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Hitzeschutz ignoriert

Betonwüste statt „kühler Ort“: Eigentümer im Marinaquartier lassen Wasserbecken seit Jahren leer – trotz Rechtspflicht

„Mehr als unbefriedigend“ nennt die Stadt Regensburg die Situation im Marinaquartier. Zwei Grundstückseigentümer lassen die großen Wasserbecken – Bestandteil des Hitzemanagements von Regensburg – leer stehen. Sie berufen sich auf einen technischen Defekt. Dauert es zwei Jahre, so etwas zu beheben?

Gähnende Leere statt Wasserspiel vor dem Veranstaltungszentrum Marinaforum.

Eine Bademöglichkeit, ein schattiger Platz im Freien, ein Wasserspiel direkt vor dem Marinaforum, beliebt bei Kindern. So preist die Karte der kühlen Orte den Brunnen im Marinaquartier an – ein Ort zum Wasserplanschen.

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Diese Karte ist ein kleines Puzzleteil im Hitzemanagement der Stadt. Sie soll zeigen, wo man Erfrischung und Schatten findet. Doch im Marinaquartier ist vom Planschen kaum die Rede. Zwei der drei Wasserbecken stehen leer – seit rund zwei Jahren. Sehr zum Ärger von Bewohnern im Viertel.

Die Becken – der letzte Rest der großen Marina-Pläne

Die drei betonierten Becken sind die letzten Zeugen der einst großen Pläne für das im Kern 2018 fertiggestellte Marinaquartier.

Die Innenmarina mit direktem Donauzugang ins Viertel? Früh beerdigt. Die Außenmarina mit Yachthafen? Lange versprochen, 2017 aus Kostengründen gestrichen. Geblieben sind der Name – und die drei Becken.

Im 2014 beschlossenen Bebauungsplan steht unmissverständlich: Auf den privaten Grundstücken sind diese Becken zu errichten – „als weiteres attraktives Gestaltungselement und zur Stärkung des Themas Wasser“.

Für das Stadtklima „vor allem in den Sommermonaten von zentraler Bedeutung“

Die Wasserflächen sollen dem zentralen Freiraum rund um das Marinaforum „nicht nur eine hohe Aufenthaltsqualität“ geben, sondern auch „positiv zu einem angenehmen Kleinklima innerhalb des Planungsgebiets“ beitragen.

Kein Wasser auch vor Marina Bricks.

Gerade dieser Temperaturausgleich durch Wasser sei für das Stadtklima „vor allem in den Sommermonaten von zentraler Bedeutung“, betont die städtische Pressestelle auf Nachfrage.

Im stark versiegelten Marinaquartier herrschen regelmäßig Temperaturen wie in der steinernen Altstadt. Die Becken sind damit auch ein Baustein des Hitzeschutzes.

Rechtspflicht, „das Wasserbecken dauerhaft zu betreiben, zu pflegen und instand zu halten.“

Dass die beiden großen Becken vor dem Marinaforum und dem Gebäude „Marina Bricks“ mit 48 Eigentumswohnungen seit geraumer Zeit leer bleiben, sei „mehr als unbefriedigend“, schreibt die Pressestelle.

Die Rechtslage sei klar, heißt es aus dem Rathaus: „Die jeweiligen Grundstückseigentümer sind rechtlich verpflichtet, das Wasserbecken dauerhaft zu betreiben, zu pflegen und instand zu halten.“

Nur das Hotel hält sich an seine Pflichten.

Warum aber hält nur der Hoteleigentümer am Marinaforum sein Becken in Betrieb, während beim Marinaforum und bei den Marina Bricks seit etwa zwei Jahren Ebbe herrscht?

Eigentümer berufen sich auf technischen Defekt

„Nach unserem letzten Kenntnisstand können die Wasserbecken aufgrund eines Defekts nicht befüllt werden“, antwortet die Stadt.

Ob das nur die Auskunft der Eigentümer ist oder von den zuständigen Ämtern geprüft wurde, bleibt offen. Ebenso, warum die Reparatur eines technischen Defekts zwei Jahre und länger dauern soll. Entsprechende Anfragen unserer Redaktion laufen.

Auch die Frage steht im Raum, ob und welche Mittel der Stadt zur Verfügung stehen, um die Eigentümer zur Erfüllung ihrer rechtlichen Pflicht anzuhalten.

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Kommentare (2)

  • Christoph Högl

    |

    Grob überschlägig würden etwa 5-7mm = 5-7l/m² / Tag (bei ~400m² also 2000-2.800l/Tag) verdunsten, das entspricht grob
    bzw. 1350-1900kWh/Tag, was grob der Leistung von 45-60 üblichen Klimasplitgeräten entspricht.

    Der Schaden für alle Anwohner beträgt bei üblichen Stromkosten (mit 40ct/kWh) also grob: 540-760€/Hitzetag (>25°C über 12h)

    Leider passen Anspruch und Wirklichkeit bei Stadt und Eigentümer nicht wirklich zusammen, aber das scheint ein eher strukturelles Problem der Stadt zu sein.

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  • Max

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    Spürt man denn von dem Wasserbecken am Hotel eine Abkühlung? Ist es fünf Meter weiter wärmer?
    Man könnte die Becken auch Bepflanzen. Mit richtigen Bäumen, nicht diesen dünnen Schößlingen, die noch fünfzehn Jahre brauchen, bis sie Schatten spenden können.

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