Bands immer größer geworden. Neben den Artikeln über die Band oder den Musiker gibt es auch Interviews. Mit der Nürnberger Band Numen gab es eine kurze Live & Unplugged-Session. Für die nächste Zeit stehen noch etliche Ideen im Raum, hierzu gehört auch diese Reihe. Aber es sind noch weitere neuartigere Interviewformen, Live & Unplugged-Sessions und natürlich viel gute Musik geplant. Es würde mich natürlich riesig freuen, wenn ihr bei Soundkartell vorbei schauen und auch auf der Facebook-Seite Fan werden würdet. Wir beide, Stefan und ich, erhoffen uns natürlich, dass euch die jetzt beginnende Reihe Regensburger Band gefällt. Viel Spaß beim Lesen und Hören wünschen wir euch jetzt schon mal!

Yesterday Falls

An diesem Wochenende beginnen wir mit einer Band aus Regensburg, jenseits jeglichen Mainstream. Sie passen nicht allzu leicht in irgendeine Genre-Schublade. Yesterday Falls heißt die Band um die vier jungen Herren Michael, Markus, Matthis und Eugen. Jedes Mitglied steht mitten im Leben, übt einen Beruf aus oder macht gerade – wie Matthis – eine Ausbildung. Michael ist der Sänger, Markus sitzt am Schlagzeug, Eugen spielt Gitarre und Matthis besetzt den Bass.

Bevor man Yesterday Falls gehört hat, sollte man erwähnen, dass sie sich als Band gefunden haben, um Lärm zu machen. Bis es allerdings zur jetzigen Konstellation kam, vergingen etliche Bandproben mit geändertem Personal, das wieder absprang oder doch nicht geeignet war. Als sich dann endlich mit Matthis der passende Bassist fand, konnte man endlich beginnen, all die kreativen Ideen im Bandraum umzusetzen. Eins sei gleich gesagt: Das, was Yesterday Falls auf ihren Aufnahmen produziert, ist nicht einfach nur Lärm, nein: Dieser „Lärm“ ist wohl strukturiert und sie versuchen, ihn hörbar in die Öffentlichkeit zu tragen. Steigen wir beim Song „Shadows“ ein, wird man sofort merken, was ein paar Zeilen vorher mit „Lärm“ gemeint war. In den ersten 25 Sekunden ertönt ein langgezogener Gesangsteil von Michael, während dieser von jetzt schon schweißtreibenden Schlagzeugbeats, pulsierendem Bass und einem kantigen Gitarrenriff begleitet wird. Gleich zu Beginn wird beinahe alles in den musikalischen Kochtopf geworfen. Und was dort bedrohlich brodelt, lässt sich hören! Nach einem fulminanten Einstieg beruhigt sich die Lage etwas, das Tempo bleibt aber weiter hoch. Gegen Ende des Tracks fahren sie nochmals schwere Hard Rock-Geschütze auf und „Shadows“ endet mit einem großen Ausrufezeichen.

Rock, Alternative, Hard Rock und Pop

Ihren Musikstil ordnen Yesterday Falls selbst dem Rock, Alternative, Hard Rock und seltsamerweise Pop zu. Auch wenn sich diese Genrebeschreibung etwas sonderbar liest, muss man ihnen in Anbetracht des Songs „Shadows“ zustimmen. Auch Pop-Elemente verstecken sich darin, die Musik bleibt dennoch von der ersten Sekunde an laut. Im nächsten Titel „Vanity“ (unten in voller Länge zu hören) findet sich erneut ein Gitarrenintro, nacheinander steigen Bass und Schlagzeug ein. Bis die Vocals auch dabei sind, bleibt „Vanity“ allerdings im Vergleich zu vorher getragener und ruhiger. Die Stimme hingegen erinnert an die von System Of Down, die Lost Prophets oder an Bush. Das ist absolut nicht negativ gemeint, im Gegenteil: Sie passt sich der Songanmutung perfekt an und beweist, wie vielfältig und ausdrucksstark Michaels Stimme ist. Beim nächsten Titel wird man sich wundern, denn Yesterday Falls kann es noch ruhiger, fast schon balladig. Der Track „Things Undone“ überrascht durch seine Leichtigkeit und er ist im Vergleich zu den anderen Titeln so anders: schwermütiger, weil eben auch ruhiger. Vor allem der akustische Gitarreneinsatz fügt sich dem perfekt. Eine kleine Verschnaufspause gönnt Yesterday Falls dem Hörer, denn mit „Abilities“ geht es schon wieder rockiger weiter. Wobei man dazu sagen muss, dass Rock in dieser Situation nicht wirklich passt. Die Gitarrenriffs sind allesamt durchgehend knarzig, kantig und schroff, der Gesang wirkt davon etwas entkoppelt. Yesterday Falls gelingt auch hier der Schritt zwischen treibendem Rock und nicht allzu großer Lärmlastigkeit. Bei fast jeder Band fragt man ja, woher der Name kommt, und wenn man Yesterday Falls danach fragt, findet man eine überaus ulkige Geschichte dahinter. Als sie mal nach einer durchgefeierten Nach in Brüssel mit dem Taxi heim fuhren, hat ihnen ein benebelter Kanadier den Namen empfohlen. Diese Worte des Kanadiers haben sie immer noch im Gedächtnis und als sie die Band gründeten setzten sie seinen Tipp um. Genau dann, wenn man allerdings meint, man hat die typische Songstruktur von Yesterday Falls durchschaut, überraschen sie wie in „Stupid Song“ und brechen die typische Strophe-Refrain-Struktur. Auch „Stupid Song“ macht einen perfekten Eindruck, wenngleich er wieder deutlich leiser ist im Vergleich zu den anderen Songs. Auffallend schön ist der Background-Gesang und zum allerersten Mal ergibt sich ein echter Ohrwurmfaktor. Wenn auch nicht bewusst so produziert, bleibt „Stupid Song“ im Ohr und es würde nicht stören wenn man ihn auf „Repeat“ laufen lassen würde. Zu guter Letzt trumpft Yesterday Falls nochmals mit hartgesottenen Sound auf. Auch wenn in fast allen Songs der Verzerrfaktor auf Anschlag steht, wirkt die Musik nicht lästig laut oder in irgendeiner Weise störend. Sicher ist Rock, Alternative bzw. Hard Rock Geschmackssache und man muss sich erst einmal reinhören. Doch wem das gelingt, der wird mit der Anti-Mainstream-Art von Yesterday Falls viel Freude haben und darf sich auch in Zukunft über ein Album und ein paar neue Videos freuen. Man kann sich von Yesterday Falls nur erhoffen, dass sie ihren weiteren Weg als Musiker gehen werden und ihr schöpferisches Potential auch nicht im Beruf verpulvern, sondern es in die Band stecken. Denn in ihnen steckt eine Menge Talent. Für alle die jetzt die Fangemeinde von Yesterday Falls erweitern wollen und auch müssen, der kommt hier auf ihre Facebook-Seite. Und um euch auch ansonsten auf dem Laufenden halten zu können, kommt ihr hier auf ihre Homepage: http://www.yesterdayfalls.com/. Hier geht’s zu Soundkartell: Webseite: www.soundkartell.de Facebook: http://www.facebook.com/Soundkartell?ref=hl Twitter: https://twitter.com/Soundkartell

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