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Unbekannte wüten bei T4-Gedenkstätte am Bezirksklinikum Regensburg: Ein Angriff auf die Erinnerung

Am Wochenende des 16. und 17. Mai haben Unbekannte Teile der T4-Gedenkstätte der medbo in Regensburg beschädigt. Mehrere Bilder und Gedenktafeln wurden zerkratzt. Außerdem wurde einer Heiligenstatue vor der Kirche St. Vitus in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte der Arm abgebrochen.

Mehrere Bildelemente an der T4-Gedenkstätte wurden zerkratzt und beschädigt. Sie erinnern an Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der T4-Krankenmorde umgebracht wurden. Foto: medbo/Höller

Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer der Aktion T4, bei der das NS-Regime systematisch Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder Behinderungen ermordete. Die zentrale Planungsstelle dieser grausamen Aktion befand sich in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.

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Ab dem 4. November 1940 wurden die ersten Patienten der damaligen Regensburger Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll nach Hartheim deportiert und dort ermordet. Das oberösterreichische Schloss war eigens zur Tötungszentrale umgebaut worden (mehr darüber).

Krankenmorde dienten als Versuche zur industriellen Massenvernichtung

Die Opfer wurden in grauen Bussen der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekra) nach Hartheim gebracht. Dort angekommen, mussten sie sich in einem Raum vollständig entkleiden, bevor sie dicht gedrängt in Gaskammern getrieben und ermordet wurden.

Ein Gekra-Bus mit Fahrer. Quelle: Dokumentationsstelle Hartheim

Diese Krankenmorde dienten den Nazis als erste Versuche zur industriellen Tötung von Menschen und lieferten Erkenntnisse für die spätere „Endlösung“, bei der Millionen Jüdinnen und Juden in Konzentrationslagern und anderen Einrichtungen ermordet wurden.

642 Opfer aus Regensburg

Zwischen 1940 und 1941 transportierten die Gekra-Busse insgesamt 642 Menschen aus Regensburg nach Hartheim, was etwa 40 Prozent der damaligen Patientenzahl in Karthaus-Prüll ausmachte. Nur eine Person überlebte diese Deportation.

Insgesamt fielen 70.273 Männer und Frauen der Aktion T4 zum Opfer, und mehr als 216.000 Menschen wurden im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde getötet.

Heute befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt das Bezirksklinikum der medbo, das eine Abteilung für Psychiatrie beherbergt. Ob der Vandalismus politisch motiviert war oder bloßes Rowdytum, bleibt unklar.

Auch die Statue des heiligen Nepomuk vor St. Vitus wurde beschädigt. Foto: medbo/Höller

Bezirkstagspräsident betont historische Verantwortung

Bezirkstagspräsident Franz Löffler bezeichnet den Vorfall als ernst: „Dieser Ort erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde und steht für die historische Verantwortung, dieses Unrecht im Bewusstsein zu halten.“ Eine Strafanzeige wurde bereits gestellt, und die Polizei ermittelt.

„Wir sind dankbar für jede Rückmeldung, die weiterhelfen kann“, so Löffler. Wer zwischen Samstag, 17. Mai 2026, 17 Uhr, und Sonntagmorgen, 18. Mai 2026, etwas beobachtet hat oder Hinweise geben kann, wird gebeten, sich per E-Mail an rechtsabteilung@medbo.de zu wenden.

Löffler betont zudem die bleibende Verantwortung des Bezirks: „Die Erinnerung an die Opfer bleibt. Sie lässt sich weder zerkratzen noch einschüchtern. Der Schutz solcher Orte ist keine Nebensache. Er gehört zu unserer historischen Verantwortung – und zu unserem Selbstverständnis als öffentlicher Träger.“

Gedenkstätte seit 2016

Die NS-Vergangenheit des Hauses wurde erstmals 1977 in einem Artikel der klinikeigenen Rundschau zum 125-jährigen Bestehen der Anstalt thematisiert. Am 50. Jahrestag des ersten Transports von Regensburg nach Hartheim wurde am 4. November 1990 eine Gedenktafel eingeweiht.

Seit 2016 existiert im Innenhof des ehemaligen Klosters eine modern gestaltete Gedenkstätte, an der jährlich ein Kranz niedergelegt wird. Mehrere Stolpersteine in der Stadt sind ehemaligen Insassen der Anstalt gewidmet, die in Hartheim getötet wurden.

Stolpersteine erinnern an Opfer

So etwa am Fischgässl 2. Dort wohnte der 1909 geborene Heinrich Fuchs. 1935 wurde er in die Heilanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen und am 2. Mai 1941 nach Hartheim deportiert, wo er am gleichen Tag den Tod fand.

Einen knappen Monat später wurde auch Georg Muggenthaler in Hartheim ermordet. Ein goldener Pflasterstein vor der Galgenbergstraße 7, gegenüber vom Posthof, ist ihm gewidmet.

Stolperstein für Ludwig Kiergassner in der Haaggasse. Foto: om

Ein weiterer Stolperstein vor der Buchenstraße 4 erinnert an Richard Hupfer. Ludwig Kiergassner (Haaggasse 13) wurde am 4. November 1940 mit dem ersten Sammeltransport nach Hartheim gebracht und dort am selben Tag vergast.

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Kommentare (26)

  • Mr. B.

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    Hoffentlich gibt es bei einer Täterermittlung ein Urteil mit einer sehr hohen Abschreckung.

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  • Christoph

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    Drecks Nazischweine

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  • Novalis

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    Wer solche Mahnmale beschädigt, bespuckt die Opfer nochmal.
    @ Mr. B.: Das hoffe ich auch.

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  • Klaus Wörle

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    Tatbestand nach § 168 StGB, Strafmaß bis drei Jahre Freiheitsentzug

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  • Günther Herzig

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    @Christoph
    19. Mai 2026 um 12:42 | #
    Christoph sieht Nazischweine am Werk
    “Drecks Nazischweine”
    Die Tat ist bekannt, der/die Täter sind es nicht.
    Ist es dann richtig unbkannte Täter als “Drecks Nazischweine”zu bezeichnen?
    Hier wird immer wieder in Ermittlungen auf die Unschuldsvermutung verwiesen. Jetzt brauchen wir nur noch Verdächtige.
    Selbst wenn Täter gefunden sind und wenn sie als Rechtsradikale bekannt sind, verbietet sich diese Bezeichnung. Sie verbietet sich sogar im Falle der Verurteilung. In den Entscheidungsgründen eines Strafurteils wird man diese Bezeichnung nicht finden. Dann sollten wir alle auch mit diesen Bezeichnungen vorsichtig sein.

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  • Pflegewissenschaft

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    In Mainkofen gab es ebenso vor einiger Zeit einen Eingriff in die dortige Gedenkstätte. Herausgestellt hatte sich, dass ein Patient die Verwüstung angestellt hatte. medbo täte gut daran, die ideologischen Vorwürfe erst mal vorbehaltlich zu sehen. Zu verurteilen ist dieser Angriff auf jeden Fall. Die Stelen zeigen im Übrigen keine T4 Opfer, sondern es sind im Ggs zu Mainkofen einfach zufällig gewaehlte Fotos von Menschen zur Zeit des NS in Karthaus-Prüll.

    Wie gesagt das rechtfertigt zu keiner Zeit die Sachbeschädigung.

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  • Manfred van Hove

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    Kaum ist dieser Vandalismus publiziert, meinen manche, Täter und Tatmotiv zu kennen und diese Sachbeschädigung in ihrem Sinne zu missbrauchen. Die Ermittlungen abwarten und danach urteilen scheint mir angemessen.

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  • Tagesgscheidster

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    Der Ausdruck “Drecks Nazischweine” ist immer richtig. Immer und überall!
    Wer damit ein Problem hat, der sollte lieber mal nachschauen ob er noch am Abgrund steht, oder schon einen Schritt weiter ist…

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  • Manfred Martin

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    Pflegewissenschaft
    19. Mai 2026 um 21:16 |

    Mein Recherchen haben folgendes ergeben:

    „Nach aktuellem Stand und Berichten regionaler Medien wie idowa ist kein Fall von Vandalismus oder Beschädigung an der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Psychiatrie am Bezirksklinikum Mainkofen bekannt.Die am 28. Oktober 2014 eingeweihte Gedenkstätte auf dem Anstaltsfriedhof ist seit ihrer Errichtung ein ungestörter Ort des Gedenkens und der Erinnerungskultur.Die Berichte über Beschädigungen von Gedenkstätten für NS-Opfer in den vergangenen Jahren bezogen sich auf andere ostbayerische Einrichtungen, wie beispielsweise das Bezirksklinikum in Regensburg.Wichtige Informationen zur Gedenkstätte Mainkofen:Bedeutung: Sie erinnert an über 1.300 Menschen, die im Rahmen der nationalsozialistischen “Euthanasie”-Verbrechen in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen litten und starben.Besuch: Der Ort ist ganzjährig frei zugänglich. Kostenfreie Führungen oder Gedenkveranstaltungen können direkt über das Bezirksklinikum Mainkofen angefragt werden.„

    Ich denke schon, dass die Vandalen, aus dem rechtsextremen Umfeld kamen, das hauptsächlich von der AfD unterstützt wird!
    Die Täter sollten sehr hohe Strafe, nicht unter 10 Jahre erhalten und ihnen die Rechte entzogen werden, die im Artikel 18 GG festgelegt sind!

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  • Manfred Martin

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    Hier der Artikel 18GG
    mit dem die Täter unbedingt bestraft werden sollte‼️
    „ Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 18
    Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.“

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  • Tutnichts Zursache

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    @Günther Herzig
    @Manfred van Hove
    Sie kommentieren Kommentare, nicht die Tat an sich? Haben Sie dazu auch eine Meinung?

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  • KW

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    Könnten natürlich auch nur ein paar selten dämliche, pubertierende Kids gewesen sein.
    Achtung! Bevor etwas missverstanden wird!
    Ich verachte die AgD und bin nachweislich links-grün-versifft, nur dass das klar ist.

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  • Andrea Mink

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    Kein Respekt vor Menschen, denen es psychisch wie physisch sehr schlecht gegangen ist und die in der untragbaren NS-Zeit als lebensunwert galten, – einfach widerlich!
    Aber heutzutage ist es leider wieder probat, Menschen nach Auschwitz zu wünschen.
    Wer selbst mal eine psychische Krise durchmachen mußte (kann jedem passieren) und min. kurzfristig “in der Klapse war”, fürchtet sich wieder vor noch mehr Ausgrenzung und Schlimmerem…

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  • Pflegewissenschaft

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    @Manfred Martin

    Dass Ihre Recherchen nichts ergeben haben, heisst nicht, dass meine Aussage unwahr ist. Dass Ihre Recherche zu Mainkofen nichts ergeben hat, hängt damit zusammen, dass man es nicht medial geschaltet hat, wie medbo es getan hat. Und das aus gutem Grund, denn wie gesagt der Vandalismus dort war nicht politisch motiviert, was nicht heissen muss, dass es in Regensburg anders war.

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  • Manfred van Hove

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    @Tutnichts Zursache
    Unser Land ist ein Rechtsstaat mit klaren Regeln, auch für solche Untaten. Daran ist dieser Vandalismus und dessen Täter zu messen.

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  • Manfred Martin

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    Da meine Familie in der Nazi Zeit 30 Menschen im Krieg und durch KZ verloren hat, besuch ich den Gedenkfriedhof in der Anlage des Bezirkskrankenhaus jährlich.
    Aus diesem Grund ist es schade, dass nicht alle NSDAP Mitglieder als Höchststrafe lebenslänglich bekommen haben, sondern zum großen Teil wieder Beamte geworden sind!
    Wir hatten in der Berufsschulen ein ehemaliges Mitglied der Waffen SS als Lehrer. Wir Berufsschüler habe so lange gegen die Schulleitung und auch gegen das Schulamt gekämpft, bis dieser Schwerverbrecher gekündigt wurde, was ihn so ärgerte, das er an einem Schlaganfall verstorben ist!

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  • Günther Herzig

    |

    @Tutnichts Zursache
    20. Mai 2026 um 13:25 | #
    Natürlich habe ich zu der Tat eine Meinung. Nach der kaum zu bestreitenden gesellschaftlichen Situation im Lande drängt sich ein Verdacht gegen Rechte auf. Ich folge der respaktablen Haltung des Herrn Manfred van Hove, nicht nur zu dieser Frage. Die Justiz hat sich um den Fall zu kümmern und tut es auch. Wer Kritik übt sollte daruaf achten nicht mit denen verwechselt zu werden, gegen die ermittelt wird. Am Ende ist das auch eine Frage des Benehmens, über das hier nicht jeder verfügt. Man kann es aber lernen! :)

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  • Günther Herzig

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    @Manfred Martin
    20. Mai 2026 um 16:24 | #
    ich respektiere ihre Haltung in vollem Umfang. Sie haben auch Recht mit der Aussage, dass nach dem Krieg sehr viele Nazis wieder in Positionen gekommen sind, die sie nicht hätten erreichen dürfen.
    Der Lehrer, den Sie in den Tod getrieben haben, falls man das so ausdrücken dürfte, hat auch ein Entnazifizierungsverfahren der Amerikaner in deren Besatzungszone durchlaufen. Vielleicht hatte er Glück mit einer Einstufung als „Mitläufer“. Vielleicht war diese Einstufung auch falsch. Aber was gibt uns das Recht über ein auf diesem konkreten Spruch der Kommission beruhendes menschliches Schicksal so zu reden, wie sie es tun. Ihre Ansicht. wie mit vermeintlich schuldbeladenen Menschen umzugehen ist. könnte man auch als virtuelle Lynchjustiz bezeichnen.
    So, wie Sie es ausdrücken, wollen Sie Rache und nicht Gerechtigkeit.
    Ich hatte einen Onkel, der Mitglied der Waffen-SS war. Er war nach der Gefangennahme in Regensburg irgendwo im Stadtosten interniert, bis es die Amerikaner schafften das Lager aufzulösen. Die Gefangenen wurde zum Teil den Russen übergeben und landeten in Sibirien. Wer das überlebte, wurde von Adenauer „befreit“.
    Mein Onkel hatte Glück und wurde nicht viel später in die Freiheit entlassen. Er hat mir später stolz erklärt, er habe ganz zuletzt mit seiner Einheit im Bereich der Befreiungshalle gekämpft. Sie hätten sich nicht gekümmert um den Waffenstillstand, sondern geschossen, bis sie keine Munition mehr hatten.
    Übrigens die Überlebenden des Krieges, schuldig oder nicht, haben dieses Land maßgeblich wieder aufgebaut. Wer sonst hätte das erreichen können. Dazu könnte Ihr Lehrer auch gehört haben. Wir alle, also auch Sie haben von diesen Leistungen profitiert.
    Über die 30 Familienangehörigen in Ihrer Familie will ich keine Meinung äußern, weil ich nicht weiß, warum ihnen was, wann und wie widerfahren ist.
    Vielleicht waren unter Ihnen aber auch Soldaten, wie Millionen andere, die zu etwas gezwungen worden waren, was zu Widerstand hätte führen sollen. Gab es diesen Widerstand?

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  • Manfred Martin

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    Tatsache ist, dass unsere Justiz in der Nachkriegszeit sehr oberflächlich mit den Tätern der 12Jahren Hitlerzeit umgegangen sind.
    Wenn ich nur die T4 Ärtzte, die alle für die viele Tausend Toten verantwortlich waren, muß ich kotzen!
    In den westdeutschen Nachkriegsjahren taten sich Justiz und Gesellschaft lange schwer mit der Aufarbeitung. Viele T4-Ärzte wurden freigesprochen, da sie sich juristisch oft erfolgreich darauf beriefen, auf „höheren Befehl“ gehandelt zu haben, oder es wurde ihnen nur Beihilfe nachgewiesen.Viele konnten nach geringen Haftstrafen oder erfolgreicher Entnazifizierung ihre medizinischen Karrieren in westdeutschen Krankenhäusern oder als niedergelassene Ärzte ungestört fortsetzen.
    Für mich waren alle fast 9.000.000 Mitglieder der NSDAP, Täter, die hohe Strafen bedient hätten.
    Ich bin stolz auf meinen Großvater, der mit seiner Hausgemeinschaft seinen jüdischen Hausarzt versteckt hat, aber auch auf seine 4 Brüder, die Blockwarte verprügelt haben, und dafür im KZ Dachau verschwunden sind und wahrscheinlich in Flossenbürg ermordet wurden.
    Leider haben wir daraus scheinbar nicht gelernt, denn gerade jetzt kommen rechtsextreme Gruppen und eine höchst gefährliche Partei auf, die man als Nachfolger der NSDAP bezeichnen kann nein muß ‼️
    Leider unternimmt weder Staat noch Gerichte gegen diese Schwerverbrecher nicht das geringste, obwohl diese Neonazis unsere Demokratie und Verfassung vernichten will!

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  • tom lehner

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    By the way, gibts eigentlich was neues von den Stolpersteinbeschmierern? Gabs schon Hausdurchsuchungen?

    Ich glaube tatsächlich nicht das es hier zu irgendwelchen Fahndungserfolgen kommt. Die Stelle an der das “Moderne Gedenken” an die schlimmen Verbrechen unserer Vorfahren und unserer “KollegInnen” erinnert, liegt ziemlich versteckt zwischen Karthaus, dem Regierungsgebäude und dem “Ensemble” Brunnenhof. Neben dem Eingang zum Vitusgarten. Es ist eigentlich nicht einsehbar. Man muß ortskundig sein um es zu finden.

    Für mich ist das was mit der “Modernen Gedenkstätte” passiert ist schlichtweg eine Schweinerei. Es ist eine weitere Schändung der Opfer eines kranken, verblendeten Systems. An einem Ort wo es viele “Schwache” gibt die unsere Hilfe benötigen. An einem Ort wo Humanität GROß geschrieben sein sollte.
    Aber auch, weil das Töten der Untergebrachten nach der offiziellen “Beendigung” der Aktion T4 einfach weiterging. Wer sich für das Thema interessiert kann das gerne nachlesen. Unterversorgt mit System. Die Ärzte und KollegInnen der Pflege ließen viele der Menschen einfach verhungern. Vielerorts bleibt das unerwähnt.

    Aus diesem Grund wäre es bitter nötig auf dem Klinikgelände eine weitaus exponiertere Stelle für eine “Moderne Gedenkstädte” zu finden. Gegenüber Haus 44, oder am Haupteingang, zwischen dem IBP Gebäude und dem Parkplatz wäre Platz genug, eine “Moderne Gedenkstädte” zu integrieren, “Erinnerungskultur” nicht als verschämte, oder gar störende Nischenpräsentation zu verstehen, sondern als aktive Maßnahme gegen ein “Nie wieder”.
    Damit WIR begreifen und leben, das es das nicht mehr geben darf.

    Wir haben das nötiger als die meisten Menschen glauben.

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  • Günther Herzig

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    @Tagesgscheidster
    20. Mai 2026 um 09:07 | #
    Ich sehe einen gewissen Widerspruch zwischen der eigenen Einordnung als Tagesgescheidster am 20.05.2026 und Pöbeleien.

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  • Tutnichts Zursache

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    @ Günther Herzig
    Sehr geehrter Herr Herzig,
    ganz toll, dass ihr schießfreudiger Onkel so viel Glück hatte!
    Sie schreiben: „Übrigens die Überlebenden des Krieges, schuldig oder nicht, haben dieses Land maßgeblich wieder aufgebaut.” Die schuldigen Überlebenden waren ja sicher nicht alle “nur” Mitläufer. Da waren ja schon auch Leute dabei, so wie vielleicht auch ihr Onkel, die Kriegsverbrechen der schlimmsten Sorte begangen haben. Aber so what, dafür haben Sie ja das Land wieder mit aufgebaut, das sie übrigens selber in Schutt und Asche gelegt hatten.
    So verharmlosen sie doch die Greueltaten der Nationalsozialisten. Oder nicht?

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  • Günther Herzig

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    @Tutnichts Zursache
    21. Mai 2026 um 20:33 | #
    Ich bin das gewohnt mit Absicht falsch interpretiert zu werden. Aber das “Tutnichts Zursache”

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  • Robert

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    Sehr geehrter Herr Herzig,
    sie sollten sich ein Forum für geschichtsklitternde Angehörige von tapferen und sauber geblieben Soldaten suchen, dort wären sie mit ihren Legenden vom missbrauchten Landser und dem unschuldig geblieben Waffen-SSler besser aufgehoben.

    Herr Aigner ist zu bedauern, derlei Relativierungen und Täter-Opfer-Umkehrungen lesen und behandeln zu müssen.

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  • Daniela

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    Ein wahrhaft schwarzes, beschämendes Kapitel Regensburger Geschichte, kranke Menschen systematisch zu ermorden.

    Noch schwerer wiegt jetzt die Beschädigung des Mahnmals. Ich bin schockiert, dass offensichtlich so wenig Auseinandersetzung mit der Geschichte der T4 Transporte bei den Täter(n) stattfand, um dieses Mahnmal in der Art und Weise zu beschädigen.

    Was treibt Menschen zu so etwas? Egal, wer dafür verantwortlich zeichnet, diese Person(en) haben jetzt nicht die Größe Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen.

    Im Grunde genommen sehr schwache Persönlichkeiten, ohne Rückgrat.

    Ich hoffe der/ die Täter werden gefasst und zur Verantwortung gezogen. Vielleicht bekommt man so einen Eindruck, warum!

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  • Günther Herzig

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    @Robert
    22. Mai 2026 um 08:54 | #
    Nun Robert, falls Sie so heißen, an einem Forum für Geschichtsklitterung bin ich nicht interessiert. Wenn sie mich dessen bezichtigen, ist das infam.
    Ich habe Soldaten des Krieges weder als tapfer noch sauber bezeichnet schon gar nicht als schießfreudig. Auch Gegenteiliges ist meinem Beitrag nicht zu entnehmen.
    Es war von Soldaten die Rede, die im Krieg gedient haben, ohne Qualifizierung, ob das mit Tapferkeit, Heldenmut oder etwas anderem zu tun hat. Und ich stelle mir vor, dass die Stimmung in der Armee sich seit spätestens Stalingrad auch geändert hat. Auf dem Rückzug mögen viele daran gedacht haben jetzt ihr Land, ihre Familien vor etwas zu schützen, was sich keiner richtig vorstellen wollte. Durch Rückzugskämpfe haben Kommandeure versucht den fliehenden Menschen Zeit zu verschaffen sich und ihre Familien in eine unsichere Zukunft zu retten.
    Sie lesen in meinen Text etwas hinein, was nicht zutrifft. Ich freue mich, dass Sie des Schreibens mächtig sind. Wenn Sie das jetzt noch schaffen auf Spekulationen, für die ich keinen Anlass gegeben habe, zu verzichten, werden Ihnen andere, auch ich, gerne zustimmen.
    Übrigens, haben Sie gedient? Ich schon!

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