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Interview

„Das ist kein fairer Wettbewerb. Die Stadt muss handeln.“ Taxizentrale Regensburg fordert gleiche Regeln für Uber & Co

Während seines Studiums hat Assad Ghorab als Taxifahrer angefangen. Seit zehn Jahren ist er selbständiger Taxiunternehmer. Der Vorstand der Taxizentrale Regensburg sieht die Stadt in der Pflicht, um für einen fairen Wettbewerb zwischen dem Taxigewerbe und Mietwagenunternehmen wie Uber zu sorgen.

Assad Ghorab bei der Vermittlung von Fahreten in der Taxizentrale Regensburg. Foto: as

Hallo, Herr Ghorab. Sie wollten sich über die Situation des Taxigewerbes in Regensburg mit Blick auf Uber unterhalten. Haben Sie Angst vor der Konkurrenz?

WERBUNG

Wir haben keine Angst vor der Konkurrenz und haben auch nicht den Anspruch, allein für die Personenbeförderung zuständig zu sein. Aber das ist kein fairer Wettbewerb. Unter den aktuellen Voraussetzungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Taxigewerbe und damit die Taxizentrale in die Knie gehen.

Die Taxizentrale finanziert sich als Genossenschaft über die Beiträge der Mitglieder und angeschlossenen Taxiunternehmer. Im Moment sind circa 100 der etwa 140 zugelassenen Taxen in Regensburg bei uns angemeldet. Aber es hören immer wieder welche auf.

Wenn sich das fortsetzt, geht es uns irgendwann wie der Taxi-Funk in Ingolstadt. Die hat vor wenigen Tagen Insolvenz angemeldet. Das ist kein Einzelfall. Das gibt es immer öfter in vielen Regionen in Deutschland.

Inwiefern gelten für Uber andere Bedingungen als für Taxen?

Als Taxiunternehmer sind wir Teil des ÖPNV. Für uns gilt eine Tarifpflicht. Wir dürfen die Preise nicht anpassen – nicht einmal jetzt, wo die Spritpreise steigen und steigen.

Außerdem gilt für uns eine Betriebspflicht. Das bedeutet: wer eine Taxikonzession hat, muss das Fahrzeug auch in Betrieb haben. Das gilt für Uber alles nicht.

Uber kann die Preise flexibel gestalten. In Phasen mit wenig Nachfrage werden die Taxitarife oft deutlich unterboten, zu Zeiten mit hoher Nachfrage sind sie oft deutlich höher. Das macht bis zu 30 Prozent und mehr Preisunterschied aus. Außerdem kann Uber einen festen Preis anbieten. Das bedeutet für die Kunden volle Transparenz und eine gewisse Sicherheit. Aber wir dürfen das alles nicht.

Wie könnte man das ändern?

Es geht vor allem um zwei Dinge: ein Mindestfahrentgelt, das auch für Uber gilt. Dann kann der Preis nicht beliebig weit nach unten gehen. Taxifahrer müssen umgekehrt die Möglichkeit bekommen, ihrer Fahrten innerhalb eines einen Korridor-Festpreises anbieten zu dürfen. Das würde halbwegs gleiche Bedingungen schaffen.

Wer entscheidet darüber? Müssten dafür nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert werden?

Das kann die Kommune bestimmen. In München wurden gerade erst Mindestpreise für taxiähnliche Dienste wie Bolt und Uber beschlossen. Schon vor knapp drei Jahren hat München im September 2023 über eine Verordnung grünes Licht für Festpreise bei Taxifahrten gegeben.

In Verbindung mit den Mindestpreisen für Dienste wie Bolt und Uber halten wir das für eine gute Strategie, um halbwegs gleiche Bedingungen zu gewährleisten. Aber in Regensburg sind wir mit solchen Vorstößen bisher abgeblitzt. Da geht es langfristig an die Existenzen.

Können Sie das noch genauer erläutern?

Im Taxigutachten der Stadt Regensburg von 2024 wird empfohlen, die Zahl der Taxikonzessionen von 153 nicht zu erhöhen. Alles andere würde zu einer Existenzgefährdung des Taxigewerbes führen, weil für mehr Anbieter die Nachfrage nicht ausreicht.

Gleichzeitig gibt es aber mittlerweile vier Unternehmen unter Uber-Flagge, die mit ungefähr 30 Fahrzeugen unterwegs sind – zu attraktiveren Bedingungen als wir Taxler.

Schon jetzt hören regelmäßig Taxiunternehmer auf. Es sind ungefähr noch 140 Taxen in Regensburg unterwegs – aber so genau kann ich das gar nicht sagen, weil sich ständig etwas ändert.

Gibt es hier eine Möglichkeit, regulierend einzugreifen?

Fahrdienste wie Uber gelten als Mietwagenunternehmen. Die Zulassungen können hier nicht einfach verweigert werden. Das wäre eine Sache, die auf Bundesebene gesetzlich geregelt werden müsste. Allerdings sehen wir die örtliche Behörde durchaus in der Verantwortung und in der Pflicht, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um die Zahl der Mietwagenzulassungen zu begrenzen.

Was die Stadt außerdem tun könnte, wäre, zu kontrollieren, ob sich Uber tatsächlich an die für sie gültigen Vorgaben hält.

Für Mietwagen gilt Rückkehrpflicht zum Firmensitz. Außerdem darf Uber seine Dienste nicht auf öffentlichen Plätzen anbieten. Ich will niemanden etwas unterstellen, aber nach unseren Beobachtungen halten sich da nicht alle Uber-Fahrer dran.

Wenn ich daran denke, wie oft ich in meiner Zeit als Taxiunternehmer mit unangekündigten Zollkontrollen konfrontiert war – am Taxistand umzingelt und kontrolliert, Unterlagen der letzten zwölf Monate einreichen und so weiter – dann würde ich mir wünschen, dass bei den Quasi-Taxen von Uber ähnlich streng kontrolliert wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Kommentare (23)

  • Frank Woelky

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    Als Webdesigner würde ich primär sagen die gesamte deutsche Taxibranche hat die zahlreichen Vorteile des Internets für Buchungen von Taxis, besseren Auslastungen, bestmöglicher Verteilung und Zuweisung, Buchung live via Internet, ohne Telefon, Live Ortsanzeige, Preistransparenz und auch Anpassungen der Preise über wenigstens 10 Jahre komplett verschlafen. Das fällt ihnen jetzt alles auf die Füsse. Zusammen mit dringenden Gesetzesanpassungen für gerechten Wettbewerb.

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  • maslos

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    Man könnte sich aber auch einmal selbst fragen:

    Was können wir besser machen?
    Wie kommen wir vom letzten Jahrtausend in die Gegenwart?

    Mein Tipp: Eine fesche und funktionale App, wie sie die „böse” Konkurrenz hat, wäre schon mal ein Riesenschritt.
    Nebeneffekt: Man spart sich die Telefonate mit den dauergrantigen Herren in der Taxizentrale.

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  • Daniela

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    Ich verstehe nicht, wie in Zeiten von explodierenden Spritpreisen, Dumpingfahrten angeboten werden können?
    Die Taxifahrer in MV beispielsweise haben mit den KK keine Übereinstimmung wegen der Kosten erreichen können. Fazit: Streiks zum Nachteil kranker Menschen.

    Wer fährt den Taxi und befördert Kunden, wenn der finanzielle Ausgleich fehlt?

    Wie gesagt, es ist mir zu hoch. Das Problem liegt vermutlich doch bei der Buchbarkeit von Fahrten.

    Vielleicht sollte das Ganze noch einmal gründlich analysiert werden?

    Und vielleicht ist die Lösung mit der Konkurrenz an einen Tisch zu setzen und über faire Bedingungen für alle Taxler zu sprechen.

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  • F

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    Das nervigste bei den Taxis und Apps ist die mangelhafte Verfügbarkeit zu Randzeiten. Versucht beispielsweise mal in der früh den 05:28 Zug zum Flughafen zu erwischen – es gibt Weit und Breit keine Taxis und das Vorbuchen ist auch nicht möglich (nicht garantiert).

    Meiner Meinung nach muss der Gesetzgeber hier mal ordentlich nachlegen:
    – eine umfassende 24/7 Betriebspflicht einführen und alle anderen Konzessionen einziehen, ausschreiben und neu vergeben – damit sich ein fairer Wettbewerb entwickelt
    – die Standards für Alle (also auch Uber&Co) erhöhen: Kartenzahlung verpflichtend anbieten, nur noch E-Autos mit Standklimatisierung, Höchstfahrzeugalter vier Jahre und 5* NCAP Crashtest. Vielleicht auch gleich für alle mit neueren (gps) Fahrtenschreibern, damit keiner mehr mit 70 durch die Stadt ballert und keinerlei Handys im Sichtbereich des Fahrers (Display aus wenn >1km/h).

    Vielleicht ist das Modell “Taxizentrale” (deren Betrieb kostet ja auch Geld) einfach überholt – ansonsten mal den Schritt ins nächste Jahrtausend schaffen (gute App mit Live-Tracking).

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  • Angela

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    Die App(s) gibt es längst. Über Taxi.eu und Freenow ist die Regensburger Taxizentrale erreichbar. Mit Preisübersicht und Live Tracking.

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  • Jürgen

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    Hier wird streng nach dem Rockefeller Prinzip, ein Monopol zu erstreben, gehandelt.
    Die Taktik von Uber ist immer gleich. Erst mit Dumpingpreisen die Konkurrenz ausschalten und wenn man das (quasi) Monopol errzielt hat, werden die Preise kräftig angezogen.

    Wer die billigen Preise von Uber heute nutzt, hat in der Zukunft wesentlich mehr zu zahlen.
    Eine gleichwertige Regelung ist hier überfällig und ja, der Staat muss hier steuern.

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  • Stephan

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    Ja die Apps gibt es.
    Taxi.eu funktionierte eine gewisse Zeit ganz passabel. Dann aber gabs oft lt. App keine verfügbaren Fahrer mehr, während sich diese am Stand langweilten. Die Fahrer schoben die Schuld dafür der Zentrale zu, über die die App angeblich gesteuert wird.
    Seitdem benutze ich die App Freenow, die unabhängig agiert und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Am besten ist jedoch nach wie vor der direkte Anruf beim Stammtaxler 🙂

    Das Hauptproblem der Regensburger Taxizentrale ist nach meiner Erfahrung der oft schlechte Service. Nicht selten hat man lange Wartezeiten und dann auch noch unfreundliche Mitarbeiter am Apparat, die schon aufgelegt haben bevor man die Bitte um eine Prognose der Wartezeit auch nur äußern konnte.

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  • Daniela

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    @Jürgen
    23. April 2026 um 06:25 | #

    Das, was Sie beschreiben, wäre plausibel.
    Das Problem, der Kunde entscheidet über das Überleben der Taxifahrer. Die Methode ‘Geiz ist geil’ müsste dann aber strikt von der Kundschaft überdacht werden.

    Die anklingenden Probleme zwecks Mitarbeiter Freundlichkeit und Zuverlässigkeit der Buchungsmöglichkeiten müssen in der Taxizentrale analysiert und bearbeitet werden. Dann wäre verständlich, warum neben Dumpingpreis der uber und Co. punkten. Wenn ich für einen höheren Preis auch noch auf Mitarbeiter des Kaliber ‘ ist mir egal ‘ treffe, dann wechselt man zur Konkurrenz. Sorry, aber ist so.

    Es ist gut, dass zum Thema berichtet wird.

    Bin gespannt auf welche Lösungen man kommt.

    Nebenbei, ich hatte das Problem noch nicht. Ich habe egal wann immer, nette zuvorkommend TaxifahrerInnen und die haben zu jederzeit einen guten Job gemacht. Gerade Nachts, wenn man am Bahnhof oder wo anders als Frau auf den Service angewiesen ist, war immer jemand da, der mich sicher zum Ziel brachte.
    Der Preis war bei gutem Service auch nie zu hoch, ich habe mich immer sicher aufgehoben gefühlt. Und das ist es mir dann auch wert.

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  • Thilo B.

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    Die ganze Geschichte ist sehr übertrieben. Er spricht von besonderen kommunalen Anforderungen, dem die Taxis aber nicht Uber unterworfen sind. Gleichzeitig verschweigt er aber die Sonderrechte, die er im Gegensatz zu Uber genießt. Vor allem die festen Standplätze für Taxis und den damit verbundenen sicheren Kundschaften. Siehe z.B. Hauptbahnhof.

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  • Studi

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    Es ist bezeichnend, dass hier nicht gefordert wird die Taxi-Branche zu deregulieren sondern die Uber-Szene zu regulieren. Wenn ich mich beschwere, dass die Preise reguliert sind, Kontrollen und Dokumentationspflichten, dann sollte doch die Folge nicht sein, dass ich mir das auch für die Konkurrenz wünsche. Das beschreibt ein häufig gesehenes Problem in der Industrie meiner Meinung nach: Große Unternehmen wollen Regulierung und Bürokratie um Einstiegshürden für Konkurrenz zu erhöhen. Die Bürokratie ist ja größtenteils von Lobbyisten selbst eingeführt. Die Forderung nach einer Untergrenze bei den Preisen zum Beispiel wird bei der Bevölkerung keinen Anklang finden.

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  • xy

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    Wer Menschen, die in der Nacht mit einem schwerem Koffer von der Altstadt zum Bahnhof müssen mit der Begründung abwimmelt, es sei kein Taxi frei, obwohl in der Maxstrasse sechs Wagen wartend dumm herumstehen, hat kein Mitleid verdient; er verdient eine starke Konkurrenz, die Bürger auch dann bedient, wenn es sich nur um kurze und wenig lukrative Fahrten handelt.

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  • Paul

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    Kontroverse Meinung:

    Wenn Taxiunternehmen aussterben, weil es endlich eine günstigere Alternative gibt, dann nur gut. “Der Markt regelt das” hat doch sonst so viele Fans…

    Fallbeispiel Ich: Fürs Einsteigen ins Taxi schon 4 Euro auf der Uhr sehen, für 20-Fuß-Minuten weite Strecken nochmal locker 6 drauflegen – “nein danke” schon bevor es Über gab.

    Niemand scheint den Mumm zu haben, auch mal die deutliche Wucher zu kritisieren, die Taxiunternehmen jahrzehntelang betrieben. Jetzt dieses “mi mi mi” weil Alternativen angeboten werden und Wettbewerb entsteht ist so heuchlerisch!

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  • Hannes

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    Gut das es endlich Uber in Regensburg gibt. Auch wenn es von einem Münchner Taxiunternehmen betrieben wird und nichts mit dem ursprünglichen “ich arbeite nebenbei als Uber-Fahrer” zu tun hat. Endlich eine verlässliche und komfortable App. Durch Arroganz und schlechten Service machen sich die übrigen Taxen selbst das Geschäft kaputt. Gut das es noch Krankenfahrten gibt. Jammern auf sehr hohem Niveau, anstatt sich mal selbst zu reflektieren und das Geschäftsmodell zu verbessern.

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  • tom lehner

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    Mit Sicherheit haben die Taxi Unternehmen vieles verschlafen. Aber wie auch in anderen Bereichen, gibt es auch bei Uber vieles was nicht gerade als “Sozialverträglich” eingestuft werden kann.
    Unsere Gesellschaft und auch unser Staat reagiert viel zu langsam auf derartige Dinge. Den Verbraucher interessiert es nicht. Geiz ist halt geil.
    Das ist es dann schon “Wurscht” ob es der Subunternehmer vom Subunternehmer, der Lieferservice, die Fahrradkuriere, oder eben auch die Ubers mit ihren “Provisionszahlungen” oder anderen internen sozialverträglichen Gepflogenheiten sind.

    Uns als Gesellschaft sollten uns derartige “Maschen” eigentlich hellhörig machen. Weil das langfristig immer zu Lasten der Gemeinschaft geht. Darüber sollten wir öfter nachdenken.

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  • Mr. T.

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    Uber ist für mich keine Frage des Preises, sondern der Benutzerfreundlichkeit. Bei Uber weiß ich, dass ein Fahrer für mich kommt und nicht irgendeine andere Person auf einmal einsteigt. Ich weiß exakt, wann das Fahrzeug wohin kommt und kann es dabei verfolgen. Ich weiß die Nummer und muss nicht warten, bis irgendein Taxi vorfährt, von dem ich nicht mal weiß, ob es meins ist. Außerdem weiß ich vorher, was es kostet, und muss etwaige ungewollte Stadtrundfahrten nicht mitzahlen.
    Wenn es die Taxler immer noch nicht hinbekommen, etwas ähnliches zu leisten, sind sie selber schuld. Wenigstens Taxizentralen und -zusammenschlüsse sollten in der Lage sein, die Infrastruktur dahinter zu kopieren.

    Ansonsten haben die Taxen mit ihrer Beförderungspflicht und anderen Pflichten bzw. Privilegien auch ihre Berechtigung. Natürlich sollte es so sein, dass beide in Konkurrenz zu betreiben sein sollen.

    Leider betreiben die Taxler zu oft auch das Rosinenpicken. Man kann ja mal versuchen, am Freitag um Halbeins Nachts ein Taxi von Eichhorne nach Regensburg zu bestellen. Keine Ahnung, wie das mit Uber klappt, aber schlimmer kann nicht sein.

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  • Stephan

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    @Mr. T.
    > Wenn es die Taxler immer noch nicht hinbekommen, etwas ähnliches zu leisten

    Wie gesagt, es gibt FreeNow. Funktioniert hervorragend, ganz ähnlich wie die Uber-App – nur mit “normalen” Taxis zur Beförderung.

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  • Roman Serlitzky

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    Wenn ich nachts mit dem Zug am Hauptbahnhof ankomme und ein Taxi bestelle, ist es nie sicher, ob ich das Taxi bekomme, wenn ich am Taxistand warte, oder ein anderer vor mir einsteigt. Soviel zu Verfügbarkeit und Beförderungspflicht. Der bestellte Uber-Fahrer holt mich dagegen am Bahnsteig ab – und kassiert dafür dann auch Trinkgeld.

    Taxis lebten sehr lange sehr gut mit den konzessionen. Jetzt gibt es plötzlich Wettbewerber mit besseren Preisen und besseren Service. Das wollen sie aber nicht wahrhaben

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  • Mr. T.

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    Stephan, danke für die Info. Ich werd mir FreeNow sicher mal anschauen. Aber alleine die Tatsache, dass man darüber erst hier in der Diskussion erfährt, zeigt schon große Versäumnisse.

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  • Daniela

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    @ tom lehner
    24. April 2026 um 10:23 | #

    Ich bin ja eher seltener Ihrer Meinung, aber in dem Fall, denke ich sind Ihre Überlegungen berechtigt.

    Man muss von ehrlicher Arbeit auch gut leben können. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Dumpingpreis zu den derzeitigen Spritpreisen passt. Irgendwo muss es eingespart werden, aber ich weiß über die Geschäftspraktiken der uber und Co nichts.
    Aber es bleibt zu mutmaßen, dass die FahrerInnen dann wohl mehr für weniger Geld arbeiten. Subunternehmen waren wohl, soweit ich das richtig erinnere, auch der Turbo für den damaligen Hermespreiskampf.
    Diese Subunternehmermodelle gehen meist zu Lasten der Subunternehmen. Die arbeiten bis zum Umkippen und wenn es blöd läuft, kommen sie nicht einmal auf Mindestlohn.

    Da bin ich der Meinung, da ist Staat dann zuständig. Wenn Mindestlohn, dann auch für ‘Subunternehmen ‘.
    Da muss nach Möglichkeit unterbunden werden, dass es zu Wildwuchs kommt, dass Subunternehmen- Scheinunternehmen sind und der Mindestlohn nicht verdient werden kann.

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  • Informant

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    Dass da zwei Systeme mit unterschiedlichen Startvoraussetzungen und Regeln gegeneinander konkurrieren müssen, finde ich auch nicht in Ordnung. Entweder mehr Regulation bei Uber oder weniger bei den Taxen.

    ABER: Dass die Taxifahrer-Gilde mal Konkurrenz bekommt, finde ich eine sehr gute Sache. Manche Fahrer benehmen sich wie Gutsherren und Richter der Straße. In München führen Taxifahrer regelrecht Krieg gegen Radfahrer. Absichtlich mit der Wischanlage nass spritzen ist da ein beliebter Sport. Absichtlich knapp überholen und dabei hupen, etc. usw. Dabei sind Alltags-Radfahrer potentielle Kunden für Taxen: Manche besitzen kein eigenes Auto und könnten diesen Service manchmal brauchen.

    Am Regensburger Hauptbahnhof konnte man (vor dem Umbau) das Autofahrer-Einsperr-Spiel beobachten: Wer es wagt, im Bereich des Taxistands auch nur kurz zu halten, um jemanden Aussteigen zu lassen, wird mit Taxen davor und dahinter absichtlich eingesperrt und verhöhnt.

    Keine Ahnung, ob so ein abscheuliches Verhalten durch Gruppendynamik entsteht oder irgendwie anders, mir egal. Ich steige in Deutschland deshalb nur im allergrössten Notfall in ein Taxi. Und ich gönne den Taxlern die Konkurrenz.

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  • Meier mit „ei“

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    Heute erlebt:
    Ein Uber- Fahrer auf meiner Nachbarspur. Großes Navi- Display. Scheint sich nicht ausgekannt zu haben. Wollte dann direkt vor der Ampel auf meine Spur wechseln.
    Gelten da für Uber- Fahrer die gleichen Bedingungen wie für Taxler, dass man sich in der Stadt bestens auskennen soll/ muss?

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  • Kari

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    Hallo Meier mit “ei”,
    soweit ich weiß, brauchen beide einen Personenbeförderungsschein. Ortskenntnisse werden da abgefragt, war jedenfalls früher so.
    Das sich der Fahrer nicht auskennt, hatte ich bei Taxlern allerdings auch schon …

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  • Wolfgang Theine

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    @ Tom lehner 24. April 2026 um 10:23 und Daniela, 24. April 2026 um 14:32
    Ich möchte Daniela hier beipflichten: Auch ich bin kein ausgesprochener Fan der meisten Tom Lehner Posts – aber wo er Recht hat, hat er Recht. Mich verwundert es nicht wenig, daß doch einige der User, welche sonst gern ihre Moral vor sich hertragen, wegen ein paar Euro Ersparnis die üblen Praktiken von Uber und Co völlig ignorieren: Umgehung aller Sozialstandards durch Sub – Sub -Subunternehmer was zu einem Verdienst weit unter dem Mindestlohn führt und damit Dumpingkampfpreise ermöglicht. Was erwartungsgemäß in Regensburg aus “rechtlichen Gründen” nicht möglich ist, wurde in München gerade eingeführt: eine Preisuntergrenze um die krassesten Fehlanreize zu unterbinden. Übrigens: Uber betreibt auch Lieferdienste mit den bekannten, zum Teil kriminellen Strukturen. Jeder “Moralapostel” sollte sich überlegen, ob er solche mafiösen Praktiken unetrstützen will.

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