Kulturelles Feuerwerk bei cinEScultura

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Das spanische Film- und Kulturfestival cinEScultura bietet mehr als zehn gute Gründe, das lange Wochenende in Regensburg zu verbringen. Den imposanten Auftakt setzt der Saxophonist und Komponist Josetxo Goia-Aribe aus Navarra. Am Dienstag, den 15. Mai 2012 lässt er im Jazzclub Regensburg ab 20 Uhr typische Elemente der Folkloremusik Navarras mit Jazzelementen verschmelzen. Das Ergebnis ist eine mutige Kreation, mit der er die traditionellen Klänge seiner Heimat in ein völlig neues Licht stellt. Das Zusammenspiel von Violoncello und Saxophon oder die Kombination von Texten aus der aktuellen baskischen Literatur mit denen klassischer Werke kennzeichnen seinen kühnen und innovativen Stil. Auf seiner zuletzt veröffentlichten und nunmehr siebten CD bringt Josetxo Goia-Aribe die spanische Jota dem Jazz näher. Gesanglich unterstützt wird er dabei von Arantxa Díez. „En Jota“ ist ein einzigartiges Projekt, bei dem Saiteninstrumente und Akkordeon von Saxophon, Klavier (Javier Olabarrieta) und Kontrabass (Baldo Martínez) abgelöst werden: eine kreative, poetische und eigenwillige neue Version der traditionellen Jota aus Navarra. Am 16. Mai 2012 ist es endlich soweit: Ab 20 Uhr wird im Leeren Beutel das große Eröffnungsfest gefeiert. Als besonderes Highlight zeigt die Grupo Calli traditionelle aztekische Tänze. Wie immer auch viele Kurzfilme, Tapas und viele weitere musikalische Überraschungen, die jeden zum Tanzen bringen. Der Eintritt ist frei!! Wer am frühen Feierabend um 18:30 Zeit hat, sollte am 16. Mai 2012 unbedingt zur Stadtbücherei am Haidplatz kommen. Dort wird die Ausstellung „México Tenochtitlán“ in Anwesenheit des Fotografen Francisco Mata Rosas eröffnet. In dieser Serie, entstanden im Jahr 2005 geht Francisco Mata Rosas der Frage nach, was die Stadt Mexiko ausmacht. Belebte Plätze, traditionelle Feste, kulturelles Erbe in urbaner Umgebung, mythisch aufgeladene Porträts. Es ist eine Suche nach der Essenz des mexikanischen Volkes zwischen Folklore und Archetypischem, zwischen Verzweiflung und Stolz, zwischen Karneval und dem, was sich hinter der Maskerade verbirgt. Am Donnerstag, den 17. Mai 2012 wird die zweite Fotoausstellung eröffnet, die dem großen Dokumentarfotografen gewidmet ist. In „Tepito, ¡bravo el barrio!“ (2007) setzt Francisco Mata Rosas seiner Heimatstadt Mexiko erneut ein Denkmal. Das Viertel Tepito steht symbolisch für die ganze Stadt Mexiko. Die Einwohner von Tepito stehen im Ruf, etwas stolzer und mutiger zu sein als der Rest von Mexiko Stadt. Das Viertel ist reich an ungewöhnlichen Biografien, Glückssuchern, Menschen mit der besonderen Gabe, weder das Leben noch den Tod besonders tragisch zu nehmen, höchstens vielleicht etwas theatralisch. Besonderer Dank gilt dem mexikanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main, die wesentlich zu dieser Hommage an Francisco Mata Rosas beigetragen hat. Mata Rosas großes Thema ist die Beziehung zwischen Gesellschaft und Individuum, der Freiraum zwischen dem kulturellen Erbe, das die Mexikaner im Unterbewusstsein mit sich tragen und der persönlichen Gestaltung des Alltags. Durch das feine Gespür des Künstlers für das Surreal-Atmosphärische lässt er in seinen Fotografien die Grenzen zwischen dem Realen und der Imagination durchlässig werden und ermöglicht es dem Betrachter, der komplexen Identität Mexikos nachzuspüren. Den letzten musikalischen Leckerbissen dieses Wochenendes bietet DJ Pimp aus Gijón. Er legt am Freitag, den 18. Mai 2012 ab Mitternacht im Gloria auf. Sein Auftritt letztes Jahr verschaffte ihm eine große Fangemeinde. Und auch heuer wird er Rock, Funk, Bossa, Reggae, Drum & Bass und Hop Hop zu seinem speziellen Dance-Cocktail mixen. Doch auch die Kinofans werden reich beschenkt: Am ersten Wochenende von cinEScultura sind die Filmemacherin Ana Diéz aus Navarra und der Regisseur Jorge Ramírez-Suárez aus Mexiko zu Gast in der Filmgalerie. Ana Diéz gewann für ihren ersten Spielfilm „Ander eta Yul“ im Jahr 1989 als erste Frau überhaupt den spanischen Oskar für die beste Nachwuchsregisseurin. Ihr filmisches Schaffen zeichnet sich durch einen nachdenklichen Blick auf den Menschen und sein Handeln aus, wobei die Erinnerung den roten Faden bildet, mit dem sie die versteckten Wahrheiten hinter dem Vergessenen, dem Mangel an Kommunikation oder den Lügen ergründet. Der mexikanische Regisseur mit deutscher Wahlheimat Jorge Ramírez Suárez drehte bisher drei Spielfilme und ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filmautoren seiner Generation. Schon während seines Studiums arbeitete Jorge als Regieassistent, anschließend als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Damit kann er heute auf über 22 Jahre Erfahrung am Set zurückgreifen, mit zwanzig Spielfilmen, von denen er acht selbst produziert hat. Als Autor und Regisseur erreichte Jorge schon mit seinem Debutfilm „Conejo en la Luna“ (Rabbit on the oon) internationale Anerkennung. Die Uraufführung fand auf der Berlinale Special 2005 statt, der Film wurde in 30 Länder verkauft und auf dutzenden Filmfestivals, unter anderem in Los Angeles, Moskau und London, gezeigt. Für seinen zweiten Film Amar (LIEBEN) konnte Jorge viele Stars unter den mexikanischen Schauspielern gewinnen. 2009 lief er mit 225 Kopien in Mexiko und wurde einer der erfolgreichsten mexikanischen Filme des Jahres. In den nationalen DVD-Verleih-Charts belegte er den vierten Platz und verwies damit viele Blockbuster aus Hollywood auf die nachfolgenden Plätze. Jorges dritter Film Los Inadaptados (Die Unangepassten) feierte seine Weltpremiere auf dem Internationalen Filmfestival 2011 in Guadalajara und gewann dort den Publikumspreis. Er läuft seit September 2011 erfolgreich in den mexikanischen Kinos.

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