Morgen, Regensburg! Geschäftsleute im Pech, Bauherren im Glück
Wenn man die Thundorfer- und Keplerstraße für neun Monate für den Verkehr sperren kann, ohne dass das große Chaos ausbricht, warum geht das eigentlich nicht dauerhaft? Warum wurden die Fairteiler im April geschlossen und öffnen die überhaupt wieder? Und wie ist das mit brutto und netto?
1. „Der Fischmarkt gehört nicht zu Regensburg.“
Bis Anfang der 2000er Jahre waren die Thundorfer- und Keplerstraße mit dem Fischmarkt im Zentrum eine beliebte Ausgehmeile in der Regensburger Altstadt. Das ist heute deutlich anders. Die Veränderung zeigt sich an der regelmäßigen Fluktuation, besonders bei Gastrobetrieben am Fischmarkt.
„Anscheinend hat man uns vergessen“, sagte mir kürzlich der Inhaber eines Imbisses zu mir. „Der Fischmarkt gehört nicht zur Regensburger Altstadt.“
Der Grund für die aktuelle Frustration der Gewerbetreibenden rund um den Fischmarkt: Seit Ende Februar ist die Donauparallele wegen einer Baustelle beim Weinmarkt für den Bus- und Pkw-Verkehr gesperrt. Auch Fahrräder werden umgeleitet. Ursprünglich sollte die Straße ab Mitte Juni zumindest teilweise wieder geöffnet werden.

Die Zufahrt zur Keplerstraße bleibt noch bis November dicht. Foto: as
Doch letzte Woche informierte die Stadt die Geschäftsleute und Anwohner: Eine teilweise Öffnung ist „aus Sicherheitsgründen“ nicht möglich. Die Sperre bleibt „voraussichtlich bis Mitte November“ bestehen – ein weiteres halbes Jahr.
Der Inhaber eines Gastrobetriebs berichtet von Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent. Er ist nicht der Einzige. Während wir uns unterhalten, kommen immer mehr Leute dazu.
Vor allem die ausbleibenden Busse, die für ein gewisses Grundrauschen sorgten, fehlen. Die übliche Fluktuation zu Dultzeiten bleibt aus. Die kostenlosen Busse fahren woanders.
Trotz Verkehrsfreiheit wirkt der Fischmarkt nicht attraktiv. Straßenrand und Bushaltestelle stehen voller parkender Autos. Niemand greift ein.
Bei den Glascontainern am Weinmarkt dachte jemand bei der Stadt offenbar, dass ein Absperrband reicht, um darauf hinzuweisen, dass ein Abholung derzeit nicht möglich ist und die Container nicht verwendet werden können. Entsprechend sieht es aktuell aus.

Ein Absperrband hat nicht gereicht. So sieht es aktuell beim Glascontainer am Weinmarkt aus. Foto: as
Die Betroffenen der Situation, meist Geschäftsleute mit Migrationshintergrund, sind wenig informiert und kennen keine Ansprechpartner bei der Stadt oder den mit Fördergeld ausgestatteten Verein „Faszination Altstadt“, der die Interessen der Geschäftsleute in der Altstadt vertreten soll.
Man könnte die Verkehrssperrung als Chance nutzen. Mehr Freisitze für die Dönerläden, Lokale und Imbisse, Konzerte oder ein kleines Fest rund um den Fischmarkt, ein paar Pflanzkübel statt wilder Parkplätze. Transparente könnten auf die Betriebe hinweisen, statt Schilder, die selbst Fahrradfahrern signalisieren: Haltet euch fern.
Mehrere Betroffene wollen sich nach meinem Hinweis nun an den Altstadtkümmerer wenden.

Abgesehen von parkenden Autos verwaist: der Fischmarkt. Foto: as
Ich frage mich, ob man die Donauparallele nicht dauerhaft für den Verkehr sperren könnte – abgesehen von Altstadtbussen – und daraus eine attraktive Fußgängerzone machen könnte.
Die Hauptverkehrsachse, die dort entlangläuft, macht die Gegend unattraktiv und ist nachts bei Gastrobetrieb und Rasern, die eine Altstadtrunde drehen wollen, manchmal lebensgefährlich.
Wenn es möglich ist, diese Straße neun Monate zu sperren, ohne dass in Regensburg das große Verkehrschaos ausbricht, dann ist das auch dauerhaft möglich. Die Gewerbetreibenden dort, mit denen ich gesprochen habe, hätten nichts dagegen, und die Politik muss das Geschrei einer lauten Minderheit, die meint, ihr Geschäft gehe unter, wenn man nicht direkt mit dem Auto davor parken kann, endlich aushalten. Kuschel-Koalition übernehmen Sie.
2. Urteil verschoben
Am morgigen Donnerstag hätte im Schadenersatzprozess von Ex-Domspatz Matthias Podszus gegen das Bistum Regensburg eine Entscheidung verkündet werden sollen. Es geht um Schadenersatz von bis zu einer Million Euro.
Nun wurde der Termin auf den 11. Juni verschoben. Hintergrund sind offenbar Recherchen des SWR wegen möglicher Befangenheit der Richterin.
Tatsächlich ist Richterin Adda Trautsch Vorsitzende des Elternbeirats bei den Regensburger Domspatzen. Das hatte sie bereits zu Beginn des Prozesses offengelegt. Matthias Podszus und sein Rechtsanwalt hatten deshalb keine Bedenken.

Matthias Podszus und sein Rechtsanwalt Sven Markuske. Foto: as
Was die Richterin nicht erwähnte, waren Stipendien, die zwei ihrer Söhne erhielten. Sie habe das nicht für erwähnenswert gehalten. Denn tatsächlich werden diese Stipendien von einer unabhängigen Institution vergeben. Matthias Podszus wurde von der Terminverschiebung völlig überrascht.
In einem Schreiben seines Rechtsanwalts Sven Markuske an das Landgericht Regensburg heißt es als Reaktion:
„Das Vorgehen der Presse (wird) von Seiten des Klägers hier aufs Schärfste verurteilt. Aus hiesiger Sicht ist diese Vorgehensweise völlig unakzeptabel.“
Die Richterin halten Matthias Podszus und sein Anwalt nach wie vor für nicht befangen. Die Stipendien hätten nichts mit dem Rechtsstreit zu tun und stammten weder von der Kirche noch den Domspatzen.
Dem SWR schrieb Markuske ins Stammbuch:
„Wir sind erschüttert, dass der Entscheidungsfindungstermin verschoben wurde, weil der Kläger noch länger Ungewissheit hat.“
Wie das Verfahren und das Verhalten des Bistums Regensburg einzuordnen sind, habe ich kürzlich in einem Video bei „Hey Regensburg“ erklärt, das ich hier einbinde.
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3. Der erste Bauturbo ist da
Am 7. Mai wurde im Gestaltungsbeirat das erste Projekt im Rahmen des Bauturbos vorgestellt.
Zur Erinnerung: Mit dem Bauturbo ermöglicht der Gesetzgeber Kommunen, Verfahren zum Wohnungsbau zu erleichtern und zu beschleunigen. Die konkrete Ausgestaltung bleibt den Kommunen überlassen.
In Regensburg sorgte der Beschluss vor der Kommunalwahl für viel Kritik. Die Grünen, damals noch nicht in einer Koalition mit der SPD, sprachen von einem „Kniefall vor den Bauträgern“.
Der Beschlussvorschlag von Planungsreferent Florian Plajer wurde damals von CSU, SPD, Brücke, FDP und Freien Wählern gekippt. Es wurden deutlich großzügigere Grenzen für Bauturbo-Projekte beschlossen, die Bauherren von gewissen Kosten für soziale Infrastruktur und der Verpflichtung zum Bau von Sozialwohnungen befreien.
Besonders auffällig: Als Obergrenze für Bauturbo-Projekte wurden 7.000 Quadratmeter Geschossfläche netto festgelegt (anstatt wie vom Planungsreferenten vorgeschlagen: 2.500 Quadratmeter Geschossfläche brutto).
Der Begriff Nettogeschossfläche ist in Verwaltungsvorlagen zu Bauvorhaben oder Bauleitplanverfahren nicht üblich. Weder in Regensburg noch anderswo. In einer so frühen Planungsphase ist er nicht gebräuchlich. Es ist eine schwammige Grenze. Die Bruttogeschossfläche liegt 15 bis 30 Prozent über der Nettogeschossfläche. Anpassungsfähig. Aus 7.000 Quadratmetern netto können schnell 8.000 bis 9.000 Quadratmeter brutto werden. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff Nettogeschossfläche verschleiernd und intransparent. Damals im März schrieb ich:
„Der von der CSU erarbeitete und von SPD, Brücke, FDP, Freien Wählern und CSB unterstützte Änderungsantrag zum Bauturbo liest sich, als hätte ihn ein Bauträger diktiert.“
Und dabei bleibe ich angesichts der aktuellen Entwicklungen auch.
Die großzügige annähernde Vervierfachung der Obergrenze war insbesondere eine Reaktion auf den Brandbrief von mehr als zehn Bauträger-Unternehmen im November 2025. Sie hatten die bisherigen Vorgaben kritisiert und der Regensburger Stadtverwaltung kaum verhohlen Inkompetenz unterstellt.
Koordinator des Schreibens war Dr. Thomas Rosenkranz, früher beim Immobilien Zentrum Regensburg, nun seit geraumer Zeit mit einem eigenen Unternehmen aktiv: R&E Immobilien.
Die R&E Immobilien ist es auch, die nun das erste Bauturbo-Projekt verwirklicht.
Dort, wo heute das Avia-Hotel an der Frankenstraße steht, sollen 110 Wohnungen entstehen, davon 35 als betreutes Wohnen für Senioren. Der Rest geht in den Verkauf.

Das Avia-Hotel wird abgerissen. Hier entsteht Wohnbebauung.
Ein Vorteil des Bauturbo ist sicherlich, dass eine solche Wohnbebauung an dieser Stelle ursprünglich nicht möglich gewesen wäre. Dann wäre eine Genehmigung nach §34 Baugesetzbuch nötig gewesen, der sogenannte Lückenschlussparagraph.
Rosenkranzs Neubau hätte sich an der Umgebung orientieren müssen und wäre dann in dieser Dimension nicht genehmigungsfähig gewesen. Nun entsteht eine größere Bebauung, mehr Wohnraum, die sich durch die Beratung des Gestaltungsbeirats auch in die Umgebung einfügt.
Der Vorteil ist also: Mehr Wohnraum, der architektonisch auch nach etwas aussieht. Das sagen jedenfalls Gestaltungsbeirat und Planungsreferent.
Dass das Projekt von Rosenkranz aber überhaupt unter den Bauturbo fällt, ist der großzügigen Erweiterung auf 7.000 Quadratmeter Geschossfläche netto zu verdanken. Die geplante Bebauung hat zwar rund 8.000 Quadratmeter – aber zum Glück brutto.
4. Fairteiler sollen bald wieder öffnen
Mitte April sorgte die Schließung der Lebensmittelschränke von Foodsharing, Fairteiler genannt, für Aufregung. Die Schließung erfolgte „haftungsbedingt“. Es sei zwar nichts passiert, aber neue Informationen und rechtliche Unsicherheiten hätten zu diesem Schritt geführt, ließen die Lebensmittelretter verlauten.
„Als Privatpersonen könnten wir juristisch belangt werden“, hieß es. Und: „So leid es uns tut: Es wird bis auf Weiteres keine Fairteiler mehr geben. “
Schnell schossen Gerüchte ins Kraut: Foodsharing Regensburg stehe vor dem Aus, hieß es. Das als überfürsorglich bekannte Rechtsreferat der Stadt Regensburg habe den Lebensmittelrettern Angst gemacht – und das in der Foodsharing-Stadt Regensburg.

Die geschlossenen Fairteiler sollen bald wieder geöffnet werden. Foto: Foodsharing Regensburg
Doch am Ende wird wohl nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Von einem Aus für die Fairteiler oder gar Foodsharing kann keine Rede sein.
Das ergibt zumindest ein Gespräch mit Verantwortlichen der Regensburger Regionalgruppe. Die Fairteiler werden voraussichtlich in ein paar Wochen wieder geöffnet.
Im Vorfeld der geplanten Vereinsgründung von Foodsharing habe man sich mit Haftungsfragen beschäftigt. Dabei sei man „vielleicht etwas übervorsichtig“ gewesen.
Falls sich jemand an Lebensmitteln aus dem Fairteiler den Magen verdirbt, haften zwar tatsächlich die Betreiber. Allerdings, so das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Es gilt das sogenannte Ehrenamtsprivileg.
Es dürfte also in Kürze eine positive Nachricht und wieder offene Fairteiler geben. Abseits der Lebensmittelschränke macht Foodsharing ohnehin die ganze Zeit weiter.
Entspannte Restwoche!




Maksim
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Eine Fußgängerzone in der Thundorfer Straße und Keplerstraße habe ich in der Vergangenheit immer für unmöglich gehalten wegen der Busse die dort lang fahren. Für den PKW Verkehr ist die Straße sowieso schon praktisch irrelevant.
Vielleicht wäre eine Verkehrsberuhigung aber genau das was die Gegend bräuchte. Selbst mit Bussen. Das Ideal wäre aber eine Fußgängerzone mit Straßenbahn, sowas ist auch in anderen Altstädten üblich, wie z.B. Augsburg.
Für Investoren, Betriebe und Vereine wäre eine Lage am Donau-Ufer und in der Nähe der Steinernen Brücke natürlich ideal, und wir sehen es jedes mal beim Bürgerfest, wie belebt diese Straße sein kann. Wieso dann nicht auch als Fußgängerzone.
J.Weber
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„Die Gewerbetreibenden dort, mit denen ich gesprochen habe, hätten nichts dagegen, und die Politik muss das Geschrei einer lauten Minderheit, die meint, ihr Geschäft gehe unter, wenn man nicht direkt mit dem Auto davor parken kann, endlich aushalten“.
Trotz Umsatzrückgängen von bis zu 30% wegen der erzwungenen Verkehrsberuhigung haben die Gewerbetreibenden nichts gegen eine dauerhafte Verkehrsberuhigung? Eine laute Minderheit wären gar die Gewerbetreibenden, die die KFZ-Kundschaft als wichtige Umsatzstütze (und seien es nur 20%) nicht ausschließen möchten? Wo genau sollte denn der Vorteil für eine bisher auch anzufahrende Dönerbude mit heftigen Umsatzeinbußen liegen, wenn sich diese verstetigen? Jedenfalls die Keplerstraße wird auch durch eine Verkehrsberuhigung doch keine attraktivere Fußgängerzone oder Wohnstraße werden, als es die umliegende Altstadt ist, schon gar nicht wenn:
„Mehr Freisitze für die Dönerläden, Lokale und Imbisse, Konzerte oder ein kleines Fest rund um den Fischmarkt, ein paar Pflanzkübel statt wilder Parkplätze“ den dortigen Alltag bestimmen. Die Leute wollen den unkomplizierten Einkauf und ein ruhiges Leben, nicht Party vor der Haustüre oder die Auswahl zwischen fünferlei Dönern.
Die Fluktuation wird dort auch mit Verkehrsberuhigung extrem bleiben und wir sollten um jedes Geschäft dankbar sein, dass sich jenseits von Kneipen und Dönerbuden dort überhaupt über Wasser halten kann und die Altstadt Lebens- und liebenswert macht. Ein Baum und eine Parkbank mehr schaden sicher nicht, ebenso wie die lästigen Poser nachts auszusperren, aber doch bitte nicht immer die in der Praxis der Provinz(haupt-)Städte vielfach widerlegte Träumerei von der Verkehrsberuhigung als Wirtschaftsboost und Retter derer Innenstädte. Jedenfalls dann, wenn man sich von Aufenthaltsqualität mehr erwartet als Kneipen, Imbisse, Dönerbuden, Saufgelage und zu Mülleimern umgewidmete Pflanzkübel.
JS
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Ich finde auch, dass man die Straße für den Durchgangsverkehr sperren sollte, es sollten nur noch Busse und Räder durchfahren können. Derzeit der Gehsteig teilweise so schmal, dass man nicht aneinander vorbei kommt. Auch die Staus zum Feierabend hin beim Jakobstor sind kaum noch zu beobachten. Also warum nicht aus der Baustellensituation eine Langfristige Verkehrsberuhigung machen mit mehr Platz für Fussgänger und für die dortige Gastro?
Hubi
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“..selbst Fahrradfahrern signalisieren, haltet euch fern.”
Das ist dort gerade ein echtes Problem. Eigentlich ist der Weg an der Baustelle vorbei gerade für Fahrradfahrer gesperrt, aber da heizen die Fahrradfahrer komplett ohne Scham und ohne große Rücksicht durch. Man wird zur Seite geklingelt, selbst mit Kinderwagen, angemotzt, wenn es nicht schnell genug geht. Die in Regensburg unbedingt notwendigen Downhill-Fahrräder mit Besenstil breiten Lenkern, E-“Fahrräder” kaum gebremst und natürlich die Lastenräder drängen sich da durch. Es kommt zum Fahrradstau in einer eigentlich für Räder gesperrten Strecke. Ich bin selbst Radler, fahre kaum Auto, aber ich bin von der dreisten Rücksichtslosigkeit an dieser Stelle echt genervt. Es ist nicht nur unnötig und unhöflich, es ist auf einen schmalen Weg wie diesem echt gefährlich: ich leide an Osteoporose und wenn mir so ein Lenker eines schweren Rades in den Ellenbogen kracht, habe ich wieder einen Bruch. Meiner Meinung nach fehlt dort an mancher Stelle das Regulativ der Watschn (Spaß, bin Pazifist), weil an Anstand mangelt es den Regensburger Radlern offensichtlich.
Dieter
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Naja, die Keplerstr und der Fischmarkt waren nicht bis Anfang der 2000er belebt, sondern bis zu Beginn der Pandemie. Außerdem fehlen Publikumsmagneten wie Wunderbar und Orkan in dieser Ecke.
Urprünglich war die Sperrung bis zur letzten Mai Woche gedacht, zumindest stand das auf den Schildern. Warum es tatsächlich deutlich länger dauert, liest man auch hier nicht.
Der Fischmarkt war tatsächlich schon mal gesperrt für den Durchgangsverkehr – bewehrt hatte sich das offensichtlich nicht.
Es gibt mittlerweile deutlich mehr Dönerbuden und auch in besserer Lage mit Freisitzen – das Geschäft bleibt hartnam Fischmarkt.
Warum die Recherchen des SWR ein Problem sein sollten, wird hier nicht klar. Neue Informationen verzögern den Prozess – das mag für den Kläger schlimm sein, aber was soll hier die Alternative sein? Journalisten verbieten, dass sie recherchieren? Da fehlt mir doch eine Einordnung von RD.
Geht es bei der Haftungsdiskussion bzgl. Foodsharing nicht vor allem um die Nachvollziehbarkeit? Eigentlich wird empfohlen bei jedem Kindergartenfest Rückstellproben von mitgebrachten Kuchen, Finger Food etc… einzufrieren.
Maksim
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@ J.Weber
Wie oft sind sie denn am Fischmarkt beim Einkaufen? Oft genug dass die Parkhäuser nicht ausreichen und man unbedingt vor Ort auf das Glück hoffen muss einen Parkplatz zu finden?
Das tolle ist, ob Fußgängerzonen tatsächlich die Wirtschaft ankurbeln kann man Recht einfach beweisen. Einfach machen und Befragungen starten. Wie schon so oft zuvor gemacht wurde, und die Antwort ist fast jedes mal: ja. Wenn die Aufenthaltsqualität an einem Ort steigt, dann sind dort mehr Menschen. Und wenn dort mehr Menschen sind, dann haben die anliegenden Betriebe mehr Umsatz. Der gelegentliche Autofahrer der unbedingt dort lang fahren muss anstatt sich ins Parkhaus in der Nähe zu begeben, der wird halt durch mehrere zahlende Kunden ersetzt, die nicht drauf bestehen in die keplerstraße mit ihrem Auto rein zu fahren.
Charlotte
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Die Autos parken dort, weil Parkplätze inzwischen massiv fehlen. Was denn sonst. Die Straße sperren ist dann endgültig der Todesstoß für die Altstadt.
satyr
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also liebe leute, es gibt doch in der keplerstrasse kein einziges geschäft zum einkaufen mehr, metzger kain hat auch aufgegeben. und was bleibt’?’ ausser antikmarkt und second hand laden. und der bayerische rundfunk ist komischerweise immer noch dort. ach, das keplermuseum hab ich vergessen, aber das interessiert nicht einmal touristen. gut, und der strohhalm ist noch dort. der rest sind tatsächlich dönerbuden, asia-imbisse und andere lokale. hier wurde in den letzten 30 jahren alles weggentrifiziert, was es an infrastruktur gab. daher könnte man aus der keplerstrasse durchaus eine altstadtschnellstrasse machen
Dominik Müller_alt
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@Maksim
Fußgängerzone ist in der Alltagssprache der gesamte verkehrsberuhigte Bereich, offiziell ist es aber ein viel kleonerer Teil, hier sehr übersichtlich:
https://www.regensburg.de/fm/121/flyer-lieferzeiten-fussgaengerzonen-022023.pdf.
In den letzten Jahren entstanden dort sehr viele neue Leerstände, zusätzlich zum Wegfall von über 20% der Ladenfläche allein durch die 3.Galeria-Insolvenz.
Was früher -vor 1-2 Jahrzehnten- oft funktioniert hat, gerade mit spezialisierten Geschäften, klappt nun nicht mehr, da sich das Einkaufsverhalten stark in Richtung Onlinehandel verändert hat und im Präsenzhandel der verbliebene Umsatz lediglich neu verteilt werden kann.
Eine Straßenbahn durch die Kepler- und Thundoferstraße fände ich gut, für die Realisierung müsste halt erst ein Liniennetz festgezurrt, dann -beschränkt durch die möglichen Radien- die passenden Fahrzeuge gesucht werden. Bei den bisherigen Stadtbahnplänen schien es gerade umgekehrt zu laufen, erst stand das Fahrzeug sogar mit der Farbgestaltung fest und dann wurde geschaut, wo man Platz für die Gleise schaffen kann. Das Platzangebot der historischen Tramfahrzeuge würde freilich nicht reichen.
@Satyr
Der Strohhalm verlässt demnächst die Keplerstraße Richtung Frankenstraße bei der AVIA-Tankstelle.
Mr. B.
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Zu satyr
21. Mai 2026 um 04:20 | #
Ich glaube, der Bayer. Rundfunk ist da längst nicht mehr.
DD
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Die Keplerstraße mag auf den ersten Blick vielleicht als entbehrlich für den Verkehr wirken, aber wer auf den Bus angewiesen ist, um täglich zur Arbeit zu kommen, verliert da – je nach Fahrt – gern pro Tag mal 30-40 Minuten an die Umleitung, ggf. mehr, je nachdem wie weit man es zur Ausweichhaltestelle hat. Auf die Woche gesehen reden wir hier also von nicht irrelevant vielen Stunden, die sich in Wohlgefallen auflösen.
Zeit ist Lebensqualität, und auch wenn ich tendenziell Verfechter der verkehrsberuhigten Innenstadt bin (ist mir schon ein Graus, wie oft man in der Fußgängerzone Autos weichen muss), sollte man auch die Realität des ÖPNV bedenken, auf den sich viele der Anlieger verlassen.
täglicher Beobachter
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Ich bin Fahrradfahrer, befahre die Kelplerstrasse täglich zwei mal und kann deshalb täglich beobachten, warum die Aufenthaltsqualität dort so mies ist:
Es schoben sich teilweise kolonnenweise dieselbetriebene Gelenkbusse durch die enge Straße und – was ich sehr bedauere und oftmals spüren musste – ohne jegliche Rücksichtnahme durch die Fahrer. Die meinen, sie seien die Herren der Straße und der Raum gehört alleine ihnen. Da werden Fußgänger und Fahrradfahrer abgedrängt, in gefährliche Situationen gebracht und wenn man die Fahrer zur Rede stellt, haben sie keinerlei Unrechtsbewusstsein und sind maximal patzig.
SO geht ÖPNV leider nicht – es liegt nicht nur am RVV, es liegt auch an den lieben Lenkenden…!
Und die Stadt mit ihrer Baustelle und deren Verzögerung ist eine Sache für sich.
Ich bin vom Fach, kenne andere Baustellen und kann mich nur über die dilettantische Planung/ Ausführung und gemütliche Bauweise wundern. Wenn einer Stadt dieser Ort etwas wert ist, muss eben im Zweischichtbetrieb gearbeitet werden, oder mal am Samstag.
Und dem Schreiben entnehme ich, dass die Fußgänger und Fahrradfahrer, die sich abends nicht durch den engen Gehweg quetschten, sondern quer über den Schotter liefen eine GEFÄHRDUNG für die Arbeiter auf der Baustelle sind – hui, welcher Sicherheitsbeauftragter hat sich denn das überlegt??
Falls die Straße verkehrsberuhigt wird, dann bitte möglichst ohne regionale Buslinien, sondern maximal mit kleinen Altstadtbussen.
PS: der Glascontainer war ein Treppenwitz – seit vorgestern ist er endlich komplett entfernt. Wahrscheinlich ein Ergebnis dieses Artikels – bravo!