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Kommentar

Unchristlich und perfide: Bistum Regensburg will keine Einigung mit Betroffenem von Gewalt und Missbrauch

Schadenersatzprozess eines Ex-Domspatzen gegen das Bistum Regensburg: Es wirkt, als wolle die Kirche ein Exempel statuieren und eine Botschaft an andere Betroffene von Gewalt und Missbrauch senden: Wenn  ihr von uns Schadenersatz fordert, der über das hinausgeht, was wir euch zugestehen, müsst ihr euch warm anziehen.

Bischof Rudolf Voderholzer führte mit Matthias Podszus „ein seelsorgliches Gespräch (…) von denkbar höchster Stelle.“ Und mehr gibt es auch nicht – so der Standpunkt des Bistums Regensburg. Fotos: Staudinger/as

 

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Die Botschaft an Betroffene von Gewalt und Missbrauch ist klar: Wenn du mehr forderst, als wir bereit sind zu geben, machen wir es dir so schwer wie möglich. Anders lässt sich das Verhalten des Bistums Regensburg im Rechtsstreit mit dem früheren Domspatzen Matthias Podszus nicht interpretieren.

Der heute 43-jährige Podszus fordert Schadenersatz und Schmerzensgeld von der Kirche. Zwischen September 1991 und Juli 1993 war der damals achtjährige Junge im Internat der Domspatzenvorschule in Pielenhofen untergebracht.

Keine außergerichtliche Einigung seit zwei Jahren

Dort kam es laut seinen Angaben zu massiven Misshandlungen – körperlich, psychisch, seelisch und sexualisiert. Der Schulleiter, der berüchtigte Geistliche Johann Meier, habe ihn mehrfach vergewaltigt und missbraucht. Wir berichten seit zwei Jahren über den Fall.

Da außergerichtliche Einigungsversuche scheiterten, klagt Podszus nun vor dem Landgericht Regensburg. Es geht um eine sechs- bis siebenstellige Summe.

Klärung grundsätzlicher Rechtsfragen?

Beim ersten Verhandlungstermin am 27. März versuchte Richterin Adda Trautsch eindringlich, die Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. Ihr Vorschlag: eine Mediation durch einen Güterichter. Schließlich gehe es „um extrem sensible und intime Dinge“. Abseits der Öffentlichkeit bestehe die Möglichkeit, Verschwiegenheit oder eine gemeinsame Sprachregelung zu vereinbaren.

Einwände von Bistumsanwältin Stefanie Orywol, dass es um grundsätzliche Rechtsfragen gehe, die gerichtlich geklärt werden müssten, wies Richterin Trautsch zurück. Jeder Fall sei anders gelagert, und es sei fraglich, ob eine letztinstanzliche Entscheidung Fragen klären könne, die auch auf andere Fälle anwendbar sind.

In Deutschland gibt es kein Präzedenzfallrecht. Richter sind nicht an frühere Urteile gebunden und können von Fall zu Fall unterschiedlich entscheiden. Die wichtige Frage der Verjährung wurde von unterschiedlichen Gerichten und Deutschland unterschiedlich bewertet – weil jeder Fall individuell ist.

Mit der Hoffnung auf Gespräche abseits des Gerichtssaals und eine Einigung schickte Richterin Trautsch die Parteien nach Hause. Eine Urteilsverkündung wäre ansonsten für den 21. Mai angesetzt.

Kühle Absage von „denkbar höchster Stelle“

Während Matthias Podszus, sichtlich zermürbt von der Dauer des Verfahrens, Einigungsbereitschaft signalisierte, lehnte das Bistum dies endgültig ab.

In einem knappen Schreiben, das Podszus’ Rechtsanwalt Sven Markuske vergangene Woche erhielt, beharrt Bistumsanwältin Orywol darauf, dass das Verfahren Rechtsfragen aufwerfe, „welche einer Klärung zugeführt werden müssen“.

Weiter heißt es:

„Soweit das Gericht darauf verwies, dass dem Kläger Gehör geschenkt werden sollte, weisen wir höflich darauf hin, dass dies bereits geschah.
Bereits vor Klageerhebung fand ein seelsorgliches Gespräch zwischen dem Kläger und dem Bischoff selbst statt.
Dem Interesse des Klägers, sich Gehör zu verschaffen, wurde also von denkbar höchster Stelle Genüge getan.“

Warnung an andere Betroffene

Eine grundsätzliche Klärung der von Orywol behaupteten Rechtsfragen wird das Verfahren mit ziemlicher Sicherheit nicht bringen.

Allerdings sendet das Vorgehen des Bistums eine klare Botschaft an andere Betroffene, die darüber nachdenken, sich nicht mit lächerlichen „freiwilligen Anerkennungsleistungen“ abspeisen zu lassen: Die Kirche wird sich mit allen Mitteln gegen solche Forderungen stemmen, allen früheren bedauernden Worten, Entschuldigungen und „seelsorgerlichen Gesprächen von denkbar höchster Stelle“, Bischof Rudolf Voderholzer, zum Trotz.

Insofern erreicht das Bistum Regensburg zwar keine Klärung grundsätzlicher Rechtsfragen, aber es statuiert ein Exempel. Andere Menschen, die unter der Verantwortung der Kirche Gewalt und Missbrauch erlitten, sollen verstehen: Wir werden uns so lange dagegen wehren, bis dir die Kraft ausgeht.

Mit christlichen Werten unvereinbar

Oder wie es Rechtsanwalt Sven Markuske ausdrückte: „Vordergründig sagt man: Es tut uns alles so leid – und im Prozess heißt es dann: Ätschbätsch, alles verjährt.“

Man kann nur hoffen, dass diese perfide Taktik scheitert. Mit christlichen Werten, die das Bistum zu vertreten vorgibt, ist das ohnehin in keiner Weise vereinbar. 

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Kommentare (34)

  • Samson

    |

    Ist das jetzt eigentlich irgendwie noch Zynismus oder eine so nicht zu überbiete moralische Bankrotterklärung.

    „Soweit das Gericht darauf verwies, dass dem Kläger Gehör geschenkt werden sollte, weisen wir höflich darauf hin, dass dies bereits geschah.
    Bereits vor Klageerhebung fand ein seelsorgliches Gespräch zwischen dem Kläger und dem Bischoff selbst statt.
    Dem Interesse des Klägers, sich Gehör zu verschaffen, wurde also von denkbar höchster Stelle Genüge getan.“

    Einer Forderung Gehör zu verschaffen.
    Der blindeste unter den Blinden wird wissen müssen, was das bedeutet.
    Richtig kann man natürlich sagen wir prüfen die Vorwürfe gar nicht, da sie nicht mehr relevant sind.
    Die Vorwürfe bleiben aber relevant.
    Moralisch gibt es keine Verjährungsfristen.
    Dieses Verhalten empfinde ich als äußerst ekelerregend.
    Einem Anliegen Gehör schenken, heißt aber nichts anderes als darauf einzugehen und sich dem zu stellen.
    Genau das Gegenteil ist hier erfolgt.
    Kann man das so machen?
    Ja, kann man.
    🤢….🤮
    Also, um Vorderholzer zu interpretieren.
    Wenn mir das katholische Kirchensteueramt einen Kirchensteuer bescheid durch das Finanzamt zukommen lässt.
    Dann rufe ich im katholischen Kirchensteueramt beim Leiter Clemens Foierl an, zuständig für Regensburg Weiden Amberg, Straubing bis nach Neumarkt.
    Dann sage ich ihm: „Also sie haben jetzt ihre Forderung an der denkbar höchsten Stelle Gehör verschafft, nämlich bei mir dem Steuerzahler, damit dürft ihr doch die Sache für Sie auch erledigt sein. “
    (Spoiler: Die Warteschleife Musik ist von den Domspatzen)
    Bin mal gespannt, ob das Kirchensteueramt diese Aussage genauso interpretiert wie anscheinend der Bischof.
    Der Versuch ist es wert!

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  • Thilo B.

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    Verstehe ich das richtig: Er hat geklagt und will jetzt kein Urteil?

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  • Daniela

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    Mir dünkt Übles, Vorderholzer – ‘ von denkbar höchster Stelle’ ?
    Lieber Vorderholzer noch nicht einmal auf Gottes Erdboden sind Sie die ‘denkbar höchste Stelle’, geschweige über Gottes Erdboden. Die ‘denkbar höchste Stelle’ nehmen andere ein, Sie auf gar keinen Fall. Sie wissen, Der Vater, der Sohn und der heilige Geist.

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  • Burgweintinger

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    Da fällt mir nur ein Wort ein: W……

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  • Manfred van Hove

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    Die Kirche war es jahrhundertelang gewohnt, sich Vermögen auf jede erdenkliche Weise anzueignen, ohne daran rechtsstaatliche Massstäbe anlegen zu müssen. Was Recht ist, bestimmte die Kirche selbst. Diese Selbstherrlichkeit herscht immer noch in weiten kirchlichen Kreisen. Als eingebildeter Stellvertreter Gottes auf Erden hat man schliesslich auch besondere Rechte, so die Einbildung. Dass darüber ein schnödes irdisches Gericht urteilt, frenzt schon an Blasphemie.
    Die Firma Gott &Sohn hat es von je her verstanden, viel zu nehmen und wenig zu geben.
    Der Übeschuss des Bistum Regensburg von 80 Millionen in 2025 wurde auf den grossen Haufen Rücklagen überwiesen, wohl für die Zeit nach der Auferstehung.
    Aber im Ernst – es ist höchste Zeit, dass auch die Untaten der Kirche von einem weltichen Gericht be- und verurteilt werden. Sie hat sich wie jeder Bürger auch dort zu verantworten.
    Das bedeutet, dass nur ein Gericht die Höhe der Entschädigung feststellen kann und darf.
    Der Kläger hatte das Glück, nur Etterzhausen ertragen zu müssen. Ich hatte das Pech, Etterzhausen und Regensburg ertragen zu müssen nach dem Kinderheim St.Joseph in Ramsau bei Gars, was schon schlimm genug war.
    Was ist eine zerstörte Kindheit und Jugend wert ? Das OLG Köln beantwortet diese Frage in einem ähnlichen Verfahren mit 350,000 Euro.
    Ich habe meine Erlebnisse aus dieser Zeit in einem kleinen Büchlein niedergeschrieben und dieses an alle deutschen Bischöfe gesandt. Keiner soll sagen können, er hätte von nichts gewusst.
    Ob ich auch selbst klagen werde, hängt von dem Urteil des o.g. anhängenden Verfahrens ab. Die Klageschrift selbst liegt bereits bei meinem Anwalt fertig in der Schublade.

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  • Matthias Podszus

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    @Thilo B.: Ich wollte immer ein Urteil. Deswegen habe ich ja die Klage eingereicht. Ein Urteil kann man aber auch über andere Wege erzielen, zum Beispiel über einen Güterichter. Wenn man sich mit einem Güterichter gütlich einigt, wäre das auch ein Urteil. Nur eben ohne die Öffentlichkeit. Aber letztlich ist es auch ein Urteil. Also um Ihre Frage zu beantworten, Ja, ich habe Klage eingereicht und Nein, ich will ein Urteil. In welcher Form auch immer. Und wie die weltliche Gerichtsbarkeit in diesem / meinen Fall urteilt, das werden wir sehen. Das Urteil wird kommen.

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  • xy

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    @Matthias Podszus:

    Ein Urteil kann man nicht bei einem Güterichter erzielen; dort gibt es nur die Möglichkeit einer einvernehmlichen Regelung, also eben kein streitentscheidendes Urteil. Man einigt sich auch nicht mit dem Güterichter, sondern mit der Gegenseite (278 ZPO).

    Warum haben Sie eigentlich nicht um Prozeßkostenhilfe nachgesucht, sondern öffentlich Spenden für den Prozess eingeworben? Wurde Prozeßkostenhilfe vielleicht abgelehnt?

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  • brenner

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    Wenn Herr Podszus in einem derart belastenden Verfahren auf eine für ihn zufriedenstellende gütliche Einigung hofft, dann ist das doch völlig in Ordnung. Und ob das dann Urteil heißt oder “trump`scher Deal”, das dürfte nur für die Freunde höherer juristischer Korinthenkackerei interessant sein.
    Und ob und warum statt Prozesskostenhilfe zu Spenden aufgerufen wurde ist geht doch auch niemanden etwas an. War ja keiner gezwungen zu spenden.

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  • Martin G.

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    Abgesehen von den unermesslichen Leid der Betroffenen kann ich bis heute nicht verstehen, warum diese Organisation, die ihre perfide Grundhaltung bis heute nicht wesentlich verändert hat, noch immer in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sein darf. Dort wäre m. E. der Hebel, um eine (radikale) Veränderung zu erreichen. Wie wir gerade in Deutschland gelernt haben, steht am Ende einer totalitär agierenden Organisation nie eine komplett neue, unbelastete Führungsriege zum Neustart zur Verfügung. Aber bekanntlich stinkt der Fisch vom Kopf aus und dort sind m. E. noch zu viele alte Köpfe in Amt und “Würden”.

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  • tom lehner

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    Das Bistum Regensburg “Statuiert ein Exempel”. ” Wir werden uns so lange dagegen wehren, bis dir die Kraft ausgeht”.

    Gut das sich die Kirche ihr eigenes Grab schaufelt. Ihre grenzenlose Arroganz und strohhutbesetzte Selbstzufriedenheit wird irgendwann vorbei sein. Wie abstrus sich das in ihrer Sprache anhört:
    Ob Gott mit diesen “Vertretern auf Erden” einverstanden wäre? Ich glaube es würde fristlose Kündigungen, Exkommunizierungen und Teufelsaustreibungen am Stück hageln.

    Mir bleibt nur noch die Frage, wie viele Ave Maria und Vater unser man für derartiges Verhalten beim Beichten aufgebrummt bekommt und ob dafür die restliche Lebenszeit ausreicht?

    Wie heisst es im Paten? “Alles für die Familie”

    Im Übrigen “Werfe ich gern den ersten Stein”

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  • Thilo B.

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    Von einem neutralen Gericht die Schuld und Verantwortung des Bistums beUrteilen zu lassen, würde der ganzen Sache mehr helfen, als das ständige Gekeife in Richtung Kirche

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  • Stephan

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    Vordergründig ist das Geschehen erstaunlich, denn sollten der eitle Klerikaldandy und seine Speichellecker den Lehren ihres Herrn Jesus Christus von unbedingter Nächstenliebe auch nur einen Hauch von Glauben schenken, müsste ihnen doch klar sein, dass es für sie nach dem Ableben nur einen einzigen Weg geben kann: hinab, in das schwärzeste Loch der Hölle.

    Das Ganze verwundert aber nur so lange, bis man sich den Umstand bewusst macht, dass Pharitäertum und Doppelzüngigkeit die im institutionellen Katholizismus die am tiefsten verwurzelten Eigenschaften sind – und dass all das Theater mit Weihrauch, Brokat und Spitzengewändern am Ende doch nur unheiliger Götzendienst am Mammon ist.

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  • Crazy Vaclav

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    @Thilo B – Mitgefühl, Demut und Nächstenliebe sind Grundpfeiler des Christentums. Eventuell nochmal drüber nachdenken

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  • Samson

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    @Thilo B

    Thilo B.
    Zitat:
    “28. April 2026 um 12:13 | #
    Von einem neutralen Gericht die Schuld und Verantwortung des Bistums beUrteilen zu lassen, würde der ganzen Sache mehr helfen, als das ständige Gekeife in Richtung Kirche.”

    Ach ja?
    Das Landgericht beurteilt also die Schuld und Verantwortung.
    Aus welchem moralischen Untiefen kommen solche Einsichten?
    Da wurde unbestritten ein Kind sexuell missbraucht und vergewaltigt, dass im Schutz der Kirche erzogen wurde.
    Und nicht nur eines!
    (Ja was soll das Gekeife, sind doch nur Kinder???)
    Soll sich diese Kirche dann darauf berufen, dass die Taten juristisch verjährt sind wie bei einem Strafzettel?
    Also ist ein Mörder unschuldig, wenn er freigesprochen wird?

    Das Bistum an sich kann überhaupt keine Schuld haben.
    Aber Bischof Voderholzer trägt die persönliche Schuld und Verantwortung für diese absolut unwürdige Veranstaltung.
    Diese Schuld und Verantwortung trägt er, und es ist zutiefst beschämend, wie ein paar Paragraphenreiter sich die Welt schön biegen.
    Das ist für mich ein tiefes persönliches Versagen.
    Das hohe Sturzrisiko, dem ein Bischof ausgesetzt ist, weil er auf so vielen Schleimspuren ausrutschen kann, ist berufsbedingt nicht zu vermeiden und kann keineswegs als exkulpierend dienen.
    ein Bischof sollte wie kein anderer wissen, dass ein weltliches Gericht keine Schuld von ihm nehmen kann.
    Und nochmals, der Spruch, dass man ja Gehör geschenkt hat, ist blanker Zynismus.

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  • Auch a Regensburger

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    @Matthias Podszus: Sie sind eine wahnsinnig starke Person. Ihr Kampf ist für Alle Opfer. Couragierte und mutige Bürger wie Sie, sind es die Veränderungen bewirken und Gesellschaften prägen. Danke

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  • Haimo Herrmann

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    Zu Samson
    Einem Anliegen Gehör schenken, heißt aber nichts anderes als darauf einzugehen und sich dem zu stellen.
    Ja es ist wahr, seinerzeit hat der Bischof seine Absicht sogar von der Kanzel, im Dom und auf der Pressekonferenz verkündet er würde mit jedem Betroffenen ein Gespräch führen und es sei jeder Einzelne einer zuviel. Aber während der Prozessführung wurde immer deutlicher, daß man verschiedene Kleriker nicht an ihren Worten messen darf. Dies kann man auch auf den Inhalt von Predigten beziehen. Mich hat vor allem eines schockiert , was vorher zu Zeiten des Kuratoriums als unbestreitbar für beide Seiten galt wird von der RKK heute entschieden bestritten. Das betrifft zB. die Rolle von J. Meier in diesem System und vieles andere. Ich stelle fest : Im Lügen ist das Bistum unschlagbar. Und damit steht ja nun eindeutig fest , der Missbrauch im Bistum Regensburg ist jetzt ein Politikum ersten Ranges in Deutschland. Da redet die Regierung von allen möglichen Sparmaßnahmen die demnächst auf uns zukommen sollen aber dort wo sie es könnte schmeißt sie das Geld aus dem Fenster um in unserem sogenannten Rechtsstaat eine Zweiklassengesellschaft zu etablieren.
    Das gilt auch für die Justiz in der sich ein Opfer dieser kriminellen Vereinigung nur schwer wehren kann um zu seinem Recht zu kommen. Sicher geht es hier um enorme Summen aber dem steht auch ein Riesenschaden gegenüber. Das Verursacherprinzip meinte Vance vielleicht, als er seinerzeit an unserer Meinungsfreiheit zweifelte und widerstrebend muß ich ihm teilweise Recht geben.
    Noch können wir in diesem Land heilfroh sein, daß es Medien wie REGENSBURG DIGITAL gibt. Stephan Aigner hat mit seiner Recherche wirklich großes geleistet. Ich denke da nur an die Enthüllungen über die RKK während des Naziregimes indem auch T. Schrems eine entscheidende Rolle spielt der heute noch vor dem Kaff mit einer Büste geehrt wird.
    Hitlers liebster Knabenchor
    https://www.regensburg-digital.de/hitlers-liebster-knabenchor/22102012/

    Von Verwüstungen, Verleugnungen und Verklärungen bei Theobald Schrems
    https://www.regensburg-digital.de/von-verwustungen-verleugnungen-und-verklarungen-bei-theobald-schrems/30012013/

    Kann man wirklich nicht mit dem Niveau der Bild vergleichen.
    Haimo Herrmann
    Anerkanntes Missbrauchsopfer des Bistum Regensburg
    Etterzhausen 1962-1964

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  • Der sich den Wolf schreibt

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    Im Himmel ist die Hölle los.

    „Es geht nirgends so merkwürdig zu wie auf der Welt“ ( Kurt Tucholsky)

    Zum Reflektieren: EAV (Youtube) „Teufl-Medley“

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  • Manfred van Hove

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    Die Sache hat zwei verschiedene Ebenen. Die eine ist die juristische, deren Masstab unsere Gesetze sind.
    Die andere ist die moralische, deren Masstab die Kirche selbst festlegt. Die eigenen Regeln hat sie immer über Jahrhunderte lang so angepasst, dass sie davon profitierte. Ihr Trumpf ist eben, dass sie vorgibt, genau zu wissen, was Gott will. Und wer diskutiert schon mit Gott.
    Der Bischof von Berlin, Dr. Koch. hatte mich zu einem Gespräch eingeladen, nachdem ich vor seinem Domizil in Berlin mich mit einem Protestplakat plazert hatte. Ich hatte mit ihm 2 Stunden lang diskutiert. Besonders bemerkenswert war sein Entrüstung über die Beträge, die Opfern in den USA zugesprochen wurden. Es waren im Schnitt 1,2 Millionen Euro.
    Im vorliegendem Prozess wird das Gericht nicht über 350.000 Euro hinausgehen abzüglich dem Betrag, der bereits bezahlt wurde. Ob das Bistum das Urteil annimmt wie das Bistum Köln, ist völlig offen. Es hat die Zeit und die Mittel, durch alles Instanzen zu gehen und damit die Sache viele Jahre in die Länge zu ziehen. Die Zeit war schon imme der beste Freund der Kirche. Menschen sterben und mit ihnen die Erinnerung.

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  • Günther Herzig

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    Klarheit, aber auch nur für diesen Fall wird es dann geben, wenn es zu einem Urteil kommt. Es ist nicht zu erwarten, dass das Bistum für eine unabsehbare Anzahl von noch nicht bekannten Fällen auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Eine Mediation, deren Durchführung beide Prozessparteien wünschen, kann mangels übereinstimmender Zustimmung auch ergebnislos enden, was dann zur Fortsetzung des Verfahrens führt, wenn die Klage entweder gar nicht erhoben wird oder es zur Klagerücknahme kommt.
    In diesem Verfahren Prozesskostenhilfe (PKH) nicht beantragt zu haben, mindert die Chancen einen Eindruck darüber zu erhalten, wie das Gericht den Fall sieht. Das Gericht wird nur vage Angaben dazu machen, wie es den Fall „vorläufig“ beurteilt. Legt sich das Gericht unnötig fest, droht durch die Partei, die sich dadurch im Nachteil sieht, ein Befangenheitsantrag.
    Wird ein Prozesskostenantrag gestellt, kommt Prozesskostenhilfe nur in Frage, wenn das Gericht Erfolgsaussichten sieht und der Kläger „arm“ ist. Sind Erfolgsaussichten bestätigt, so könnte der Beschluss auch beinhalten, dass PKH nur für eine geringere Forderung z. B. 10000, statt 100000 € gewährt wird. Auch das Verfahren wegen Gewährung von PKH kostet Geld. Wird nach Ablehnung von PKH keine Klage erhoben, sind die halben Sätze des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abrechenbar. Wird PKH gewährt, gehen die Kosten des PKH-Verfahrens in den normalen Kosten auf.
    Ich halte es grundsätzlich für problematisch ein derartiges Verfahren mit permanentem medialem Druck zu führen. Ich meine den Fall, in dem der Kläger selbst versucht diesen Druck auszuüben und aufrecht zu erhalten. Natürlich kann er nichts dafür, wenn die Medien aus eigenem Antrieb Kampagnen gegen die Kirche führen. Für mich persönlich ist immer noch unerklärlich, warum die Opfer so lange warteten. Das rechtliche Problem der Verjährung stellt ein zusätzliches Risiko dar und hätte wahrscheinlich vermieden werden können.

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  • Samson

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    @Günter Herzig
    GENAU: „ Es ist nicht zu erwarten, dass das Bistum für eine unabsehbare Anzahl von noch nicht bekannten Fällen auf die Einrede der Verjährung verzichtet. “
    Genau!!!
    Anständig wäre es, Verantwortung zu übernehmen.
    Anstand ist hier nicht zu erwarten!

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  • Manfred Martin

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    Ich denke, dass sich die Kirchen nicht wundern brauchen, wenn ihnen immer mehr Menschen den Rücken kehren.
    Diese und auch andere Organisationen, Sportvereine, Schulen usw., bei denen Kinder missbraucht werden,
    sollten sich dazu bekennen und den entstandenen Schaden wenigstens finanziell ausgleichen und die Täter der Justiz übergeben und nicht schützen.
    Kindsmissbrauch ist in meinen Augen ein schweres Verbrechen, gerade weil die Opfer ihr ganzes Leben darunter leiden und oft nichts unternehmen, weil sie sich schämen. Deshalb darf hier auch keine Verjährung einsetzen!
    Ich denke, die entsprechenden Gesetze sollten schnellstens überarbeitet werden.

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  • Daniela

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    Man möchte doch ein mal prinzipiell klarstellen, nicht die Kirche in ihrer Gesamtheit der Gläubigen ( weltweit 1,4 Mrd. ca.) tragen Schuld an den Straftaten.
    NEIN, es waren wenige, die enorme Schuld auf sich luden, entweder durch die Taten selbst, oder durch die Verschleierung, oder auch jetzt wieder, weil man gar nicht richtig auf die Kläger zu gehen will.
    Der Rest der RKK lehnt dieses Verhalten ab, gerade, wenn es um wehrlose Kinderseelen geht.
    Es geschah unter dem Dach der Kirche.
    Ich denke auch, dass sich das Leid, welches verursacht wurde nicht mit Geld messen lässt. Aber unser Gesetz sieht Entschädigung vor, also hat der Kläger das Recht Entschädigung zu erfahren. Ich persönlich halte 50 Tsd. für zu wenig für ein geschundenes Kinderleben und die Folgen lebenslang.
    Für mich persönlich wäre besonders interessant von Gottes Vertreter auf Gottes Erdboden zu erfahren, wie es künftig vermieden werden kann. Wohin können sich Betroffene wenden, wie will die Kirche künftig damit umgehen? Davon ist nichts zu hören.
    Die irdische, staatliche Gerechtigkeit wird Entscheidungen treffen, die Gläubigen haben das auch schon. Die RKK muss nicht meinen, dass damit jeder einverstanden ist, was die Kirche von sich gibt, es wird beobachtet.

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  • Burgweintinger

    |

    So,so Daniela…

    Jeder der am Sonntag in die Kirche rennt, ja sogar in den Dom und dem Strohhut, während er “das Wort Gottes” spricht, nicht aufsteht und ihm Bilder/Artikel/Banner entgegenschleudert und ihm quasi sagt, dass er hier nicht Wasser predigen soll, während er Wein sauft, macht sich mit schuldig!
    Mögen es nur wenige sein, aber diese finden Unterschlupf bei den 1,4 Mrd, da die vielen sie unter die Decke schlüpfen lassen.
    Einfach nur ein widerlicher sch… Verein!

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  • Daniela

    |

    @Burgweintinger
    29. April 2026 um 11:29 | #

    Lieber Burgweintinger, mit Verlaub, glauben Sie allen Ernstes, dass es hilfreich ist, eine ganze Glaubensgemeinschaft, vom Täufling bis zum Greis, auf diese Art und Weise über einen Kamm zu scheren, diese in dieser Form zu verunglimpfen?

    Ich denke Sie sind, aus welchem Grund auch immer, völlig zu Unrecht auf 1,4 Mrd. Gläubige der RKK sauer.
    Diese Gläubigen, vor allem in Deutschland, haben ein Recht auf Religion und Freiheit diese aus zu üben. Das beinhaltet unter anderem den Gottesdienst zu besuchen und keine Demonstration daraus zu machen.

    Ihre Beschimpfungen werden deshalb auch nichts ernten, außer Unverständnis. All Ihre Vorhalte sind unberechtigt, denn Sie nehmen 1,4 Mrd. in ‘Sippenhaft ‘
    Ist das Ihr Verständnis von Recht und Gerechtigkeit?

    Sie sollten dringend über Ihren Kommentar nachdenken.

    Wenn in Ihrer Familie ein Mörder sei, besteht dann die ganze Familie aus Mördern? Und laut deutschem Gesetz, müssen Sie als naher Angehörige noch nicht einmal aussagen!

    Also bitte, wie abgedroschen sind Ihre Vorwürfe gegen die Gesamtheit der Gläubigen?

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  • Burgweintinger

    |

    Glauben Sie, was Sie wollen, Daniela, von mir aus an den Heiligen Geist und an die Jungfrau Maria…, aber wenn Sie einem Gottesdienst beiwohnen, wo dieser Strohhut vorne steht, dann sind Sie aus meiner Sicht auf der Seite derer und nicht auf der Seite der Missbrauchsopfer…,
    So sehe ich als Simpl das Ganze.
    Gott sei Dank erledigt sich die Kirche (zumindest in unseren Breitengraden) selbst. Von den knapp 30 Mio Mitgliedern in Deutschland 1990 sind es jetzt nur noch 18,5 Mio, davon der größte Anteil Rentner…
    Hauptursache/Grund für den Austritt ist der Umgang mit den Missbrausopfern und Kirchensteuer…
    Die Rentner sterben weg, in den Grundschulklassen sind bereits jetzt die Katholen eine Minderheit, gut so! Weiter so!

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  • Daniela

    |

    @Burgweintinger
    30. April 2026 um 06:35 | #

    Es geht um Respekt vor dem Glauben und den Gläubigen an sich. Dies betrifft alle Glaubensrichtungen.

    Es deprimiert, wenn man auf Meinungen, wie Ihre, die teils nur Verachtung und Hass ausstrahlen, stößt.
    Es ist nicht gut, wenn man Menschen so gegenüber tritt.
    Viele Gläubige engagieren sich, unentgeltlich, für ihre Mitmenschen. Unterstützen diverse Missionen weltweit.
    Viele haben sich für Flüchtlinge eingesetzt, haben bei Wohnungssuche, Grundausstattung, Bürokratismus etc geholfen.
    Natürlich kann man das auch in anderen Vereinen tun, aber die Struktur ist da, die kann man für den Dienst am Mitmenschen einsetzen.
    Und viele Gläubige tun das eben aus der inneren, tiefen Überzeugung, der christlichen Nächstenliebe.
    Sie sehen es nicht, so, wie wir es leben.

    Ich hoffe, ich kann bei Ihnen eine gewisse Nachsicht mit den Gläubigen erreichen, die nichts mit dem schändlichen Treiben der Täter zu tun hatten. Teis, weil diese viel zu jung waren, um davon nur einen Hauch an Kenntnis zu erlangen. Es wurde ja auch lange genug erfolgreich, wiederum von einigen wenigen Würdenträger vertuscht. So erfolgreich, dass mutmaßlich noch nicht einmal die Eltern der Kinder Ahnung erhielten.

    Hass und ungefiltert Wut sind Nährboden für neuen Hass und Gewalt, ob psychisch, physisch oder verbal.

    Dazu fällt mir immer wieder ein: Hüttet Euere Gedanken, diese können zu Taten werden.

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  • Thilo B.

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    Ach Burgweintinger. Im Mittelalter erzählten die Intellektuellen von der Jungfrau Maria, von Himmel und Hölle. Jedes “Unheil” wurde als Bestrafung der bösen Menschen gesehen. Aber das ist doch heute nicht anders. Die Prediger der Neuzeit sprechen vom Klimawandel und sehen jedes Hochwasser als Folge davon. Hm, letztes Jahr gabs kein Hochwasser. Und sogar die Kreuzzüge übernehmen sie. Nur führen die heutigen Kreuzzüge nicht nach Jerusalem, sondern nach Budapest, siehe Feb 2023. Es gibt in jedem Zeitalter Leute, die meinen, für alle denken zu müssen und die Weisheit zu besitzen.

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  • Burgweintinger

    |

    Daniela, alles was sie aufzählen, können Sie auch ohne Kirche tun, diese Kirche, die Kinderschänder und Pädophile schützt…
    Was tun Sie denn konkret in der Kirche, um diese Missstände auszuräumen, Sprechen Sie mit Ihrem Pfaffen? Fordern Sie ihn auf öffentlich gegen das Bistum die Stimme zu erheben?
    Oder wird dieses Thema stillschweigend im Bibelkreis ignoriert…

    … Und noch was, Respekt habe ich vor Menschen, die diesen auch verdient haben, vor einem (Irr)Glauben sicherlich nicht!

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  • Daniela

    |

    @ Burgweintinger
    30. April 2026 um 12:17 | #

    Schade, Schade…, vor welcher Religion haben Sie Respekt?

    Oder ist Religion prinzipiell Irr – Glaube?

    Sehen Sie, ich kann Atheisten durchaus schätzen, ebenso, wie Mitglieder anderer Religionen, ich mag Menschen prinzipiell, besonders, wenn Sie mir Ihre Sichtweise auf ihre inneren Werte nahe bringen.
    Und jeder Mensch hat ein Recht auf eine eigene Persönlichkeit und Würde.
    Straftäter gehören bestraft, aber auch diesen muss man Menschenwürde zugestehen. Jeder Straftäter hat ein Recht, nach Verbüßung seiner Straftat/en, wieder in die Gesellschaft aufgenommen zu werden, ihm die Möglichkeit zu geben, sich wieder sozial zu integrieren.

    Das ist eine innere Haltung. Schuld, Sühne und Vergebung.

    Es ist schade, dass Sie so verbittert sind.

    Und natürlich werden die Geschehnisse in der Kirchengemeinde diskutiert und auch verurteilt, gewertet. Nur halt nicht im Gottesdienst.

    Ich verstehe sogar Gläubige, die austreten, weil sie die Kirchensteuer nicht mehr zahlen können, weil das Geld knapp ist und zum Leben benötigt wird.
    Ich verstehe auch Gläubige, die austreten, weil sie im Glauben zutiefst erschüttert wurden, durch die bekannt gewordenen Straftaten, das Vertrauen in die Kirche verloren haben.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre inneren Zerwürfnisse mit Gläubigen für sich befriedigen können.

    Einen friedvollen 1. Mai und ein schönes Wochenende an alle Mitdiskutierenden.

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  • Burgweintinger

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    Amen. Das wünsche ich Ihnen auch! ich geh jetzt wieder in den Keller und weine!

    Nur eines noch: “…Und natürlich werden die Geschehnisse in der Kirchengemeinde diskutiert und auch verurteilt,…” => Nicht labern, machen!

    Jede Religion, die von einem Leben nach dem Tod spricht, egal ob heiliger Geist oder 36 Jungfrauen, etc., ist, ja, Irr-Glaube!

    https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2412514122

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  • Günther Herzig

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    @Burgweintinger
    30. April 2026 um 19:56 | #
    Lieber Burgweintinger. ich folge Ihren “Irrglaubens-Bekenntnissen“ und das seit dem Jahr 1970. Ich habe aber Verständnis dafür, dass andere das anders sehen. Und ich halte es nur für fair niemanden für seine Überzeugung an den Pranger zu stellen. Ich sehe die ganzen Probleme, die hier berichtet werden, wie sie sich vorstellen werden, eher unter rechtlichen Aspekten. Und das bedeutet nicht, dass ich kein Mitgefühl für die Opfer habe.
    Natürlich tut mir jeder leid, der diese sexuellen Übergriffe erlitten hat. Und ich habe auch schon erklärt, dass ich eine erhebliche Mitschuld bei den Eltern und Verwandten sehe, die ihre Kinder in einer ganz anderen Zeit als heute den Verbrechern ausgeliefert haben. Ich will das nicht weiter ausführen, weil es klar ist.
    Trotzdem muss ich jetzt auch etwas zu den Kirchen, den Institutionen sagen, unter deren „Obhut“ so etwas möglich war. Niemand wird behaupten können, dass sich die Kirchen und andere der Problematik nicht gestellt haben, Verantwortliche, die mit den Verbrechen nichts zu tun haben, von denen aber eine immer wieder neu angeheizte Öffentlichkeit zu erwarten scheint, dass sie für etwas, was in ihrer Kirche passiert ist, -gegen ihren Willen- wenn das heute noch eine Rolle spielen kann, für den Rest ihres irdischen Daseins in Sack und Asche zu gehen haben.
    Jetzt wird es wieder juristisch: Hier wird auf Recht bestanden und das setzt Gesetze voraus. Und jetzt wird Richterrecht verlangt, weil es keine Gesetze gibt, die ausdrücklich regeln, dass eine Haftung bestehen soll für das Handeln in Institutionen für Verbrechen, die viele Jahrzehnte zurückliegen. Die Kirche als Institution hat sich jetzt zu wehren gegen den moralischen Knüppel. Und an dem allen verdienen Rechtsanwälte, Medien und was sonst noch so in Frage kommt. Es wird versucht allen in der Kirche, damit sie von jedem erkannt werden können, eine Art „Judenstern“ zu verpassen. Apropos, warum gibt es gegen Familien, denen Nazis mit bewiesenen Verbrechen angehörten, nicht auch diese „Sippenhaftung“?
    Das alles und ähnliches passiert in sogenannten besonderen Gewaltverhältnissen, Schulen, Internaten, Krankenhäusern und allen Einrichtungen, in denen eine Herrschaftsstruktur verankert war und ist und auch Jahrhunderte lang von den „Untergebenen“ hingenommen wurde, weil das schon immer so war, also mit deutlicher Unterwerfung der meist jungen Opfer unter Strukturen, die um Vielfaches älter sind, als wir uns das vorstellen können und Familien, die einfach darauf vertrauten, dass in den Einrichtungen, denen man sein Kind überließ, alles richtig gemacht wird, im Interesse des Kindes, das ganz nebenbei auch etwas für sein Leben erhielt, Chancen, Bildung und anderes.
    Und jetzt zu den weiter gut befeuerten Erwartungen:
    Wann soll eigentlich eine Haftung der Kirchen enden, wenn es heute schon um die Aufarbeitung von Taten geht, die mehr als 30 Jahre zurückliegen, ganz abgesehen davon, dass die wirklichen Täter nicht mehr leben? Wenn das beliebig ausgedehnt werden könnte, wäre doch auch noch eine Haftung der Kirchen für die Taten der Inquisition zu konstruieren, für Verbrechen der Kirche bei den Versuchen indigene Völker in Nord- Mittel- und Südamerika auszurotten unter dem Vorwand, sie weigerten sich den christlichen Glauben anzunehmen. Das gleiche gilt für Afrika. Dort wurde gehandelt unter dem Spruch: Sie sagten Gott und meinten Cotton.
    (Der Spruch geht auf Theodor Fontanes Roman „Der Stechlin“ zurück und kritisiert heuchlerisches Verhalten, bei dem fromme Worte nur zum eigenen Vorteil benutzt werden, insbesondere in Handels- oder Kolonialkontexten). Hier wird das Verhalten von Menschen beschrieben, die fromme Worte (Christus/Gott) benutzen, während sie in Wirklichkeit wirtschaftliche Interessen verfolgen (Kattun, also Baumwollwaren)
    Ich habe großen Respekt vor Persönlichkeiten, wie dem Erzbischof von München und Freising Marx und kann mir schwer vorstellen, dass die Kirche, auch durch die ausgelöste Diskussion, sich nicht auch in dieser Hinsicht erneuert. Sie wird aber auch nicht zu ständiger Berichterstattung zu veranlassen sein. Ganz nebenbei sind die Bistümer auch Wirtschaftsunternehmen mit vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten. Im Sommer 2017 war ich erfolgreich für einen lebenserhaltenden Eingriff im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.

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  • Ehemaliger

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    Auch wenn diese Themen schon verjährt sein sollten, müsste diese Katholische Kirche in Regensburg dann trotzdem großen Anstand und großen Respekt zeigen, gegenüber den zahlreichen Opfern von Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen.
    ====================================
    Vergewaltigungen und Prügelstrafen bei den Regensburger Domspatzen
    Teil 1 + Teil 2

    https://kritisches-netzwerk.de/forum/vergewaltigungen-und-pruegelstrafen-bei-den-regensburger-domspatzen
    ====================================

    Homo homini lupus est
    Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf
    Titus Maccius Plautus

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  • Daniela

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    @Günther Herzig
    2. Mai 2026 um 19:37 | #

    Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
    Es ist wohltuend, zu erfahren, wie Respekt vor anderen Meinungen, Menschen im Dialog zusammen führen kann.
    Ihre, von mir sehr geschätzten juristischen Erklärungen,
    sind hilfreich, um zu erkennen, dass allein moralische Aspekte nicht genügen, um in einer Gesellschaft für Recht zu sorgen.
    Vielen Dank und eine Gute Zeit.

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  • Nöcheinüberlebender

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    Meine Familie und die Kirche drehen den Spieß um.

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drin