SOZIALES SCHAUFENSTER

Es drohen 15 Jahre Haft

Anklage gegen Domspatz: Zwei Mitschüler missbraucht?

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 31jährigen wegen sexuellen Missbrauchs an zwei minderjährigen Domspatzen erhoben. Es ist der frühere Verlobte der ermordeten Maria Baumer.

gericht
Der frühere Verlobte der 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer soll zwei Schüler des Domspatzen-Gymnasiums sexuell missbraucht haben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Regensburg am Montag. Zu den Übergriffen soll es demnach 2003 oder 2004 gekommen sein, während der Beschuldigte selbst noch Schüler bei den Domspatzen war. Die beiden Opfer waren einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung zufolge damals elf und 13 Jahre alt, der Beschuldigte bereits volljährig. Der Missbrauch soll über mehrere Jahre hinweg stattgefunden haben.

U-Haft bereits 2014

Auf dem Rechner des 31jährigen hat die Staatsanwaltschaft zudem kinderpornografisches Material gefunden, darunter Film- und Fotoaufnahmen mit einem der Opfer. Darüber hinaus wird der Krankenpfleger auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung angeklagt. Einer jungen Frau, die er als Patientin am Bezirksklinikum Regensburg kennengelernt hatte soll er später „im privaten Bereich“ Schlafmittel und Psychopharmaka verabreicht haben, um anschließend sexuelle Handlungen vorzunehmen. Bereits 2014 saß er deshalb zwei Wochen in Untersuchungshaft, wurde aber damals nach einer Beschwerde seines Rechtsanwalts unter Auflagen entlassen.

Die nun von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage ist Ergebnis der Ermittlungen in Zusammenhang mit der 2012 verschwundenen und im September 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer. Der frühere Verlobte stand und steht bis heute unter Verdacht, sie umgebracht zu haben. Eine Anklage deshalb gibt es bis heute nicht. Er selbst hat die Tat bislang stets abgestritten. Doch allein wegen der nun von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe könnte dem 31jährigen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren drohen. Bislang wurde die Anklage vom Landgericht Regensburg noch nicht zugelassen.

Domspatzen: Auch Missbrauchsfälle in den 2000er Jahren 

Der Domspatzen-Aufklärer Rechtsanwalt Ulrich Weber hatte in seinem Zwischenbericht im Februar unter anderem von Missbrauchsfällen auch in den 2000er Jahren gesprochen. Ob es sich dabei um die nun angeklagten Taten handelt, war bislang nicht zu erfahren.

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Kommentare (21)

  • hutzelwutzel

    |

    War dieser Christian F. etwa selbst bei den Domspatzen?

    Na sauber!
    Warum macht der BR nicht gleich einen Spezial-Werbetrailer gem. dem Motto „Wir sind die Regensburger Domspatzen“ (Bildaufnahme vor dem Reichsstrassengebäude, dann Schwenk auf das Bezirkskrankenhaus und die Aussage) „und da müssen manche von uns hin!“
    T’schuldigung gegenüber den ehemalen Dsp die eifrig an der Aufarbeitung mitarbeiten, aber diese Dinge werden langsam zu kurios.

  • aucheinehemaliger

    |

    Als ich den Artikel Domspatzen: “Wer aufmuckt, wird gekündigt.“ vom 07. März mit dem Hinweis auf Mordverdacht kommentierte, wurde mir unterstellt, dass ich mich nur wichtigmachen will. Wollte und will ich nicht. Ich will nur darauf hinweisen, dass wir im Zusammenhang mit dem sogenannten Domspatzenskandal über Kriminalität reden, gegen die jeder Fernsehtriller (auch nach 24:00 Uhr) eine nette Einschlafgeschichte ist. Die schlimmen Dinge passieren nicht immer nur woanders, auch wenn manche das nicht wahrhaben wollen. Bin gespannt, was der wegen sexuellen Missbrauchs Angeklagte und weiterhin unter Mordverdacht stehende ehemalige Domspatz aussagen wird.

  • aucheinehemaliger

    |

    @hutzelwutzel
    Im BKH war ich noch nicht, aber ich wüßte andere Kliniken, Psychiater, Psychologen, Heilpraktiker usw., die seit Jahren und Jahrzehnten versuchen, mich wieder lebensfähig zu machen.

  • hutzelwutzel

    |

    @aucheinehemaliger:

    War echt nicht böse gemeint. Es ist aber doch offensichtlich, dass die Röm.-Kath. Kirche, hier mal bekannter die Diözese Regensburg seit Jahrzehnten Leute psychisch so in Bedrängnis gebracht/ hörig gemacht hat(te), dass diese am Leben verzweifeln, solche Taten begehen, anstatt sich nach propagierter röm.-kath. Meinung „an der von Gott geschaffenen Welt erfreuen“.
    Jetzt war Bischof Rudi wieder bei Papa em., wedelte mit einem marien-, bayernblauen Schal und brachte Autogrammkarten mit persönlicher Widmung mit.
    Gehts noch? Haben die wirklich keine anderen Probleme? Oder ist das Ganze so vers…t, dass es nun auch schon egal ist, wie man sich hier zum Affen macht?

  • aucheinehemaliger

    |

    @hutzelwutzel
    Ich habs auch nicht böse gesehen. Es ist eine Tatsache, dass viele Ehemalige an den Spätfolgen leiden. Geben nur nicht alle zu.

  • hutzelwutzel

    |

    @aucheinehemaliger:
    Dann paßt es!
    Hat denn noch niemand daran gedacht die Dinge mit Hilfe von Abgeordneten in den Bayerischen Landtag oder den Bundestag zu bringen? Können doch nicht alle von Kirchengnaden dorthin bestimmt sein.
    ——–
    Gerade eben Sendung „BRISANT“ (ich glaube ARD): Wieder mal Pfarrer Rainer Maria Schießler aus St. Max, München im Bericht.
    Immer wenn es in der Kath. Kirche in Deutschland wie jetzt durch den Baumer-Verlobten „scheppert“, läuft die mediale Werbemaschinerie der Kath. Kirche – seit einiger Zeit mit Pfarrer Schießler an.

  • Ludwig

    |

    @hutzelwutzel Die Parallel zwischen dem Bezirkskrankenhaus und dem „Reichsstrassengebäude“ halte ich doch für etwas an den Haaren herbeigezogen, zumindest in diesem Zusammenhang.
    Überraschen würde es mich dennoch nicht: 2010 hat ein Schüler, der sich als homosexuell geoutet hat, kurz danach versucht, sich das Leben zu nehmen.

    Wer kehrt den ganzen Dreck weg, der da unter den Teppich gekehrt wurde?

  • Eslarn – Städtebau: Wie gehts mit dem ISEK weiter? Offizielle Aussagen. | pro4ma[rket] - Eslarns Städtebausanierung konkret!

    |

    […] Schliesslich haben wir hier möglicherweise auch weiterhin das Problem mit “Georg Friedrichs Lieblingen” aka “mutmaßlich Mißbrauchten”. Kommt da noch was nach? Muß hier die Röm.-Kath. Kirche/ Diözese Regensburg noch Geld in die Hand nehmen, sollten sich trotzdem noch Opfer melden können/ wollen? Läßt sich so was im Ort selbst “unter Glaubensschwestern und – brüdern” ausmachen, oder braucht es Öffentlichkeit? Alles Dinge, die für die Zukunft nicht nur Eslarns, sondern im “Wirkungsbereich” der damaligen Pädofilen, also letztlich im gesamten bayerisch-tschechischen Grenzgebiet wichtig sind. Schliesslich ist man mit dem Fall “Maria Baumer”  (Muschenrieth/ Oberviechtach) und den aktuellen Vorwürfen gegenüber deren Verlobten  bereits wieder einmal bei der causa “Domspatzen-Mißbrauchsfälle” angelangt. (Info: http://www.regensburg-digital.de) […]

  • hutzelwutzel

    |

    @Ludwig:

    Gebe Ihnen Recht. Hatte mich schon bei @nocheinehemaliger „teil-entschuldigt“. ;-)
    Trotzdem: Warum gibt es hier dann keine unabhängigen psychiatrischen Einrichtungen, sondern wieder nur Dinge welche von politischen Beamten im Bezirk beaufsichtigt werden?
    Gerade die scheinen ja – guckt man in die regionalen Veröffentlichungen – mehr wie sonst jemand mit derem „Christentum vor Ort“ verbandelt zu sein.
    Schimpfe mir bloß niemand mehr über Organisationen wie Scientology. „Unsere“ Röm.-Kath. Kirche ist keinesfalls besser, nur eben gesetzlich ins Staatssystem „eingegraben“.

    Unter dem Teppich: Nicht kehren, sondern Teppich weg, analysieren, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und endlich realisieren was man unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland aus versprochen hatte. Sich niemals mehr von irgendjemanden „fangen“ zu lassen, oder irgendeinen „Führerkult“ oder eine Personen diskriminierende Ideologie aufzubauen.

  • menschenskind

    |

    „Schimpfe mir bloß niemand mehr über Organisationen wie Scientology. „Unsere“ Röm.-Kath. Kirche ist keinesfalls besser, nur eben gesetzlich ins Staatssystem „eingegraben“.“

    Bravo, endlich sagt das mal auch ein anderer (und nicht nur ich).

    Die Schuld, die KATHOLISCH auf sich geladen hat und immer noch auf sich lädt, ist unermesslich.

    http://www.hagalil.com/2009/05/doellinger/
    http://www.hagalil.com/2010/12/muenchen-2/
    http://www.hagalil.com/2014/03/inquistition/
    http://www.hagalil.com/2011/08/deggendorf-8/
    http://www.hagalil.com/2009/11/jobbik/
    http://www.hagalil.com/2009/05/goldstein/
    http://www.hagalil.com/2012/02/willy-cohn/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums
    http://www.deschner.info/
    http://www.commonwood.de/SPIRIT/154_Gruende.htm
    https://www.youtube.com/watch?v=XU6AB8z-iOM&nohtml5=False
    https://www.youtube.com/watch?v=X5XbYDg5KVo&nohtml5=False

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Menschenskind: Sie sind nicht verpflichtet, die katholische Kirche
    zu mögen. Und auch ich als ober-kritische Katholikin habe vieles aus-
    zusetzen. Ihre Aussage aber, mit der Sie die katholische Kirche mit
    Scientology gleichsetzen, darf ncht unwidersprochen bleiben.

  • menschenskind

    |

    @Mathilde Vietze
    „Ihre Aussage aber, mit der Sie die katholische Kirche mit
    Scientology gleichsetzen, darf ncht unwidersprochen bleiben.“

    Wenn Sie aufmerksam lesen, stellen Sie fest, dass ich mich der Meinung meines ehrenwerten Vorredners angeschlossen hatte. Der hatte den Vergleich vorgenommen.

    Ansonsten steht es Ihnen frei, frei nach Herzenslust, zu widersprechen. Ich wäre der letzte, der Sie davon abbringen wollte.

    Nur noch ein abschließender Gedanke: Auch Althergebrachtes muss sich gefallen lassen, unter neuen Gesichtspunkten examiniert zu werden. Moderne Erkenntnisse aus der ganzen Welt, keineswegs nur von sog. „Feinden des Katholizismus“, liegen vor und werfen ein durch und durch kritisches Licht auf die „Alleinseligmachende“. Kann es daher von hoher Intelligenz, Vernunft, gesundem Menschenverstand zeugen, sich mit kosmetischen Korrekturen zufriedenzugeben und zu behaupten: „Seht, und sie bewegt sich doch!“ ?

  • Mathilde Vietze

    |

    Selbst wertkonservative Katholiken betonen immer wieder, daß Glaube und
    Religion nichts Statuarisches sind; sie müssen sich dann von den Reaktionä-
    ren beschimpfen lassen, daß sie „die (alleinseligmachende) Lehre dem Zeit-
    geist opfern. In Wahrheit aber ist diesen reaktionären Hackstöcken die Lehre
    scheißegal; sie haben nur Angst vor dem Verlust ihrer Macht. Denen ist
    jedes Mittel recht; sie greifen sogar den Papst, der ihnen zu fortschrittlich ist,
    in übelster Weise an.

  • Eleonore

    |

    „Tradition bedeutet, die Flamme weiterzugeben und nicht, die Asche anzubeten“.

    Ein feiner Spruch – den viele beherzigen könnten;
    wer es insbesondere nicht tut, ist die größte Sekte hier im Lande!

  • Die Qual des Herrn Wahl » Regensburg Digital

    |

    […] Internatsführung stolz verweist, würden eventuell doch nicht so lückenlos greifen wie erhofft: Ein damals bereits volljähriger Oberstufen-Schüler sei Mitte der zweitausender Jahre zwei jüngere… Die Domspatzen scheinen hiervon wie elektrisiert. Auch wenn der Vorwurf nicht das aktuelle […]

  • Ehemaliger

    |

    Ich war in den 70s auch in diesem Etterzhausener Heim.
    Ich kann mich noch an folgende Punkte erinnern.
    Auch war ich in Mayers Wohnung , und dort bekam im immer wieder auch etwas
    in einem Glas zu trinken!

    Auch bekamen wir , ja hatten wir in unseren Teekannen dort in Etterzhausen, immer wieder so ein weisses Pulver in unserem Tee,, diese Rückstände sah man damals immer wieder auch auf dem TeeKannenboden.

    Entweder waren das damals schon Hormone in Pulverform , eben damit bei uns Buben damals schon der Stimmbruch verzögert wurde, oder auch , dieses weisse Pulver in unserem Tee war eine so Art Beruhigungsmittel , damit wir vielleicht schneller am Abend ruhig gestellt werden / wurden und schneller einschliefen.

  • Angelika Oetken

    |

    @Ehemaliger,

    es war lange Zeit weit verbreitet, internierten Kindern und Jugendlichen Beruhigungs- und Schlafmittel zu verabreichen. Und bei der sehr dünnen Personaldecke in Etterzhausen/Pielenhofen versprach man(n) sich da wohl Ruhe im Schlafsaal. Nicht zu vergessen die „Nebeneffekte“. Sedierte Opfer sind besonders leicht zu missbrauchen, abgesehen davon erinnern sie sich nur lückenhaft.

    Übrigens: auch wer sich mit dem Zeug auskennt, kann schief liegen und das Opfer durch eine Fehldosierung oder Nebenwirkungen (Einatmen von Erbrochenem mit anschließendem Erstickungstod) töten. Ein prominenter Fall, in dem es allem Anschein nach so gelaufen ist, beschäftigt noch immer die Justiz http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mord-an-kalinka-deutscher-stiefvater-bleibt-in-haft-a-1003943.html

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    @Ehemaliger,

    bei dem „weißen Pulver“ kann es sich genauso gut um so harmlose Substanzen wie Kalk oder irgendwelche Vitamine gehandelt haben. Denn die Ernährung war ja knapp, schlecht und ungesund in den Domspatzenvorschulen. So oder so: Aufschluss wird eine Befragung des Personals geben, das damals dort gearbeitet hat und ein Blick in die Unterlagen. Kümmert sich jemand darum?!?

    VG
    Angelika Oetken

  • Herbert Turetschek

    |

    „aucheinehemaliger

    4. April 2016 um 21:17 | #

    @hutzelwutzel
    Im BKH war ich noch nicht, aber ich wüßte andere Kliniken, Psychiater, Psychologen, Heilpraktiker usw., die seit Jahren und Jahrzehnten versuchen, mich wieder lebensfähig zu machen.“

    Geht mir genauso!

  • Angelika Oetken

    |

    „Der ehemalige Verlobte der tot aufgefundenen Maria Baumer kommt vor Gericht: Ab 21. November wird vor der Großen Jugendkammer am Landgericht Regensburg gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Schülern des Domspatzen-Gymnasiums, wegen sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung einer ehemaligen Patientin am Bezirksklinikum, wegen Diebstahls von Medikamenten sowie dem Besitz von kinderpornografischen Darstellungen verhandelt. “
    http://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf-nachrichten/baumers-verlobter-kommt-vor-gericht-21416-art1411740.html

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