Acht Jahre früher als geplant: Donauparallele in Regensburgs Altstadt wird verkehrsberuhigt
Thomas Burger bleibt Realist. „Es wird Gegenwind geben, aber auch Rückenwind“, sagt der Oberbürgermeister, als er am Freitagmittag an der Bushaltestelle am Fischmarkt gemeinsam mit seinem Verwaltungsstab die künftigen Pläne für Thundorfer- und Keplerstraße präsentiert. Die zentrale Nachricht: Die Donauparallele entlang der Altstadt wird dauerhaft für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt. Spätestens am Fischmarkt ist Schluss.

Planungsreferent Florian Plajer und OB Thomas Burger stellten die Pläne zur Verkehrsberuhigung bei der Bushaltestelle am Fischmarkt vor. Foto: as
Damit wird die vom Stadtrat beschlossene Verkehrsberuhigung um mehr als acht Jahre vorgezogen. Im Grundsatzbeschluss vom Juli 2025 war die Sperrung für den Durchgangsverkehr noch als langfristige Maßnahme – bis 2035 – vorgesehen.
Was dabei beinahe untergeht: Die seit Februar laufenden Bauarbeiten am Weinmarkt sind so gut wie abgeschlossen. Ab dem 16. November wird die Donauparallele wieder geöffnet – für Busse und Taxen, Radfahrer und Fußgänger sowie für den Lieferverkehr.
Wegen monatelanger Baustelle: Verkehre habe sich anders verteilt 
Die monatelange, baustellenbedingte Sperrung der Straße war zugleich ausschlaggebend für die Entscheidung, die Verkehrsberuhigung bereits jetzt umzusetzen. Der Verkehr habe sich in dieser Zeit „umsortiert“, sagt Burger. „Deshalb ist dann die Idee gereift, etwas, das man erst in einigen Jahren in Angriff nehmen wollte, dann zu machen, wenn sich viele schon an andere Strecken gewöhnt haben.“
Bereits im Mai hatte die städtische Pressestelle gegenüber unserer Redaktion erklärt, man beobachte genau, wie sich die Sperrung am Weinmarkt auswirke. Dies liefere der Stadt „wertvolle Fakten für künftige Planungen“. Zählungen hätten nun ergeben, dass sich die Verkehre auf andere Straßen verteilten, ohne dass es zu Überlastungen gekommen sei. Deshalb wird die Verkehrsberuhigung der Donauparallele nun vorgezogen.
Betroffene der Sperrung seien mit dieser Idee aktiv auf ihn zugekommen, berichtet der Oberbürgermeister. Am Runden Tisch Altstadt habe es sogar Stimmen gegeben, die noch weitergehende Maßnahmen gefordert hätten.
Zufahrt für Anwohner ja, Durchfahrt nein
Die Zufahrt für Anwohner, Gewerbetreibende und Hotelgäste soll erhalten bleiben. Von Westen aus ist sie über den Weißgerbergraben und die Holzländestraße möglich, anschließend über Weinmarkt und Keplerstraße. Vor dem gesperrten Fischmarkt gibt es über die Weinlände eine Wendeschleife.

Die künftige Verkehrsführung an der Donauparallele. Foto: as
Von Osten her führt der Weg stadteinwärts über die Straße Unter den Schwibbögen und die Weiße-Hahnen-Gasse. Anschließend geht es nach rechts in die Thundorferstraße, in Richtung Haus der Bayerischen Geschichte. Zufahrtsberechtigte können nach links in die Thundorferstraße abbiegen. Gewendet werden muss Am Wiedfang.
Die Zahl der Anwohner- und Sonderstellplätze soll trotz „kleinerer Anpassungen und Verlagerungen“ erhalten bleiben. Die öffentlichen Kurzzeitparkplätze entlang der Keplerstraße werden in Liefer- und Ladezonen umgewandelt. Als Ersatz nennt Burger das Parkhaus am Unteren Wöhrd, die „Mobilitätsdrehscheibe“, die 2027 fertiggestellt sein wird und über den kostenlosen Altstadtbus angebunden ist.
Keine Angst vor Widerstand
Planungsreferent Florian Plajer hofft, dass mit der Verkehrsberuhigung auch der Radverkehr aus dem Altstadtkern herausgezogen wird. „Wenn ich hier viel schneller als Radfahrer fahren kann, dann überlege ich mir gut, ob ich mich durch die Altstadt durchwusle.“
Natürlich werde es auch Widerstand geben, sagt Burger. Er vergleicht die Entscheidung jedoch mit der Sperrung der Steinernen Brücke für den Pkw-Verkehr, dem Aus für das Parken am Haidplatz und dem Durchfahrtsverbot über die Platzfolge in der Altstadt.
„Das waren damals auch Einschnitte, die für Widerstand gesorgt haben.“ Heute gebe es kaum noch Menschen, die sich das zurückwünschten. „Wenn wir die Altstadt weiterentwickeln wollen, müssen wir Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität ergreifen. In Summe werden alle profitieren und auch die ihre Meinung ändern, die das jetzt noch skeptisch sehen.“
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David W.
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Ich bin für das Aufstellen der Christa-Meier-Gedächtnis-Hüchent
zum einen ehrt es die ehemalige OBin für ihre Weitsicht, zum anderen haben die Gegner wieder ne tolle Projektionsfläche. Da muss man nur noch die alten verstaubten polemischen Schimpftirade raus holen.