SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 13. März 2014

CSB: Streiten wie die Kesselflicker

„Das ist eine Janele-One-Man-Show“

Mit einem Brandbrief hat CSB-Vorstandsmitglied Tom Oberberger seinen Austritt erklärt.

"Halt endlich Dein dummes Maul." Tom Oberberger über den Umgangston in der CSB.

„Halt endlich Dein dummes Maul.“ Tom Oberberger über den Umgangston in der CSB.

„Ich habe nichts gegen alle Kandidaten auf der CSB-Liste“, sagt Tom Oberberger. Wenn Dr. Eberhard Dünninger in den Stadtrat käme, dann würde ihn dies sogar freuen, fügt er hinzu. „Aber diesem politischen Wanderzirkus namens Janele sollte man im Regensburger Stadtrat kein Gastspiel gewähren.“

Mobbing und Drohungen?

Oberberger gehört zu denjenigen, die sich bereits 2008 der CSB angeschlossen haben, damals, als dieser Verein noch ein Sammelbecken für enttäuschte CSUler und Schaidinger-Gegner war. „Wir wollten einen neuen Politikstil“, sagt der 50jährige. Diese Woche, am Montag, hat Oberberger mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt vom Vorstand der „Christlich Sozialen Bürger“ erklärt. Ebenso seinen Austritt zum Ende des Geschäftsjahres.

„Leider lässt es mein Gewissen und mein Demokratieverständnis nicht weiter zu, den Wahlkampf und vor allem den OB-Kandidaten, Christian Janele, weiterhin zu unterstützen“, heißt es unter anderem in Oberbergers Austrittsschreiben.

„Wir streiten wie die Kesselflicker.“

Gegenüber unserer Redaktion spricht er von Mobbing und Drohungen. „Wir streiten wie die Kesselflicker.“ Weil er es gewagt habe, eine andere Meinung zu vertreten als Janele, sei er von diesem niedergebrüllt worden („Halt endlich Dein dummes Maul.“), erzählt Oberberger. Ähnlich ergangen sei es Martina Dräxlmaier, die insbesondere auch deshalb ihren Rücktritt aus dem Vorstand erklärt habe.

Von Janele-Vertrauten sei ihm geraten worden, lieber ruhig zu sein und Janele nicht mehr zu kritisieren, „weil mein Job mit der CSB zu tun hat“. Oberberger ist nämlich derzeit noch Fraktionsassistent im CSB-Büro.

"Nicht mit dem Vorstand abgestimmt": die neuen Janele-Plakate.

„Nicht mit dem Vorstand abgestimmt“: die neuen Janele-Plakate.

CSB-Stadtrat Rudi Prösl habe irgendwann von ihm gefordert, 100 Euro von seine Gehalt als Fraktionsassistent für den Wahlkampf abzugeben. „Manchmal sollte ich mich vom Fraktionsbüro aus um Wahlkampfaktionen kümmern. Das ist ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung.“ Er habe sich dagegen immer wieder gewehrt, im Gegenzug sei der Druck gegen ihn erhöht worden. „Dann gab es abstruse Vorwürfe, dass ich Post nicht weitergeleitet hätte und Einiges mehr.“

„Janele macht nur Werbung für seine Leute.“

Als Motiv für all die Aktionen gegen ihn, vermutet Oberberger seine Kritik am recht eigenwilligen Wahlkampf des OB-Kandidaten. „Janele macht nur Werbung für seine Leute.“

Tatsächlich hat der 48jährige Immobilienmakler in den letzten Wochen mehrfach ganzseitige Berichte im Regensburger Wochenblatt gekauft. Auf den Fotos und im Text kämen nur Vertraute Janeles zu Wort, kritisiert Oberberger.

„Während er für tausende von Euro und ohne Genehmigung durch den Vorstand Plakate von sich, seiner Frau und seinen Getreuen aufstellen lässt, haben uns 2.000 Euro gefehlt, um einen Flyer mit all unseren Kandidaten flächendeckend in Regensburg verteilen zu können. Das ist eine Janele-One-Man-Show.“

Andrea Janele: Großplakate für die Ehefrau.

Andrea Janele: Großplakate für die Ehefrau.

Enttäuscht ist Oberberger vom CSB-Vorsitzenden André Schreiber, mit dem er befreundet ist. Er verstehe nicht, warum dieser Janele einfach gewähren lasse. „Lieber André und meine Freunde in der CSB“, schließt Oberberger sein Austrittsschreiben“, „ich hoffe Ihr bekommt das noch alles irgendwie in den Griff. An alle Anderen – ihr habt Euch wirklich verdient, Regensburg Euch aber nicht.“

Christian Janele gibt den Unwissenden: „Ich kann mir die Vorwürfe von Herrn Oberberger nicht erklären. Wir hatten eigentlich ein gutes Verhältnis. Aber er ist ja Mitglied in der CSU. Vielleicht kann er mit unserem neuen Politikstil nicht umgehen.“

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