Der Kunst- und Gewerbeverein feiert sich selbst. Vom Keller herauf riecht es ein bisschen streng, denn dort stapeln sich die Leichen. Aber als Regensburger Kunstfreund lässt man sich das Feiern nicht verdrießen.
Im Katalog zur Jahresschau findet sich auch dreiste Geschichtsklitterung. Foto: PCM
„Egal, was draußen in der Welt los war, hier im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein wurde unbeeindruckt Kunst ausgestellt.“ Mit diesem Satz eröffnete Georg Haber die Ausstellung „100 Jahre Jahresschau“. Hundert Jahre! Genauso lang, hat man zumindest das Gefühl, ist Georg Haber auch schon der Vorsitzende des Vereins (und daran gemessen schaut der Mann noch ganz frisch aus der Wäsche).
Hundert Jahre geht das nun schon so: Ob in Dachau oder in Auschwitz Menschen ermordet wurden, in Regensburg hielt man unbeirrt die Kunst hoch. Wenn alles in Scherben fällt, hier ist es die Kunst, die zählt!
Barbara Krohn präsentierte bei der Buchhandlung Dombrowsky zwei Schriftstellerinnen aus dem Writers-in-Exile-Programm des PEN: Taciana Niadbaj aus Belarus und Stella Gaitano aus dem Südsudan.
Was ist da los, was wird da gespielt? Zum Beispiel in Berlin! Nachgeschaut in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo gerade Meo Wulfs „Warten auf Bardot“ uraufgeführt wurde.
Kasperl und die Wahl der Qual, oder: der Wahlspott vor der Wahlschlappe. Christoph Maltz packt alle zwölf OB-Kandidaten in einen Sack und haut ordentlich drauf.
Karl Friedrich Esser und Hans Kapfinger: Michael Hellstern referierte über die Anfänge von MZ und PNP beim Historischen Verein im Runtingersaal in Regensburg. Die Tageszeitung interessiert das nicht.
Die Regensburger Autorin Barbara Krohn präsentierte zwei Dichter im deutschen Exil: Behnaz Amani aus dem Iran und Ariel Maceo Tellez aus Kuba lasen im Akuso. Beide mussten ihr Heimatland verlassen, weil sie verfolgt und bedroht wurden.
Schriftstellerinnen im Exil: Şehbal Şenyurt Arınlı (Türkei) und Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Eritrea) lasen und berichteten im Evangelischen Bildungswerk, moderiert von Barbara Krohn.
Seit dem 6. Mai 2013 tuckert er in München unbeirrt vor sich hin: der NSU-Prozeß. Nach vier Jahren sind nun die Plädoyers in Sichtweite. Doch vorher landete die Zschäpe-Verteidigung noch einen Coup: ein psychiatrischer Gutachter bescheinigt Beate Zschäpe, sie sei von ihrem Freund Uwe Böhnhardt systematisch mißhandelt worden. Diagnose: pathologisch dependente Persönlichkeitsstörung. Da liegt eine verminderte Schuldfähigkeit nahe. Außer die Sache liegt doch ein bißchen anders.
Bunzpräsident Gauck schwärmt am Evangelischen Kirchentag in Hamburg vor tausenden von Zuhörern von der „Inklusion“, und am Regensburger Hauptbahnhof gibt’s eine neues Bahnhofsklo. Hat nichts miteinander zu tun? Doch, doch.
Nachdem städtische Ehrenkränze auf Gräbern von Kriegsverbrechern und SS-Offizieren herumliegen, hier als kleiner Ausgleich – etwas verspätet zum ersten Todestag – ein Kranz für einen Punker, der sich um die Stadt Regensburg verdient gemacht hat.
Deutschland steht im Halbfinale, und die Altstadtfreunde laden zu einem Vortrag ein: Haben die eine Meise? Da kommt doch kein Mensch! – Irrtum: der Saal im Leeren Beutel war fast voll am Donnerstagabend. Doch der Name des Referenten erklärt alles: Dieter Wieland. Der Architekturkritiker sprach über „Die große Freiheit der Ellbogen“ im Städtebau im allgemeinen und in Regensburg im besonderen.