„Gott ist todt“ – Zu Nietzsches Kritik des Christentums

Walter Schmid Freidenker Ulm „Gott ist todt“ – Zu Nietzsches Kritik des Christentums am Donnerstag, 28. Juni 2012, 19.30 Uhr, im Gravenreuther, Hinter der Grieb, Regensburg, Eintritt: frei Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) ist einer der umstrittensten deutschen Philosophen, was sowohl an seiner oft unsystematischen Philosophie liegt als auch an seinen mißverständlichen Aussagen beispielsweise zu Antisemitismus und Frauen. Dazu kommt, daß Nietzsches Schwester Elisabeth versuchte, das Werk ihres Bruders nach dessen Zusammenbruch und Tod so umzustellen und zu entstellen, daß es in die Ideologie der Nazis paßte (Stichworte: „Übermensch“ und „Wille zur Macht“). Trotz dieser Widrigkeiten lohnt sich ein Blick auf Nietzsches Kritik des Christentums und der Religion insgesamt. So radikal wie der Pfarrerssohn aus Röcken hat sich kaum jemand zuvor gegen das Christentum ausgesprochen, wobei eine der wesentlichen Aussagen Nietzsches lautet: „Gott ist todt.“ „Sicherlich ist innerhalb unserer Zeiten die christliche Religion ein aus ferner Vorzeit hereinragendes Altertum […] Ein Gott, der mit einem sterblichen Weibe Kinder erzeugt; ein Weiser, der auffordert, nicht mehr zu arbeiten, nicht mehr Gericht zu halten, aber auf die Zeichen des bevorstehenden Weltuntergangs zu achten; […] jemand, der seine Jünger sein Blut trinken heißt; Gebete um Wundereingriffe; Sünden an einem Gott verübt, durch einen Gott gebüßt; Furcht vor einem Jenseits, zu welchem der Tod die Pforte ist; die Gestalt des Kreuzes als Symbol inmitten einer Zeit, welche die Bestimmung und die Schmach des Kreuzes nicht mehr kennt – wie schauerlich weht uns dies alles, wie aus dem Grabe uralter Vergangenheit an! Sollte man glauben, daß so etwas noch geglaubt wird?“

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