„Bilanz von Benedikt ist ernüchternd“

Nun hat der deutsche Papst doch noch ein Zeichen gesetzt! Dafür geziemt ihm Respekt! Er ist der erste Papst, der seit dem Jahr 1294 nach Cölestin V. von seinem Amt zurücktritt. Das Papstamt und die katholische Kirche schaffen es, dass alle Welt in Aufregung gerät, wenn ein 85-Jähriger amtsmüde ist. Damit ist eine kirchengeschichtliche Markierung gesetzt worden. Wir hoffen, dass dies in jeder Hinsicht zur Wende wird und nach diesem Übergangspapst jetzt die römisch-katholische Kirche zu einem wirklichen Aufbruch ansetzt, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts überfällig ist. Die Bilanz nach fast 8 Jahren Pontifikat Benedikt XVI. ist leider ernüchternd. Bei all seinem Bemühen, werden eine Reihe von Fehlentscheidungen und Belastungen mit seinem Namen verbunden bleiben: Tridentinischer Ritus, Piusbrüder, Regensburger Rede, sexueller Missbrauchsskandal, Vertrauensverlust in die Institution, Vatileaks, nicht nachvollziehbare Personalentscheidungen, Kommunikationsdefizite im Vatikan, Relativierungstheorie. Nichts ist gelöst von den Themen des weltweit beklagten Reformstaus: Zölibat, Frauenpriestertum, geschiedene Wiederverheiratete, Mitwirkung und Eigenverantwortung aller Getauften und Gefirmten an der Sendung der Kirche. Was kommt nach Benedikt? Kann der heilige Geist im nächsten Konklave durch das derzeitige Kardinalskollegium neu wirken, so dass die Kirche wieder ein menschenzugewandtes Antlitz bekommen kann und sich wieder den Kernbotschaften von Jesus widmen wird? Oder muss es erst mit einem südamerikanischen Opus-Dei-Papst noch schlimmer kommen? Bleibt uns zunächst im Vatikan noch der zentralistische undurchsichtige Apparat erhalten, der vor allem die eigene Macht der alten Herren sichert? Interessant wird auch sein, dass nun wieder eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist nachdem Benedikt mit einfacher Mehrheit gewählt worden war. Sein Vorgänger hatte die Wahlordnung geändert, was Benedikt wieder rückgängig machte.

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Kommentare (1)

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    […] “Bilanz von Benedikt ist ernüchternd” Die Bilanz nach fast 8 Jahren Pontifikat Benedikt XVI. ist leider ernüchternd. Bei all seinem Bemühen, werden eine Reihe von Fehlentscheidungen und Belastungen mit seinem Namen verbunden bleiben: Tridentinischer Ritus, Piusbrüder, Regensburger Rede, sexueller Missbrauchsskandal, Vertrauensverlust in die Institution, Vatileaks, nicht nachvollziehbare Personalentscheidungen, Kommunikationsdefizite im Vatikan, Relativierungstheorie. Nichts ist gelöst von den Themen des weltweit beklagten Reformstaus: Zölibat, Frauenpriestertum, geschiedene Wiederverheiratete, Mitwirkung und Eigenverantwortung aller Getauften und Gefirmten an der Sendung der Kirche. Quelle: Laienverantwortung Regensburg e.V. in regensburg digital […]

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