Joachim Gauck und das Regensburger Bahnhofsklo: ein Kurzkommentar

Einschluß am Bahnhofsklo

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Bunzpräsident Gauck schwärmt am Evangelischen Kirchentag in Hamburg vor tausenden von Zuhörern von der „Inklusion“, und am Regensburger Hauptbahnhof gibt’s eine neues Bahnhofsklo. Hat nichts miteinander zu tun? Doch, doch. Bahnhofsklo1Schon witzig, daß im Zusammenhang mit Behinderten seit Jahren andauernd von „Inklusion“ („Einschluß“, gemeint ist das Gegenteil von „Ausgrenzung“) die Rede ist, wo doch das gesamtgesellschaftliche Grund- und Hauptprinzip die Exklusion ist. Der Ausschluß ist der große Trend, die besitzende Klasse will unter sich bleiben. Der Standesdünkel gibt sich lockerer als zum Beispiel in der Kaiserzeit, doch defacto hat er sich verschärft. Vor hundert Jahren waren die Herrschaften steif und ehrfurchtgebietend mit Monokel und Stehkragen bzw. mit Schnürmieder und Sonnenschirm unterwegs. Aber sie verwehrten keinem Bettler den Zugang zu einer öffentlichen Toilette. Mit der Idee, fürs Brunzen Geld zu verlangen, hätte man damals entgeistertes Kopfschütteln geerntet.

Ein Euro fürs Bieseln: Das höchste Glück der Menschheit!

Heute wird einem „Sanifair“ als der große Fortschritt verkauft. „Gesund“ und „gerecht“: der vollkommene, endgültige Zustand, der nach jahrhundertelanger Entwicklung nun endlich erreicht ist! Man verlangt fürs Bieseln sage und schreibe 1,- € (in Worten: einen Euro) und lügt diese dreiste Unverschämtheit zum höchsten Glück der Menschheit um („Sanifair“-Werbung: „Erfrischend…sauber!…freundlich!…fair!“). Auf die Idee ist nicht mal George Orwell gekommen. Bahnhofsklo2„Inklusion“ heißt wie gesagt wörtlich „Einschluß“, und es ist kein Zufall, daß das deutsche Wort im Knast eine große Rolle spielt: Der Wärter dreht von draußen den Schlüssel im Schloß um. Keiner soll ausgeschlossen sein! Die Gemeinschaft wird gefeiert, die Nation. Und ist doch nur eine Knastgemeinschaft. Der Grund dafür, warum die Leute gelaufen kommen, wenn am Domplatz ein Reiterstandbild versetzt wird und es patriotische Reden und Bratwürstel gibt, ist kein anderer als der, daß es ein dringendes Bedürfnis dafür gibt, von einer Gemeinschaft zu halluzinieren. Ebendiese Gemeinschaft erlaubt es der Hälfte ihrer Mitglieder nicht, ihr dringendes Bedürfnis zu erledigen (denn die Hälfte der Bevölkerung hat nun mal keinen Euro übrig bloß fürs Bieseln). Auf so eine Gemeinschaft ist, mit Verlaub, Herr Präsident, geschissen. Gauck faselt in Hamburg davon, es gehe darum, „vor allem die Barrieren im Kopf abzubauen“, und die Nation klatscht beglückt Beifall. Herr Gauck, bauen Sie die Barrieren im Regensburger Bahnhofsklo ab, dann reden wir weiter! Freies Pissen für freie Bürger! Info Sanifair ist eine 100prozentige Tochter der Tank&Rast GmbH, ein ehemals staatliches Unternehmen, das 1998 privatisiert wurde. Seit 2007 gehört es mehrheitlich zwei Gesellschaften: einer Tochter des britischen Unternehmens Terra Firma und der RREEF Pan European Infrastructure Two Lux Sarl, ein Kapitalfonds der Deutschen Bank. Beide Gesellschaften haben ihren Sitz in britischen Steueroasen. Tank&Rast besitzt die Konzession für rund 90 Prozent der Autobahnraststätten in Deutschland. Dort werden 70 Cent für den Toilettengang fällig. Am Regensburger Hauptbahnhof wird ein Euro verlangt. Seit der Privatisierung hat sich der Wert der Tank&Rast vervierfacht.

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Kommentare (32)

  • Fair bieseln

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    Auf der Sanifair-Homepage steht: „Kleine Kinder, die den Geldschlitz nicht erreichen, haben kostenfreien Zutritt zu SANIFAIR. Vorhandene Behinderten-WCs und Baby-Wickelräume sind kostenlos und runden unser faires Angebot ab.“
    Kein Grund zur Panik also: Einfach in die Knie gehen und den Schlitz nicht erreichen oder das Behindertenklo oder den Wickelraum benutzen. Ganz einfach.

  • rausgeschmissener regensburg

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    ich finde das gut und richtig! uns ist es klar gemacht worden, dass das wasser kein menschenrecht ist! das wollen die politiker die an der macht sind und die eu regierung genauso! warum also das wasserlassen als menschenrecht und umsonst?
    wer nichts trinkt der braucht auch nicht wasserlassen oder schlimmeres! für den bürger eine winwin situation und es spart am geldbeutel!

  • rausgeschmissener regensburg

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    noch eine idee für die bahnhofsmission an die bedürftigen: verteilt windeln!

  • Captain_Chaos

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    Hmm,

    hatten wir das nicht schon zu Zeiten von Kaiser Vespasian, eine Urinsteuer? Pecunia non olet.

    Tja, da versucht jemand aus Sch.. Gold zu machen. Scheint zu funktionieren.

    @ Fair bieseln:
    Das dürfte dann Betrug sein. Die Videokamera nimmt es ja auf.

    Captain_Chaos

  • Oje...

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    Tolle Idee. Das Bahnhofsklo ist künftig nahezu aseptisch rein, dafür pissen alle, die nicht zahlen wollen oder können, in die Grünanlagen und an die Mauern außen herum.

    Klassisches Eigentor der Verwaltung. Oder fühlt sich die gar nicht mehr zuständig für öffentliche Toiletten?

    Oder anders gefragt: Wo können denn all die, deren Wohnort eben leider das Bahnhofsviertel ist – Obdachlose, Junkies, Tagtodschläger, etc. aufs Klo gehen? Kümmert anscheinend keinen A..sch in dieser Stadt, dass es dort künftig noch mehr nach Urin und Kot stinken wird als jetzt schon.

    Touristen, die Ihr am Hbf R. aussteigt, das Weltkulturerbe heisst Euch willkommen!

  • Bert

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    @Oje

    Die Verwaltung kann dafür überhaupt nichts. Die kann da auch gar nichts machen.
    Dafür ist die DB AG zuständig.

  • Captain_Chaos

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    @ Oje

    Yeah, kommst in Regensburg am Hauptbahnhof an und kannst den Duft und das Aroma einer Weltkulturerbestadt einatmen.

  • Oje...

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    Das ist so nicht richtig. Rund um den Bahnhof ist durchaus die Stadtverwaltung zuständig – und wo sind denn dort die nächsten öffentlichen Gratistoiletten? Am Keilberg?

  • Oje...

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    (Post von 13:25 h war @ Bert)

    @Captain_Chaos: Yeah!!

  • Bildhauer

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    Eigentlich ist es Mietwucher:

    – eine Toilettenkabine hat ca. 3 qm
    – durchschnittliche Nutzungsdauer: 2 Minuten
    – „Miete“: 1 Euro
    – macht eine „Monatsmiete“ von 21.600 Euro
    – umgerechnet auf eine 30-qm-Wohnung entspricht dies einer Monatsmiete von 216.000 Euro. Allerdings inklusive Nebenkosten.

  • Oje...

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    Danke für den Link zur Liste. Wie bereits vermutet, ist ausgerechnet rund um den Bahnhof – wo in Regensburg der mit Abstand höchste Bedarf wäre – kein einziges öffentliches Klo zu finden. Entsprechend versifft sind die angrenzenden Parks. Da frage ich mich manchmal schon, welche Vollpfosten denn im Rathaus sitzen.

  • Captain_Chaos

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    @Oje

    Es sind die Vollpfosten im Rathaus, welche wir gewählt haben, oder durch nichtwählen dazu begünstigt haben.

    Aus rein wirtschaftlicher Sicht, wird sich die Toilette rechnen.

    Aber mal eine andere Frage. Ich habe einige Jahre bei McDonalds gearbeitet, auch bei dem in den Arcaden. Da mussten wir ab 20 Uhr unsere Toilette für die Gäste zur Verfügung stellen, damit eine öffentliche Toilette zur Verfügung stand. Kostenlos!

    Jetzt bin ich kein Rechtsexperte, aber wenn McDonalds seine Toilette zur Verfügung stellen muss (öffentliches Gebäude), müsste das dann nicht auch im Bahnhof der Fall sein?
    Immerhin ist der Bahnhof auch ein öffentliches Gebäude, egal wie sich die Bahn-AG verhält?

    Captain_Chaos

  • Radlertölpel

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    Weil es rund um den Ernst Reuter Platz keine öffentliche Toilette gibt, war es 2009 und 2010 eigentlich unmöglich, dort bei Happenings alkoholfreie Getränke zum Selbstkostenpreis abzugeben. Denn wer Wasser trinkt muß früher oder später auch Wasser lassen. Zum Glück half uns der Sterndöner in der Maxstraße “ mit der Toilettennutzung aus. Mein Vorschlag im Rahmen der Fair Faiern Initiative (2010) , zeitgleich zur Dult, am Europabrunenndeckel eine alkohol- und müllfreie Zone auszurufen und dort aber immer gekühlte Johannisbeerschorle in Pfandflaschen zum Selbstkostenpreis an nette Mitmenschen, die sich mal setzen wollen um den Sprachfluß der Maulwurfstomperinstzallation zu lauschen (oder zu stampfen und eine Frage zu stellen…), abzugeben…hatte beim Ordnungsamt keine Chance, denn: „…dann kommen ja noch mehr Leute nach Regensburg.“… und müssen aufs Klo.
    http://europabrunnendeckel.de/?p=960

    (Die angesoffnen Horden von Fußballfans, Dultbesuchern und Junggesellanabschiede waren immer in jeder Hinsicht veerheerend. Meine Absicht war es am Tor zur Regensburger Altstadt einen Schutzraum vor der hineindrückenden Alkoholschwemme zu bieten..
    .Aber Apfelsaft wird eben unweigerlich zu Urin und der muß irgenwo hin…)

  • Oje...

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    @Captain_Chaos:

    (nur als Klarstellung: Die derzeit handlungsbefugten „Vollpfosten im Rathaus“ habe zumindest ich nicht gewählt. Leider Gottes ist aus meiner Wahl eben die Opposition geworden. That’s Demokratie. Es wird allerdings zunehmend schwieriger, überhaupt noch eine Partei zu finden, deren Programm mit den eigenen Überzeugungen eine ausreichend große Schnittmenge aufweist; deren Repräsentanten a) geistig ausreichend kompetent und b) ausreichend integer sind, um sie guten Gewissens wählen zu können. Ende der Durchsage)

    „…wenn McDonalds seine Toilette zur Verfügung stellen muss (öffentliches Gebäude), müsste das dann nicht auch im Bahnhof der Fall sein? Immerhin ist der Bahnhof auch ein öffentliches Gebäude, egal wie sich die Bahn-AG verhält?“

    Im Bahnhof residiert zwar ein anderer Burger-Brater, aber prinzipiell haben Sie recht. – Oder auch nicht. Die Bahn ist privatisiert (auch wenn sie meines Wissens zu 100% dem Bund gehört) – und damit eben nicht mehr öffentlich. Beliebter Trick der Regierenden, a) schnelle Kasse zu machen und b) sich aus der Verantwortung zu stehen.

  • Karl Brunnbauer

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    Sehr geehrter Herr Marcinkus u. Kommandierende,
    auf was für einem niedrigen Niveau beschreiben und kommentieren Sie „Inklusion“ und betrachten das Thema im Zusammenhang mit dem neuen Bahnhofsklo in Regensburg?!
    Mit Ihrem Beitrag beleidigen Sie nicht nur den Herrn Bundespräsidenten sondern alle Menschen im Besonderen die Menschen mit Behinderung, die in die Gesellschaft inkludiert werden wollen, um dort gleichberechtigt und selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können. Wenn Sie „Inklusion“ in einem so abwegigen Zusammenhang betrachten, sollten Sie lieber schweigen, bevor
    Sie sich zum Thema „Inklusion“ so niveaulos äußern!
    Inklusion steht in unmittelbaren Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention betrifft aber letztendlich alle am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen. Als Rollstuhlfahrer und SelbstBetroffener bin ich sehr froh, dass das Bahnhofsklo saniert wurde, denn der alte Zustand war nicht mehr länger hinnehmbar. Ob man für die Benutzung 1,-€ verlangen muss, darüber kann man reden, aber dann bitte nicht im Zusammenhang mit „Inklusion“. Für mich als Rollstuhlfahrer ist die Benutzung übrigens
    Kostenlos. Wäre aber immer gerne bereit 1,-€ zu geben, dass ich überhaupt ein behindertengerechtes sauberes Klo finde und mich, nicht irgendwo in die Büsche
    schlagen muss, was durchaus öfter passiert. Wenn Sie sich wieder mit dem Thema „Inklusion“ auseinander setzen, dann berichten Sie doch bitte, über die großen Probleme die Betroffene Menschen in der heutigen Zeit noch haben, um überhaupt am normalen Leben in der Gesellscaft teilhaben zu können. Da werden Sie dann erkennen, dass Ihr Problem mit dem Bahnhofsklo keines mehr ist. Sollten Sie weiteren Informationsbedarf zum Thema „Inklusion“ haben, bin ich gerne bereit, Ihnen mein Erfahrungswissen mitzuteilen.
    Meine Kontaktdaten finden Sie sicher heraus.
    MfG. Karl Brunnbauer

  • von klostein

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    alles für alle bis alles alle ist! vorbei die zeiten, in denen man sich umsonst in aller ruhe einen schuss setzten oder eine line ziehen konnte, weil die meisten normalos freiwillig draußen geblieben sind. o tempora o mores!

    ansonsten: vorsicht mit dem gebrauch des wortes standesdünkel. sowas gibts nämlich auch von ganz unten nach überall (für alle, die so differenziert denken wollen) und ist genau das, was hitler in freien wahlen an die macht gebracht hat.

    wer jetzt wirklich meint, der bundeskanzler oder die stadtväter wollen, dass er sich buchstäblich verpisst, dem kann man diesen subjektiven eindruck kaum ausreden. auch nicht, dass man sich über körperbehinderte lustig und zugleich selbst lächerlich macht, indem man den anspruch auf inklusion mit zahlungsunwilligkeit gleichsetzt.

    umso entmutigender, dass jemand, der einem mitmenschen schon wegen eines im reisebudget vorausschauend eingeplanten klo-euros zur „besitzenden klasse“ rechnet und der sich in den wilhelminismus zurücksehnt, weil da angeblich keine bettler verjagt worden wären (aha!) und der auf die gesellschaft scheißt, weil die nicht von vorneherein seine maximalforderungen erfüllt… entmutigend also, dass so jemand glaubt, das wesen der meinungsfreiheit so tiefgründig erfasst zu haben, dass er uns mit so einem artikel beglücken muss.

    geh scheissn!

  • Pissnelke

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    @Klostein:
    Vielen, vielen Dank, genau das habe ich mir auch gedacht – hätte es aber nicht so treffend formulieren können.

  • Bert

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    Köstlich. Vielen Dank.

  • Oje...

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    Und Ihr drei, Klostein, Pissnelke und Bert, kommt nicht auf den naheliegenden Gedanken, dass es nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, wenn das Bahnhofsklo sauber ist, aber die Parks drum herum verschi…en?

    Stimmt schon, kann man ja außen herum gehen und sich ne Klammer auf die Nase setzen. Oh mei… wenn der Horizont halt nur bis zum Bahnhofsvorplatz reicht, dann muss man wohl so ticken.

  • Bert

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    @Oje

    Der ARTIKEL ist köstlich. Ich beschäftige mich nicht mit jedem Klostein (und auch nicht mit jedem Oje).

  • Bernhard Segerer

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    Ich hätte immer gedacht die Verrichtung der Notdurft darf nicht verweigert werden – folglich auch nichts kosten.
    Oder bin ich hier einem Urban Myth aufgesessen?
    PS Wieso werden öffentliche Toiletten eigentlich um 20 Uhr geschlossen? Weil dann alle daheim sind und ja dann dort pinkeln können?

  • Oje...

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    Zwar steht in Paragraf 323c StGB „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten ist, der macht sich strafbar“. Doch ist Druck auf der Blase i.A. kein derartiger „Notfall“.

    Andererseits steht hier (http://www.anwalt.de/rechtstipps/toilettenverbot-fuer-schueler-und-studenten_000191.html):

    „Jedermann hat das Recht, nicht, insbesondere nicht durch staatliche Gewalt am Besuch einer Toilette zur Verrichtung der Notdurft gehindert zu werden. Dieses Recht steht jedermann uneingeschränkt zu und ist z.B. durch Art. 3 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention) und Art. 1 und 2 GG (Grundgesetz) abgesichert. Es ist elementares Grundrecht, seine Notdurft ungehindert auf Toiletten verrichten zu können.“

    Allerdings geht’s im zweiten Fall nicht um die Klos privater Händler/Läden, sondern um Klos in Schulen, Universitäten etc.

    Insofern hätte jemand, der regelmäßig bei McDoof und anderswo pullern möchte und dies „Anrecht“ einfordern würde, eher schlechte Karten.

  • von klostein

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    @oje; so what? der Bahnhofsplatz ist längst ein Angstraum den viele Frauen alleine meiden. dafür mischen sich dort in aller ruhe Schüler mit Alkoholikern und Speedjunkies. Ich rate ihnen mal zum Besuch einiger Jugend-Gerichtsverhandlungen. erst mal sehen, ob das Problem Gestank wirklich zunimmt oder nicht. das ist mir zu apodiktisch. jedenfalls muss die bahn saubere und sichere Toiletten für ihre reisenden vorhalten. die bezahllösung ist momentan der bestmögliche Kompromiss – nicht der beste überhaupt! besser jedenfalls als eine zweiklassentoilette mit marmor für die oberen und spaltboden für den vierten stand. nur um die Diktion des Artikels aufzugreifen…

  • Oje...

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    @Klostein („der Bahnhofsplatz ist längst ein Angstraum den viele Frauen alleine meiden. dafür mischen sich dort in aller ruhe Schüler mit Alkoholikern und Speedjunkies“)

    Sehr richtig. Und jetzt raten sie mal, ob das besser oder schlechter wird, wenn gewisse Randgruppen auch noch quer über diesen Angstraum bieseln und sch…en, weil sie schlicht „keinen Bock“ haben, dafür Geld zu bezahlen.

    Manchmal muss man eben Dinge tun, die einem widerstreben, um die Allgemeinheit zu schützen. Zum Beispiel kostenlose Toiletten (Spritzen, Ersatzdrogen, Betreuer, Ärzte, etc.) stellen, um die Dinge nicht vollends entgleisen zu lassen.

    Die von Ihnen verfochtene „harte Linie gegen Billigbiesler“ führt im Ergebnis dazu, dass aussen herum alles noch schlimmer wird. Ein bisschen Pragmatismus täte Ihnen gut…

    (es geht doch nicht darum, dass die bahn saubere und sichere Toiletten für ihre reisenden vorhalten muss – das ist ja eh klar. Es geht darum, wie sich unsere Stadt an einem der meistfrequentiertesten Orte und in dessen Umfeld präsentiert!)

  • von klostein

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    @oje: die substitution ist wohl kaum geeignet, neue suchterkrankungen zu verhindern. meinetwegen richten sie eine fixerstube in ihrer nachbarschaft ein, wenn sie meinen, das steigert die lebensqualität in irgendeiner weise.

    in dem man die kranken auch noch an den bahnhof lockt, (wo sie sich dann natürlich betreuen und heilen lassen, haha), sorgt man genau für die eskalation die man verhindern will: offene szene, rund ein dutzend speed-erstznutzer pro woche, resultierende beschaffungskriminalität und gewalt. crystal speed ist etwas ganz anderes als alles, was sie vielleicht mal probiert haben und das polemische gewäsch von mehr pragmatismus wird der bedrohung einer ganzen generation nicht gerecht. man wird beim ersten mal abhängig und hat meist schon nach einem monat irreparable hirnschäden. hier helfen nur zero-tolerance und abschreckende prävention.

  • Sepp

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    An Oje und von klostein
    mir war ja gar nicht bewusst das es soooo viele Junkies gibt und das die alle nur am Bahnhof rumhängen… was ist jetzt dieser ? Ein Angstraum ? Ein Territorium von Besoffenen und Junkies ? Oder vielleicht auch einfach nur ein Ort wo Menschen so wie du und ich ein-, aus-, um-, steigen oder warten ? Oder alles mitanand ? Ich finde es ein bisschen lächerlich sich wegen einer bezahl Toilette solche Klischees eines Bahnhofs bedienen zu müssen und außerdem wo sind da die Nutten ? Ich für meinen Teil reg mich nicht drüber auf, weil wenn ich meine Notdurft verrichten möchte/muss, besuche ich kurz ein WC in einen der nahe gelegenen schnell Restaurants…… aber biesln im Park wäre doch eigentlich nicht mal so schlimm, oder ? Den Blumen schadest ja wohl nicht. Da könnte man so manchen kunst Dünger sparen …. Wasser marsch !!!

  • Oje...

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    Es fällt mir zunehmend schwer, hier bei RD zu kommentieren und auf Argumente der Forenteilnehmer einzugehen, da immer wieder (sachliche, keinesfalls beleidigende) Beiträge „verschwinden“, sprich: nicht im Thread auftauchen. Die eigene Argumentation wird dadurch verzerrt bzw. ins Lächerliche verkehrt.

    Frage an die Redaktion: Technisches Versehen oder Absicht? Was soll das?

    Gelöschte Kommentare werden öffentlich als solche gekennzeichnet. Insofern wurde keiner Ihrer Kommentare gelöcht. Die Redaktion.

  • Oje...

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    Danke für die schnelle Stellungnahme. Bitte verzeihen Sie in Zukunft etwaige, aus der „Not“ geborene Doppelpostings.

  • Veronika

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    Ich finde es toll! Regensburg war eben schon immer etwas teurer!
    ——–
    Man könnte auch bei der Dt. Bahn AG im Tower künftig 1.– Euro für einen Klogang abfordern. Die dort können es sicher leichter bezahlen.

  • Alkoholiker vertrieben und Wildbiesler geschnappt | Regensburg Digital

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    […] Damit ist die Regensburger Altstadt aber um einiges sicherer geworden. Oder der Hauptbahnhof (wo das legale Urinieren zwischenzeitlich einen Euro kostet) zumindest sauberer. Zum Glück hat unsere Polizei für solche Aktionen genügend Zeit und […]

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