Bayernpartei und Frauenrechte

„Was hat das mit Rassismus zu tun…“

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Die Übergriffe in der Silvesternacht von Köln werfen ihre Schatten auch nach Regensburg. Hier hat die Bayernpartei nun zu einer Kundgebung für „Frauenpower“ aufgerufen. Die Gewerkschaft ver.di hat als Reaktion eine Demo gegen Rassismus und Sexismus angemeldet. Und es gibt durchaus berechtigte Zweifel an den hehren Motiven der Bayernpartei. Ein Gespräch mit Parteivize Fritz Zirngibl.

Fritz Zirngibl als Redner beim Gillamoos in Abensberg 2015.  Foto: Bayernpartei

Fritz Zirngibl als Redner beim Gillamoos in Abensberg 2015. Foto: Bayernpartei

„Die zwei Weiber – die regieren unser Volk nicht zu unserem Wohle. Und deswegen gehören’s weg.“ Fritz Zirngibl über Angela Merkel und Claudia Roth (Gillamoos 2015)

Der Vize-Chef der Bayernpartei versteht die Welt nicht mehr. Unter dem Motto „Bayerische Frauenpower fordert Respekt“ hat Fritz Zirngibl zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbands Regensburg, Ante „Tonco“ Serdarusic, für Samstag zu einer Kundgebung vor dem Alten Rathaus aufgerufen. „Dies soll zeigen, dass ein Vorfall wie in der Sylvesternacht in Köln bei uns nicht geschehen darf“, heißt es in dem Aufruf. „Hier wollen wir zeigen, was unsere Forderungen nach dieser Gewalt-Orgie sind: wir erwarten Respekt vor unseren Frauen, egal aus welchen Kulturkreis Männer kommen!“ Doch nun formiert sich Widerstand.

Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung haben die Vertreterinnen mehrerer Regensburger Frauen-Organisationen erklärt, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Zum Teil sind sie überrascht von dem plötzlichen feministischen Engagement der Partei. Auf der linksradikalen Plattform „Indymedia Linksunten“ werden rechtspopulistische Veröffentlichungen von Zirngibl und Serdarusic angeprangert und Zusammenhänge zum Regensburger Pegida-Ableger „Wir sind X%“ aufgezeigt. Zu allem Übel hat nun ver.di mit Unterstützung des Bündnisses „Kein Platz für Nazis“ und der Landtagsabgeordneten Margit Wild eine eigene Kundgebung für Samstag angemeldet, die sich „Gegen Sexismus und Rassismus“ richtet und die ehrenhaften Motive der Bayernpartei arg in Zweifel zieht. „Darf die Bayernpartei Respekt für Frauen fordern?“, fragt Zirngibl nun etwas verärgert auf seiner Facebook-Seite. Wir haben mit ihm gesprochen.

Herr Zirngibl, können Sie nicht verstehen, dass manche an Ihrem ehrlichen Interesse für Frauenrechte zweifeln? Geht es Ihnen nicht, ähnlich wie Veranstaltern in anderen Städten darum, dass mutmaßlich nichtdeutsche Täter für die Übergriffe in Köln verantwortlich waren und man jetzt gegen die demonstrieren kann?

Wir haben in der Vergangenheit nie rassistische Äußerungen gemacht. Zwar werde ich dafür häufig angegriffen, aber das stimmt nicht. Wenn etwas schief läuft, dann muss man die Sache beim Namen nennen dürfen. Ich hab im Kreisrat in Kelheim mal nachgefragt, wie viele Asylbewerber, die arbeiten dürfen überhaupt arbeiten. Und dann kam heraus, dass es nur acht von 266 waren. Als der Landrat mal gesagt hat, dass langsam das Ende der Fahnenstange erreicht sei, habe ich gesagt, er soll doch dann die nächsten Flüchtlinge in einen Bus setzen und zu derjenigen nach Berlin schicken, die sagt „Wir schaffen das“. Ich hätte das bezahlt. Aber das hat nur für einen Aufschrei, vor allem bei den Grünen gesorgt. Der Landrat von Landshut hat das heute gemacht. Der hatte mehr Rückgrat als unserer. Was soll daran rassistisch sein? Ante Serdarusic, unser stellvertretender Vorsitzender in Regensburg, kommt aus Kroatien. Daran sieht man doch, dass wir nicht rassistisch sein können.

„…mal ganz bairisch: ein schwanzgesteuerter Asylant…“

Es ist der Anlass, der auffällt. In der Vergangenheit ist die Bayernpartei ja nicht durch ihr besonderes Engagement für Frauenrechte und gegen sexuelle Diskriminierung aufgefallen.

Wir haben immer Missstände angeprangert. Vor mehreren Jahren habe ich die Unterbezahlung von Krankenschwestern und Pflegehilfskräften kritisiert und eine leistungsgerechte Bezahlung gefordert. Als mich vor einigen Monaten eine Dame aus Rohr darauf angesprochen hat, dass sie von einem Asylbewerber massiv sexuell belästigt wurde, war ich der einzige Politiker im Landkreis Kelheim, der mit ihr gesprochen hat und sich beim Landratsamt dafür eingesetzt hat, dass der aus ihrem Umfeld verschwindet. Da gab es mehrere Vorfälle. Das war, sag ich jetzt mal ganz bairisch, ein schwanzgesteuerter Asylant, der hat alles von 15jährigen bis in die 70er angemacht. Der hat vor ihr auf den Boden onaniert. Da hab ich zum Landratsamt gesagt, es muss etwas passieren, damit nicht die Stimmung gegenüber allen Asylbewerbern kippt. Der muss zumindest in die Psychiatrie. Er wurde dann in den Nachbarlandkreis nach Landshut verlegt und ich hoffe, dass die überhaupt wissen, was mit dem los ist.

Jetzt geht es schon wieder um Asylbewerber…

Wissen Sie, ich betrachte das Thema sehr differenziert. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Zwei afrikanischen Asylbewerbern, die in meiner Gemeinde viel ehrenamtlich gearbeitet haben, hab ich dann mal zwei Flaschen Wein in der Unterkunft vorbei gebracht. 2014, als von Krise noch gar keine Rede war, habe ich angeboten, wenigstens einen Asylbewerber bei uns zuhause im Gästezimmer aufzunehmen, aber das ging dann nicht wegen dem Asylbewerberleistungsgesetz. Aber so wie jetzt kann es doch nicht weiter gehen. Ich habe große Angst, dass die Stimmung kippt und dann irgendwas Radikales kommt, was keiner will. Wir sind eine liberale Partei. Von uns war noch nie jemand bei einer PEGIDA-Veranstaltung.

„Die AfD fordert mehr oder weniger Großdeutschland.“

Das stimmt so nicht, wenn man sich die Recherchen der linksradikalen Seite Indymedia linksunten ansieht. Der dort erwähnte Jürgen E. war zum Beispiel bei einem PEGIDA-Aufmarsch in München dabei.

Den Beitrag auf der linksradikalen Seite kenne ich, habe diesen auch bereits an die Polizei weitergeleitet. Er erinnert mich an düstere Zeiten in unserem Land. Und zu Jürgen E.: Er war nur ganz kurz bei der Bayernpartei. Der ist schon wieder ausgetreten. PEGIDA passt doch auch gar nicht zu uns. Genau so wie eine Partei wie die AfD. Die vertreten doch mehr oder weniger die Forderung nach einem Großdeutschland. Wir von der Bayernpartei sind keine Nationalisten. Wir sind Separatisten, so wie die Schotten. Ich wurde dafür schon als Volksverräter beschimpft. Also nochmal: Von uns war nie jemand bei einem PEGIDA und wir haben auch keinen Kontakt zu solchen Leuten.

Aber wenn man sich ansieht, was einige von Ihnen zum Beispiel auf Facebook posten, dann scheint es doch eine gewisse Nähe zu geben. Ihr stellvertretender Vorsitzender in Regensburg ist zum Beispiel Facebook-Fan von PEGIDA.

Dass einem vielleicht mal etwas gefällt, sagt doch nichts über eine grundsätzliche politische Einstellung aus.

„Von Rassisten werden wir uns sofort distanzieren.“

Sie selbst haben in der Vergangenheit auch das eine oder andere auf Facebook geteilt. Sie haben auch mehrfach die neurechte Junge Freiheit gelobt. Wie stehen Sie dazu?

Ich habe die Junge Freiheit lange gelesen und fand sie sehr interessant. Aber ich habe gemerkt, dass die genau so sind wie andere Medien und nur das veröffentlichen, was zu ihren Zielen und Interessen passt. Zu unseren Zielen habe ich denen etliche Schreiben geschickt. Es wurde nie etwas veröffentlicht. Da hab ich aufgehört, die zu lesen.

Haben Sie keine Bedenken, dass sich Leute von PEGIDA, Rassisten und Neonazis durch Ihren Aufruf angezogen fühlen und sich Ihrer Kundgebung anschließen? In anderen Städten gab es bereits Aufmärsche von Hooligans und Neonazis mit Angriffen und Ausschreitungen.

Da habe ich keine Bedenken. Wir werden uns von solchen Leuten sofort distanzieren. Wir wollen mit Extremen nichts zu tun haben – weder von links noch von rechts.

Was sagen Sie zu der Demonstration von ver.di, die sich gegen Sexismus und Rassismus richtet und mit Ihnen nichts zu tun haben will?

Wie kann sich eine Gruppe wie ver.di anmaßen, Alleinvertreter für das Thema Frauenrechte zu sein? Statt mich zu konsultieren und zu sagen: ‚Zirngibl, wir sind Deiner Meinung dürfen wir Solidarität – dieses Wort wird ja gerne von denen verwendet – mit Euch zeigen.‘ Dann hätte ich gesagt: ‚Gerne. Natürlich dürft ihr auch als Redner oder Rednerinnen mit auftreten.‘ So sehe ich eine lebendige Demokratie: Auch unterschiedliche politische Strömungen können bei wichtigen Themen an einem Strang ziehen. Stattdessen machen die jetzt ihr Ding eine Stunde vorher. Mich würde nicht wundern, wenn dort auch gewaltbereite Antifa-Leute mit dabei sind, welche aufgehetzt werden und dann zu uns ziehen, um Radau zu machen. Was hat das bitte mit Rassismus zu tun, wenn 1.000 Menschen mit Migrationshintergrund hunderte Frauen ausrauben, sexuell belästigen und man benennt die Täter?

Danke für dieses Gespräch.

Anmerkung: Bislang liegen zu den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof bei der Bundespolizei rund 30, bei der Kölner Polizei Hinweise auf rund 20 namentlich bekannte Tatverdächtige vor. Weitere Fakten hier beim WDR.

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Kommentare (33)

  • joey

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    „20 Tatverdächtige“: die hätte die Polizei an dem Abend leicht bewältigt. Eine große Menge (1000) von Personen hat ein (nach Maas, Jäger… Polizeiangaben) koordinierte Sperrmenge abgegeben und „gut“ auf Versuche der Polizei reagiert, die aktiven Täter festzunehmen oder wenigstens um Hilfe rufende Frauen rauszuholen.
    Daß nur 20 Leute konkret als Täter verdächtigt werden können, hängt mit abgeschalteten Kameras zusammen und mit einer Polizei, die nicht einmal Personenrettung durchführen konnte geschweige denn Beweissicherung oder Ermittlung. Es gibt ja 500 Anzeigen – da waren die 20 Verdächtigen aber recht fleißig.

    Nichttäter hätten die Täter isolieren müssen, freistellen, sich als Zeugen melden.

    Wenn man pro Asylbewerber sprechen will, sollte man die 1000 gegen 1,5 Mio stellen, da ist dann die Quote ganz gut. Vielleicht hilft auch insgesamt mehr klare Statistik unter Einbeziehung von Herkunft, Glaube und Aufenthaltsstatus. Aus Angst vor dem Teufel (AfD… huhhh…) sollte man nicht gesundbeten (sind ja nur „20“ Verdächtige), sondern einen Arzt holen und mit klarer Diagnose operieren. Skalpell tut manchmal mehr weh als Weihwasser, hilft aber wahrscheinlich besser und ohne Pauschalisierung in irgendeiner Richtung.

  • Mathilde Vietze

    |

    Natürlich sind auch unter den Asylbewerbern nicht lauter Heilige. Aber die Vorkommnisse
    in Köln dürfen nicht dazu mißbraucht werden, alle Ausländer als eine Verbrecherbande
    zu diskriminieren. Wer Straftaten begeht, muß – ganz egal ob Ausländer oder Deutscher –
    entsprechend bestraft werden. Darüber dürfte es unter vernünftigen Menschen keine
    Diskussion geben.

  • joey

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    @Mathilde Vietze
    richtig. Ein vernünftiger Patient nimmt Risiken ernst, geht rechtzeitig zur Vorsorge. Der gute Arzt schneidet nur das raus, was unbedingt nötig ist und zerschneidet nicht panisch den ganzen Patienten oder bringt ihn pauschal präventiv gleich um.

  • Tobias

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    Der erste Karnevalszug wurde abgesagt. Nicht aus Terrorgründen, sondern aus politischer Korrektheit. Ich frage mich, ob es in Regensburg noch Dult und Bürgerfest gibt. Immerhin haben wie höchste Kneipendichte; betrunkene Opfer und Angreifer finden sich immer. Außerdem sind die Damen im Dirndl schon für unsere Kultur schon recht „ansehnlich“, wie soll dann ein Vollschleier-Gewohnte Araber damit umgehen? Das Dekolleté der Trachten ist ja nicht gerade klein geschnitten.

    Schon vor Jahren war die Albertstraße ab 22 Uhr nicht mehr zu betreten, aber wie das in Zukunft wird? Und wie reagieren die Regensburger Badebetriebe wenn im RT die ersten Belästigungen stattfinden?

    Es wird immer von „Klartext“ gesprochen, sobald man aber tatsächlich Klartext spricht – BEVOR das Kind in den Brunnen gefallen ist – wird relativiert und diffamiert.

  • peter.sturm

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    junge frauen und mädchen berichten heute in der s ü d d e u t s c h e n (SZ) über ihre erlebnisse in köln an silvester.
    ihr solltet euch die zeitung kaufen.

  • anita f. - antifaschistische Gruppe in Regensburg

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    Der Schwachsinn des Fritz Zirngibl

    Nachfolgend einige Anmerkungen zum Interview von Regensburg-Digital:

    „Wir haben in der Vergangenheit nie rassistische Äußerungen gemacht.“

    Doch, er postet auf Facebook rassistische Stereotypen über den „Fremden“ (dreckig, faul, primitiv). Zudem setzt er den Diskurs über Geflüchtete mit Kriminalität, Islamismus, Vergewaltigung, Unordnung, etc. gleich und schürt damit Rassismus.

    Außerdem vertritt er ein völkisches Denken (in dem Fall von den Bayern, aber funktioniert nach gleichem Muster, wie bei der Nation). Deutlich wird dies u.A. wenn er sich gegen eine Aufnahme von 16 Geflüchteten in Teugn (1661 Einwohner) ausspricht.

    „PEGIDA passt doch auch gar nicht zu uns. Genau so wie eine Partei wie die AfD. […] Also nochmal: Von uns war nie jemand bei einem PEGIDA und wir haben auch keinen Kontakt zu solchen Leuten.“

    Doch, erst am 22.12.2015 kommentierte Jürgen Eichinger (der mit Zirngipl auch gern mal auf ein Bier geht) Zirngibls Beitrag. Jürgen Eichinger demonstrierte z.B. zuletzt diese Woche bei PEGIDA in München mit und ist z.B. auf Facebook auch mit dem Neonazi Karl Richter befreundet.

    Zudem wollte Ante Serdarusic (der seit 25 Jahren mit Zirngibl befreundet ist) erst im Oktober/ November 2015 in Regensburg einen PEGIDA-Ableger gründen. Bei Erfolg hätte sich auch Zirngibl daran beteiligt.

    Das RassistInnen ungestört auf Zirngibls Timeline kommentierten können, hat er wohl übersehen. So lautete u.A. ein Kommentar „Die DRECKSASYLANTEN (!!!!) haben NULL VERSICHERUNGEN und bekommen SÄMTLICHE GESUNDHEITSLEISTUNGEN ZUM NULLTARIF! Zefix! Darum geht’s doch und um nix anders!“

    „Ich habe die Junge Freiheit lange gelesen und fand sie sehr interessant. […] Da hab ich aufgehört, die zu lesen.“

    Falsch, erst im Dezember postete er JF-TV Videos auf Facebook (Videokanal der extrem rechten Zeitung „Junge Freiheit“ )

    Weitere Infos über Zirngipl und Serdarusic:
    https://linksunten.indymedia.org/de/node/165130

    Darum:
    Die rechte Hetze stoppen, der Bayernpartei entgegentreten!
    14:00 Uhr – Alter Rathausplatz

  • dugout

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    @ Tobias:
    Keine Angst , die Grabschhoheit im Bierzelt wird den bsuffern Bayern schon erhalten bleiben.
    Der “ Vollschleier- gewohnte Araber hats nämlich net so mit der Dultgaudi.
    Übrigens , Mutmaßungen, Vorverurteilungen und das herbeireden von Horrorszenarien haben meist wenig mit Klartext zu tun, viel öfter aber mit Hetze.

  • Mr. T

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    dugout+1

  • Lothgaßler

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    Was für ein Hype! Ausgehend von kriminellen Handlungen schwillt die Welle der Empörung an, und nun gehts um große Themen: Sexismus, Rassismus und Frauenrechte. Bayernpartei, AfD, jedwede andere Partei oder Feministinnen: sie alle reiten diese Welle.
    Weder „antanzen“ (zum Zwecke des Diebstahls) noch „umzingeln“ (um Flucht zu verhindern, Zeugen und Hilfe abzuhalten) sind normale Verhaltensweisen, auch nicht in den Herkunftsländern der Straftäter. Sexuelle Beleidigung, Nötigung und Vergewaltigung (egal ob gegen Frau, Mann oder Kind) sind bei uns Straftaten, dazu herrscht gesellschaftlicher Konsens, trotzdem geschehen dergleichen Straftaten auch ohne Zutun von Ausländern. Die zum Jahreswechsel begangenen Straftaten werden verfolgt, aber nicht alle können wegen der Beweislast gesühnt werden. Das ist nun mal so in einem Rechtsstaat. Der Polizei vorzuwerfen, dass sie im Sylvestergetümmel versagt hat, das ist Quatsch und politische Übersprungshandlung. Scheinbar haben auch Passanten die Situation falsch eingeschätzt und auf Fotos und Videos verzichtet, obwohl sonst jede Belanglosigkeit mit „Freunden“ geteilt und jeder Blechschaden genauestens dokumentiert wird.
    Gegen bzw. für wen und was wird nun eigentlich demonstriert? Wenn die Straftaten nicht einfach nur kriminell waren, sondern einen kulturellen Hintergrund hatten, dann hilft nur „Erziehung“. Erziehung meint unerwünschtes Verhalten tilgen und erwünschtes Verhalten fördern. Erziehung braucht Konsequenzen, und die müssen zeitnah folgen und im Ausmaß angemessen sein. Erziehung über Strafrecht funktioniert kaum, über die Gesellschaft schon. Die Gesellschaft gewährt oder verweigert „Chancen“, darin liegt der Schlüssel. Parallelgesellschaften mit „Werten“ außerhalb unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, außerhalb unserer Verfassung und außerhalb unseres Rechtsstaates haben keine Existenzberechtigung in unserem Land, hier müssen wir „egoistisch“ dagegenhalten. Leider tun wir das nur sehr inkonsequent (z.B. Sonderstellung der Kirchen, Gebuckle gegenüber Geld- und Blutadel, selbsternannte „Scharia-Polizei“ http://www.spiegel.de/politik/deutschland/scharia-polizei-landgericht-wuppertal-erlaubt-den-salafisten-auftritt-a-1066943.html).

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Mafalda“ – ich finde „Gutmensch“ keinesfalls als Unwort. Der Gutmensch ist das
    genaue Gegenteil vom g u t e n Menschen. Während der gute Mensch achtsam
    und realitätsnah hilfsbereit ist,z.B. in der Flüchtlingsarbeit, „hilft“ der Gutmensch
    in seiner sträflichen Naivität all jenen, die die Gutheit anderer ausnutzen. Der Gut-
    mensch fällt auf Mitleidschinder herein und unterstützt sie.
    In unserer Gesellschaft wäre vieles besser, wenn es mehr gute Menschen und
    weniger Gutmenschen gäbe.
    all jenen, die

  • dugout

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    Bravo Frau Vietze^^
    Das haben sie 1 :1 von der AfD abgeschrieben.
    Exakt diese Verdrehung prangert die Jury in ihrer Begründung zur Wahl des Unwortes an:

    „Als „Gutmenschen“ wurden im vergangenen Jahr insbesondere diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen, wie die Jury erklärte. Mit dem Vorwurf „Gutmensch“ würden ebenso wie mit den Begriffen „Gutbürger“ oder „Gutmenschentum“ Toleranz und Hilfsbereitschaft „pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“.

    Und hier die AfD Bayern dazu:

    „Gutmensch ist „Unwort des Jahres 2015″…
    Der Kampf um die Begriffe ist in der politischen Diskussion von maßgeblicher Bedeutung. Das zeigt sich auch in der Einwanderungsdebatte, die offiziell nicht als solche bezeichnet wird: es geht da grundsätzlich ganz pauschal nur um „Flüchtlinge“ (nicht etwa um Asylsuchende, Wirtschaftsmigranten o.ä.), ein Begriff, der Mitleid erweckt und Hilfsbereitschaft einfordert. „

  • dugout

    |

    Auch ihre Gegenüberstellung „Gutmensch“ vs guter Mensch
    stammt 1:1 von der AfD Frau Tietze. Zufälle gibt’s….
    (function(d, s, id) { var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0]; if (d.getElementById(id)) return; js = d.createElement(s); js.id = id; js.src = „//connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&version=v2.3“; fjs.parentNode.insertBefore(js, fjs);}(document, ’script‘, ‚facebook-jssdk‘));

    Gutmensch ist "Unwort des Jahres 2015"…Der Kampf um die Begriffe ist in der politischen Diskussion von maßgeblicher…Posted by AfD Bayern on Dienstag, 12. Januar 2016

  • Fritz Zirngibl

    |

    Schwachsinn „Anita F“!

    1. Jürgen Eichinger ist schon lange kein Mitglied der Bayernpartei mehr.
    2. Ante Serdarusic wollte nie einen PEGIDA-Ableger gründen.
    3. Ich war nie bei derartigen „Gründungsgesprächen“ dabei und habe auch nie eine Beteiligung beabsichtigt.

    Noch eine kleine Bitte: wenn eure Nachforschungen schon so mangelhaft sind, schreibt zumindest meinen Namen richtig. Kleine Frage am Rande: warum versteckt sich Anita F. hinter einem Decknamen? Hetzt es sich so leichter?

  • Mr. T

    |

    Für mich ist Gutmensch eher das Gegenteil von Arschloch!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „dougut“ – Dürfte ich Sie a) bitten, meinen Kommentar
    vollständig zu lesen und b) meinen Namen richtig zu
    schreiben. Leute, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren,
    sind g u t e Menschen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Ohne die Straftaten, die in Köln passierten, auch nur irgendwie
    kleinzureden: Wie sieht es denn z.B. beim Oktoberfest aus?
    Da ist kein einziger Ausländer unter den Übeltätern, sondern
    nur lauter „anständige“ Bayern.

  • Silvia Gross

    |

    Die lustige Bayernpartei mit den Schotten zu vergleichen, ist ja direkt eine Beleidigung fûr die Schotten ….

  • dugout

    |

    Was für sie Frau VIETZE wohl das Gegenteil von Gutmensch ist! Das haben sie 1.1. von der AfD abgeschrieben und genau das prangert die Jury an.

  • Mathilde Vietze

    |

    Das Gegenteil vom Gutmenschen ist der gute Mensch,
    der sich z.B. in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Aber,
    das habe ich ja in meinem Kommentar auch geschrieben.

  • joey

    |

    @ Mathilde Vietze
    die Oktoberfestzahlen sind ja mittlerweile klar. Es gibt offiziell nur wenige bis gar keine sexuelle Straftaten und auch (falls die Polizei lügt) in sozialen Medien hat sich noch nichts rumgesprochen, daß da massenhaft Frauen in die unteren Öffnungen befingert werden. Begrapschen von Bedienungen wird vermutlich polizeilich erfaßt sondern durch den Sicherheitsdienst vor Ort unbürokratisch und sichtbar für mögliche Nachahmungstäter geklärt.
    Wie Frau Wiezorek auf ihre Oktoberfestzahlen kommt, habe ich zumindest noch nirgendwo gelesen.

    Gewalt mit irgendeinem soziokulturellen oder organisatorischen Hintergrund muß benannt werden, egal, wer davon politisch profitieren könnte. Die Polizei gehört nicht einer Regierung oder politischen Richtung.

    Es gibt in einer komplexen Welt oft auch mehrere richtige Meinungen. Strukturen zu suchen darf nicht in Pauschalisierung ausarten, aber Suche zu verbieten ist nicht demokratisch und strategisch ganz und gar unschlau.

  • Silvia Gross

    |

    Die Differenzierung stimmt so nicht. Auch Leute, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, werden als Gutmenschen tituliert. Ist das Gegenteil von Gutmensch eigentlich Schlechtmensch? Manchmal könnte man das meinen, wenn mal all die Hasstiraden z.B. auf einschlägigen Seiten in Facebook liest, auch Sympathisanten der Bayernpartei befinden sich da im Übrigen darunter.

  • dugout

    |

    Also noch ein letztes mal Frau VIETZE,
    weil dann ist mir meine Lebenszeit langsam zu schade.
    Sie Wenn der „Gutmensch das Gegenteil vom guten Menschen ist, also ein schlechter Mensch, dann reden sie wie jeder x-beliebige Nazi hier in Deutschland.
    Die beschimpfen nämlich seit Jahren jeden Menschen der gegen Rassismus eintritt oder sich für eine humane Flüchtlingspolitikeinsetzt als “ Gutmensch.
    Ihr Vergleich Gutmensch – guter Mensch ist fast wortgleich mit dem von mir verlinkten Bild der AfD Bayern.
    Haben wir es jetzt verstanden, ja?

  • Mathilde Vietze

    |

    I c h habe es schon beim ersten Mal verstanden und ich werde
    künftig Ihre Kommentare, die immer wieder dasselbe enthalten,
    nicht mehr beantworten. Ich wünsche Ihnen einen schönen
    Sonntag.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Silvia Gross: Zum „Gutmenschen“ könnte man
    auch Naivling oder Sozialromantiker sagen und
    solche sind mit Sicherheit n i c h t in den Kreisen
    der Leute zu finden, die ehrenamtlich für die Flücht-
    linge arbeiten, das sind allesamt g u t e M e n s c h e n.

  • Silvia Gross

    |

    @Mathilde Vietze: Das ist doch Wortklauberei. Wie kommt es denn, dass genau die Menschen, die sich direkt für Flüchtlinge engagieren, dennoch als Gutmenschen beschimpft werden? Mir selbst ist das schon oft genug passiert und vielen anderen auch. Hauptsächlich von Menschen, die noch nie einen Flüchtling aus der Nähe gesehen haben.

  • Coffin Corner

    |

    Diese Schmeicheleien, die jetzt von der Bayernpartei und der Kirche an die Frauen versprüht werden, korrelieren nicht wirklich mit dem was sonst in dieser Beziehung von sich gibt.
    Sie sind wohl eher und wieder einmal der Versuch, Leute vor den eigenen Karren zu spannen.

  • JürgenRei

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    Zum Gutmenschen kann man aber auch SPD-Wähler zählen. Einer ihrer Wahlslogans lautete:“ Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden „

  • Mathilde Vietze

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    Zu JürgenRei: Auch als SPD-Mitglied muß ich nicht jeden Wahlkampfslogan für gut
    finden. Und – nachdem Frauen nicht die besseren Menschen sind, muß eine
    menschliche Gesellschaft g l e i c h b e r e c h t i g t sein. Gleichberechtigung
    heißt aber weder Weiberregiment, noch Patriarchat.

  • Mr. T

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    JürgenRei, das ist aber sehr weit aus dem Fenster gelegt. Da kenn ich genug aufrechte Genossen, gerade der älteren Generation, die zeigen, dass es nicht nur auf der Farbskala nicht weit von rot nach braun ist. Erleb ich immer wieder und erschreckt mich immer wieder.

  • joey

    |

    @Mathilde Vietze „Gleichberechtigung heißt aber weder Weiberregiment, noch Patriarchat“
    danke, hier ein kleiner Applaus.

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