Eine Woche Kurzfilmmarathon in Regensburg

PRESSEMITTEILUNG INTERNATIONALE KURZFILMWOCHE REGENSBURG

joachim Wolbergs mit Insa Wiese und Philipp Weber. Copyright Ana Lipelt
Gestern wurde der Startschuss für das eine Woche andauernde Kurzfilmfeuerwerk gegeben: Die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg eröffnete ihr umfangreiches Programm in einem aus den Nähten platzenden Ostentorkino. Neben Oberbürgermeister Joachim Wolbergs waren zahlreiche Vertreter der Stadt, sowie aus der Kultur und Wirtschaft unter den Gästen. Es waren außerdem schon etliche Filmemacher aus aller Welt anwesend, so z.B. Sabine Ehrl, die mit ihrem Film PRIVACY Weltpremiere bei der Kurzfilmwoche feiert.

Der Oberbürgermeister lobte die Kurzfilmwoche in seinen Grußworten als eine unverwechselbare Veranstaltung, die in besonderer Weise mit der Stadt Regensburg verbunden sei. Vor allem ihr internationaler Charakter, der Menschen aus der ganzen Welt auf kreative Art und Weise miteinander verbindet, mache das große Familienfest Kurzfilmwoche für ihn aus. Auch, dass die gezeigten Kurzfilme oftmals existenzielle Geschichten erzählen, trage zur besonderen Atmosphäre des Festivals bei. Dennoch, oder gerade deshalb, bringen die Kurzfilme die Menschen aus der ganzen Welt mit einer unvergleichlichen Portion Spaß zusammen.

Festivallleiterin Insa Wiese betonte diesmal die Relevanz von Kurzfilmfestivals in Zeiten von Youtube und Vimeo. Die Festivals bringen, so Wiese, im Gegensatz zu Videoplattformen im Internet ausgewählte Filme an ein Publikum. Kurzfilme im Internet selbst zu filtern könne gut und inspirierend sein, aber genauso auch überfordernd. Zudem kämen viele der aktuellen guten Filme über das Internet nicht ans Publikum heran. Deshalb bestehen viele Filmemacher auf Premieren im Festivalkontext, womit sie ihre Filme nicht fürs Internet freigeben. Dadurch würden sie nämlich auch bestimmte Privilegien wie das Oscar-Qualifying, verlieren. Viele Kurzfilme sind dann frühestens nach zwei Jahren im Internet zu sehen.
Damit thematisiert die Festivalleiterin die Lebensdauer von Kurzfilmen: Nach zwei Jahren verschwindet der Kurzfilm meist ins Archiv oder in die Weiten des World Wide Web. Erst durch ein Kurzfilmfestival haben sie die Möglichkeit, nochmals gezielt einem Publikum vorgeführt zu werden. Das hängt vor allem auch damit zu zusammen, dass der Kurzfilm nicht mehr per se als Vorfilm im Kino gezeigt wird – und auch kaum noch im Fernsehen zu sehen ist.
Ein weiteres Argument für die Relevanz von Kurzfilmfestivals ist es laut Wiese, dass es viel mehr Spaß mache, mit Freunden ins Kino zu gehen und sich hinterher über das Gesehene auszutauschen. Aber was den Reiz eines Festivals vor allem für das Publikum ausmacht, ist, dass man die Möglichkeit bekommt, sich mit den anwesenden Filmemachern auszutauschen. Und das ist auch das Besondere, das den Reiz der Kurzfilmwoche ausmacht: Das sprechen über Film mit Filmemachern aus aller Welt in einem atmosphärischen Rahmen!

Musikalisch wurde die Eröffnungsfeier vom Regensburger Duo Cato Janko untermalt. Die Band begeisterte mit ihrem Elektro-Pop das aufmerksame und von verschiedenen Kurzfilmen aufgelockerte Publikum und nimmt mit einigen Songs bereits das diesjährige Sonderthema „Crossing the Code“ vorweg.
Die Eröffnung machte Appetit auf die bunte Filmwoche mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm und lässt die Spannung auf die Preisträgerfilme steigen.

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