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Kolumne

Morgen, Regensburg! Das nächste Opfer der erfolglosen Berater des Krankenhauses Kelheim

Schlecht beraten war das Krankenhaus Kelheim zuletzt von der Bayreuther Oberender AG. Der Vertrag wurde vorzeitig gelöst, weil das Vertrauen zerrüttet war. In Lenggries wurde nun eine Reha-Klinik unter Oberender-Regie an die Wand gefahren.

Erinnern Sie sich noch an die Oberender AG? Das ist jenes Beratungsunternehmen, dessen Expertise das Krankenhaus Kelheim auf Vordermann bringen sollte.

2022 schloss der Landkreis eine „strategische Partnerschaft“ mit der Caritas Regensburg – insbesondere um das jährliche Defizit zu senken. Die famose Idee: Die Caritas hat das Sagen, die Kosten trägt der Landkreis – also die Allgemeinheit.

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Langjähriges Führungspersonal wurde geschasst oder ging freiwillig, eine Geschäftsführerin von Oberender wurde installiert. Vollmundig wurde von den Beratern ein „Zukunftskonzept“ versprochen. Und über kritisch-skeptische Berichte zu diesen Plänen echauffierte man sich im Kelheimer Landratsamt und den Chefetagen der Caritas (hier alle unsere Recherchen zu dem Thema).

Am Ende blieb: In den knapp drei Jahren ihres Wirkens setze die Geschäftsführerin nichts Nennenswertes davon um. Schließlich musste der OP vier Wochen schließen.

Die Geschäftsführerin war von heute auf morgen weg vom Fenster. Der Vertrag mit Oberender wurde „in beiderseitigem Einvernehmen“ gelöst. Und die Caritas vermeldete, „dass das erforderliche Vertrauen in die Führung des Hauses nicht mehr bestand“.

Es ist nicht der ersten Fall, bei dem Oberender eine Spur der Verwüstung hinterlassen und dabei gutes Geld verdient hat. Einige Jahre zuvor hatten die Berater beispielsweise im Krankenhaus Ingelheim (Rheinland-Pfalz) ähnlich unrühmliche Spuren hinterlassen, die sogar den dortigen Landesrechnungshof beschäftigten (hier geht es zum anonymisierten Bericht des Landesrechungshofes).

Mit derselben Geschäftsführerin wie in Kelheim. Die kassierte in Ingelheim mehr als eine halbe Million Euro – netto. Was das Gastspiel in Kelheim kostete, ist nicht bekannt.

Hinterher ist man immer klüger, könnte man jetzt sagen. Doch in diesem Fall hätte man das nicht nur wissen können, sondern wissen müssen.

Aktuell hat mir Google einen Bericht zur Insolvenz der Klinik für geriatrische Rehabilitation in Lenggries ins Postfach gespült.

Die wurde 2023 wegen Vorwürfen über angebliche pflegerische Missstände geschlossen, der Gründer und Geschäftsführer wurde entlassen. Eine neue Betreibergesellschaft übernahm – und holte Oberender ins Boot.

Große Versprechen gab es – einen Gesundheitscampus könne man sich vorstellen, hieß es. Doch Ende April dieses Jahres machte die Klinik dicht. Das Landratsamt prüft wegen mutmaßlicher Hygienemängel und unsachgemäßer Medikamentengabe seit März den Widerruf der Konzession.

Nun hat die geriatrische Einrichtung Insolvenz angemeldet. Mit einem neuen Geschäftsführer – ebenfalls aus dem Hause Oberender – wird die Reha-Klinik abgewickelt. Am gestrigen Dienstag hat der Insolvenzverwalter bekannt gegeben, dass „Masseunzulänglichkeit“ vorliegt. Anders ausgedrückt: Die Konten, auf denen 2023 noch Millionen lagen, sind leer.

Bemerkenswert: Oberender-Berater – Senior-Manager – rufen pro Tag 2.000 Euro und mehr Honorar auf. Assistenzen – Senior-Berater – schon mal 180 Euro pro Stunde.

Die Vorwürfe, die 2023 zur Entlassung des Gründers der Klinik führten, wurden übrigens eingestellt. Aktuell läuft vor dem Landgericht Traunstein eine Schadenersatzklage gegen die Betreibergesellschaft, die Oberender als vermeintlich bessere Wahl ins Boot holte.

Wenn aktuell darüber diskutiert wird, wie man die Kosten für Krankenkassen senkt und wo das ganze Geld nutzlos versickert, wäre man bei Oberender vermutlich an einer guten Adresse. Dass sich kein größeres Medium mit der Rolle dieser AG beschäftigt, ist mir ein Rätsel.

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