"Offener Brief der MZ-Führungskräfte"

Mittelbayerische greift Stadträte an: „Das sucht in der Republik seinesgleichen.“

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Die öffentliche Diskussion um die Entlassungen im Mittelbayerischen Verlag erreicht eine neue Eskalationsstufe. Nach dem offenen Brief von 20 Stadträten an MZ-Verleger Peter Esser antworten nun 28 Führungskräfte der Mittelbayerischen ihrerseits in einem offenen, allerdings bislang unveröffentlichten Brief zurück. „Dafür haben Sie vom Wähler kein Mandat erhalten“, heißt es unter anderem. Regensburg Digital veröffentlicht das Schreiben in voller Länge. UPDATE: Ein ebenso kursierendes Dankesschreiben an jene Stadträte, die den Esser-Brief nicht unterschrieben haben, liegt uns mittlerweile ebenfalls vor, unten als PDF abrufbar.

Der Stein des Anstoßes: Die Entlassungen im  Druckzentrum der MZ. Foto: as

Der Stein des Anstoßes: Die Entlassungen im Druckzentrum der MZ. Foto: as

Offener Brief der MZ-Führungskräfte an Regensburger Stadträte

Mit Ärger und Verwunderung haben wir, die Führungskräfte des Mittelbayerischen Verlags und seiner Tochtergesellschaften, den Offenen Brief gelesen, den Sie im Zusammenhang mit der Schließung der „Druckservice Regensburg GmbH“ unterzeichnet haben. Wir reiben uns die Augen, zu welchen Aussagen, Mutmaßungen, Unwahrheiten und Verdächtigungen Sie sich hinreißen lassen. Wir sehen es als vordringliche Aufgabe von Stadträten an, alles dafür zu tun, dass es einer Stadt, ihren Menschen, Vereinen und Firmen gut geht. Sie allerdings lassen nichts unversucht, um ein Unternehmen wie die Mittelbayerische mit 768 Lohn- und Gehaltsempfängern, 6780 Zustellern sowie rund 800 freien Berichterstattern schlechtzureden. Das sucht in der Republik seinesgleichen. Dafür haben Sie vom Wähler kein Mandat erhalten.

Mit Ihrer Attacke auf unseren Herausgeber Peter Esser treffen Sie nicht nur die Familien unserer Verleger Peter und Thomas Esser. Vielmehr attackieren Sie im gleichen Maß uns Führungskräfte und die gesamte Belegschaft. Deshalb wollen wir Unterzeichner dieses Dauer-Feuer gegen unser Haus nicht länger hinnehmen und mit diesem Schreiben ein Zeichen setzen. Wir sind solidarisch mit der Unternehmensleitung und den Verleger-Familien Esser. Und wir stellen uns vor die Belegschaft, um sie vor diesen Angriffen zu schützen.

Wir fragen uns, welche Führungskultur Sie in Ihrem Brief beschreiben – diejenige unseres Medienhauses kann es jedenfalls nicht sein. Wir sind stolz, unsere Arbeitskraft diesem Unternehmen zur Verfügung stellen zu können. Leider haben Sie sich von Verdi instrumentalisieren lassen. Das alles macht uns Sorge angesichts weitreichender Entscheidungen, die Sie als Stadträte treffen müssen. Ihre Absicht in diesem Offenen Brief – flankiert von fragwürdigen Medienberichten – war es ausschließlich, die MZ zu beschädigen.

Sie beschreiben ein Unternehmen sozialer Kälte. Ist Ihnen entgangen, wie vielfältig sich unser Medienhaus für soziale Belange in der Region engagiert? Hunderttausende Euro spielten die Benefiz-Galas unseres Hauses ein. Wir unterstützen wohltätige Zwecke. Wir laden jährlich Tausende Familien zu den Kinderbürgerfesten ein. Und wir tun als MZ auch unternehmensintern viel für die Beschäftigten: Beispielsweise hilft der Karl-Esser-Sozialfonds Mitarbeitern, die in Not geraten sind, großzügig.

Wie Sie wissen, hat unser Medienhaus vor kurzem den 70. Jahrestag gefeiert, an dem Karl Friedrich Esser die Lizenz Nr. 5 der amerikanischen Militärregierung für die Mittelbayerische bekam. Diesen Geburtstag feierte die Belegschaft ausgelassen und begeistert. In einem Film wurde an die traditionsreiche Geschichte des Medienhauses erinnert, an gute, aber auch an wirtschaftlich schwierige Zeiten. Viele ehemalige Mitarbeiter kamen in dem Streifen zu Wort, auch Betriebsräte. Diese lobten die integren Verlegerpersönlichkeiten von der ersten bis zur aktuellen Generation. In der MZ seien stets zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung konstruktive Lösungen möglich gewesen. Wir haben Ihnen den Geburtstagsfilm auf einer frei zugänglichen Webseite in unserem Online-Angebot (mittelbayerische.de/70-jahre-mz) zur Verfügung gestellt. Sich mit der Geschichte der MZ auseinanderzusetzen, lohnt sich. Sie werden in dem Film übrigens auch sehen, dass die Mittelbayerische erst im vergangenen Jahr für unabhängigen Journalismus mit dem Bayerischen Printmedienpreis ausgezeichnet wurde.

Die Unterzeichner des offenen Briefs an MZ-Verleger Peter Esser. Fotos: Archiv, Staudinger, Stadt Regensburg, pm

Die Unterzeichner des offenen Briefs an MZ-Verleger Peter Esser. Fotos: Archiv, Staudinger, Stadt Regensburg, pm

Ihr Schreiben enttäuscht uns zutiefst. Ob Sie es hören wollen oder nicht: Wir haben unsere Inhaber immer als Menschen kennengelernt, denen es nicht zuerst um Zahlen, sondern vor allem um ihre Mitarbeiter geht. Wir möchten Sie bei dieser Gelegenheit aber auch daran erinnern, dass es keineswegs verwerflich, ja sogar notwendig ist, als Medienhaus Geld zu verdienen. Wirtschaftlich stark zu sein bedeutet, unabhängigen Journalismus auf Dauer finanzieren zu können. Und als Mittelbayerische werden wir nicht mit Gebührengeldern finanziert, wie das beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Fall ist. 

 Unsere Verleger müssen Millionen-Investitionen in die Zukunft aus eigener Kraft stemmen. Die Inhaber haften persönlich für den Unternehmenserfolg und scheuten dennoch nicht davor zurück, große Investitionen umzusetzen, etwa den Bau eines Druck- und Logistikzentrums, eines Standorts für unseren Briefdienstleister City Mail und eines modernen Verlagshauses. Das ist Zukunftssicherung, die wir als Mitarbeiter schätzen. Das sind Signale, die uns Sicherheit geben.

Wir lassen unser Unternehmen nicht schlechtzureden, zumal die Absicht dahinter durchschaubar ist. Dennoch möchten wir mit den Stadträten ins Gespräch kommen. Deswegen werden wir Vertreter jeder Partei zu uns ins Verlagshaus in der Kumpfmühler Straße einladen. Dann werden wir unseren Gästen zeigen, was die Mittelbayerische ausmacht – ein Miteinander von Mitarbeitern und Verleger-Familien, Innovation, Tatkraft und gegenseitige Wertschätzung.

28 Unterzeichner

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Kommentare (70)

  • Linkerbazu@mirkommendieteaenen.eulic

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    Bei so viel Nibelungentreue muss ich fast heulen. Das ist ja so schön von den Mitarbeitern. Kann man deren Namen nicht veröffentlichen? Sie haben sich doch durch ihr Schreiben zu Personen da öffentlichen Lebens gemacht, die Robin Hoods von der MZ :-)

  • Stefan Aigner

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    Die Unterzeichner stehen im PDF. Beim Abtippen haben wir darauf verzichtet.

  • RW

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    Komisch – auf den eigentlichen Anlass für den offenen Brief der Stadträte wird gar nicht wirklich eingegangen – man zieht sich auf Allgemeinplätze zurück. Ich hatte die MZ abbestellt, weil sie einfach zu wenig echten Inhalt pro Seite hat. Das gleiche Problem manifestiert sich in diesem Brief.

  • KarlaKolumna

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    Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und zufriedene Führungskräfte – Wenn der Gehaltszettel passt ist das eine sehr leichte Sache.

    Über diese Erkenntnis hinaus bleibt jedoch nur:
    – Ein merkwürdiges Demokratieverständnis
    – Ein merkwürdiges Imagevideo
    – Verachtung gegenüber Gewerkschaften

    Aber leider keine einzige Silbe zu:
    -Der tatsächlichen Situation der entlassenen Mitarbeiter
    – Warum eine Weiterbeschäftigung dieser paar Mitarbeiter den wirtschaftlichen Erfolg des „Imperiums“ gefährdet hätte

  • blauäugig

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    Nicht die „Führungskräfte“ der MZ bestimmen, wofür die Stadträte gewählt wurden. Ich selber gehe davon aus, dass die Stadträte sogar im Sinne ihrer Wähler gehandelt haben.
    Ob alle freiwillig unterschrieben haben? Besonders gut gefällt mir die Bezeichnung „Chef vom Dienst“.

  • eduardo

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    Sorry! Wenn ich täglich (wegen der Traueranzeigen) die mz lese(n) (muss), und dann den Brief der „Führungskräfte der mz“ aufnehmen und verstehen darf, frage ich mich als Abo-Besteller WO / WANN diese Führungskräfte tagtäglich ihre journalistische Arbeit präsentieren. Ich finde diese Tätigkeit seit Jahren nicht mehr.

  • Paul

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    „Chef vom Dienst“ ist eine seit Jahrzehnten im Pressewesen übliche Bezeichnung für den jeweils „ranghöchsten“ im Haus vertretenen Redakteur – so etwas wie „Stellvertreter des gerade nicht im Haus weilenden Chefradakteurs“. Paradoxerweise gibt’s meist auch einen CvD, wenn der CR da ist. Soll vermutlich das lästige Tagesgeschäft von diesem fernhalten, wenn er grade mit dem Herausgeber parliert…

    Übrigens gibt’s derlei durchaus auch in anderen Branchen – etwa bei der Bundeswehr („UvD“ = diensthabender Unteroffizier).

  • hf

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    da gehts doch nur um ein dutzend leute, die sogar noch auf lohn verzichtet hätten, oder nicht? und das bringt die MZ in finanzielle schwierigkeiten? hoppala, hätt ich jetzt nicht gedacht.

  • Grosjean

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    @KarlaKolumna: Mangelndes Demokratieverständnis? Worin sehen Sie das denn? Ich finde das Schreiben eher höchst demokratisch.
    Und bitte, wenn die Gewerkschaft ihren Aufgaben in mangelhaftester Weise nachkommt ist Verachtung das falsche Wort. Eher Hohn. Die Gewerkschaft demontiert sich in diesem Fall wohl selber. Auf Kosten derer die ihren Job verloren haben wohlgemerkt.

    @hf: Ich verstehe was Sie meinen. Aber wenn Sie immer nach diesem Grundsatz handeln überlebt Ihre Firma nicht lange, oder? Noch dazu in einer Branche die mit beträchtlichen Einbußen zu kämpfen hat. Ich frage mich, was diese Leute eigentlich verdient haben…weiß das jemand?

    @eduardo: ich glaube die Hälfte der Unterzeichner sind keine Journalisten. Sie sollten mal den Teil vor den Traueranzeigen lesen. Hilft vielleicht.

  • Michael

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    Interessant und vielsagend finde ich ja die Definition, was Aufgabe von Stadträten sei:

    „Wir sehen es als vordringliche Aufgabe von Stadträten an, alles dafür zu tun, dass es einer Stadt, ihren Menschen, Vereinen und Firmen gut geht.“

    Im folgenden Satz erfährt man dann, wer oder was genau darunter zu verstehen ist: das Unternehmen.
    Das Wohlergehen der 11 ehemals Beschäftigten scheint nach Ansicht der Unterzeichner wohl nicht in diesen Aufgabenbereich zu fallen.

  • FEUDALISMUSKRITIK

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    WUNDERBAR, die FÜHRUNGSKRÄFTE bestimmen was Politikerinnen und Politiker zu denken und zu äussern haben?

    JA GENAU! Deshalb schreibt die MZ seit Jahrzehnten auch nur das, was die herrschende Klasse in Politik und der Kath. Kirche lesen will.
    Da kann man so etwas wie Treue erwarten, denn es ist doch besser eine einzige Monopolzeitung in der Bezirkshaupstadt zu haben, anstatt viele kleine Veröffentlichungen, die man dafür nicht unter Kontrolle bringen könnte.
    So sind Tausende indirekt vom Wohl und Wehe zweier kirchennaher Brüder abhängig.
    GUT GEMACHT! BRAVO!

  • Paul

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    So ein Brief ist natürlich eine oberfiese Sache – denn welcher MZ-Mensch könnte es sich leisten, dort nicht zu unterschreiben… selbst wenn er innerlich längst gekündigt hat? Wer sich der Unterschrift unter Essers Replik verweigerte, landete umgehend auf der Abschussliste… selbst wenn er Teile des Schreibens nicht für gut befindet.

  • hf

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    @grosjean: naja, das „wie“ überleben ist eben die frage… die elf leute hatten bisher druckertarif, hab ich gelesen. demnächst werden es wohl kommissionierer, leiharbeiter oder gleich mindestlöhner sein.
    aber nochmal zur position von stadträten und gewerkschaft, die so absurd eben nicht ist:
    der unternehmer weiß erstens, dass die kommune für die künftigen ü50-hartzer und deren familien aufkommen muss – also zahlen andere bürger und firmen die abfindung, die die mz verweigert… das wissen auch die stadträte.
    zweitens werden die neuen mz-arbeitnehmer ob ihres schlechteren einkommens weniger geld in der stadtwirtschaft, also bei firmen und vereinen (!) ausgeben können – wenn sie nicht gar aufstocken müssen, nur um sich eine wohnung, ein auto, essen und was anzuziehen leisten zu können. auch hier zahlt die kommune, der steuerzahler drauf.
    zu allem unglück nimmt die kommune auch noch weniger einkommensteuer ein, wohingegen wohl nicht mit mehr unternehmenssteuer durch etwaige höhere gewinne zu rechnen ist.
    der unternehmer nimmt das gemeinwesen also doppelt und dreifach in anspruch, anstatt einen für alle seiten tragbaren kompromiss zu suchen. darüber haben sich die stadträte auch so aufgeregt.
    wie auch immer, wenn es für die MZ ums langfristige überleben geht, ist das harte juristische einschrieten mit dem antisozial-anwalt wohl unausweichlich. nur war dann eben der große bahnhof zum verlegertag einigermaßen zynisch, ein faustschlag ins gesicht langjähriger mitarbeiter.
    die gewerkschaft hat folgerichtig wichtige signale gesetzt.

  • JoRö

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    Dieser „Offene Brief der MZ-Führungskräfte“ verleiht dem Kampfruf „Enteignet Esser!“ (siehe regensburg.digital vom 22.09.2015) neue Aktualität.

  • Mr. T

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    Da hat Paul recht. Ich habe keine Ahnung, wie der Brief entstanden ist, aber den als Führungskraft vorgelegt zu bekommen und nicht zu unterschreiben, wäre wohl brandgefährlich. Damit tun sich die „Führungskräfte“ keinen Gefallen. Vor allem, da der Brief ja eh überflüssig war, da er in keinster Weise auf die Vorwürfe eingeht. Anscheinend kann man sie nicht entkräften.

  • Zaar michael

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    Es ist eine sauerei höchstens Grades was da passiert. Ich habe 16 Jahre in der Druckerei des Verlages gearbeitet und weiß daher das dieses Verhalten System hat.
    Treibende Kraft hierbei ist der Geschäftsführer l. Grüneisel-was Herr Esser leider billigt.

  • Armin Maus

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    Liebe Kommentatoren, gestatten Sie einem ehemaligen Mitarbeiter des Mittelbayerischen Verlages bitte, Wasser in die Flammen Ihrer Empörung zu schütten. In der Bundesrepublik gibt es Gott sei Dank freie Unternehmer, die ihr materielles, physisches und intellektuelles Vermögen einsetzen. Ohne sie wäre unser Land nicht die ökonomische Lokomotive Europas, sondern abgewirtschaftet wie es die DDR nach Jahrzehnten sozialistischer Misswirtschaft war. Gott sei Dank sind deutsche Zeitungen in den Händen nicht von Stadträten, sondern von Unternehmern. Sie führen ihre Unternehmen so, dass sie wirtschaftliche Stärke behalten. Nur dann können sie investieren, nur deshalb sind sie nicht erpressbar, weder von Anzeigenkunden noch von Politikern. Auf dieser Basis allein funktioniert unabhängiger Journalismus. Deshalb finde ich es ausgesprochen respektabel und nachvollziehbar, dass sich unter den Unterzeichnern des Briefes der MZ-Führungskräfte so viele Journalisten befinden – die ich ausnahmslos sehr gut kenne und hoch schätze. Und weil wir schon dabei sind: Die billige Polemik gegen die inhaltliche Qualität der Mittelbayerischen Zeitung entlarvt sich selbst. Die Kollegen in Regensburg machen eine ausgezeichnete Zeitung, die immer häufiger unter den Trägern bedeutender Medienpreise auftaucht. Ich wünsche niemandem, dass er oder sie eines Tages in einem Land aufwacht, in der es keine mutigen Unternehmer mehr gibt, die ihr Geld in Medienunternehmen stecken. Man kann sein Geld einfacher verdienen als in einer Branche, die im Licht der Öffentlichkeit steht – woraus zahlreiche Zeitgenossen offensichtlich die Legitimation zu maßloser Kritik ableiten, die die Grenzen zur Diffamierung deutlich überschreitet. Ich habe die Familie Esser kennengelernt und kann den Verfassern der hasserfüllten Tiraden nur eines sagen: Seid froh, dass Regensburg solche Verleger hat. Sie werden dafür sorgen, dass diese Region auch in Zukunft eine leistungsfähige, unabhängige Redaktion an ihrer Seite hat.

  • FEUDALISMUSKRITIK

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    @Armin Maus:

    Gut gequieckt, um bei Ihrem Kosenamen zu bleiben. ;-)

    Es ist richtig, was Sie von Unternehmern schreiben die ein Risiko eingehen und sich für Deutschlands Wirtschaft starkmachen. Auch für Verleger und deren Bücher und Zeitungen muß man dankbar sein.

    ABER: Sie finden schon seit einiger Zeit weder in Bayern noch in Regensburg mehr als zwei bis drei Unternehmer, die nicht auf Kosten deren Arbeitnehmer leben, indem man fürs Freisetzen und Wiedereinstellen – meist auf einen prekären Arbeitsplatz – mit Fördermitteln von der Arbeitsagentur, von EU, von Bund und vom Land nahezu überschüttet wird.
    Zeitungsverleger braucht man – Druckzentren wurden und werden in Bayern mit staatlichen Fördermitteln in zigMillionen Euro Höhe unterstützt – um diese gesellschaftliche Umstrukturierung ohne viel Aufhebens durchziehen zu können. Der einfache Arbeiter hat keine Zeit sich schreibend zu wehren, und die Printmedie in Regensburg druckt nur, was der beteiligten Leserschaft gefällt. Kein böses Wort gegen niemanden der hier Geld locker macht. Keine Frage woher das Geld kommt und ob dieses nicht vielleicht eine Anleihe auf die künftigen prekären Arbeitsverhältnisse mit Gewissheit eines berechenbaren Ausganges künftiger politischer Wahlen ist.
    ———–
    Ich kenne Familie Esser nicht, dafür aber einige andere Verleger-Familien. Die mußten sich in den letzten 15 Jahren sehr verändern, ähnlich wie bei Essers. Nur haben diese in derem Metier noch Mitbewerber, was die MZ nicht hat. Herrn Aigner wird man kaum auch nur ein Prozent derjenigen Mittel/ Jahr zukommen lassen, die man über verschiedenste Schleichwege für den Komplex der MZ / Monat parat hält.

  • Mr. T

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    Armin Maus, Redaktuer oder Lektor waren Sie aber hoffentlich nicht, oder? ;-)
    Die wirtschaftliche Stärke erhalte ich nicht unbedingt dadurch, dass ich meine Mitarbeiter bis zum Letzten ausquetsche – eher umgekehrt. Mit diesem Argument wäre ja jeder Gewinnmaximierung ohne jegliche Rücksicht Tür und Tor geöffnet.
    Und zur Abhängigkeit von Anzeigenkunden sei beispielsweise nur an den Streik bei der Bischofshof-Brauerei erinnert, der komischerweise in der MZ keinerlei Erwähnung fand. Sie besteht eigentlich nur aus unredigiert übernommenen dpa-Meldungen, gefälliger lokaler Berichterstattung, Sportergebnissen und lokalen Sportnachrichten sowie Anzeigen. Kritische Bereichterstattung findet nicht statt.

  • Ulf

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    Bedeutende Medienpreise? Kategorie „Beste dpa-Collage“? Wilfried-Scharnagl-Medaille in Gold?

    Dass Preise nichts bedeuten müssen, sieht man doch schon am Verdienstblech, das man dem Oberwohltäter Esser so umhängt.

  • Paul

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    Lieber Armin Maus,
    „bedeutende“ Medienpreise habe ich auf Anhieb keine gefunden, dafür aber das hier:

    – Oktober 2008: „Schleichwerbung! Presserat rügt Mittelbayerische Zeitung.“

    – März 2013: „Wegen einer „schweren Verletzung des Datenschutzes“ hat der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats eine Rüge gegen die Mittelbayerische Zeitung ausgesprochen.“

    (zur Erinnerung: Der Presserat rügt üblicherweise etablierte „Qualitäts“medien wie „Bild“ (regelmäßig), „Das Goldene Blatt“ und „Revue heute“ – dass eine regionale Tageszeitung binnen weniger Jahre gleich zweimal gerügt wird, ist extrem selten und zeugt von der journalistischen Qualität, die sie enthält…)

    Gefunden habe ich an „Medienpreisen“ eigentlic nur das hier (in der beliebten MZ-Rubrik „Wir schleimen uns schleichwerbungsgerecht an unsere Anzeigenkunden ran, indem wir ihnen einen Preis verleihen!“):

    http://www.mittelbayerische.de/anzeigen/aktion/medienpreis/

    Meinten Sie das mit „bedeutendem Medienpreis“, Herr Maus?
    Ach so.

  • Vamp

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    Kann die Gewerkschaft bitte mal annähernd die Zahlen nennen, um die es hier geht?
    Also um wie viele Personen handelt es sich denn nun, die in einen anderen Tarif oder Vertrag hätten wechseln sollen? Dazu ging es unterschiedlichste Gerüchte. Und dann würde ich gerne einmal wissen, um welche Summen wir hier sprechen. Es ist schwierig vorstellbar, dass es hier um existenzgefährdende Lohneinbußen geht, wenn die Rede von 10-15% ist und man sich mit den Tarifen und Löhnen dieser Branche einmal beschäftigt hat. Die liegen nämlich weit, weit, weit über Mindestlohn, manch ein Hochschulabsolvent würde sich da die Finger lecken bei dem Jahresgehalt, was diese Branche die letzten Jahre gezahlt hat. Jetzt sollten beide Parteien doch einmal die Karten auf dem Tisch legen. Ich bezweifele aber, dass es hier um existenzgefährdende Einschnitte bei den Mitarbeitern ging. Ob man bei den Tarifen 65, 55 oder 50tausend verdient im Jahr macht eher noch den Unterschied bei der KFZ-Marke, die sich die Angstellten leisten und Einschnitte im unteren Prozentbereich bringen da wohl kaum jemanden in echte Hungersnot, so wie hier mittlerweile andauernd suggeriert wird. Das legitimiert natürlich nicht das Vorgehen der Herren dort, würde aber eine klarere Sicht auf die wirkliche Brisanz ermöglichen. Aktuell feuert jeder nur aus vollen Rohren, lasst mal echte Zahlen sprechen!

  • Wolfgang

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    Auch ich habe die MZ abbestellt, zu groß war der Ärger, Gründe dafür:
    * die Berichterstattung zu Veranstaltungen von Peter Kittel. Ganz offensichtlich und klar erkennbar wird seinen Veranstaltungen außerordentlich viel Platz eingeräumt, wohl aus enger privater Verbandelung mit Führungskräften. Soll er doch wie alle anderen Anzeigen schalten!
    * die Anbiederung an das Fürstenhaus, die zu oft „Fremdschämen“ auslöste. Für derartige Berichte gibt es die Gala oder andere Blätter.
    * das tägliche Gefühl bei der Morgenlektüre, dass die MZ nach 3 Minuten gelesen ist, aber nichts relevantes drinstand.
    Wie gut täte ein echter jounalistischer Wettbewerb

  • KarlaKolumna

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    @grosjean Ich schließe mich den Ausführungen von Michael an.
    Ganz persönlich würde mich interessieren, wie Sie denn die Aufgabe der Gewerkschaft in diesem Fall sehen. Nur als Rechtsberatung im Stillen für die entlassenen Mitarbeiter? Und auch, wo konkret in ihrem Fall die Gewerkschaft etwas „auf dem Rücken“ dieser Personen austrägt. Also konkret wo der Nachteil der Mitarbeiter sein soll.

  • Andreas Stern

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    Herrlich – und in gewohnter Manier der Printmedien noch dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen eins mitgegeben. Auch wenn das in dieser Sache aber sowas von nullkommanull Thema ist. Peinlich für Journalisten und „Führungskräfte“, wenn man seine immer gleichen Reflexe nicht mehr im Griff hat. Aber klar, Politiker sind alle Flaschen – und das zwangsfinanzierte deutsche Fernsehen ist eh eine Zumutung.

  • Betonkopf

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    Der Seitenhieb, wenn man das Genöle der Führungskräfte der MZ mal großzügig so nennen will, erklärt sich wohl daraus, dass der BR über die Entlassungen berichtet hat.
    Regensburg-digital kommt übrigens auch vor, wenngleich besser versteckt, und zwar als „flankiert von fragwürdigen Medienberichten“.

  • Hörmann

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Hainer

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    Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!
    Ganz toll der Hinweis auf die Familien von P.+T. Esser die auch unter dieser Situation leiden. Die Familien der Gekündigten werden natürlich mit keiner Silbe erwähnt. Die haben nicht zu leiden. Einem dieser Leute wurde innerhalb von 5 Jahren zum 2. mal von der MZ gekündigt. Fragen sie mal den, wie es Ihm und seiner Familie geht.
    Dieser „offene Brief“ ist purer Zynismus. Würde ich in dieser Firma arbeiten, hätte ich jeden Tag Angst um meinen Arbeitsplatz.

  • Hörmann

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    „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
    Paul Sethe, Gründungsherausgeber der gewiss nicht Sozialismus-verdächtigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, stellte dies 1965 fest.
    Ratet mal, was für „Meinungen“ das sind…
    (http://www.nachdenkseiten.de/?p=27208)

  • Armin Maus

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    Schönen Dank für die lebhafte Debatte. Ich würde gerne ein paar Dinge nachtragen.
    1. Thema Verantwortung: In der Branche werden viele Druckereien geschlossen, die Jobs sind dann weg. Die Wirtschaftlichkeit zwingt dazu. Regensburg geht einen anderen Weg. Diesen Aspekt vermisse ich in der Diskussion.
    2. Thema Journalistenpreise: Wer googeln kann, findet zum Beispiel den Deutschen Lokaljournalistenpreis, eine der drei wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Oder wie wäre es mit mehreren European Newspaper Awards?
    3. Thema Presserat: Die deutschen Verleger und Journalisten betreiben eine extrem aufwändige und seriöse Selbstkontrolle, die international vorbildlich ist. Der Pressekodex setzt – notwendigerweise – sehr strenge Maßstäbe. Ich kann nicht erkennen, dass die MZ auffallend oft gerügt würde.
    4. Zur Person, weil die Frage aufkam: Ich bin Chefredakteur einer großen Zeitung in Niedersachsen und stolzer Angestellter einer erfolgreichen, großen Mediengruppe, die mit der Mittelbayerischen nicht verbunden ist. Für mangelnde stilistische Elastizität meines Posts bitte ich um Nachsicht. Ich habe sicher schon eleganter geschrieben. Die selbstgerechte Herablassung, die aus einigen Posts und aus einigen Passagen der Berichterstattung spricht, tut meiner Schreibe offenbar nicht gut.

  • Edu

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    Der Verweis auf die öffentlich-rechtlichen TV-Medien ist drollig! Kriegt TVA-Ostbayern etwa nichts vom sogenannten Kabelgroschen, der aus unser aller Steuergeldern genommen wird? Und zu wieviel Prozent sind die Essers, respektive die Mittelbayerische, an diesem Regionalsender beteiligt?

  • Betonkopf

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    Herr Maus,

    zu 1. bleibt nur zu sagen, dass der Verlagsgeschäftsführer Wunnike selbst äußert, die MZ „stehe so stark da, wie noch nie.“ Können Sie hier in der preisgekrönten Qualitätspresse nachlesen: http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/verlage-wollen-keine-stuetze-vom-staat-21705-art1297612.html
    Eine Begründung von betriebsbedingten Kündigungen oder der Notwendigkeit von Rationalisierungen hört sich anders an.

    Zu 2.: Der MZ seien ihre Preise gegönnt. Mit einer sozial verantwortlichen Unternehmensführung hat meines Erachtens aber keiner zu tun. Man muss aber kurz spotten, wenn der Bayerischer Printmedienpreis 2014, der laudatiert wird mit der Aussage „Besonders die verlegerische Leistung der Mittelbayerischen Zeitung verdient daher Beachtung und ist ausschlaggebend für die Vergabe des Unternehmerpreises an diesen Verlag“ umgedeutet wird in laut dem offenen Führungskräftebrief einen Preis für „für unabhängigen Journalismus „.
    Das können Sie hier nachlesen: http://www.bayerischer-printmedienpreis.de/bayerischer-printmedienpreis-2014-aigner-wuerdigt-innovationen-der-printbranche/

    Zu 3.: Kann ich auch nicht erkennen.

    Zu 4.: Ihre Sache.

  • Mr. T

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    Armin Maus, zuerst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich hinter Ihrer Schreibe keinen Chefred. erkannt habe. Aber den Rausschmiss einer Handvoll Beschäftigter (von 768) im Herbst ihres Berufslebens wegen ihrer Weigerung eine Gehaltskürzung von 30% zu akzeptieren mit wirtschaftlichen Zwängen zu rechtfertigen, ist mehr als billig. Vor allem, um einen unabhängigen Journalismus zu erhalten, der jetzt schon nicht mehr zu erkennen ist, treibts auf die Spitze. Wo leistet denn die MZ herausragendes? Bitte um Beispiele! Wo sind die Perlen des Lokaljournalismus?

  • Grosjean

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    @ Mr. T: Sie werfen hier allesamt mit Zahlenmaterial um sich das jeglicher Grundlage entbehrt. Wo haben Sie denn die 30% her?

    @ KarlaKolumna: Ich denke einfach, hätte sich die Gewerkschaft auf einen Kompromiss eingelassen, hätten die Herrschaften ihre Jobs noch. Keine Firma kann es sich (im kleinen Regensburg) leisten, einfach so ewig altgediente Mitarbeiter zu entlassen. Vor allem dann nicht, wenn der eigene Namen, Reputation usw. daran hängt. Das wäre doch kontraproduktiv in jedem Sinne. Die wirtschaftliche Lage der MZ und erst recht von so einem kleinen Ableger einschätzen zu können entzieht sich doch unser aller Kompetenz. Kann man es da nicht als gegeben hinstellen: ja, schwierige Branche, Löhne zu hoch (im Branchenvergleich), die müssen handeln. Warum tun Sie so, als wüssten Sie mehr als die, die das entschieden haben? Ich glaube das Problem ist, dass es nicht von BEIDEN Seiten Zahlen und Statements gibt. Die bisherige Diskussion fußt einfach auf gefährlichem Halbwissen. Btw ist es nicht meine Aufgabe daran etwas zu ändern. Wie wäre es an dieser Stelle mal mit „unabhängigem Journalismus“?
    Der Nachteil den die Mitarbeiter erfahren haben ist übrigens der einer Gewerkschaft, die nicht in ihrem Sinne gehandelt hat. Nämlich dass sie ihre Jobs behalten. Für Besseres als -30%.

  • Stefan Aigner

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    @grosjean

    Nach den Infos, die mir bisher (!) vorliegen, wird in der Zeitungsfertigmacherei in anderen ostbayerischen Verlagen noch nach dem Drucktarif gezahlt. Aber das liefern wir auf jeden Fall noch nach.

  • Mr. T

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    Ich hab die 30% irgendwo gelesen so weit ich mich erinnere. Stimmt das nicht? Wären es weniger gewesen? Hätten die Angestellten nicht 13% oder so akzeptiert? Um wieviel Angestellte ging es? 10 oder 11? Dann ist es ja noch lächerlicher. Das hätte den Verlag sicher nicht ins Wanken gebracht.

  • schlechtreden oder schlecht handeln

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    Eine seltsam hohle und geistlose Replik „der MZ-Führungskräfte“. Man wehre sich gegen ein „Schlechtreden“, die MZ würde unter ein Dauerfeuer gestellt, die MZ würde angegriffen und soll beschädigt werden. Sonst nichts, keine Inhalte, kein Sachbezug, keine Diskussion, keine Gegendarstellung. Warum so dröge?

    Weiß man vielleicht um das eigene fragwürdige Verhalten nur zu gut Bescheid? Was gibt es armseligeres als alte Mitarbeiter derart abzufertigen? Im Grunde denkt das wohl jeder Mitarbeiter und jeder hier im Städtchen! Da nützt auch ein Werbefilm über 70 Jahren MZ nichts. Ein ausgehöhltes Image trägt nicht weit. Wer Menschen derart düpiert, muß sich nicht wundern wenn ihm keine Argumente mehr einfallen – für ehrabschneidendes Verhalten gibt es keine Argumente.

  • Vamp

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    In der Tat scheint das ganze Szenario mittlerweile schon sehr gegen die Wand gefahren und riecht doch irgendwie verdächtig nach einem mittlerweile perfidem Kleinkrieg auf dem Rücken der Angestellten:

    Hochbezahlte, verräumte oder abgesägte Arbeitnehmer (im Gegensatz zu manch anderen Kollegen und Sparten könnte man auch böswillig überbezahlt sagen?), die zu heute nicht vergleichbaren paradiesischen Tarifzeiten eingestiegen sind und viele Arbeitsjahre dieser Firma geopfert haben, eine Welt, die sich mittlerweile seit 30 Jahren einfach weitergedreht hat und deren wirtschaftlicher Konkurrenzkampf knallhart und einfach bitter unmenschlich geworden ist, Gewinnmaximierung als Maxime vieler Branchen, enttäuschte Führungskräfte, die sich nur noch unverstanden fühlen, eine sehr aggressive Gewerkschaftsarbeit, die mittlerweile Opfer bereitwillig in Kauf nimmt und auch vor persönlichen Angriffen über zweifelhafte Flugblattverteilung in der Nachbarschaft nicht zurückschreckt, Haustarifverhandlungen in der gesamten Zeitungsbranche, die seit gefühlten Ewigkeiten komplett festgefahren sind, ein berühmt berüchtigter Presserechtsanwalt, mit entsprechendem Ruf in der Branche und dem eine Kettenhundschärfe nachgesagt wird, ein verzweifelt gesuchter „unabhängige Journalismus“ in der MZ, hier im achso kritischen Blog, in den öffentlich Rechtlichen, eine Zeitung, die ihr eigenes Medium nicht nutzt um aufzuklären, irritierte Stadträte, seltsame vorwurfsvolle Wutbriefe, eine Branche die sich massiv verändert in vielen Bereichen und sinken zu droht, Gewerkschaften deren Macht in der Medienbranche zusehends fast gänzlich entschwindet weil die jungen Medien-Menschlein in neuem Selbstverständnis viel selbstbestimmter agieren und sich weniger in Gewerkschaften organisieren, eine Schere von zunehmend ungleicher Entlohnungen der identischen Arbeit, die immer weiter aufgeht, Sozialneid, Arroganz überall und überhaupt: Viel Befindlichkeiten, Gerüchte garniert mit viel Nix-Genaues-Woas-Ma-Eigntlich-Niad.

    Das ist doch Stoff genug für eine wöchentliche, spanende Working-Class-Soap mit Erfolgsgarantie auf Phönix oder 3Sat.

    Wenn es nicht so bitter wäre, weil es um Menschen und deren Zukunft geht.

    Auf Arbeitnehmerseite ebenso wie auf Arbeitgeberseite.
    Die gekündigten Familienväter und die geprügelte Verlegerfamilie.
    Gewinnen kann da wohl keiner mehr. Saudumm alles.

    Zeit sich nochmals zusammenzusetzen und pragmatisch und rational über die Zukunft von Menschen und Unternehmen zu verhandeln?

    Verdi? MZ?

    Come On! Ihr habt doch mehr drauf als so ein Drama und solche Grabenkämpfe!

  • Paul

    |

    Ach, Herr Maus…

    ad 1: „Regensburg geht einen anderen Weg.“
    – Aha, welchen Weg geht“Regensburg“ (sprich: Esser junior) denn? Ganz offensichtlich den, künftig mit billigen Leiharbeitern zu arbeiten und so das Lohnniveau auf unsozial-schäbige Weise zu drücken – obwohl der Verlag schwarze Zahlen schreibt und die (nunmehr) Ex-Mitarbeiter bereit waren, auf 13 Prozent Lohn zu verzichten.

    ad 2: „Journalistenpreise….[die MZ hat] mehrere European Newspaper Awards [gewonnen]“.
    – Aha. Nun, ich kann googeln, und z.B. hier findet man sämtliche Hauptpreisträger des ENA zwischen 1999 und 2014: https://de.wikipedia.org/wiki/European_Newspaper_Award

    …die MZ ist allerdings nicht dabei. 2009 hat die Stuttgarter Zeitung (regional) gewonnen, und 2010 die Berliner Morgenpost (regional). Das war’s für Gesamtdeutschland. Seit mindestens 1999 hat keine einzige deutsche Lokalzeitung mehr gewonnen (selbstredend auch nicht die MZ), und lediglich die beiden genannten Regionalzeitungen. – Wieso werfen Sie hier Nebelkerzen, Herr Maus? Was soll das?

    ad 3: „Presserat (…) Ich kann nicht erkennen, dass die MZ auffallend oft gerügt würde.
    – Es ist vielmehr so, dass gerade in den letzten Jahren keine andere deutsche Lokal- bzw. Regionalzeitung öfter(!) gerügt wurde. Um das zu erkennen, muss man allerdings etwas tun, was man bei der MZ im neuen Jahrtausend offenbar verlernt hat: recherchieren und 1+1 zusammenzählen.

    ad 4: „Die selbstgerechte Herablassung, die aus einigen Posts und aus einigen Passagen der Berichterstattung spricht…“
    – Um auf Augenhöhe zu diskutieren, muss man fair und ehrlich agieren. Was Sie hier abliefern, Herr Maus, ist weder fair noch ehrlich, sondern erinnert mich frappierend an die Arbeitsweise des Medienhauses, um das es hier geht: Eine tendenziöse, interessensgesteuerte Berichterstattung, gespickt mit Halb- und Unwahrheiten. Man kann seinen Stallgeruch halt nicht verhehlen, nicht wahr, Herr Mau? – auch wenn’s inzwischen 13 Jahre her ist, dass Sie die MZ verlassen haben…

  • Grosjean

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    @Paul

    1. Wie Sie bei einer KG auf die Idee kommen, Sie wüssten über die wirtschaftlichen Belange derselben besonders gut Bescheid, ist mir ein Rätsel. Sie wissen doch gar nicht wieviel die Leute vorher verdient haben, oder? Vielleicht wären sogar 13% in Ordnung gewesen. Sie haben von der Branche augenscheinlich keine Ahnung. Bei Ihnen Tönen doch schon die Alarmglocken wenn Sie nur „Tarifverhandlungen“ hören.

    2. Mit Wikipedia haben Sie sich gerade selbst disqualifiziert. „Google ist dein Freund“ -> http://www.mittelbayerischer-verlag.de/der-verlag/auszeichnungen/
    Und bitte zwingen Sie mich nicht dazu, das auf der Seite der ENA zu suchen. Wieso werfen Sie mit gar nichts?

    3. Da haben Sie Recht. Öfter wurde niemand gerügt. Kann aber passieren, man muss das schon wollen demnach eine grundsätzlich „schlechte“ Haltung zu unterstellen.

    4. Halb- und Unwahrheiten? Das soll wohl ein Witz sein! Checken Sie doch mal woher hier Informationen und Zahlen kommen. Sich darauf zu verlassen ist nicht nur verantwortungslos sondern wird auch nicht dem Anspruch derer die hier verkehren gerecht.

  • hf

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    @Paul: der ENA wurde der MZ 2015 verliehen, so aktuell ist das Wiki aber nicht.

    Allgemein muss man zu den Journalistenpreisen sagen, dass sie oft nicht das Papier wert sind, auf dem die Urkunden gedruckt werden. Beispiel: 2013 wurde die Financial Times Deutschland für ihre letzte Ausgabe (vor der Einstellung aus wirtschaftlichen Gründen) mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet. „Der Henri-Nannen-Preis wird vom Magazin „Stern“ und dem Verlag Gruner + Jahr vergeben, der die chronisch defizitäre „FTD“ eingestellt hatte.“ (Stern Online)
    Im Jahr 2015 wurde dann selbst der Nannen-Preis nicht mehr vergeben, offenbar aus finanziellen Gründen. Möglicherweise aber auch, weil sich kaum noch glaubhafte Gewährsleute finden und bezahlen lassen, die als Juroren ihren guten publizistischen Leumund für eine solche Schmierenkomödie auf den Müll werfen…

    Das eigentliche Problem, das die MZ hat, ist wohl eher, dass Chefetage und mittleres Management offensichtlich die Erdung verloren haben. All die Rieseninvestitionen, neue Firmen, neue Produkte, neue Druckerei, ein neues Hauptquartier, das manchen Bond-Bösewicht neidisch machen könnte, und dann kann man nicht mal mehr elf Altgediente ordentlich abfinden. – Aber eben diese Leute sind doch die letzten Abonnenten. Die ganze Welle an Altersarmut und Harz-Beziehern, die man hier so unbedacht pars pro toto rechtfertigt, das sind die schwindenden Abozahlen – eine Abwärtsspirale, ein von den neoliberalen Vermögensnachkommen selbst geschaufeltes Grab.
    Wenn ich da jetzt als Berufsanfänger landen würde, hätte ich eine Scheißangst, mir einen Kredit zu nehmen oder was. Mittendrin wirst du ausgelagert und ersetzt…

  • Vamp

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    „Dennoch möchten wir mit den Stadträten ins Gespräch kommen. Deswegen werden wir Vertreter jeder Partei zu uns ins Verlagshaus in der Kumpfmühler Straße einladen.“

    Lassen wir uns überraschen, wie ernst es die untezeichnenden Stadträte meinen mit ihrem Mandat den wählenden Bürger zu vertreten und die Einladung annehmen und sich mit der MZ an einen Tisch setzen werden. Das wird definitiv spannend. Wenn die MZ halbwegs schlau ist und daraus keine reine Marketingveranstaltung macht sondern mit den Personen ehrlich und auf Augenhöhe zum Thema auch inhaltlich spricht (nicht so wie in diesem Brief), dann könnte das durchaus sehr spannend und gut werden. Mal sehen ib und wer dieses Angebot aber überhaupt annimmt.

    Ich erweitere meinen Appel von oben daher noch um ein:

    Come On, Stadträte!

  • Betonkopf

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    Wenn die Stadträte ihr Mandat ernst nehmen, dann nehmen sie den Termin bei der MZ wahr. Und bringen Ver.di Sekretär und Betriebsrat mit. Sonst ist dir Propagandaschau garantiert.

    Das dürfte aber schwierig werden, denn laut der Berichterstattung hier, hatvwohl wenigstens der Betriebsrat der DSR bei der MZ Hausverbot.

  • Betroffener:

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    Ich möchte als Betroffener kurz was sagen.
    Wir dürfen hier leider nicht über Zahlen reden da wir bei der Einstellung eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben haben.
    Wir wurden nach dem Tarif der Druckindustrie bezahlt was die Zuschläge angeht (danach braucht man nur zu Googeln) und hatten einen Grundstundenlohn.
    Aber Frage: ist es nicht gerecht wenn Ich Nachtschicht Samstag Sonntag Feiertag Arbeite dann auch Zuschläge bekomme??
    Ist da ein Unterschied ob Ich Drucker bin oder Weiterverarbeitung? Arbeite Ich da nicht die selben Schichten.
    Und vielleicht sollte man sich mal Gedanken machen oder Fragen was an so einem Fremdauftrag die unter der Woche tagsüber produziert werden verdient ist…

  • Kredit verspielt

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    hf: „und dann kann man nicht mal mehr elf Altgediente ordentlich abfinden … eine Abwärtsspirale… Wenn ich da jetzt als Berufsanfänger landen würde, hätte ich eine Scheißangst, mir einen Kredit zu nehmen oder was. Mittendrin wirst du ausgelagert und ersetzt…“

    Genauso ist es. Vertrauen wird verspielt. Der „Kredit“ funktioniert nicht mehr. Das ist das Problem, dass auf solche Arbeitgeber/in solchen Situationen kein Verlass mehr ist.

  • Grosjean

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    @Betroffener:
    Also wenn ich mir den Tarif im Internet raussuche und von der höchsten Gruppe ausgehe (weil ja im Durchschnitt über 30 Jahre dabei) dann komme ich im Drucktarif auf 58632,- im Jahr. Minus 11% gleich 52182,-. Kommt mir nicht so wenig vor, komme ich der Wahrheit damit nahe?

    Wie Sie sagen, „Weiterverarbeitung“. Warum sollten Sie dasselbe bekommen wie gelernte Drucker?

    Um auf Ihre Frage zu antworten: ich finde, das richtet sich nach dem was Sie sonst verdienen. Zuschläge grundsätzlich auf jeden Fall. Ist Ihr Verdienst aber im Branchenvergleich eh überdurchschnittlich ist es doch klar, dass das Management sich dazu Gedanken macht.

    Ich schließe mich der MZ Meinung da an und sage sie wurden einfach schlecht beraten.

  • Bert

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    @grosjean

    Warum die Weiterverarbeiter nach dem Drucktarif bezahlt werden sollten?

    Nun, diese Tätigkeit ist ausdrücklich im Manteltarifvertrag von Druck und Papier mit aufgenommen. Die Weiterverarbveiter bekommen nicht dasselbe wie ein Drucker, sie erhalten eben den Lohn, der laut Drucktarif für diese Tätigkeit vorgesehen ist. Beim Neuen Tag z.B. wird das auch bezahlt, auch beim Donaukurier, um mal zwei direkte Konkurrenten zu nennen. Wer Tarif will, wird bei der MZ gekündigt. So sieht es leider aus. Nur weil in anderen Branchen schlechter oder gar nicht mehr nach Tarif bezahlt wird, ist das kein Grund, den Weiterverarbeitern ihre tarifliche Bezahlung zu missgönnen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wer gegen die tarifliche Bezahlung anderer agitiert, schneidet sich langfristig ins eigene Fleisch.

  • bürgerblick

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    MZ – Brief an die Stadträte: So einen Brief hat die Republik noch nie von Journalisten zu lesen bekommen.
    Die MZ erhebt den Anspruch zu der politischen Wertung was die Politiker (Stadträte) zu tun haben. (Mandatsmissbrauch wird hier angeprangert)
    Das ist auch einmalig in der Republik. Kritik von außen wird bei der MZ als “Attacke” oder auch “Dauerfeuer” reflektiert.
    Das ist aus dem Sprachschatz der Militärs.
    Es wäre angebracht und aktueller als momentane Bomenfundberichte, wenn die MZ ihre „treuen” Leser auch über diese unsäglichen Stadtratsangriffe gegen diese alleinige vorbildhafte Regionalberichterstattungsloge informieren würde. Der Leser ist schließlich daran interessiert wem er das nächste Mal kein Mandat mehr gibt. Bestimmt all denen die die MZ verunglimpfen und schaden, wie die MZ selber feststellt.

  • Paul

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    @Maus, @Grosjean, @hf etc…

    zum Thema „die MZ als vielgepreiste Zeitung“ – tja, offenbar lesen Sie nur „Preis“ und sind sofort hochbegeistert… man sollte aber auch einordnen und zwischen den Zeilen lesen können, das zeichnet einen guten Journalisten aus – nicht wahr, Herr Maus?

    Also: Die genannten ENA-Awards wurden der MZ ausdrücklich in RANDkategorien vergeben. Die MZ hat, natürlich, NICHT den Hauptpreis gewonnen – und nichts anderes habe ich geschrieben. Ich schrieb: „…hier findet man sämtliche Hauptpreisträger des ENA zwischen 1999 und 2014…die MZ ist allerdings nicht dabei.“

    Dass die MZ den ENA-Hauptpreis 2015 gewonnen haben soll, ist wohl eher in die Kategorie „Gerücht“ einzuordnen.

    Die ENA-Randkategorien dagegen (Motto: „Hurra, jeder kriegt nen Preis…“) haben mit gutem Journalismus nur bedingt etwas zu tun – dazu reicht offensichtlich ein „vorbildliches Design in der Kathegorie ‚Beilage'“… ich bitte recht schön: DESIGN DER BEILAGE… was hat das mit gutem Journalismus zu tun?

    Ich darf in diesem Zusammenhang nochmal Armin Maus zitieren:
    „Die billige Polemik gegen die inhaltliche Qualität der Mittelbayerischen Zeitung entlarvt sich selbst. Die Kollegen in Regensburg machen eine ausgezeichnete Zeitung, die immer häufiger unter den Trägern bedeutender Medienpreise auftaucht.“

    Äh… tja… na klar, Herr Maus: Hübsch ist sie ja, die MZ, sogar preiswürdig hübsch… aber INHALTLICHE Qualität verbinde ich mit diesen Preisen nicht unbedingt.
    Die vom Design her mit Abstand hochwertigsten und optisch hübschesten Magazine sind übrigens ausnahmslos – richtig: 100%ige Werbeblättchen, gemacht von Marketing- bzw. PR-Agenturen in Zusammenarbeit mit kommerziellen Firmen. Das ist aber halt ebensowenig seriöser Journalismus wie Mehmet Scholl ein unabhängiger Sportjournalist ist.

    Übrigens finde ich auf der von Grosjean verlinkten MZ-Eigenlobpreis-Seite (http://www.mittelbayerischer-verlag.de/der-verlag/auszeichnungen/), wie bereits erwähnt, einige MARKETING-Preise (ja, genau: Lob für das tolle Marketing des Mittelbayerischen Verlags, z.B. … „herausragende Leistungen im Zeitungsmarkting“, ausgezeichnet von der „International Newspaper Marketing Assciation“) – sowie Preise für die „Leser-Blatt-Bindung“ (wie immer das gemessen wurde).

    Qualitätspreise, sprich: Preise für guten Journalismus – sprich: gute Recherche, ausgezeichnete Reportagen, tiefgründige Hintergrundartikel, etc. – habe ich dagegen in Zusammenhang mit der MZ keinen einzigen gefunden.

    Aber vielleicht mag mir einer der drei Herren(?) ja beim Suchen helfen? Ich lerne gerne dazu.

  • hf

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    @paul: dass ich sie berichtigen musste, um bei der wahrheit zu bleiben, heißt nicht, dass ich ihnen inhaltlich widerspreche. siehe nannen-preis.

  • Betroffener

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    Thema Brutto Jahresdurchschnitt:
    Wer im Internet suchen kann heißt noch lange nicht das er auch denken kann.
    Ich habe ein Jahr lang nur tagsüber gearbeitet und habe einen Netto Lohn von unter 1900 Euro bekommen und das ist für einen Facharbeiter eigentlich normal. Alles andere sind Feiertags-, Sonntags-, Nachtzuschläge und Antrittsgebühren. Du hast kein Weochenende wo du irgend etwas mit deine Familie oder Freunden planen kannst dafür hast unter der Woche einen freien Tag, wirst an freien Tagen einfach in den Schichtplan eingetragen und musst dann schauen das du diesen Tag doch bekommst und wirst dann auch noch mit einem blöden Spruch angemacht – werd ich mir merken wenn du mal wieder was brauchst- usw., vom schlafen bei solchen Schichteinteilungen wir sie bei uns gehandhabt werden will ich gar nicht reden, ich kann zu fast keinen Veranstaltungen die meinen Sohn betreffen gehen, egal ob Schule oder Sport, ich verstehe da diese absolut idiotische Diskussion über ein durchschnittliches Bruttogehalt das mit meinem eigentlichen Netto absolut gar nicht zu tun hat. Also Leute, ich hoffe ihr werdet für diesen Müll den da einige von sich geben gut bezahlt oder ich würde sagen – haltet einfach euren Rand wenn ihr keine Ahnung habt- , oder seid ihr von der Führungsetage?
    Kannst dich liebend gerne mal mit mir treffen dann kannst mit mir diskutieren aber wenns geht vor deinem nächsten Müll den du von dir gibst.

  • Paul

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    @hf:
    Sorry, Sie haben recht – inhaltlich stimme ich Ihnen natürlich ebenfalls zu. Angesichts der Versuche des EX-MZ-Mannes Armin Maus, der MZ mittels Designpreisen inhaltliche Qualität zuzusprechen und ansonsten nicht weiter darauf einzugehen, wie unsozial der Mittelbayerische Verlag langjährige Mitarbeiter wegklatscht, ist mein Temperament wohl ein wenig mit mir durchgegangen.

  • hf

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    danke@betroffener

    laut kündigungsschutzgesetz kann jemand nach über 20 jahren im selben betrieb bei betriebsbedingter kündigung mit einer abfindung von etwa einem bruttomonatseinkommen je berufsjahr rechnen. bei 1900 netto + zulagen rechnen wir mal grob mit 3000 brutto und 20 jahren macht mindestens 60000 euro. das dürfte jedes normale gericht so bestätigen.
    geboten waren von essers 13000 euro, heißt also: etwa 47000 euro will er pro mann einsparen, bei elf leuten also grob ne halbe million.

    so, und wer jetzt gegen seinen eigenen gesetzlichen kündigungsschutz ist, hände hoch. alle anderen erklären sich solidarisch.

  • Grosjean

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    @ Betroffener:
    Warum sollte ich mich mit Ihnen treffen wollen? Ihre Seite ist doch klar formuliert. Sie sind das Opfer in der Sache, ganz klar. Aber Sie haben sich wegen (nach Ihrer Rechnung mit ca 1900€ brutto) 2500€ weniger im Jahr kündigen lassen, weil Sie Ihrer Gewerkschaft blind vertraut haben. Erklären Sie mir bitte die Logik dahinter.

  • Grosjean

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    @hf: gilt das auch bei der Betriebsgröße von ?11? Leuten?

  • Ach ein Betroffener

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    Ach ein Betroffener mit 24 Jahren Betriebszugehörigkeit
    @Grosjean
    So ein Schwachsinn, Wir wurden nicht schlecht beraten…
    Die wollten uns loshaben und das war schon von langer Hand geplant.
    Und um die Frage zu beantworten:
    gilt das auch bei der Betriebsgröße von ?11? Leuten?
    Nein das gilt für unsere Betriebsgröße mit 11 Mitarbeitern nicht
    Wenn Sie wenigsten einen Sozial verträglichen Sozialplan gemacht hätten aber auf diese Art und weise
    Das ist nur Traurig

  • Paul

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    Allmählich reicht’s, Grosjean – wie Sie hier Mitmenschen, die mit 50+ Jahren vor dem wirtschaftlichen Nichts stehen, bloß weil sie sich geweigert haben, nicht als Dumping-Arbeitssklaven missbrauchen zu lassen, neoliberal ans Bein pissen, ist derart menschenverachtend, dass mir die Worte fehlen.

    Es wäre sehr lehrreich für Sie, würden Sie irgendwann im Leben mal ähnliche Erfahrungen machen. Aber ehe Sie erneut vom hohen Ross herab arrogante Sprüche absondern („MIR passiert doch sowas nicht!!!“) – derlei passiert schneller, als man oftmals denkt… da reicht ne Wirtschaftskrise, ne teure Scheidung oder schlicht ne längerfristige Krankheit.

  • hf

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    Die so genannte Kleinbetriebsklausel (Umkehrschluss aus § 23 Abs. 1 S. 3 KSchG):
    Seit dem 1. Januar 2004 muss ein Betrieb in der Regel mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigen, damit der gesetzliche Kündigungsschutz greift.

    Elf ist einer mehr als zehn.

  • hf

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    könnte natürlich sein, dass teilzeitler oder freiwillige kündigungen dabei sind… aber im prinzip müsste hier kündigungsschutz gelten.

    unabhängig davon ist eine ordentliche abfindung ehrensache.

  • Grosjean

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    @ Paul: Sie haben Recht, es reicht. Gegen Faktenresistenz ist kein Kraut gewachsen. Ich für meinen Teil hoffe, dass es für die Entlassenen doch noch irgendwie gut ausgeht. Und dass Verdi die Kopfnuss bekommt, die sie in diesem Fall wirklich verdient hat. Und dass Sie irgendwann verstehen, wie Zeitung heute funktioniert (jaja, durch Unterdrückung und Ausbeutung, deswegen arbeitet da auch keiner).

  • Lurchi

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    @ an alle Beteiligten dieses Forums
    Bleiben sie doch bei den Fakten, soweit sie den Inhalt um den es hier geht kennen.
    Es Interessiert niemanden wer und wann welchen Preis für irgendetwas bekommen hat.
    Wir sind dafür Tag und Nacht und an Feiertagen in die Arbeit gegangen um Geld zu verdienen, was anscheinend bei einigen nicht so zutrifft. Denn sie gehen nur in die Arbeit damit sie von Zuhause weg sind und um nachweisen zu können das auch sie eine Daseinsberechtigung haben.
    @ Vamp
    1. Zitat: manch ein Hochschulabsolvent würde sich da die Finger lecken bei dem Jahresgehalt.
    Dafür müsste er sich aber auch die Finger bei der Arbeit dreckig machen.

    2. Zitat: Ob man bei den Tarifen 65, 55 oder 50tausend verdient im Jahr macht eher noch den Unterschied bei der KFZ-Marke, die sich die Angestellten leisten.
    Aber dafür bezahlen sie @ Vamp keine Reparatur, Benzin, Reifen, Verschleißteile und Versicherung für den ihnen zugestandenen PKW, genannt auch Dienstwagen.

    3. Zitat: Wenn die MZ halbwegs schlau ist und daraus keine reine Marketingveranstaltung macht sondern…! Dieses Treffen würde sogar meiner Meinung nach,Tage vorher in der MZ angekündigt werden und dann auf der Titelseite mit Bild ( Hände schütteln und Schulter klopfen) erscheinen, das nennt man Image Pflege.
    Das Thema Entlassungen DSR wird ja sowieso in der MZ, Tot geschwiegen.
    Die unterzeichneten Führungskräfte in „, können bestimmt dafür mit einer zusätzlichen Gratifikation rechnen. Come on!

  • Hainer

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • FEUDALISMUSKRITIK

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    @Armin Maus:
    Danke für Ihre Antworten!

    Aber dazu:

    1. Thema Verantwortung: In der Branche werden viele Druckereien geschlossen, die Jobs sind dann weg. Die Wirtschaftlichkeit zwingt dazu. Regensburg geht einen anderen Weg. Diesen Aspekt vermisse ich in der Diskussion.
    ——————————————————————————
    Kein Problem, wenn hier was wegbricht was nicht mehr dem Zeitgeist entspricht und sowieso nur der Landes- und Regionalpolitik huldigt, finden sich schnell andere, die etwas Neues gründen, aufbauen, unabhängiger bleiben und zu den Fördertöpfen streben. Nur die alte Clique – bayerisch „Amigos“ – müssten dann gehen, und das wollen die scheinbar nicht, schon gar nicht in Regensburg.

    2. Thema Journalistenpreise: Wer googeln kann, findet zum Beispiel den Deutschen Lokaljournalistenpreis, eine der drei wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Oder wie wäre es mit mehreren European Newspaper Awards?
    ——————————————————————————
    Preise sind „Schall und Rauch“ und werden immer dann – vor allem im Pressebereich – vergeben, wenn niemand mehr für die Sache brennt, sondern nur noch Besitzstandswahrung an der Tagesordnung ist.

    3. Thema Presserat: Die deutschen Verleger und Journalisten betreiben eine extrem aufwändige und seriöse Selbstkontrolle, die international vorbildlich ist. Der Pressekodex setzt – notwendigerweise – sehr strenge Maßstäbe. Ich kann nicht erkennen, dass die MZ auffallend oft gerügt würde.
    ——————————————————————————
    Na ja, „die deutschen Verleger und Journalisten betreiben …“. Who is who? Nicht nur mir wäre eine völlig unabhängige Selbstkontrolle lieber.

    Sagen, äh schreiben wir es offen: Es geht hier um die Konsolidierung der Regionalmacht mit Pomp und Gloria, Rudi & Co.. Da will niemand kürzer oder gar zurücktreten. Regensburg ist und bleibt eben „Scholle des Adels“.

  • Betonkopf

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    Herr Grosjean,

    Sie verfolgen hier ganz einfach Solidarität aufzubrechen, indem Sie eine peinliche Neiddebatte lostreten möchten.
    Sie brauchen hier nicht rumrechnen, was die Entlassenen verdient haben. Der Sachverhalt ist viel überschaubarer. Bislang haben sie Tarif verdient und dem Verlag ist das nicht recht. Er möchte raus aus dem Tarif, so einfach ist das.
    Ihre Versuche zu entsolidarisieren, indem Sie über Angemessenheit oder Nicht-Angemessenheit des Tariflohns schreiben können im Übrigen nur nach hinten losgehen. Da kann man nämlich gleich eine Debatte über die Angemessenheit der Einkünfte der Führungskräfte, Eigentümer usw. reden.
    Wenn ich das aber mache, dann kann ich nicht auf zehn zählen, bis ein Arbeitgeberverband oder wahlweise die fdp oder meinetwegen die MZ „Neiddebatte!“ schreit.

  • Menschliches Rückgrat

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    „Die wollten uns loshaben und das war schon von langer Hand geplant.“
    Der Verlag „möchte raus aus dem Tarif, so einfach ist das.“

    Ja, so einfach ist das. Denn 11 Angestellten sind bei dieser Betriebsgröße kein Problem. Es geht weder um Kostendruck, noch um den Markt, noch um Konkurrenzfähigkeit. Das ist vorgeschoben.

    Der eigentliche Grund ist: es fehlt an Dankbarkeit den langjährigen Mitarbeitern gegenüber, es fehlt an Verantwortung, es fehlt grundlegend am guten Stil. Da helfen weder Preise noch Werbefilme. Menschliches Rückgrat wäre gefordert.

  • Paul

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    Mein lieber Grosjean,

    „Und dass Sie irgendwann verstehen, wie Zeitung heute funktioniert (jaja, durch Unterdrückung und Ausbeutung, deswegen arbeitet da auch keiner).“

    Ich denke, ich weiß sehr, sehr gut, wie Zeitung heute funktioniert. Genau aus diesem Grund – weil moralisch verkommene Firmen wie der Mittelbayerische Verlag ihren Freien ein Honorar zahlt, das unter aller Sau ist (in Zahlen: 0,12 Euro pro Zeile auf Seite 3) und die inhaltliche Qualität entsprechend ist – arbeite ich auch schon sehr lange nicht mehr für diesen Ausbeuterladen.
    Es gibt nämlich durchaus Verlage, die zahlen ihren Freien das 15-fache und mehr (richtig gelesen: 1,00 bis 1,80 Euro pro Zeile, bei bewährten Kräften auch mehr), das seit nunmehr 15 Jahren bei wirtschaftlichem Erfolg – und die inhaltliche Qualität ist dort ohnehin um Lichtjahr besser.

    Wie das geht?
    Ganz einfach: der Verleger fährt nicht Porsche, sondern VW (und bei gutem Wetter Fahrrad). Ein Eigenheim und die Schäfchen im Trockenen hat er trotzdem längst. Tja, so funktioniert SOZIALE Marktwirtschaft…

  • Otto Damaskas

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    Ei leik mei Mittelnarrische 🗞

  • Lurchi

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    Unter welchen Vorwand hat der MZ Anwalt Weberling , eine einstweilige Verfügung gegen das Medienmagazin B5 aktuell erreichen können?
    Ist da die Pressefreiheit in Gefahr!
    Oder, oder, oder……..oder wollen sie nicht das Missstände aufgedeckt werden.
    Erbärmlich
    Jetzt beabsichtigen sie , nun auch noch Berichterstattungen zum Schweigen zu bringen .
    Deshalb jetzt erst RECHT.

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